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Kommunistische Partei



Eine Kommunistische Partei ist eine politische Partei, die den Kommunismus als Staats- und Gesellschaftsordnung anstrebt. Im engeren Sinne sind kommunistische Parteien Organisationen, die sich ideologisch als kommunistisch verstehen und/oder die Bezeichnung "kommunistisch" in ihrem offiziellen Namen führen. Im weiteren Sinne werden auch andere linksgerichtete Parteien, die sich in ihrem Namen zwar nicht als kommunistisch bezeichnen, sich jedoch in ihren Inhalten und Zielen für einen revolutionär-sozialistischenn Weg aussprechen, zu den kommunistischen Parteien gezählt. (siehe auch Liste der Kommunistischen Parteien)

Die ideologische Grundlage der kommunistischen Parteien findet sich im Marxismus.

Der folgende Artikel befasst sich mit einem Überblick zur Geschichte der Kommunistischen Parteien und damit auch zwangsläufig mit der Geschichte verschiedener auch gegeneinander konkurrierender kommunistisch geprägter Theorien und Ansätze ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, wobei teilweise, v.a. beim Kalten Krieg, die welthistorische Situation mit einfließt, soweit sie die Geschichte des Kommunismus tangiert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Geschichte der KPs in Europa, insbesondere in Russland, bzw. der UdSSR und Deutschland. Die KPs anderer Länder, besonders der Entwicklungsländer werden dabei nur am Rande berührt, am ehesten beim Unterartikel Kalter Krieg, dabei unter "China" und "Entwicklungs- und Schwellenländer". Keine Erwähnung finden frühkommunistische, vormarxistische Entwicklungen. dazu wird auf andere Wikipedia-Artikel verwiesen.

Table of contents
1 Geschichte der kommunistischen Parteien bis 1945
2 Kalter Krieg: 1946 bis 1989
3 Nach dem kalten Krieg: 1989 bis zur Gegenwart

Geschichte der kommunistischen Parteien bis 1945

Anfänge im 19. Jahrhundert bis zur Revisionismusdebatte

Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichten im Februar 1848 in London im Auftrag des Bundes der Kommunisten "das kommunistische Manifest", das eine der ersten Grundlagen der kommunistischen Bewegung darstellte und die wesentlichen Ziele der späteren sozialistischen und kommunistischen Parteien zusammen fasste.

Schon zuvor hatten Marx und Engels den noch kleinen Bund der Gerechten (gegründet 1836 in Paris) wesentlich geprägt. Dieser war aus dem 1834 gegründeten Bund der Geächteten hevorgegangenen, und 1848 in London in Bund der Kommunisten umbenannt worden, der als Vorläufer der späteren Kommunistischen Parteien gilt.

Die bürgerlich-liberale Märzrevolution von 1848/49, in der Marx und Engels mit der Gründung einer linken Zeitung ("Neue Rheinische Zeitung") versuchten, mit sozialistischen und kommunistischen Inhalten Einfluss auf die Revolution zu nehmen, führte zwar nicht zu einer von Marx / Engels erhofften sozialistischen Wende der Revolution; jedoch begannen sich im Zuge der Liberalisierung auch frühe gewerkschaftliche Organisationen wie die "Allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung" herauszubilden, die den Beginn einer Organisierung des deutschen Proletariats markierte.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in vielen europäischen Ländern zur Gründung von Arbeiterorganisationen wie Arbeiterbildungsvereinen und Arbeiterwohlfahrtsverbänden, den Vorläufern der Gewerkschaften. Zur Unterstützung der Interessen der Arbeiter auf parlamentarischer Ebene wurden schließlich sozialdemokratische und sozialistische Parteien ins Leben gerufen. In Deutschland z. B. gründete Ferdinand Lasalle 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), aus dem 1869 die Sozialdemokratische Deutsche Arbeiterpartei hervorging, die Vorgängerin der heutigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

Im 19. Jahrhundert gingen fast alle sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien Europas konform mit den von Marx und Engels formulierten Thesen und Theorien (siehe auch "Das Kapital"). Angestrebt wurde eine revolutionäre sozialistische Umwandlung der herrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung, an die sich die Entwicklung zum Kommunismus als einer klassenlosen Gesellschaft anschließen sollte. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es jedoch schon zu verschiedenen Kontroversen innerhalb der sozialdemokratischen Parteien und Bewegungen gekommen. Die erste Internationale (IAA = Internationale Arbeiterassoziation) löste sich in Folge des Konflikts zwischen Marx und Michail Bakunin bis 1876 auf. Dieser Konflikt zwischen den beiden profiliertesten Vertretern der sozialistischen Bewegung ihrer Zeit, hatte sich nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871, die als erste sozialistisch-proletarische Revolution gilt, verschärft. Bakunin, der den anarchistischen Flügel der Arbeiterbewegung (Anarchismus) vertrat, strebte auch die Überwindung staatlicher Strukturen an und verneinte die Führungsrolle irgendeiner Partei.

Auf den nationalen Ebenen einiger sozialistischen Parteien kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu Kontroversen über einen revolutionären oder einen reformistischen Kurs der Partei. In Deutschland stellte Eduard Bernstein seine "Revisionismustheorie" dem noch mehrheitlich revolutionär gesinnten Lager der SPD unter dem Parteivorsitzenden Wilhelm Liebknecht und dessen Nachfolger August Bebel, entgegen. Das Ziel der Umwandlung der Gesellschaft durch Reformen nach einer angestrebten demokratischen Regierungsübernahme setzte sich in der SPD sowie in anderen sozialdemokratischen Parteien mittelfristig bis spätestens nach dem 1. Weltkrieg durch. Daraufhin kam es zu kommunistischen Abspaltungen von der Sozialdemokratie.

Russland bis zur Oktoberrevolution 1917

In Russland war 1898 die sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) aus dem Zusammenschluss dreier marxistischer Gruppen hervorgegangenen. Aus ihr hatten sich die Bolschewiki (= Mehrheitler) unter der Führung Lenins von den Menschewiki (= Minderheitler) zuerst 1903 getrennt. Nach einer Wiedervereinigung folgte dann 1912 die endgültige Spaltung zwischen Bolschewiki und Menschewiki. Auch hier lag der Grund der Spaltung in der Auseinandersetzung zwischen einem revolutionären oder reformistischen Kurs der Partei.

Obwohl eines der mächtigsten Länder der Welt, war das zaristische Russland bis ins ausgehende 19. Jahrhundert noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Vielerorts herrschten noch vorkapitalistische Feudalstrukturen (Feudalismus). Eine verstärkte Industrialisierung setzte vor allem seit der Regierung von Zar Nikolaus II (ab 1894) ein. Das darauf schnell anwachsende Proletariat litt unter miserablen sozialen Verhältnissen. Eine linke Opposition gegen den Zarismus war im 19. Jahrhundert in Russland stärker als in anderen europäischen Ländern von sozialrevolutionären und anarchistischen Strömungen geprägt, wohingegen die organisierte marxistische Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst noch in ihren Anfängen steckte.

Im Januar 1905 war es im Anschluss an den so genannten "Blutsonntag" von St. Petersburg, wo bei der Niederschlagung einer Massendemonstration von Arbeitern, die dem Zaren eine Bittschrift überreichen wollten, etwa 1000 Demonstranten um´s Leben kamen, landesweit zu revolutionären Aufständen, Streiks und Demonstrationen gekommen. Diese Aufstände standen jedoch noch nicht unter der Führung einer bestimmten Partei. Sie ebbten ab, als der Zar einlenkte und einige liberale Reformen einführte. (siehe auch russische Revolution 1905)

Mit dem opferreichen Verlauf des ersten Weltkriegs verstärkte sich erneut die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung, vor allem bei den Soldaten und den Arbeitern. Russland stand am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Unter der Führung Lenins und Trotzkis übernahmen die Bolschewiki in der Oktoberrevolution 1917, nachdem sie die seit der Februarrevolution 1917 regierenden Menschewiki unter Kerenski gestürzt hatten, die Macht und gründeten die RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik), aus der zusammen mit weiteren Sowjetrepubliken nach dem Bürgerkrieg 1922 die UdSSR hervor ging. Die Bolschewiki beendeten den 1. Weltkrieg in Russland beim Friedensschluss von Brest-Litowsk. Aus den Bolschewiki ging schließlich nach mehreren Namensänderungen der Kommunistischen Partei seit 1918, 1952 die KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) hervor.

Deutsches Reich 1914/15 bis 1933: 1. Weltkrieg; Novemberrevolution; Gründung der KPD; Weimarer Republik

In Deutschland spaltete sich 1916 / 1917 nach der Verweigerung der Zustimmung für die Kriegskredite durch Karl Liebknecht und Otto Rühle im deutschen Reichstag die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) von der SPD ab. Die Protagonisten der Kriegsgegner in der SPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die mit ihrem Verhalten gegen gegen den Krieg und die Burgfriedenspolitik der SPD den Unmut von Regierung und Parteien auf sich geladen hatten, wurden 1916 zu Zuchthausstrafen verurteilt.

Nach dem 1. Weltkrieg kam es in mehreren Staaten, neben Ungarn und Österreich, auch in Deutschland zu revolutionären Umbrüchen mit teilweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen, wobei Kommunisten versuchten, nach dem Vorbild der Oktoberrevolution in Russland sozialistische Sowjetrepubliken durchzusetzen. Dabei kam es in Bayern im April 1919 nach der Ermordung des dortigen USPD-Anführers Kurt Eisner durch den rechtsgerichteten Graf Anton von Arco-Valley, für kurze Zeit zur bayrischen Räterepublik (Münchner Räterepublik) unter einer Regierung, die sich im Verlauf der Räterepublik aus Kommunisten, linken Intellektuellen wie Ernst Toller und Anarchisten wie Gustav Landauer und dem Dichter Erich Mühsam zusammen setzte. Die Räterepublik wurde jedoch schon nach kurzer Zeit von Reichswehr und Freikorpseinheiten blutig niedergeschlagen.

Auch im übrigen Deutschland war die sozialistisch-kommunistische Novemberrevolution von 1918 spätestens nach dem Spartakusaufstand 1919 zerschlagen worden. Unter Führung der SPD mit dem reformorientierten Friedrich Ebert an der Spitze setzte sich die Weimarer Republik als pluralistische Demokratie durch.

Die prominenten Wortführer des linken Flügels der USPD, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die nach Kriegsende aus der Haft entlassen worden waren, hatten schon vor der Novemberrevolution 1918, den Spartakusbund gegründet. Der Spartakusbund hatte während des 1. Weltkrieges als "Gruppe Internationale" nach dem Parteiausschluss Liebknechts und anderer aus der SPD weiter gegen den Krieg agitiert. Nach der Spaltung der SPD war er als revolutionärer Flügel Teil der USPD und bildete nach dem Krieg eine parteiunabhängige linksrevolutionäre Organisation, aus der schließlich im Januar 1919 zusammen mit anderen kommunistisch orientierten Gruppierungen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) hervorging. Kurz nach deren Gründung wurden Liebknecht und Luxemburg durch rechtsnationale Freikorpssoldaten am 15. Januar 1919 gefangen genommen und ermordet. Die USPD wurde zwischen SPD und KPD zusehends zerrieben. Nach 1922 spielte sie als Splitterpartei politisch kaum noch eine nennenswerte Rolle in der Weimarer Republik. Ein Teil ihrer Mitglieder ging zurück in die SPD, der andere Teil trat der KPD bei. Die KPD orientierte sich nach verschiedenen Flügelkämpfen Anfang der 1920er Jahre unter dem Vorsitz Ernst Thälmanns ab 1925 bis zu ihrem Verbot 1933 durch die Nazis, im Wesentlichen an den Bolschewiki in Russland bzw. der UdSSR unter der Vorherrschaft Stalins. Ende der 1920er Jahre konnte die Partei im Zuge der Weltwirtschaftskrise und den sozialpolitischen Polarisierungen in der deutschen Gesellschaft ihr Wählerpotenzial steigern, war jedoch nie an einer Regierung in der Weimarer Republik beteiligt.

Der Kampf gegen den aufkommenden Nationalsozialismus wurde in der KPD nur halbherzig geführt. Als politischer Hauptgegner galt einem großen Teil der KPD die SPD, wohingegen von vielen (nicht nur in der KPD) die Ansicht vertreten wurde, dass sich der Faschismus nach einer möglichen Machtergreifung der Nazis von selbst erledigen würde und danach der Wechsel in ein kommunistisches System einfacher würde. Dieser Stimmung zugrunde lag die Sozialfaschismustheorie, an der sich die Partei bis zu ihrem Verbot nach dem Reichstagsbrand 1933 orientierte. Abgesehen von wenigen lokalen Ausnahmen verhinderte die Sozialfaschismustheorie ein gemeinsames Auftreten von KPD und SPD, der beiden politischen Hauptgegner der NSDAP, gegen die Nazis

Russland, UdSSR nach 1918 bis 1920er Jahre: russischer Bürgerkrieg; Bruch zwischen Stalin und Trotzki

Kommunistische Parteien bildeten sich nach 1918 weltweit seit der Dritten Internationale, die durch die russischen Bolschewiki maßgeblich geprägt wurde. Die Erfahrung der Oktoberrevolution in Russland führte innerhalb der KPdSU zur Position, dass vor einer Weltrevolution die Umsetzung des Sozialismus auch in einem Lande möglich sei, um die kapitalistische Staats- und Gesellschaftsordnung durch eine kommunistische zu ersetzen. Parteien, die sich dieser Position oder dem Führungsanspruch der KPdSU entzogen, wendeten sich in der Folgezeit teilweise wieder eher sozialdemokratischen Positionen zu.

In der Sowjetunion kam es nach der Oktoberrevolution von 1917, nachdem Trotzki den 1. Weltkrieg mit dem Deutschen Reich im Frieden von Brest-Litowsk für Russland beendet hatte, zu einem 5-jährigen verheerenden Bürgerkrieg zwischen der von Trotzki aufgebauten Roten Armee und sehr unterschiedlichen oppositionellen Gruppierungen, insbesondere den Truppen der so genannten "Weißen" ("Weiße Armeen"), den noch relativ starken Anhängern des Zaren, der 1918 mit seiner Familie von den Bolschewiki im Auftrag Lenins in sibirischer Verbannung ermordet worden war. Während des Bürgerkriegs wurden auch sozialrevolutionäre und anarchistische Bewegungen, die bei der Oktoberrevolution die Bolschewiki zunächst unterstützt hatten, niedergeschlagen. Ein relativ bekanntes Beispiel dafür ist die Niederschlagung des Aufstands des Kronstädter Sowjets. Weniger bekannt, jedoch größer in der Dimension, ist die Unterwerfung der anarchistischen Bewegung der Machnotschina, einer Partisanenbewegung unter Führung des Bauernführers Nestor Machno in der Ukraine, die stark von den Ideen des Theoretikers des kommunistischen Anarchismus Fürst Peter Kropotkins geprägt war. Die Machnowzi, die etwa 3 Jahre lang den größten Teil der Ukraine kontrolliert hatten, hatten sich sowohl gegen die zaristischen Weißen als auch gegen die Rote Armee Trotzkis zu erwehren, bis sie schließlich 1922 den Bolschewikí unterlagen.

Der Bürgerkrieg, in dessen Folge es auch zu einer großen Hungersnot gekommen war, schwächte die junge UdSSR mit enormen sozialen Problemen. Dennoch waren die Bolschewiki letztlich erfolgreich und setzten die Vorherrschaft der kommunistischen Partei in Russland und den angegliederten Sowjetrepubliken durch.

Nach dem Tod Lenins 1924 führte der Machtkampf um Lenins Nachfolge zum Bruch zwischen Josef Stalin und Leo Trotzki. Gegen den ursprünglichen Willen Lenins konnte sich Stalin auch durch innerparteiliche Intrigen durchsetzen. Trotzki wurde verbannt und schließlich außer Landes verwiesen. Seine Emigration führte ihn schließlich bis nach Mexiko.

Stalin entwickelte die Theorie des demokratischen Zentralismus und festigte die Führungsrolle der KPdSU. Dabei räumte er einem nationalen Weg zum Kommunismus Priorität ein.

Trotzkismus; spanischer Bürgerkrieg; 1930er Jahre

Trotzki verfocht weiterhin eine Theorie der permanenten 
Weltrevolution und baute diese Theorie in der Emigration aus. Seine Theorien führten zum Entstehen trotzkischer kommunistischer Parteien, die schließlich 1938 die vierte Internationale bildeten, in der Bundesrepublik Deutschland z. B. zeitweise vertreten durch die politisch relativ unbedeutende Gruppe internationaler Marxisten (GIM). 1940 wurde Trotzki in seinem mexikanischen Exil von einem Agenten Stalins ermordet.

Ein bedeutenderer Einfluss trotzkistischer Parteien blieb insgesamt auf nur wenige Staaten (etwa in Lateinamerika) begrenzt.

Die spanische trotzkistische Partei POUM spielte jedoch neben der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT (Confederacion Nacional del Trabajo) beim spanischen Bürgerkrieg (siehe Spanischer Bürgerkrieg) gegen die Truppen des faschistischen Generals Franco zwischen 1936 und 1939 eine wichtige Rolle.

Im republikanischen Spanien unterstützte die UdSSR die PCE (kommunistische Partei Spaniens) mit Waffenlieferungen gegen Franco, wodurch die PCE eine dominante Stellung innerhalb der spanischen Republik erlangte.

POUM und CNT wurden von der PCE und von Stalin als konterrevolutionäre Organisationen betrachtet. Die entsprechende Konkurrenz zwischen PCE einerseits und POUM bzw. CNT andererseits, und der sich daraus letztlich entwickelnde ideologisch bedingte zwei Fronten-Krieg trug mit dazu bei, dass am Ende des spanischen Bürgerkriegs der von den Nazis unterstützte Franco siegte und der Faschismus in Spanien an die Macht kam.

Kommunistische Parteien unter dem Faschismus; Untergrund und Widerstand; 1930er-1940er Jahre

Damit war Spanien der dritte faschistische Staat in Europa nach Italien (seit 1922) und Deutschland (seit 1933). Während der Zeit des Faschismus waren kommunistische Parteien in den jeweiligen Staaten verboten. Ihre Mitglieder wurden vielfach verhaftet oder (etwa im Deutschen Reich) in KZs interniert und dort oft auch ermordet, wenn sie nicht ins Exil fliehen konnten. Einige Kommunisten setzten illegal im Untergrund ihre politische Aktivität unter lebensgefährlichen Bedingungen fort. In Deutschland sammelten sich einige Kommunisten z.B. in der Spionageorganisation "Rote Kapelle", wo sie vor allem während des 2. Weltkriegs aus dem Untergrund im Widerstand gegen den Nationalsozialismus der Sowjetunion zuarbeiteten. Im Exil arbeiteten Kommunisten auch daran, die Struktur der Partei aufrechtzuerhalten und ihre Reorganisation nach dem Krieg vorzubereiten.

Stalinismus; UdSSR bis zum Ende des 2. Weltkriegs; 1924-1945

Zur Zeit des Stalinismus in der UdSSR (1924-1953) folgten viele kommunistische Parteien dem Leitbild der KPdSU. Der "demokratischer Zentralismus" genannte Parteiaufbau kannte einen Parteikongress, auf dem die anwesenden Delegierten ein Zentralkomitee wählten, das dann das Politbüro wählte.

De facto stellte das Politbüro allerdings eine unkontrollierte Machteinheit dar, und dominierte das Zentralkomitee, welches wiederum sicher stellte, dass die Wahlen auf dem Parteikongress "nach Wunsch" abliefen.

Zu dieser Zeit wurde in fast allen Ländern, in denen eine kommunistische Partei die Regierung stellte, alle Oppositionsparteien verboten oder zwangsassimiliert.

Stalin selbst stattete sich mit einer diktatorischen Macht aus, und baute um seine Person einen bis dahin beispiellosen Personenkult auf, der fast schon Züge religiösen Wahns annahm. Tatsächliche oder auch nur vermeintliche Widersacher innerhalb und außerhalb der Partei wurden bei den so genannten stalinschen Säuberungen v.a. ab Mitte der 1930er Jahre teilweise nach spektakulären Schauprozessen ausgeschaltet. Wenn sie nicht hingerichtet wurden, dann wurden sie zu langen Haftstrafen oder zur Verbannung verurteilt. Dazu wurde ein System von Straf- und Arbeitslagern, das schon in den 1920er Jahren unter Lenin eingerichtet worden war, ausgebaut, der so genannte "Gulag", den der Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn durch seine Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt machte. Es gibt unterschiedliche Schätzungen über die Zahl der Todesopfer im Gulag. Sie reichen von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen.

Wirtschaftlich versuchte Stalin, die UdSSR durch eine massive Industrialisierung und den Ausbau des Schienennetzes auf die Höhe der westlichen Industrienationen heranzubringen.

Mit dem geheimen Hitler-Stalin-Pakt, in dem das Anfang des 2.Weltkriegs von Nazideutschland besiegte Polen zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurde, hoffte Stalin, seinen ideologischen Gegner Hitler von einem Krieg gegen die UdSSR abzuhalten. Stalin-Verteidiger vertreten die Auffassung, dass Stalin damit nur habe Zeit gewinnen wollen, um die Rote Armee bis zum drohenden Krieg zu verstärken. Als 1942 mit dem "Unternehmen Barbarossa" dann doch der deutsche Überfall auf die UdSSR kam, war Stalin und die Rote Armee zunächst überrascht und überrumpelt. Stalin war auf die Unterstützung durch die USA mit Waffenlieferungen über das Nordmeer angewiesen. Die deutsche Wehrmacht konnte zunächst in einem Vernichtungsfeldzug bis vor Moskau und nach Stalingrad vordringen. Im Winter 1942 /43 kam nach dem Sieg der Sowjetunion über die 6. deutsche Armee in Stalingrad die Wende. Die Deutschen wurden zurückgedrängt und schließlich besiegt. Der Sieg über die NS-Diktatur im "großen vaterländischen Krieg" gab Stalin ab 1945 neuen Auftrieb.

Kalter Krieg: 1946 bis 1989

Die Zeit des Kalten Krieges nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dem die ideologische, soziale, wirtschaftliche, technologische und militärische Konkurrenz zwischen den Großmächten USA einerseits und der UdSSR andererseits zugrunde lag, war eine Ära, in der kommunistische Parteien in vielen Ländern der Welt verstärkt Bedeutung erlangten.

Während des Kalten Krieges gab es verschiedene Phasen. Die erste Phase von 1947 bis in die 1970er Jahre war geprägt durch teilweise schwere politische Krisen zwischen den Großmächten, die die Welt zeitweise auch nahe an den Rand eines Atomkriegs brachten.

Im Deutschland der Besatzungszeit (vgl. Besatzungszone) war es 1948 zur Berlin-Blockade durch die UdSSR gekommen, die nach der Versorgung Berlins durch die amerikanische "Luftbrücke" wieder aufgehoben wurde. 1961 folgte der Bau der Berliner Mauer und die Errichtung des so genannten Eisernen Vorhangs, der den Ostblock in Europa durch eine schwer bewachte und gesicherte Grenze nun nicht nur in einem politisch-diplomatischen Sinn vom Westen trennte. Die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba führte 1963 zur Kuba-Krise, bei der nach 2 Wochen angespannten diplomatischen Kräftemessens sozusagen im letzten Augenblick ein Atomkrieg durch das Einlenken beider Regierungen verhindert wurde. Die UdSSR unter Chruschtschow zog ihre Raketen aus Kuba ab. Im Gegenzug entfernten die USA unter Präsident John F. Kennedy etwas später amerikanische Atomraketen aus der Türkei.

Weitere wichtige weltpolitisch kritische Situationen bildeten beispielsweise der Koreakrieg Anfang der 1950er Jahre, die Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1956 und des Prager Frühlings in der Tschechoslowakei 1968 durch die UdSSR, sowie der Vietnamkrieg, von 1963/64 bis 1973 unter Mitwirkung der USA auf der Seite Südvietnams.

Die 2. Phase des Kalten Krieges wurde durch eine Politik der Entspannung zunächst in Europa im Rahmen der neuen Ostpolitik der westdeutschen Regierung unter Willy Brandt eingeleitet, bei der es nach der Aufnahme verstärkter diplomatischer Kontakte zu den Ländern des Warschauer Paktes gelang, die Grenze des eisernen Vorhangs etwas durchlässiger zu machen. Nach dem Rückzug der USA aus dem Vietnamkrieg 1973 entspannte sich auch die kritische Lage in Südostasien. US-Präsident Richard Nixon nahm diplomatische Kontakte mit der Volksrepublik China unter Mao Tse Tung auf. Trotz dem "Tauwetter" durch die Entspannungspolitik der 1970er Jahre standen sich die Großmächte weiterhin mit einem enormen Vernichtungspotenzial an Atomwaffen, die seit dem Ende des 2.Weltkrieges nach den USA auch von der UdSSR entwickelt worden waren, hochgerüstet gegenüber. Insbesondere in der UdSSR führte das Wettrüsten zu einem Verbrauch wichtiger finanzieller Ressourcen, die letztlich mit zum wirtschaftlichen und schließlich auch politischen Untergang der UdSSR beitrugen.

Mit der Politik von Perestrojka und Glasnost Michail Gorbatschows und dem Abfall der meisten Ostblockstaaten von der Vorherrschaft der UdSSR am Ende der 1980er Jahre endete der kalte Krieg mit dem Zerfall der UdSSR und mit ihr auch dem Ende der Vorherrschaft der KPdSU in Russland und Osteuropa.

China

Die kommunistische Partei Chinas (KPCh)unter der Führung Mao Tse Tungs verfolgte nach der erfolgreichen Revolution, die 1949 zur Gründung der Volksrepublik China geführt hatte, spätestens ab 1956, als es wegen der Politik der Entstalinisierung unter Chruschtschow in der UdSSR, zum Bruch zwischen China und der Sowjetunion kam, einen eigenen kommunistischen Weg, der seinen Höhepunkt in der von Mao eingeleiteten chinesischen Kulturrevolution fand, der die Theorie einer permanenten revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft zugrunde lag, und die im gesamten chinesischen Volk die kommunistischen Ideale teilweise durch gewaltsame Umerziehung und Ausmerzung jeglicher auch vermeintlicher konterrevolutionärer Ansätze, verankern sollte.

Osteuropa

Nach dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland und dem Ende des 2. Weltkrieges gewann die UdSSR die Oberhand über die osteuropäischen Staaten Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den sowjetisch besetzten Ostteil Deutschlands. Aus der sowjetischen Besatzungszone, in der sich 1946 die unter der NS-Diktatur verbotenen Parteien SPD und KPD zur sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Walter Ulbricht vereinigten, ging 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hervor. Gemeinsam mit der DDR bildeten die genannten Staaten unter Oberhoheit der UdSSR 1955 das östliche Militärbündnis Warschauer Pakt als Antwort auf die kurz zuvor von den USA und ihren westlichen Verbündeten gegründete NATO.

Auch Albanien gehörte bis 1968 dem Warschauer Pakt an, trat aber 1968 aus Protest gegen das Vorgehen der UdSSR in der Tschechoslawakei wieder aus. Die Länder des Warschauer Pakts wurden alle von stalinistischen kommunistischen Parteien regiert. Reformen der Partei in der UdSSR nach Stalins Tod unter Nikita Chruschtschow (Entstalinisierung) wurden in den anderen Staaten des Warschauer Pakts (außer in Albanien) ebenfalls eingeführt. Allerdings wurden reformkommunistische Bestrebungen, die die Vorherrschaft der KPdSU in Frage stellten oder stellen konnten, innerhalb des Warschauer Paktes weiterhin unterdrückt. Entsprechende reformistische Bestrebungen oder gar Aufstände wie etwa in Ungarn 1956 oder in der Tschechoslowakei 1968 (Prager Frühling) wurden gegebenenfalls mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Auch schon der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der DDR, war, nachdem die SED nicht mehr Herr der Lage schien, von sowjetischen Panzern überrollt worden.

Eine Sonderrolle im Ostblock hatten die Bundesrepublik Jugoslawien (unter Josip Broz Tito) und Albanien (unter Enver Hoxha), die eine jeweils eigenständige Richtung des Kommunismus verfolgten.

Jugoslawien war politisch freier und folgte wirtschaftlich einem eher der Marktwirtschaft und weniger der Planwirtschaft folgenden Modell. Jugoslawien gehörte zu den Initiatoren des 1961 gegründeten Bündnisses der blockfreien Staaten.

Albanien verfolgte seit der Entstalinisierung in der UdSSR eine Politik der Abgrenzung nach außen und verschloss sich jeglichen Reformen. Es wendete sich in den 1960er Jahren zunächst China zu, bis auch diese Beziehung seit der Einleitung von besseren Kontakten Chinas zu den USA, ab 1978 beendet wurde. Albanien blieb im wesentlichen bis zum Tod Hoxhas 1985 stalinistisch geprägt; seine Innenpolitik war von starker repressiver Kontrolle gekennzeichnet.

Westeuropa

In Westeuropa waren die großen kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien in Wahlen am erfolgreichsten. Sie entwickelten die eigenständige Ideologie des Eurokommunismus, in der die Forderung nach einer Revolution abgelegt, und die Legitimität von freien Wahlen sowie ein Mehrparteiensystem akzeptiert wurden. Ihre hohen Mitglieder- und Wählerzahlen stellten eine Akzeptanz der Kommunistischen Partei sicher, wie es in anderen westlichen Staaten oft nicht der Fall war. Die kommunistischen Parteien spielten in Frankreich und Italien eine oft tragende Rolle in der Politik und waren zeitweise auch an Regierungen beteiligt, so etwa in Frankreich von 1981 bis 1984 unter der Präsidentschaft Francois Mitterrands, und von 1997 bis 2002 unter dem Premierminister Lionel Jospin. Die Italienische Kommunistische Partei (PCI) mit dem Generalsekretär Enrico Berlinguer war indirekt an der Regierung von 1976 in einer Koalition mit der Democrazia Cristiana beteiligt.

In Großbritannien gab es zeitweilig einen relativ starken trotzkistischen Flügel innerhalb der Labour Party.

In Griechenland war einige Jahre nach dem Sturz der faschistischen Miltärdiktatur des Obristenregimes, die linksalternative Partei PASOK erfolgreicher als die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE).

In Portugal überstand unter großen Opfern die kommunistische Partei PCP als wesentliche gesellschaftliche Kraft die seit 1932 währende faschistische Diktatur unter Antonio de Oliveira Salazar. 1975 mündete der Widerstand in der gewaltlosen so genannten Nelkenrevolution. Die Partei entwickelte sich bei einer Anzahl von 10 Millionen Portugiesen zu einer Massenpartei mit 150 000 Mitgliedern. Die PCP spielte im Demokratisierungsprozeß eine führende Rolle bei der Formierung der einheitlichen Gewerkschaftszentrale CGTP - Intersindical. Veränderungen und Erfolge der Nelkenrevolution waren die Wiedereinführung der Demokratie und die Entlassung der afrikanischen Kolonien, darunter Angola und Mozambique, in die Unabhängigkeit.

In den 1960er und 1970er Jahren bildeten sich in einigen Ländern Westeuropas (vor allem in Westdeutschland, Italien und Frankreich) nach der abflauenden Studentenbewegung kleine, oft heftig gegeneinander konkurrierende kommunistische so genannte "Splitterparteien", die teilweise anderen als den bis dahin in Europa tradierten kommunistischen Konzepten folgten. Neben dem Versuch mancher, den Stalinismus wiederzubeleben, vertraten andere Konzepte des Trotzkismus, des Maoismus oder anderer neuer linker Gesellschaftsentwürfe, die sich oft auch an den Befreiungsbewegungen der Entwicklungsländer und Schwellenländer orientierten bzw. sich mit ihnen solidarisierten (Antiimperialismus). Mit Ausnahme einiger kleiner Erfolge etwa in Italien beispielsweise durch die radikale Partei (mit der prominenten Pornodarstellerin Ilona Staller als einem "Zugpferd" unter ihren Kandidatinnen) konnten diese Parteien parlamentarisch jedoch nicht Fuß fassen und blieben auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt.

Weitere kommunistische Parteien Westeuropas:

Beispiele von Verfolgung und Unterdrückung in den westlichen Industriestaaten während des kalten Krieges (USA, Westdeutschland)

Aufgrund ihrer Ablehnung existierender Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen im Westen und der teilweise auch bloß unterstellten Bereitwilligkeit, Veränderungen auch mittels Gewalt herbeizuführen, wurden kommunistische Parteien in vielen westlichen marktwirtschaftlich orientierten Industriestaaten mit großem Misstrauen betrachtet. Insbesondere während des Kalten Krieges wurden westliche kommunistische Parteien oft verboten oder von Geheimdiensten beobachtet.

Auch Einzelpersonen, die einer kommunistischen Partei angehörten oder nahe standen, erfuhren Probleme. In den USA kam es Anfang der 1950er Jahre in der so genannten McCarthy-Ära, benannt nach dem ultrakonservativen republikanischen Senator Joseph McCarthy zu einer regelrechten Hetzjagd gegen Kommunisten und deren Sympathisanten. In einem Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe mussten sich viele prominente und nicht prominente Amerikaner oder in den USA lebende Ausländer teilweise entwürdigenden öffentlichen Verhören unterziehen. Unter ihnen war auch ein deutscher Emigrant, der Dichter und Dramaturg Bertolt Brecht.

In den USA waren es vor allem Wissenschaftler und Künstler, hier insbesondere aus dem Filmgeschäft und der Unterhaltungsindustrie, die in der McCarthy-Ära ihre Beschäftigung verloren und der sozialen Ächtung ausgesetzt wurden. Der berühmte und legendäre britische Schauspieler, sozialkritische Regisseur und Fimkomödiant Charlie Chaplin kehrte aus Protest gegen diese Praxis der politischen Denunziation und des extremen Antikommunismus von einer Europareise 1952 nicht mehr in seine langjährige Wahlheimat USA zurück, und ließ sich in der Schweiz nieder.

Bei alledem spielte die Kommunistische Partei der USA in den USA selbst kaum eine nennenswerte Rolle. Noch am ehesten bekannt wurde sie durch Aktivitäten einzelner hervorgehobener Mitglieder bei bestimmten Gelegenheiten, so etwa durch den Journalisten und Schriftsteller John Reed, der 1917 eine große Reportage über die Oktoberrevolution geschrieben hatte, und der zeitweilig US-amerikanischer Delegierter bei der Dritten Internationale war; oder durch die afroamerikanische Aktivistin Angela Davis, die sich in der US-amerikanischen Studentenbewegung der 1960er Jahre engagiert hatte und durch Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg bekannt wurde.

Auch in der Bundesrepublik Deutschland war es 1956 u.a. im Zusammenhang mit den massenhaften Protesten gegen die Remilitarisierung und später gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr (Friedensbewegung) zum Verbot der KPD gekommen, die als kleine Fraktion noch im ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland vertreten gewesen war. 1968 und danach kam es nach dem Niedergang der Studentenbewegung (APO) neben Gründungen verschiedener kleiner kommunistischer Splitterparteien (den so genannten K-Gruppen) auch zur Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), die sich als Nachfolgerin der KPD betrachtete und sich politisch an der SED in der DDR ausrichtete, aber letztlich bis auf kleinere kommunale Erfolge (etwa in Tübingen oder Marburg sowie einigen Städten im Ruhrgebiet) ohne nennenswerten parlamentarischen Einfluss in der Bundesrepublik Deutschland blieb. In den 1970er Jahren waren vor allem Mitglieder der DKP erneut staatlichen Repressionen ausgesetzt, vor allem, wenn sie eine Anstellung im öffentlichen Dienst oder als Beamte anstrebten. Durch den Radikalenerlass (von der sich dagegen formierenden Protestbewegung auch Berufsverbote genannt) der SPD / FDP-Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) wurde vielen von ihnen eine entsprechende berufliche Laufbahn verwehrt.

"Entwicklungs"- und Schwellenländer

In vielen Ländern der so genannten "Dritten Welt", die noch nicht lange von den Kolonialmächten unabhängig geworden waren, oder wo westlich unterstützte Diktaturen regierten, versprachen kommunistische Parteien eine Verbesserung der Verhältnisse. Sie hatten dort nicht notwendigerweise aufgrund ihrer Ideologie, sondern aufgrund ihrer Gegenposition zur herrschenden Elite und der dahinter stehenden Großmacht Zulauf.

Mit wenigen Ausnahmen wie beispielsweise Vietnam und Kuba konnten Kommunisten keine dauerhaften Erfolge erreichen. In Vietnam setzten sich unter dem Parteiführer Ho Chi Minh die Rebellen des Vietcong im Indochinakrieg gegen Frankreich und schließlich im Vietnamkrieg auch nach Ho Chi Minhs Tod sogar gegen die USA (die das westlich orientierte Südvietnam unterstützten) durch. Sie erreichten schließlich 1976 die Vereinigung Nordvietnams und Südvietnams unter Herrschaft der kommunistischen Partei.

In Kuba kam durch die kubanische Revolution am 01. Januar 1959 der Guerillaführer Fidel Castro an die Macht, der sich nach der Revolution auch offiziell zum Kommunismus (in seiner karibischen Ausprägung) bekannte und kurz nach dem Sturz des von den USA unterstützten Diktators Batista die kommunistische Partei Kubas gründete, deren Vorsitz Castro neben seinem Amt als Staatschef bis in die Gegenwart inne hat.

Nicht nur im Falle Vietnam und Kuba wandelte sich der politisch-ideologische Konflikt des Kalten Krieges zwischen den Großmächten oft in einen Bürgerkriegsähnlichen Zustand, in dem kommunistisch regierte Staaten (UdSSR, Volksrepublik China) die kommunistische Seite; - und die USA die sehr oft auch rechtsdiktatorische Elite unterstützten (Beispiel Militärputsch in Chile unter Augusto Pinochet gegen den frei gewählten Sozialisten der Unidad Popular Salvador Allende 1973 oder die Unterstützung der rechtsextremen Contras gegen die in der Revolution von 1979 in Nicaragua erfolgreichen linksgerichteten Sandinisten unter Daniel Ortega).

Ein weiterer früherer Stellvertreterkrieg zwischen den Systemen war auch der Koreakrieg von 1950 bis 1953, der die seit 1948 als Folge des 2. Weltkriegs bestehende Spaltung Koreas in das diktatorische kommunistische Nordkorea und das am westlichen Kapitalismus orientierte Südkorea festigte. Weitere Beispiele bilden erfolgreiche und nicht erfolgreiche Umsturzversuche der einen oder anderen Seite, Bürgerkriege und Aufstände beispielsweise im Kongo, in Angola, in Chile, Nicaragua, in Indonesien, den Philipinnen, Kampuchea, Afghanistan und anderen Staaten.

Nach dem kalten Krieg: 1989 bis zur Gegenwart

Michail Gorbatschow wollte mit seinem Konzept von Perestrojka und Glasnost die Politik der KPdSU in der UdSSR innen- und außenpolitisch reformieren, um damit der Isolierung des Kommunismus und der Sowjetunion vorzubeugen. Außenpolitisch wurde diese Politik der Öffnung vom Westen begrüßt, während Gorbatschow innenpolitisch auf den Widerstand der alten Kader stieß, die ihn letztlich stürzten.

Die turbulenten Ereignisse in allen Staaten Osteuropas am Ende der 1980er Jahre führten letztlich doch zur Auflösung des Warschauer Paktes und schließlich auch zur Auflösung der UdSSR (GUS = Gemeinschaft unabhängiger Staaten, zunächst noch unter dem Dach Russlands). Damit kam es auch zu einer Veränderung der kommunistischen Parteien Osteuropas.

Viele ehemals kommunistische Parteien wandelten sich in linksgerichtete sozialistische Parteien um, die eine soziale Marktwirtschaft und ein Mehrparteiensystem unterstützen. Als Neugründungen oder Abspaltungen entstanden aber auch kommunistische Parteien, die mehr oder weniger der traditionellen kommunistischen Ideologie folgen.

In Deutschland verlor die SED spätestens nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 ihren beherrschenden Status in Ostdeutschland. Mit der Auflösung der DDR und deren Aufgehen in der Bundesrepublik Deutschland im Oktober 1990 wurde die SED umbenannt in PDS (Partei des demokratischen Sozialismus). Sie passte sich dem pluralistischen System der Bundesrepublik an. Seit 1990 ist die PDS im deutschen Bundestag als Partei links von der SPD vertreten. Ihr Hauptklientel liegt nach wie vor in den östlichen Bundesländern, wo sie auch in Landesregierungen vertreten war oder ist (Mecklenburg-Vorpommern, Berlin), wohingegen sie in den westlichen Budesländern bislang nur eine marginale Bedeutung hat.

Weiterhin bestehen die DKP und verschiedenste Splittergruppen (diverse KPDs, MLPD, trotzkistische Gruppen), die jedoch auf Länder- und Bundesebene in Deutschland parlamentarisch nicht vertreten sind.

Auch im übrigen Europa und in vielen Ländern der Welt fand eine Neuorientierung innerhalb kommunistischer Parteien statt. Ohne die Vorreiterrolle der KPdSU haben sich viele eigenständige Ausprägungen des Kommunismus gebildet, die jedoch fast durchweg von verschwindender politischer Bedeutung sind.

Kommunistische Regierungsparteien der Gegenwart

In der Volksrepublik China hat die kommunistische Partei ihre Ideologie den Verhältnissen der Globalisierung so weit angepasst, dass marktwirtschaftliche Elemente zugelassen werden, gleichzeitig aber die politische Macht in Händen der Partei bleibt.

In Vietnam erfolgte eine ähnliche, allerdings eigenständige Wandlung.

Kubas Politik ist von einer Beibehaltung der Planwirtschaft geprägt.

Nordkorea folgt einer stalinistisch-kommunistischen Politik.

siehe auch: Kommunismus, Sozialismus, Arbeiterbewegung, Marxismus, Karl Marx, Friedrich Engels, Maoismus, Leninismus, Stalinismus, Trotzkismus, Titoismus, Anarchismus, Gewerkschaft, Kommunistische Parteien




     
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