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Sankt Petersburg



''Dieser Beitrag behandelt die Stadt in Russland, zu Sankt Petersburg (Florida), siehe dort.

Sankt Petersburg (russisch Санкт-Петербург, Sankt Peterburg), früher auch Petrograd, Leningrad, ist nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und die viertgrößte Stadt Europas. Sie liegt im Nordwesten des Landes, an der Mündung der Newa am Ostende des Finnischen Meerbusens.

Table of contents
1 Geschichte
2 Politik
3 Geographie
4 Persönlichkeiten
5 Kultur
6 Sehenswürdigkeiten
7 Wirtschaft und Verkehr
8 Partnerstädte
9 Söhne und Töchter der Stadt
10 Weblinks

Geschichte

Am 16. Mai 1703 wurde die Stadt von Peter dem Großen auf der "Haseninsel", zwei Kilometer westlich der im Nordischen Krieg eben den Schweden entrissenen Festungen Nyenschantz und Landskrona gegründet. Sie sollte als Bollwerk gegen schwedische Truppen dienen, aber auch dem fortschrittsfeindlichen Moskau eine moderne, westlich orientierte Stadt entgegen stellen. Darüber hinaus sollte der Hafen einen direkten Zugang zur Ostsee schaffen und die völlige Kontrolle der Newa gewährleisten, wegen der feindlichen Angriffe die ins Landesinnere gelangen könnten.

Die Stadt wurde auf dem Reißbrett geplant und in den Sümpfen der Newa-Mündung innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Schon während der Errichtung der Stadt kamen vermutlich Zehntausende Zwangsarbeiter und Leibeigene ums Leben. Später sollte es aufgrund der ungünstigen Lage immer wieder zu Überschwemmungen kommen, bei denen unzählige Bewohner ihr Leben ließen.

Bis auf ein kleines Intermezzo in den Jahren 1728 bis 1732, als der Hof in Moskau weilte, sollte die Stadt bis 1918 Hauptstadt bleiben.

Ende des 18 und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, vorerst vor allem auf kulturellem, später auch auf wissenschaftlich-technischen Gebiet. Theater und Museen, höhere Schulen und Bibliotheken wurden gegründet. 1783 eröffnete das Bolschoj kamennyj teatr, in dem später die großen Nationalopern Michail Iwanowitsch Glinkass aufgeführt werden sollten. 1819 entstand aus dem Pädagogischen Institut die Petersburger Universität.

Schriftsteller und Intellektuelle schlossen sich in literarischen Kreisen zusammen und gaben Wörterbücher und Zeitschriften heraus. Zu den wichtigsten Zeitschriften zählen etwa der Polarstern von Rylejew und Bestuschew oder Puschkinss Sowremennik (Der Zeitgenosse).

In Sankt Petersburg begann die Revolution von 1905 — 07, die Februarrevolution und die Oktoberrevolution. Während des 2. Weltkrieges wurde die Stadt 900 Tage lang von deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb belagert. In der Zeit der Blockade (1941- 1944), in der die Wehrmacht auf Befehl Hitlers keine Eroberung Leningrads versuchte, sondern stattdessen systematisch von jeglicher Versorgung abschnitt, starben über 1 Mio. Zivilisten. Bei Rückeroberungsversuchen der Roten Armee kamen dazu etwa 500 000 sowjetische Soldaten ums Leben.

Am 27. Mai 2003 wurde das 300-jährige Jubiläum der Stadt begangen, wozu im Vorfeld die Altstadt und verschiedene Paläste saniert sowie das legendäre Bernsteinzimmer rekonstruiert wurden.

siehe auch: Der letzte Zar und Blutiger Sonntag

Politik

Sankt Petersburg war von 1721 bis 1918 bis auf ein paar Jahrzehnte Hauptstadt von Russland. 1914 wurde der Name der Stadt auf Petrograd russifiziert. Sie hieß nun Petrograd (1914 bis 1924), da sie in Zeiten des Krieges gegen Deutschland keinen deutsch klingenden Namen haben sollte. Nach Lenins Tod 1924 wurde die Stadt in Leningrad umbenannt. Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahre 1991 wurde die Stadt durch Volksentscheid wieder in Sankt Petersburg umbenannt. Das umgebende Gebiet trägt aber immer noch den Namen Leningradskaja Oblast.

Geographie

Sankt Petersburg liegt an der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen und besteht aus mehreren Inseln. Aus diesem Grund ist die - 1955 gegründete - Metro die tiefste U-Bahn der Welt.

Persönlichkeiten

Alexander Rodtschenko
Leonhard Euler
Vladimir Putin
Elsa Brändström
Ayn Rand
Anna Achmatowa
Joseph Brodsky
Fjodor Dostojewski
Lenin
Alexander Puschkin
Ilja Repin

Kultur

Zahlreiche der bekanntesten russischen Künstler haben in Sankt Petersburg gelebt und gearbeitet. Darunter Literaten wie Alexander Puschkin, Fjodor Dostojewskij, Anna Achmatowa, Alexander Blok, Joseph Brodsky. Das Mariinskij Theater ist eines der bekanntesten Opernhäuser Europas. Es ist die Heimat des Kirow Balletts. Zu ihren Bewohnern zählten unter anderem die folgenden herausragenden Schachspieler: Mikhail Botvinnik (langjähriger und mehrmaliger Weltmeister zwischen 1948 und 1963), Boris Spasskij (Weltmeister von 1969-1972 und bekannt durch das Match mit Robert J. Fischer (USA) 1972 in Reykjavik, das wegen des damals existierenden Ost-West-Konfliktes weltweites Interesse erregte), sowie Viktor Kortschnoi (heute Schweiz), langjähriger Vize-Weltmeister und Emigrant aus der UdSSR. Kortschnoi erlangte internationale Bekanntheit wegen der Duelle mit Anatoli Karpow um die WM 1978 in Baguijo und 1980 in Meran, welchen grosse politische Brisanz innewohnte. Karpow selbst lebte lange Jahre in Leningrad, wo er auch studierte.

Sehenswürdigkeiten

Der Newskij Prospekt, die Hauptstraße der Stadt, erstreckt sich von der Admiralität bis zum Alexander-Newsij-Kloster. Zu den am Newskij Prospekt gelegenen Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem das Dom Knigi, die Kasaner Kathedrale und das Kaufhaus Gostinyj Dvor. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das russische Museum, die Eremitage, der Schlossplatz, die Isaakskathedrale, die Peter-und-Pauls-Festung, der Panzerkreuzer Aurora, der eherne Reiter, der Smolnyj, die Rossistraße, der Sommergarten, die Christi-Auferstehungskirche. Besonders lohnend ist ein Spaziergang durch die Stadt während der weißen Nächte im Sommer. 15% der Gebäude in Sankt Petersburg - 2400 Gebäude - wurden von der Unesco zu Denkmälern der Architekturgeschichte eingestuft. Damit wird Petersburg in dieser Hinsicht nur noch von Venedig übertroffen. Die Stadt hat allerdings Probleme, die Kosten für die Erhaltung dieser Baudenkmäler zu decken.

In der Umgebung Sankt Petersburgs sind Peterhof und Zarskoje Selo beliebte Ausflugsziele. Hier kann man im Katharinenpalast das legendäre Bernsteinzimmer bewundern.


Die Eremitage

Wirtschaft und Verkehr

In Sankt Petersburg befindet sich vor allem maritim orientierte Industrie, also Werften, Maschinenbau u.ä.. In der Sowjetunion war St. Petersburg der Hauptflottenstützpunkt, noch heute befindet sich der Großteil der ehemaligen Schlachtschiffe und U-Boote in den Petersburger Militärhäfen. Außerdem besitzt die Stadt Möbelindustrie, Nahrungsmittelindustrie (z.B. die bekannte Brauerei Baltika) und Erdölverarbeitende Industrie. Vor der Perestroika bildete der rüstungsindustrielle Komplex 80 Prozent der Leningrader Wirtschaft. Sankt Petersburg ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hierbei stellt es einen wichtigen Verknüpfungspunkt zwischen Seeschifffahrt (größter Hafen Russlands mit Bedeutung für den ganzen osteuropäischen- und nordasiatischen Raum) und der Eisenbahn dar. Von Sankt Petersburg aus fahren Fähren nach Kaliningrad, wofür kürzlich ein großes Fährterminal eingeweiht wurde. Weitere Fährverbindungen bestehen nach Stockholm, Helsinki, Kiel und andere Hafenstädte an der Ostsee. Die wichtigen Vorhäfen von Sankt Petersburg befinden sich an der Ostsee in Ust-Luga und in Wyssozk. Über die Newa und verschiedene Kanäle bestehen schiffbare Verbindungen zum Ladogasee, zur Wolga und zum Weißen Meer. Hierfür fahren die Schiffe nachts durch das Stadtgebiet, wofür Klappbrücken hochgeklappt werden. Eisenbahnlinien führen nach Murmansk (Ladogabahnhof), Kirow, Moskau (Moskauer Bahnhof), Tallinn (Baltischer Bahnhof), Berlin (Witebsker Bahnhof)und Helsinki (Finnischer Bahnhof). Zur Zeit wird eine Autobahn um die Stadt gebaut. Etwas südlich von der Stadt liegt der Flughafen Pulkowo.

Die U-Bahn hat 4 Linien, eine verbindet St. Petersburg mit einem Dorf in der Leningrader Oblast. Außerdem gibt es zahlreiche Bus- und Trolleybuslinien("Marschrutna") sowie eines der größten Straßenbahnnetze der Welt. Der größte Anteil des bodengebundenen Reisendenstroms gehört aber den Linientaxis. Sankt Petersburg besitzt ein S-Bahnnetz (Elektritschka).

Partnerstädte

St. Petersburg unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks




     
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