WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Deutschland



Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Staat der Bundesrepublik Deutschland. Zu weiteren Bedeutungen des Wortes "Deutschland", insbesondere im jeweiligen historischen Kontext, siehe Deutschland (Begriffsklärung).

(Details) (Wappen)
Wahlspruch: Einigkeit und Recht und Freiheit
Amtssprache Deutsch1
Hauptstadt Berlin
Bundespräsident Horst Köhler
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Gliederung 16 Bundesländer
Staatsform parlamentarische Demokratie
Fläche 357.026,55 km²
Einwohnerzahl 82.532.000 (31.12.2003)
Bevölkerungsdichte 230,87 Einwohner pro km²
Reichsgründung 18. Januar 1871
Gründung der Bundesrepublik 23. Mai 1949
Wiedervereinigung mit dem Territorium der DDR 3. Oktober 1990
Währung Euro
Zeitzone MEZ (UTC+1)
Nationalhymne Das Lied der Deutschen
Kfz-Kennzeichen D
Internet-TLD .de
Vorwahl +49
(1) (Deutsch = Hochdeutsch), Dänisch, Sorbisch, Friesisch, Romanes und Niederdeutsch (Niedersächsisch und Niederfränkisch) sind offiziell anerkannte Minderheiten- bzw. Regionalsprachen.
Land Hauptstadt
(1) Baden-Württemberg Stuttgart
(2) Bayern München
(3) Berlin -
(4) Brandenburg Potsdam
(5) Bremen Bremen
(6) Hamburg -
(7) Hessen Wiesbaden
(8) Mecklenburg-Vorpommern Schwerin
(9) Niedersachsen Hannover
(10) Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
(11) Rheinland-Pfalz Mainz
(12) Saarland Saarbrücken
(13) Sachsen Dresden
(14) Sachsen-Anhalt Magdeburg
(15) Schleswig-Holstein Kiel
(16) Thüringen Erfurt
Die Bundesrepublik Deutschland (Kurzform Deutschland, siehe auch BRD) ist ein Staat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Landesgrenzen.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien sind in Bonn angesiedelt. Das Politische System der Bundesrepublik ist föderal und überwiegend als parlamentarische Demokratie organisiert. Der Staat ist in 16 teilsouveräne Bundesländer gegliedert. Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union, der NATO und der G8. Seine Regierung strebt einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an.

Table of contents
1 Bevölkerung
2 Sprache
3 Geschichte
4 Politik
5 Wirtschaft
6 Geographie
7 Städte
8 Verkehr
9 Kultur und Sport
10 Siehe auch:
11 Weblinks

Bevölkerung

Die Bundesrepublik Deutschland ist flächenmäßig etwas größer als das Nachbarland Polen, hat aber mit rund 82,5 Mio. Menschen mehr als doppelt so viele Bewohner. Davon sind ethnisch gesehen rund 68 Mio. deutscher Abstammung und rund 15 Mio. anderer Abstammung (siehe Wohnbevölkerung in Deutschland). 74,981 Millionen Menschen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, einige zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftlandes. 7,543 Millionen Menschen sind Ausländer.

Weltbilder

Gesetzlich festgelegt ist die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.

Gegenwärtig (Stand: 12/2002) gehören 61 % der Bundesdeutschen, ca. 52 Millionen, einer christlichen Kirche an (Christen), hälftig geteilt in Protestanten und Katholiken. Deutschland ist seit fränkischer Zeit christianisiert und gilt zusammen mit der Schweiz als das Mutterland der Reformation.

Etwa 27 % der deutschen Bevölkerung (besonders in den neuen Bundesländern) sind konfessionslos.

Annähernd 3,7 Millionen Muslime (hauptsächlich Türken und Kurden, aber auch Bosnier, Albaner, Iraner und Araber) und etwa 140.000 Juden wohnen in Deutschland. Daneben gibt es kleinere bis kleinste Gemeinden praktisch aller Weltreligionen und ihrer Untergruppen.

Siehe auch: Konfessionen in Deutschland

Feiertage

Die Feiertage in Deutschland werden durch die Landesgesetze geregelt. Neun Feiertage und alle Sonntage gelten im gesamten Bundesgebiet laut Grundgesetz als "Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung."

Sprache

Offizielle Schrift- und Amtssprache ist Hochdeutsch. Daneben werden einige nieder-, mittel und oberdeutsche Mundarten gesprochen, deren Sprachgebiete in die Nachbarstaaten hineinreichen. Da jedoch der Schulunterricht ausschließlich in Hochdeutsch geführt wird, sind die Mundarten in ihrer Existenz bedroht und werden in Zukunft wahrscheinlich aussterben.

Anerkannte Minderheitensprachen sind Dänisch, Friesisch und Sorbisch und auch als Regionalsprache Niedersächsisch, eine niederdeutsche Sprache, die seit 1994 durch die EU anerkannt ist. Die niederdeutschen Sprachen besitzen bedeutende phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede zu den übrigen deutschen Mundarten und werden daher von den Mittel- und Oberdeutschen nicht gut verstanden.

Die im Land lebenden Menschen nichtdeutscher Herkunft bzw. Muttersprache und deren Nachkommen sprechen Sprachen aus allen Kontinenten und vielen Ländern, vor allem aber Russisch von etwa 5 Mio., Türkisch von etwa 3 Mio., Polnisch von etwa 2 Mio. und Spanisch, wobei sich auf lange Sicht diese Sprachen durch die Assimilation zugunsten des Deutschen (wahrscheinlich) verlieren werden.

Geschichte

Der folgende Abschnitt gibt einen kurzen Abriss über die geschichtlichen Entwicklungen Deutschlands und in der Region des heutigen Deutschlands. Eine detailliertere Schilderung erfolgt im Artikel Geschichte Deutschlands, speziell auf die Bundesrepublik bezogen in den Artikeln Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, sowie bezogen auf die DDR in Geschichte der DDR.

Die ältesten Nachweise von Menschen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands sind etwa 700.000 Jahre alt. Seit rund 500.000 Jahren geht man von dauerhaften Besiedlungen aus.

Erste Erwähnung finden einige keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römernn in der vorchristlichen Zeit. Der Rhein bildet dann 58 v. Chr die Grenze zum römischen Reich. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens liefert im Jahr 98 der römische Schreiber Tacitus. Zwischen dem 1 und 6. Jahrhundert verteilen sich die germanischen Stämme über Europa (siehe Völkerwanderung) und vermischen sich mit den nicht ausgewanderten Kelten. Weite Teile des heutigen Ostdeutschlands waren bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt und wurden erst durch die Ostsiedlung germanisiert.

Politische Geschichte

Das Frankenreich entsteht und stellt mit Karl dem Großen als erstem westlichen Kaiser nach den Römern (800) den Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. Doch sein Reich währt nicht lange. Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern lassen es in das Westfrankenreich und das Ostfrankenreich zerfallen.

Als traditionelles (jedoch etwas willkürliches) Gründungsdatum Deutschlands als Staat gilt der 2. Februar 962, an dem Otto I als erster Ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wird.

Das Westfränkische Reich entwickelt sich zu einem Nationalstaat (dem heutigen Frankreich), während im Ostfränkischen Reich die Territorialfürsten nach und nach ihre Partikularinteressen durchsetzen können. Obwohl die Kaiser des Ostfränkischen Reiches wiederholt versuchen, das Reich zu einen, zersplittert sich das entstehende Heilige römische Reich deutscher Nation immer weiter in unzählige weitgehend unabhängige Staaten und Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg ist die Macht der Kaiser nur noch eine formale.

Dieser Zustand währte bis 1806, als der deutsche Kaiser Franz II, der bereits zuvor 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates wurde, die Reichskrone auf Druck des franz. Kaisers Napoleon ablegte. Unter Napoleon Bonaparte wurden die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert, und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl betrug zur Blütezeit über 80). Der Wiener Kongress führte die Vereinigung fort und schließlich gründeten 38 deutsche Staaten einen losen deutschen Bund unter Federführung Österreichs. Schon bald nach der Revolution von 1848 kam es zur Kollision der erstarkenden Preußen mit der deutschen Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Teilung und damit zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.

Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung ging fast nahtlos über in das Deutsche Reich (so genanntes Kleindeutsches Reich), das nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I zum Deutschen Kaiser (er sah sich nicht als Kaiser von Deutschland, da das deutsche Österreich fehlte) seinen Anfang nahm. Mit der Reichsgründung kamen verschiedene Gebiete zu Deutschland, die gar nicht oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, aber von Preußen zu verschiedenen Zeiten annektiert worden waren. Dazu gehören Ost- und Westpreußen, Danzig, Teile Polens, Schleswig, Lothringen und das Elsass. In den 1880er Jahren erwarb Deutschland Kolonien in Afrika und Asien.

Mit der Novemberrevolution 1918 endete auch die Monarchie im Deutschen Reich (und in Österreich-Ungarn). Der Kaiser dankte ab, und das Deutsche Reich wurde zu einer parlamentarisch-demokratischen Republik. Im Versailler Vertrag wurde es von den Siegermächten zu größeren Gebietsabtretungen (Elsass-Lothringen an Frankreich, Eupen-Malmedy an Belgien, Teile von Schleswig an Dänemark, die Provinzen Posen und Westpreußen sowie der Osten Oberschlesiens und der Süden des ostpreußischen Kreises Neidenburg an Polen, das Memelgebiet an Litauen und das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, Verlust der Kolonien) gezwungen.

Die Weimarer Republik war von ständigen Auseinandersetzungen zwischen demokratischen und autoritären Kräften geprägt. Sie litt unter verbreiteter Ablehnung des Versailler Vertrags und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1933 endete sie durch die Machtübernahme von Adolf Hitler und seiner Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

Die NSDAP errichtete in Deutschland sehr schnell einen totalitären Einparteienstaat. Von Beginn an wurden politische Gegner verfolgt, während jüdische Deutsche einer Ausgrenzungspolitik unterworfen waren. Während des Krieges schließlich wurden zwischen vier und sechs Millionen Juden Europas ermordet (Bezeichnung seit den 1970er Jahren: "Holocaust", die jüdische Bezeichnung ist "Shoa"). Auch Tausende Mitglieder anderer Bevölkerungsgruppen, Sinti und Roma, Homosexuelle, behinderte Menschen wurden verhaftet oder fielen dem Massenmord zum Opfer.

Das nationalsozialistische Deutschland war zudem auf Expansion ausgerichtet: Zunächst wurde Österreich 1938 noch relativ unwidersprochen angegeliedert, die Annektion des Sudetenlands im gleichen Jahr wurde ebenfalls noch von den größeren europäischen Mächten geduldet. Schließlich führte 1939 Deutschlands Angriff auf Polen zum Beginn des zweiten Weltkriegs, ein Krieg, der weltweit schätzungsweise 55 Millionen Menschen das Leben kostete. Für Deutschland endete dieser Krieg am 8. Mai 1945 mit seiner bedingungslosen Kapitulation. Hitler hatte bereits am 30. April Selbstmord begangen; die überlebenden politischen und militärischen Hauptverantwortlichen wurden in den Nürnberger Prozessen verurteilt.

Die NS-Diktatur hat in der Geschichtswissenschaft, aber auch in der Öffentlichkeit zu Fragen geführt, die weit über diese zwölf Jahre hinausreichen, etwa ob nur eine Clique um Hitler, Teile der deutschen Eliten, eine Bevölkerungsmehrheit oder gar das deutsche Volk insgesamt für die Verbrechen verantwortlich zu machen seien.

Die Hauptsieger über Deutschland, zunächst die USA, die Sowjetunion und Großbritannien, später auch Frankreich, bemühten sich anfangs noch um eine gemeinsame Besatzungspolitik. Einig war man sich über eine Demilitarisierung und Denazifizierung Deutschlands. Aber schon bei der Frage, was man unter einer Demokratie zu verstehen habe, zeigten sich erste Meinungsverschiedenheiten zwischen der Sowjetunion einerseits und den Westmächten andererseits. Zudem hatte Frankreich umfangreiche Annektionspläne zuungunsten Deutschlands.

Österreich und die Tschechoslowakei wurden wieder selbständige Staaten, Polen wurde in neuen Grenzen wiederhergestellt. Stalin hatte Polen große Teile des deutschen Ostens zugesprochen und der Sowjetunion die nördliche Hälfte Ostpreußens, was von den Westmächten auf der Konferenz von Potsdam widerstrebend gebilligt wurde. Allerdings sollte die Austreibung der Deutschen ursprünglich "human" geschehen, und die polnische und sowjetische Verwaltung wurde "provisorisch" genannt.

In Deutschland wurden wieder Länder (in der Bundesrepublik später Bundesländer genannt) gebildet. Dabei wurde deren Grenzziehung teilweise durch die Grenzen der Besatzungszonen bestimmt, z.B. zwischen Niedersachsen und Mecklenburg bzw. Sachsen-Anhalt sowie zwischen Thüringen und Hessen.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet; die DDR am 7. Oktober 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone. Damit war das Deutsche Reich in zwei neue Staaten aufgeteilt und große Gebiete den Nachbarstaaten zugeschlagen. Das Bundesverfassungsgericht hat aber 1973 festgestellt: »Die BRD ist nicht 'Rechtsnachfolger' des Deutschen Reiches, sondern als Staat identisch mit dem Staat 'Deutsches Reich'«. Der anschließende Kalte Krieg zwischen West und Ost trennte Mitteleuropa, die Bundesrepublik und die DDR durch einen Eisernen Vorhang. Erst ein Machtwechsel in der Sowjetunion führte zu einer Öffnungspolitik, zu (friedlichen) Revolutionen und letztendlich zum Zusammenbruch der kommunistischen Staaten in der DDR und den anderen Staaten des Warschauer Vertrages. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" in Mitteleuropa öffnete sich auch die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Am 3. Oktober 1990 erfolgt der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik (Wiedervereinigung). Die "vergrößerte" Bundesrepublik Deutschland erlangte damit auch wieder ihre volle Souveränität.

siehe auch: Deutsche Kolonien, Deutsches Reich, Preußen, Liste der Burgen in Deutschland

Politik

Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland eine demokratische, soziale und rechtsstaatliche Bundesrepublik. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer. Seine staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit eher repräsentativen Aufgaben. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).

Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive, Legislative und Judikative.

Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit 2/3-Mehrheit in beiden Organen die Verfassung zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente (Landtag bzw. Bürgerschaft oder Senat) über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach der Verfassung nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.

Die Exekutive bildet auf Bundesebene die Bundesregierung, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.

Wie in anderen Ländern auch spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Zulässigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht umumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.

Das Bundesverfassungsgericht wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind Bundesgerichtshof in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht, das Bundessozialgericht und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf die formale Rechtmäßigkeit.

Siehe auch: Politisches System Deutschlands, Politische Parteien in Deutschland, Grundgesetz

Außenpolitik

Ein wichtiger Grundsatz bundesdeutscher Außenpolitik ist die Westbindung. Deutschland hat am Aufbau europäischer organisatorischer Strukturen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den eigentlichen Grundstein für die Europäische Union.

Während des Kalten Kriegs war die deutsche Außenpolitik sehr beschränkt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage, gleichwohl wurde die Stationierung von amerikanischen Raketen in Betracht gezogen.

Seit einigen Jahren nimmt auch die Bundeswehr - sie darf sich nicht an Angriffskriegen beteiligen und dient lediglich der Landes- und Bündnisverteidigung - an verschiedenen friedenserhaltenden Einsätzen mit Zustimmung des Bundestages sowie an den folgenden Konfliktsituationen teil:

Wirtschaft

Da Deutschland relativ rohstoffarm ist, ist seine Wirtschaft vorwiegend auf den sekundären und tertiären Sektor konzentriert. Große Flächen des Landes werden allerdings landwirtschaftlich genutzt (jedoch sind nur 2%-3% der Beschäftigten in der LW tätig). Deutschland ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 2,07 Billionen Euro die drittgrößte Volkswirtschaft und Industrienation der Welt. Außerdem exportiert Deutschland mehr als jedes andere Land der Welt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland am Boden, wirtschaftlich und sozial. In den fünfziger Jahren gelang unter der Doktrin der sozialen Marktwirtschaft der wirtschaftliche Wiederaufbau im so genannten Wirtschaftswunder, gleichzeitig wurden die Bürger durch den Sozialstaat abgesichert. Dieser wurde insbesondere in den siebziger Jahren zu einem komfortablen Sozialsystem ausgebaut. Deutschland wurde zum Exportmeister; Produktivität und Qualität deutscher Produkte insbesondere des Maschinenbaus genossen und genießen noch heute weltweit einen guten Ruf.

Derzeit krankt Deutschlands Wirtschaft jedoch an für Deutschland ungewohnt hoher Arbeitslosigkeit und relativ niedrigen wirtschaftlichen Zuwachsraten, unter denen neue Arbeitsplätze nur schwer entstehen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, einige sind allerdings deutlich erkennbar:

Zunächst musste durch die Wiedervereinigung die marode Wirtschaft in den damals neuen Bundesländern geschultert werden. Dies wurde vorwiegend über Neuverschuldung in den Haushalten und Übertragung einiger Kostenfaktoren in die sozialen Sicherungssysteme finanziert. Weiterhin ist seit über zwei Jahrzehnten die Geburtenrate in Deutschland sehr niedrig; die daraus resultierenden Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur (weniger junge Menschen haben mehr alte Menschen zu versorgen) belasten - zumindest perspektivisch - ebenfalls die sozialen Sicherungssysteme. Da diese in Deutschland hälftig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden, führt das zu hohen Kosten pro Arbeitsstunde. Diese werden zwar großteils durch eine hohe Produktivität ausgeglichen, sind aber für Arbeitgeber durchaus spürbar:

Wachsende Globalisierung seit den achtziger Jahren sowie erstarkte Wirtschaftssysteme in Asien und seit den 90ern auch in Osteuropa führten dazu, dass insbesondere niedrig qualifizierte, aber lohnintensive Industriearbeitsplätze im sekundären Sektor in Deutschland abgebaut wurden. Ein zunehmender Kostendruck insbesondere durch günstige osteuropäische Arbeiter führte zudem im Bereich des Handwerks zu einer gegenwärtig extrem hohen Schwarzarbeit. Die dadurch entstehende hohe Belastung der sozialen Sicherungssysteme wurde lange Zeit weiter auch über Erhöhung der Lohnnebenkosten auf den verbleibenden Arbeitsplätzen des regulären Arbeitsmarktes abgefangen, was das Problem wiederum weiter verschärfte.

Dies führte zur allgemeinen Einschätzung einer "Krisensituation" der deutschen Wirtschaft, die etwa Anfang der neunziger Jahre aufkam und seitdem im Wesentlichen nicht mehr abflaute. Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung um die Jahrtausendwende wurden durch das Platzen der New-Economy-Blase und die weltwirtschaftlich schlechte Situation seit dem 11. September 2001 zunichte gemacht.

Allgemein ist das Wirtschaftsleben derzeit in allen Bereich von "Abwarten" geprägt. Insbesondere zeigt sich das in einer Zurückhaltung bei den Ausgaben - beim Kaufverhalten der privaten Haushalte ebenso wie bei Neuinvestitionen der Wirtschaft. Gleichzeitig entwickelt sich eine allgemeine Mentalität des selbstverständlichen "Mitnehmens" von Vergünstigungen: Die meisten am Wirtschaftsleben beteiligten Deutschen leben unter dem Eindruck, dass ihnen immer nur genommen werde, so dass es ihr gutes Recht sei, ihrerseits durch Ausnutzen von Subventionen, Steuerschlupflöchern, Schwarzarbeit und ähnlichem sich "ein bisschen was zurückzuholen". Größere Reformansätze werden meist durch gut organisierte Lobbyarbeit der betroffenen Gesellschaftsgruppen zermahlen. Weiterhin führt das mittlerweile stark verwucherte föderale System dazu, dass eine weitgehende Blockade der Regierungsarbeit möglich wird, sofern die Opposition im Bundesrat die Mehrheit hat (was in Deutschland seit etwa 1995 mit wenigen Ausnahmen der Fall ist). Dies führt zu schlingernden und halbherzigen Reformanstrengungen der Politik im allgemeinen und zum Eindruck eines sozialstaatlichen Stillstandes, der für viele ihre persönliche Ellenbogenstrategie bestätigt.

Nach Erkenntnissen des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes leben heute in Deutschland 1,5 Millionen Kinder an der Armutsgrenze. Mit »Hartz IV«, so schätzt der Verband, werden weitere 500000 Kinder hinzu- kommen. Alleinerziehende Mütter und Väter mit Kindern, die unterhaltsberechtigt sind, werden die Arbeitsmarktreformen in Zukunft besonders hart treffen.

Geographie

Deutschland ist im Norden ein von den Eiszeiten geformtes Tiefland (Norddeutsche Tiefebene). An die Tiefebenen (niedrigster Punkt: Neuendorfer/Wilstermarsch mit -3.54 Metern)schließen sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge in der Zentrum des Landes und schließlich die Alpen (höchster Berg Zugspitze mit 2.968 m) als Hochgebirge an.

Flüsse in Deutschland sind Rhein, Donau, Elbe, Weser, Main und viele größere Zuflüsse. Das Wetter ist oft wechselhaft. Mitten im Sommer kann es am einen Tag noch warm und sonnig und am nächsten Tag schon kalt und regnerisch sein. Wirklich extreme Wetterbedingungen wie strenge Dürren, Tornados, Stürme, strenger Frost oder Hitze usw. sind relativ selten. Dies liegt auch daran, dass Deutschland zur gemäßigten Zone gehört. Es gab in den letzten Jahren zwei Fluten, angesichts der langen Geschichte Deutschlands kann man diese aber auch noch zu den eher selten auftretenden Katastrophen zählen. Von vielen werden diese aber auch als erstes Indiz der Klimaerwärmung gesehen. Nach ihnen könnte es in den folgenden Jahren vermehrt zu solchen und anderen Naturkatastrophen kommen. Als weiteres Indiz kann der "Jahrhundertsommer" 2003 gesehen werden. Dieser Sommer war einer der heißesten in Deutschland seit vielen Jahrzehnten. Die Folgen waren unter anderem durch die Dürre erhebliche Ernteausfälle für die Bauern. Erdbeben mit schweren Folgen gab es in Deutschland bisher nicht. Dies ist damit zu erklären, dass Deutschland auf der Eurasischen Platte liegt. Da sich keine Grenzen zweier großer Platten innerhalb Deutschlands befinden, gibt es relativ wenige und wenn, dann auch nur relativ schwache Erdbeben.

Siehe auch: Deutsche Inseln, Liste der Berge in Sachsen

Städte

Die größten deutschen Städte sind Berlin, Hamburg, München und Köln. Das größte Ballungsgebiet ist das Ruhrgebiet. Weiterhin bedeutend ist die fünftgrößte Stadt Deutschlands und Finanzmetropole Frankfurt am Main, zu der auch Deutschlands größter Flughafen gehört. Dieser ist europaweit der zweitgrößte Flughafen; beim Luftfrachtaufkommen sogar die Nummer Eins.

Siehe auch: Liste der Städte in Deutschland; Liste der Großstädte in Deutschland

Verkehr

Siehe auch: Liste deutscher Eisenbahngesellschaften, Liste der Autobahnen in Deutschland, Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland

Kultur und Sport

Auf Grund der föderativen, also dezentralen Struktur Deutschlands gibt es eine Vielzahl von kulturellen Institutionen und Ereignissen vor allem in den großen Städten des Landes.

Beispiele: Bayreuther Festspiele, Berliner Festwochen, Berliner Philharmoniker, Internationale Filmfestspiele Berlin (Berlinale), Lange Nacht der Museen in Berlin, Frankfurter Buchmesse, Leipziger Buchmesse, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Die Deutschen werden bzw. wurden im Rückblick auf besonders viele Erfinder und bedeutende Wissenschaftler (Carl Benz, Otto Hahn, Max Planck, Wilhelm Conrad Röntgen, Albert Einstein, Wernher von Braun, Werner von Siemens usw.), ihrer klassischen Literatur (Goethe, Schiller etc.), ihrer berühmten Komponisten (Beethoven, Wagner, Bach, etc. ) und Philosophie (Kant, Marx, Nietzsche, etc.) auch als "Volk der Dichter und Denker" bezeichnet.

siehe auch: Liste bedeutender Deutscher

Deutsche Küche

Hauptartikel: Deutsche Küche

Die Deutsche Küche ist äußerst vielfältig und variiert stark von Region zu Region. Bekannt ist Deutschland vor allem für seine deftigen und schweren Gerichte wie Eisbein mit Sauerkraut oder verschiedenen Eintöpfen. Dies ist mit Deutschlands relativ weit nördlicher Lage zu begründen, weshalb man, vor allem im Winter, auf ausreichende Kalorienversorgung achten musste. Aber auch sehr alte und einfache Speisen wie z.B. Armer Ritter sind Tradition. Die regionale Küche variiert jedoch stark und ist außerdem von den umliegenden Ländern beeinflusst, fast immer gehören jedoch Kartoffeln zur Mahlzeit. Heute machen sich in Deutschland starke ausländische Einflüsse bemerkbar. Beliebte Mahlzeiten sind so auch Pizza und Spaghetti. Döner könnten mittlerweile, wenn auch ihre Ursprünge in der Türkei liegen, als deutsches Nationalgericht bezeichnet werden. Insgesamt wird in Deutschland mit Dönern mehr Umsatz gemacht als die führenden, vorwiegend amerikanischen Fast Food-Ketten zusammen. Ansonsten gibt es auch viele griechische, indische und chinesische Restaurants. Getrunken wird in Deutschland sehr viel Kaffee, im Norden auch Tee. Die Deutschen lieben außerdem ihr (regional ebenfalls verschiedenartiges) Bier.

Sport

Die beliebteste Sportart in Deutschland ist Fußball; alleine 6,3 Mio. Aktive aus 170.000 Mannschaften sind im Deutschen Fußball-Bund organisiert, der im Jahre 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten wird. Regelmäßige TV-Zuschauerzahlen betreffend kann hiermit nur die Formel 1 konkurrieren. Tennis hat nach dem Ende des Becker/Graf-Booms wieder an Popularität verloren.

Siehe auch:

Portal Deutschland, Deutschland (Begriffsklärung), Deutschland-Statistik (1925), Deutsche Demokratische Republik, seltene und endemische Tiere Deutschlands, Deutsche Marine, Standort Deutschland

Weblinks


Europäische Union / Europa / Staaten der Welt
Belgien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Großbritannien und Nordirland | Irland | Italien | Lettland | Litauen | Luxemburg | Malta | Niederlande | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ungarn | Zypern




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^