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Zentralverwaltungswirtschaft



Im Gegensatz zu marktwirtschaftlichen Systemen werden in Zentralverwaltungswirtschaften wesentliche Allokationsentscheidungen von einer Zentralverwaltung (Staat, Unternehmenszentrale) zentral getroffen. Die - zumindest weitgehende - Vorhersagbarkeit der Planungsergebnisse ist notwendige Voraussetzung des dauerhaften Funktionierens von Zentralverwaltungswirtschaften. Der wirtschaftliche Zusammenbruch zentralverwaltungswirtschaftlich organisierter Staaten Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wird wesentlich dem Fehlen dieser notwendigen Bedingung zugeschrieben (Anmaßung von Wissen).

Umgangssprachlich wird der Begriff 'Planwirtschaftschaft' synonym verwandt. Der Begriff 'Planwirtschaft' kann aber missverstanden werden, da auch in marktwirtschaftlich organisierten Systemen geplant wird. Die Planungsebene unterscheidet sich jedoch fundamental: In marktwirtschaflichen Systemen planen die Wirtschaftssubjekte für ihren Einflussbereich, und der Staat ist nur ein - zugegebenermaßen wichtiges - Wirtschaftssubjekt; die Ergebnisse des Wirtschaftens ergeben sich durch Zusammentreffen der Ergebnisse von Planung auf dem Markt und sind ex ante nicht oder nur sehr begrenzt vorhersagbar.

Die Ideologie des Sozialismus propagiert die Wirtschaftsform der Zentralverwaltungswirtschaft auf Staatsebene. Bisher ging jeder Versuch, diese Form des Wirtschaftens einzuführen, über kurz oder lang schief, da diese Form des Wirtschaftens nicht leistungsfähig genug ist. In China und in der Sowjetunion hat die Umstellung auf die Planwirtschaft bzw. die ideologisch motivierte Erfüllung von Plänen (Fünf-Jahres-Pläne) große Hungersnöte herbeigeführt. Zudem etablierte sich neben der Staatswirtschaft noch eine große Schattenwirtschaft für banale Gebrauchtwaren wie z. B. Seife, Kleidung, Schokolade und dergl. mehr.

Siehe auch: Sozialistische Umgestaltung der ostdeutschen Wirtschaft.

Literatur




     
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