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Nationalsozialismus



Hinweis: Dieser Artikel behandelt die Weltanschauung des Nationalsozialismus. Zur Geschichte Deutschlands in der Zeit von 1933 - 1945 siehe: Zeit des Nationalsozialismus.
Nationalsozialismus oder Nazismus bezeichnet die Weltanschauung, die das Handeln der Machthaber in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus in den Jahren 1933-1945 bestimmte. Ihre Partei war die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

Table of contents
1 Hauptmerkmale des Nationalsozialismus
2 Machtergreifung des Nationalsozialismus
3 Grundlagen und Weiterentwicklungen
4 Zitat
5 Literatur
6 Weblinks

Hauptmerkmale des Nationalsozialismus

Es ist strittig, inwieweit es eine geschlossene nationalsozialistische Ideologie gab. Überliefert ist die Aussage Hans Franks aus den Nürnberger Prozessenen, dass es "soviele Nationalsozialismen wie Nationalsozialisten" gegeben habe. Die Frage muss letztlich offen bleiben, weil man nicht sagen kann, inwieweit der Nationalsozialismus als Ideologie seinen "Führer" überdauert hätte.

Es lassen sich aber einige Hauptmerkmale benennen:

Zentrale Grundlagen nationalsozialistischen Handelns waren der Antikommunismus, der Antisemitismus und die Ablehnung der Demokratie. Ähnlich wie der Faschismus in Italien, die deren Urheber Benito Mussolini als "Verschmelzung von Grosskapital und Staat" definiert hatte, waren die Nationalsozialisten von deutschen wie auch ausländischen Unternehmern als Bollwerk gegen den Bolschewismus finanziell aufgebaut worden.

Der Antisemitismus speiste sich aus verschiedenen, teilweise widersprüchlichen, Richtungen. So wurden Juden als Sündenböcke pauschal für Missstände wie Massenarbeitslosigkeit, Verstädterung, Abwanderung der Landbevölkerung in die Städte, Zersiedelung der Landschaft u.s.w. verantwortlich gemacht. Sie wurden auch als Hintermänner von Marxismus und Kapitalismus dargestellt und als "zersetzend" und einer "minderwertigen Rasse angehörend" gebrandmarkt.

Der Begriff der Rasse war ein zentraler Begriff nationalsozialistischer Weltanschauung. Er postulierte die Überlegenheit einer arischen Rasse über andere, wobei "Arier" fälschlicherweise mit Indogermane gleichgesetzt wurde. Diese sollten vor dem schädlichen Einfluss, den die Nationalsozialisten in der Vermischung mit anderen "Rassen" sahen, bewahrt werden. Das eigentliche wichtige für die Nationalsozialisten war die "Reinheit des Blutes". Damit rechtfertigten die Nationalsozialisten die "Arisierung" des Dritten Reiches, z.B. die in den Nürnberger Gesetzen erlassenen Heiratsverbote von Deutschen mit "überwiegenden anderer Rasse zugehörigen" Partnern. Die Sterilisierung von geistig Behinderten und von Schwerverbrechern sollte verhindern, dass sich "krankes" Erbgut weitervererben konnte. - Parallel dazu sollte die Aufrüstung betrieben werden, zuerst geheim, dann offen. Sobald die Wehrmacht stark genug sein würde, wollten Hitler und andere hohe Nazi-Führer gezielt Angriffskriege einfädeln, die als Improvisation getarnt waren. Dabei sollte ein Land nach dem anderen isoliert und einzeln "niedergekämpft" werden. Das Endziel war die Eroberung und gnadenlose Ausbeutung des kontinentalen Festlands, Großbritanniens und der Sowjetunion bis zur Linie Archangelsk - Uralgebirge - Kaukasus und die Besiedelung dieser Gebiete durch die "Herrenrasse". Den eigenen historischen Anspruch an besetzten Gebieten versuchte man auf verwalterischem Wege zu erreichen indem volkszählungsähnliche Volkslisten zur gezielten Vertreibung unerwünschter Bevölkerungsgruppen herangezogen wurden.

Machtergreifung des Nationalsozialismus

In Deutschland verpasste Hitler mit der NSDAP bei den Reichstagswahlen nur knapp die absolute Mehrheit, infolgedessen schloss er vorerst einen Pakt mit dem Zentrum und der DNVP. Hitler wurde als Vorsitzender der stärksten Partei des Reichstags Reichskanzler. Obwohl die Nazis diesen Tag als Tag der "Machtergreifung" propagandierten, war es doch vorerst nur ein ganz normaler Regierungswechsel. Dann jedoch inzenierten die Nazis den "Reichstagsbrand" und gaben die Schuld dafür der KPD. Infolge dessen wurden die Grundrechte durch eine Notverordnung des Reichspräsidenten Hindenburg nach §48 außer Kraft gesetzt. Dadurch konnten die Nazis ohne Probleme ihre politischen Gegner, die Linken, ausschalten. Die totale Macht erlangten die Nazis aber erst durch das Ermächtigungsgesetz, für das sie eine zwei drittel Mehrheit benötigten, die sie durch das Verbot der KPD und einem Pakt mit dem Zentrum erlangten. Außerdem zählten sie die Stimmen der unentschuldigt abwesenden Abgeordneten, die größtenteils in Konzentrationslagern festgehalten oder durch andere Maßnahmen der SA/SS von der Abstimmung ferngehalten wurden. Durch dieses Gesetz nahm der Reichstag sich selbst die Macht, indem sie die Trennung von Exekutive und Legislative aufhob und damit selbst überflüssig machte.

Grundlagen und Weiterentwicklungen

Die wesentliche Elemente der NS-Ideologie wurden von Adolf Hitler in seinem Buch Mein Kampf niedergeschrieben. Das Buch galt als Grundlage aller anderen Schriften des Nationalsozialismus. Als bedeutender Ideologe wird daneben Alfred Rosenberg angesehen, der mit seinem Buch "Mythus des zwanzigsten Jahrhunderts" eine sehr weite Verbreitung seiner Gedanken erreichen konnte. Der "Mythus" Rosenbergs wurde zusammen mit Hitlers "Mein Kampf" in den Grundstein der riesigen Kongresshalle in Nürnberg eingemauert, um die Grundlagen des Nationalsozialismus für die Zukunft zu bewahren. Gleichwohl wurde Rosenbergs Buch sogar von führenden NS-Politikern nicht sehr ernst genommen. Besonders Goebbels soll über Rosenberg immer wieder gespottet haben.

Eine eigene Weiterentwicklung der nationalsozialistischen Ideologie nahm Heinrich Himmler vor. Die bereits bei Rosenberg vorhandenen Bezugspunkte zu Indien wurden in den SS-Einrichtungen wie den "Ordensburgen" (die Himmler als Elite des Systems verstand) ausgebaut. Esoterische Lehren mit deutlichen östlichen Einflüssen, die sich in der SS entwickelten, haben das Kriegsende überdauert und leben - meist als unpolitische religionsähnliche Lehren - bis heute fort. Himmler nahm auch eine Europäisierung vor. Bekannt sind vor allem die Freiwilligen-Einheiten der "Europäischen SS" aus vielen Ländern, jedoch gab es auch Konzepte für einen europäischen Wirtschaftsraum.

Häufig nahm der Nationalsozialismus religiöse Züge an. Auf den Reichsparteitagen wurde der Nationalsozialismus geradezu zelebriert, was durch den Film "Triumph des Willens" der Regisseurin Leni Riefenstahl besonders herausgearbeitet und verstärkt wurde. Das Verhältnis des Nationalsozialismus zur christlichen Religion war daher auch zwiespältig. Einerseits gab es den Versuch, mit einem "Deutschen Christentum" die Religion für den Nationalsozialismus einzuspannen. Andererseits aber gab es antichristliche Elemente bei Rosenberg und eine völlige Abwendung vom Christentum durch die Himmlersche Bezugnahme auf Buddha und vorbuddhistische indische Schriften. Die Haltung der Religionen und derer Vertreter während des NS-Regimes muss differenziert gesehen werden (siehe hierzu Religion während des Nationalsozialismus).

Zitat

"Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie."
Theodor W. Adorno (Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit? 1959)

Literatur

Weblinks

Siehe auch: Vordenker des Nationalsozialismus, Erziehung im Nationalsozialismus




     
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