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Weltwirtschaftskrise



Die Weltwirtschaftskrise bezeichnet den deflationären Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft in allen wichtigen Industrienationen Ende der 1920er, Anfang der 1930er. Der gleichzeitige Zusammenbruch wurde befördert durch die gewachsene Verzahnung der Einzelwirtschaften und Finanzströme (Globalisierung). Die Weltwirtschaftskrise beendete die Goldenen 20er. Ein zuerst nur leichter Rückgang des Wachstums der weltweit führenden Wirtschaft in den USA ließ den spekulativ überbewerteten Aktienmarkt der USA im Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) zusammenbrechen. Dies erzwang eine Umkehr der Finanzströme. Gelder, die in den Jahren davor in andere Volkswirtschaften investiert worden waren, wurden abgezogen. In Europa (aber auch in anderen Staaten der Welt) löste der Entzug der Gelder den Zusammenbruch der schon schwachen Wirtschaften aus. In der Kette der Ereignisse kam es unter anderem zu Massenarbeitslosigkeit und einem massiven Rückgang des Welthandels.

In den einzelnen Staaten wurde unterschiedlich auf die Herausforderung reagiert: Ausgehend von den skandinavischen Ländern (insbesondere Schweden) begannen die funktionierenden Demokratien mit dem Übergang zum Wohlfahrtsstaat mit Eingriffen in das Wirken der Marktgesetze (z. B. New Deal des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt) und wachstumsfördernden öffentlichen Investitionen, finanziert durch vermehrte Schuldenaufnahme. Andere Staaten wie das Deutsche Reich wollten durch Stärkung ihrer Währungen einhergehend mit rapidem Sozial- und Demokratieabbau aus der Krise kommen. Dies trug zu einer Radikalisierung der Politik bei, die den Faschismus begünstigte.

Siehe auch: Börsenkrach

Table of contents
1 Die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf die Weimarer Republik
2 Politik der Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln
3 Formale Gleichberechtigung Deutschlands
4 Young-Plan
5 Ursachen der Weltwirtschaftskrise
6 Auswirkungen der Krise
7 Maßnahmen zur Überwindung der Krise und deren Auswirkungen
8 Besonderheiten der Weltwirtschaftskrise
9 Weltwirtschaftskrise 2
10 Begriffserklärungen
11 Literatur
12 Literatur Weltwirtschaftskrise 2

Die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf die Weimarer Republik

Politik der Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln

Der Krieg hatte auf beiden Seiten große finanzielle Mittel verschlungen. Während des Krieges entwickelte sich ein kompliziertes Verschuldungssystem zwischen den Alliierten. Es war auf den Reparationszahlungen Deutschlands begründet. Da Frankreich 1871 selbst hohe Reparationen an Deutschland zahlen musste, war es für die Franzosen selbstverständlich, jetzt ebenfalls sehr hohe Reparationen zu verlangen. Die Erwartungen waren aber so hoch, dass es im Versailler Vertrag zu keiner Festlegung kam. Das schadete natürlich der deutschen Kreditwürdigkeit. Auf der Pariser Konferenz 1921 wurden die Reparationsverpflichtungen auf den enormen Betrag von 132 Mrd. GM festgelegt, die in jährlichen Raten von 2 Mrd. GM abgeleistet werden sollten. Bereits 1922/23 fielen die Einnahmen unter die Höhe der Jahresraten. Daraufhin erklärte Deutschland seine Zahlungsunfähigkeit, woraufhin Frankreich das Ruhrgebiet besetzte. So kam es zum vollkommenen Zusammenbruch des deutschen Finanzsystems.

Der Dawesplan, der 1924 ausgehandelt wurde, reduzierte die Jahreszahlungen und gewährte Deutschland eine Auslandsanleihe von 800 Mio. GM. Deutschland hatte nach dem ersten Weltkrieg nur geringe Gold- und Devisenreserven, so dass die Finanzierung der Reparationen allein durch Warenexport möglich wäre. Aber ein Exportüberschuss dieses Ausmaßes hätte man nur durch Dumping der deutschen Exportindustrie erreichen können, das aber die Empfängerländer zum Schutze ihrer eigenen Industrie verhinderten. Sonst hätte die deutsche Industrie zum Ende der Reparationen den europäischen Markt beherrscht. Frankreich und Großbritannien erhöhten aus diesem Grunde sogar ihre Zölle. So blieb Deutschland nur noch die Möglichkeit, die Zahlungen über Auslandsanleihen zu finanzieren. Von 1924 bis 1930 erhielt Deutschland 28 Mio. GM und gab 10 Mio. GM als Reparationszahlungen wieder ab. Aber mit der Zeit flossen immer weniger Anleihen nach Deutschland.

Formale Gleichberechtigung Deutschlands

Deutschland wurde im September 1926 in den Völkerbund aufgenommen. Das brachte Deutschland aus der politischen Isolation und es galt nach außen hin wieder als europäische Macht. Wie die meisten Staaten der Erde, trat Deutschland dem Kelloggpakt, dem Kriegsächtungspakt, bei, der am 27. September 1928 in Paris unterzeichnet wurde. Trotzdem blieb der Vertrag nur eine formale Sache, da er auf den Willen der Länder baute.

Young-Plan

Dieser Plan war 1930 einer Versuche endgültige Art und Dauer der deutschen Reparationen festzulegen. Das Deutsche Reich sollte ab diesem Zeitpunkt 37 Jahresraten von jeweils 2,05 Mrd. GM zur Begleichung seiner Verpflichtungen bezahlen und nach dieser Zeit weitere 22 Jahresraten von 1,65 Mrd. GM. Die Zahlungen sollten auf einen Zeitraum von 59 Jahren (also bis 1988) gestreckt werden.

Da die Zahlungen in fremder Währung zu begleichen waren, schuf man die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ. Außerdem wurde dem Deutschen Reich eine internationale Anleihe, die so genannte Younganleihe, in Höhe von 300 Mio. Dollar gewährt, deren Laufzeit 1952 bis 1980 verlängert wurde.

Ursachen der Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise kann auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden. In Deutschland spielten die folgenden Gründe eine tragende Rolle. Der jährliche Verbrauch der Bevölkerung erfuhr keinen Zuwachs, sondern ging in den Jahren 1930 bis 1933 sogar zurück. Der Ausbau der Kapazitäten, also die Investitionen, erfolgte weiterhin, so dass nun große Überkapazitäten entstanden. So betrug die Auslastung der industriellen Produktionskapazität 1929 ungefähr 73% und fiel in den nächsten drei Jahren kontinuierlich auf ca. 45%. Die optimale Auslastung liegt aber bei 90%.

Die verringerte Nettoinvestition erzeugte zusammen mit der niedrigen Ausnutzung der Kapazitäten eine drastische Einkommensreduzierung, wodurch natürlich die Nachfrage nach Ge- und Verbrauchsgütern stark schrumpfte. Zusätzlich zog das Ausland Kapital ab und so verringerten sich die inländische Geldmenge und damit auch die finanzielle Absicherung Deutschlands. Da es sich um eine weltweit auftretende Krise handelte, war es nicht möglich, durch den Export überschüssiger Waren einen Ausgleich zur rückläufigen inländischen Nachfrage zu schaffen, das heißt, dass auch im Ausland trotz Exportüberschuss nicht genügend Waren abgesetzt werden konnten, um die Überkapazitäten in der Produktion abzubauen. Ab dem Sommer 1930 bewirkte Reichskanzler Brüning mit seinem Sparkonzept eine Deflation, durch die sich aus einer kurzfristigen Krise eine langfristige entwickelte.

Auswirkungen der Krise

Börsenkrise

Die Kursverluste in New York in der Woche vom
23-29. Oktober 1929 waren mit bis zu 90% extrem hoch. Der 25. Oktober wird deswegen auch als Schwarzer Freitag bezeichnet und gilt als Anfang der Weltwirtschaftskrise. Aufgrund der Goldenen 1920er Jahren glaubte man sowohl in den USA als auch in Deutschland, dass es keine starken Schwankungen in der industriellen Produktion, bei den Gewinnen und auch den Börsenkursen mehr gäbe.

Aber betrachtet man die Abbildung genauer, so erkennt man, dass, nach einem relativ steten Anstieg der Börsenkurse vom Dezember 1925 bis zum April 1927, sich ein Abwärtstrend entwickelte (1931/1932 wurden die Börsenkurse in Berlin zeitweise ausgesetzt). Diese Abwärtsentwicklung begründet sich auf einen Rückgang von staatlichen und privaten Investitionen besonders in den Jahren 1927/1928. Deswegen kann die Börsenkrise nicht als Auslöser für die Wirtschaftskrise in Deutschland gesehen werden, denn sie beschleunigte die derzeitige Entwicklung nur. Da die einzelnen Wirtschaftszweige nicht gleichzeitig diese Entwicklung vollzogen und sich teilweise wie die Stahl- und Eisenindustrie sogar recht schnell erholten, wäre es im Herbst 1929 keineswegs möglich gewesen, zu erkennen, dass sich eine Krise anbahnt, die fast alle Wirtschaftsbereiche in vielen Industrieländern erfasste und dass eine enorme über mehrere Jahre hinweg auftretende Schrumpfung der Wirtschaft auftreten würde. So lässt sich erklären, warum die staatliche Wirtschaftspolitik zunächst nicht verändert wurde.

Als die Regierung sich aber immer mehr des Abwärtstrends bewusst wurde, war sie einfach ratlos, da es eine derartige Krise bisher noch nicht gegeben hatte und niemand einen Lösungsansatz zu ihrer Überwindung hatte.

Produktion

Da die Börsenkurse nicht immer genau die wirtschaftliche Entwicklung wiedergeben oder sogar aus spekulativen Gründen der Anleger entgegengesetzte Trends zeigen, ist es wichtig, sich die Entwicklung der industriellen Produktion genauer anzusehen. Wenn man diese mit den Börsenkursen vergleicht, dann zeigt sich, dass die Börsenkurse in den USA trotz einer Stagnation in der wirtschaftlichen Entwicklung bis Mitte 1928 erheblich anstiegen. In Deutschland dagegen war 1929 bereits eine negative Wachstumsrate der Wirtschaft von 2% zu verzeichnen. Also war die Wirtschaftskrise auch in der Produktion nicht der Auslöser für den Abwärtstrend, da diese Entwicklung gleichfalls vorher eingesetzt hatte. Die Wirtschaftskrise hatte in Deutschland nicht nur früher begonnen als in den USA, sondern hatte auch nicht so starke Auswirkungen auf die Produktion gehabt. Bereits 1928 spitzte sich der Widerspruch zwischen der Ausdehnung der Produktionskapazität und der verringerten Nachfrage zu. Bis Mitte 1929 kann man nur von einer Stagnation der Produktion sprechen, die aber mit einer steigenden Arbeitslosigkeit einherging. Die Industrieproduktion halbiert sich bis 1932 und die Aktien verlieren sogar ⅔ ihres Wertes. Mitte 1931 wirkte sich der Zusammenbruch der Banken auf große Industriekonzerne aus, die dadurch viel Kapital verloren. Wenn man auch noch die Entwicklung anderer Industrieländer mit einbezieht, dann sieht man, dass es in jedem einen anderen Kursverlauf gibt, was darauf schließen lässt, dass zwar in allen ein Abwärtstrend erfolgt, aber Ausmaß, Anfangszeitpunkt und Ende der Krise sehr unterschiedlich waren. Diese Unterschiede haben mehrere Ursachen. Allein schon die Stärke des Gegensatzes zwischen übermäßigem Angebot und der verringerten Nachfrage in den einzelnen Ländern spielt hier eine Rolle, sondern ebenso inwieweit die inländische Produktion auf den Export ausgerichtet ist. In Ländern, in denen viele Arbeitskräfte in der Landwirtschaft arbeiteten und wenn diese auch nur wenig auf Export ausgerichtet waren, dann wirkte sich die Krise weniger stark aus. In Deutschland betrug der Anteil der im primären Wirtschaftssektor Beschäftigen 30%. Zu Beginn der Krise erfolgte in der Agrarproduktion auch anfangs kein Abwärtstrend. Im Gegenteil, ab 1931 wurde die Produktion von Nahrungsmitteln sogar ausgeweitet, um einen Ausgleich zu den Einkommensverlusten, die durch Preisrückstände entstanden, zu schaffen.

Arbeitsmarktsituation

Die Weltwirtschaftskrise schien sich bis 1930 nicht von den ersten Nachkriegsjahren und denen der Ruhrgebietsbesetzung, auf die eine starke Inflation folgte, zu unterscheiden. Die Zahl der Arbeitslosen lag 1927 unter 5%; Ende September 1929 gab es 1,4 Mio. Arbeitslose, im Februar 1930 waren es aber bereits 3,5 Mio. Die Reichsregierung und die Reichsbank hofften auf eine Selbstheilung der Wirtschaft, obwohl die Arbeitslosenzahl schon Ende 1930 mit 5 Mio. Arbeitslosen im weltweiten Vergleich auf höchstem Niveau stand. Erst als sich der geringe Rückgang Mitte 1931 nicht fortsetzte, wurde man sich der extremen Entwicklung der Krise vollends bewusst. Zu dieser Zeit lief Brünings Sparprogramm an. Die öffentlichen Gehälter wurden um 25% vermindert und die Arbeitslosen- und Sozialhilfe wurden extrem gekürzt. Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000, also 16,3%, Arbeitslose nur 12 Mio. Beschäftigten gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer, denn die Reallöhne sanken rapide.

Bankenkrise

Die Bankenkrise kennzeichnete den zweiten Teil der Wirtschaftskrise und ist auf zwei Ursachen begründet. Durch die Konkurrenz der großen Banken und aufgrund spekulativer Wertpapier- und Warengeschäfte haben die Banken 1925 wieder die Größe und das Geschäftsvolumen von 1914 erlangt. Die Banken waren auf Expansion ausgerichtet, obwohl sie das nicht durch Eigenkapital und liquide Mittel absichern konnten. Hätten die Banken ihr Eigenkapital mit geringeren Dividendenzahlungen aufgestockt und wären weitere Aktien herausgegeben worden, wäre die Differenz beider Größen zu der Summe der Kreditoren bei weitem nicht so groß geworden. Was sich ebenfalls erheblich auf die deutschen Banken auswirkte, war die Instabilität des internationalen Kreditmarktes. Als wichtigstes Kennzeichen hierfür muss man den einseitigen Geld- und Kapitalstrom nennen. Denn von 1925 bis 1929 sind viele ausländische Kredite von insgesamt 21 Mrd. RM nach Deutschland geflossen. Es gab in diesem Zeitraum aber nur 7,7 Mrd. RM deutsche Anlagen im Ausland. Außerdem hätten niemals so viele kurzfristige Kredite von Deutschland angenommen werden dürfen, da diese jederzeit hätten zurückgezahlt werden müssen. Somit war die Situation der Banken bereits vor der Weltwirtschaftskrise sehr angespannt. Da sich das Produktionsvolumen verringerte und dadurch die Gewinne in der Wirtschaft sanken, war es nicht mehr möglich, die vielen Kredite zurückzuzahlen. Im Ausland führte die Krise ebenfalls zur Verknappung der Liquidität der Banken. Ab November 1930 bewirkte die starke Bankenkrise in den USA und in Frankreich, dass diese Länder die kurzfristigen Gelder aus Deutschland zurückbeorderten. In Deutschland erfasste die Krise hauptsächlich kleinere Banken, so dass das Ausmaß zunächst nicht so transparent war. Die großen Banken, die nach dem Krieg kleinere Banken aufgekauft hatten und so zu Großbanken wurden, besaßen aufgrund dessen nur noch ein geringes Eigenkapital und deswegen war deren Liquidität ebenfalls gering. Erst als die Zollunion von Österreich und Deutschland im Juni 1931 wegen Frankreich, welches das als einen Bruch des Versailler Vertrages ansah, scheiterte, verschlechterte sich die Situation der Banken in Österreich radikal. Aufgrund dieses Vorfalls kam es vor allem durch Frankreich zu einem Abzug ausländischer Gelder, was den Zusammenbruch der größten österreichischen Bank bewirkte. Man befürchtete, dass sich diese Entwicklung ebenso in Deutschland auftreten könnte, so dass auch von dort die Gelder abgezogen wurden. So wurde die Liquiditätslage der deutschen Banken enorm geschwächt. Deswegen erfolgte auch ein massenhafter Ansturm der Bevölkerung auf die Banken in den Monaten Mai bis Juli 1931, weswegen die Banken ihre Zahlungen einstellen mussten, weil sie einfach kein Geld mehr herausgeben konnten. Die Kreditorenbeträge sanken im Juni/Juli um 21,4%. Um die Krise der Banken zu überwinden, wurden sie der Kontrolle der Regierung unterstellt. Zudem hatte das Hoover-Moratorium nicht nur eine Stundung der Zahlungen bewirkt, sondern es wurden Deutschland auch Kredite im Wert von 420 Mio. RM gewährt. Da der Reichsbankpräsident Hans Luther nicht die tieferen Ursachen der Weltwirtschaftskrise erkannte, erhöhte er den Reichsbankdiskont auf 15% und bewirkte eine Kreditverteuerung und -verknappung. Der Banknotenumlauf betrug 1929 noch 5 Mrd. RM, aber durch Luthers Maßnahmen verringerte er sich um 30% auf 3,5 Mrd. RM im Jahre 1932. Das bewirkte eine staatlich verordnete Schließung der Banken, Sparkassen und der Börse. Somit hat die Reichsbank die Krise noch weiter verschärft. Genau genommen war Luther, der als gelernter Verwaltungsjurist nicht geldwirtschaftlich geschult war, unfähig mit dem Problem der Wirtschaftskrise umzugehen. Die Bankenkrise verhinderte die Wiedergenesung der Wirtschaft und verstärkte so die Arbeitslosigkeit.

Außenhandel

Durch den Ersten Weltkrieg und durch die Nachkriegsjahre ging der Außenhandel erheblich zurück. Die Inflation von 1923 erschwerte den Wiederaufschwung der deutschen Industrie. Erst 1926 stellte sich der Stand von 1913 ein. Aber der Import überstieg bereits 1925 den Importwert des Vorkriegsjahres. Der Außenhandel wurde von der Weltwirtschaftskrise stark beeinträchtigt. Weil die Einfuhr schneller sank als die Ausfuhr, stellte sich ein Exportüberschuss ein. Das Verhältnis zwischen inländischen und ausländischen Waren verschob sich daher zugunsten Deutschlands. Die Preise fielen zwischen 1928 und 1933 für importierte Waren um 55% und für ausgeführte Waren um 26%. Im Verhältnis zu den Vorkriegsjahren hatte sich die Importstruktur nur geringfügig verändert. Die Fertigwareneinfuhr stieg von 13% 1913 auf ungefähr 17% 1925 bis 1933. Deren Ausfuhr betrug 1913 66% und in dem eben genannten Zeitraum 75%. Bei Nahrungsmitteln, Halbwaren und Rohstoffen gab es kaum Veränderungen. Die Nahrungsmitteleinfuhr betrug schon vor dem Krieg ⅓ des gesamten Imports. Die Exportquote lag 1913 bei 19%, im Zeitraum von 1925 und 1931 bei ungefähr 15%, 1932 bei 11% und 1933 sogar nur etwa 9%.

Maßnahmen zur Überwindung der Krise und deren Auswirkungen

Die Wirtschaftskrise beeinträchtigte die deutsche Wirtschaft zunächst nicht direkt und die Rückforderungen von Krediten, die den Ländern und der Privatwirtschaft gegeben worden sind, waren bis zur Wahl Mitte September 1930, bei der die NSDAP als zweitstärkste Partei hervorging, gemäßigt. Danach wuchsen sie in schwindelerregende Höhen und brachten so die deutsche Wirtschaft ins Schwanken, denn im Ausland war man von der politischen Entwicklung beunruhigt. Aber nicht nur wegen des Wahlerfolges der NSDAP wurde ausländisches Kapital abgezogen; dieses Kapital sollte die Liquidität in den betreffenden Ländern erhöhen. Die Reichsregierung betrachtete die Wirtschaftskrise als ein Ungleichgewicht des Staatshaushaltes. Das Haushaltsdefizit betrug Ende 1929 1,5 Mrd. RM. Die Reichsbank unternahm erst etwas als die Deckung der Gold- und Devisenreserven des Geldumlaufs durch den Transfer der gekündigten Auslandskredite unter die gesetzlich festgelegte 40%-Grenze fielen. Ebenso wie der Reichsbankpräsident ergriff Reichskanzler Heinrich Brüning Maßnahmen, die die Krise noch verschlimmerten. Brüning hatte immer versucht, der Bevölkerung die Ursachen der Wirtschaftskrise und sein Konzept zur Abhilfe klarzumachen. Er erklärte, dass die getroffenen Regierungsentscheidungen zu einer Wiedergenesung der deutschen Wirtschaft führen würden, aber nur, wenn die Bevölkerung die sich daraus ergebenen Härten mit Geduld ertrüge. Er erhoffte sich, mit einer starken Deflation eine Wiederbelebung des Exportes zu erreichen, um genügend Devisenreserven für die Reparationszahlungen zu erhalten. Außerdem wollte Brüning so mehr Arbeitsplätze in der Industrie schaffen. Mit Hilfe von Notverordnungen wollte er die öffentlichen Ausgaben und vor allem den Staatsetat den sinkenden Preisen und Steuereinnahmen anpassen. Aber vermutlich war sein primäres Ziel, durch die Verschärfung der Krise die Alliierten davon zu überzeugen, dass die Reparationsforderungen in der Höhe in dieser Situation einfach nicht erfüllbar waren. Zudem würde die Einstellung der Zahlungen die radikalen politischen Kräfte schwächen. Brüning steckte in einer Zwickmühle: Er musste den Alliierten Deutschlands Willen, den Youngplan zu erfüllen, zeigen, wodurch er aber insbesondere durch die politische Rechte angegriffen wurde. So strengte er die Zollunion mit Österreich an, die aber, wie bereits erwähnt, wegen Frankreich den Zusammenbruch des Bankensystems einleitete. Vom heutigen Standpunkt ist es erwiesen, dass Brüning mit seinem Plan der sparsamen Haushaltsführung wesentlich für die Verschärfung der Krise und die Beschleunigung des wirtschaftlichen Abwärtstrends mitverantwortlich war. Wahrscheinlich hätte er, wenn er weitere Kredite aufgenommen, sich nicht gegen eine Abwertung der Reichsmark gewehrt und das zusätzliche Geld in sinnvollen Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur verwandt hätte (historisches Beispiel: Schweden mit dem Ausbau des Wohlfahrtsstaates), ein staatlich gelenktes Beschäftigungsprogramm initiieren können. Hjalmar Schacht, Hitlers Wirtschaftsexperte, jedenfalls machte den Unternehmen Steuergeschenke und verwandte erhöhte Staatsausgaben für die Aufrüstung der Reichswehr. Während sich gleichzeitig die weltwirtschaftliche Konjunktur verbesserte, fiel durch diese Maßnahmen die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres von 6 Mio. im Januar 1933 auf unter 3,8 Mio. 1934. Da aufgrund von Brünings Maßnahmen große Teile der Bevölkerung in Armut lebten, bewirkte der US-amerikanische Präsident Edgar Hoover ein allgemeines Zahlungsmoratorium, das die Zahlungen für ein Jahr stundete, welches trotz französischen Widerstandes schon am 01.07.1932 verabschiedet wurde. Am 09.07.1932 wurden nach dem Lausanner Abkommen die Zahlungen gänzlich eingestellt. So hatte Deutschland nur rund 21 Mrd. GM – nach deutscher Berechnung sogar 68 Mrd. GM – von 132 Mrd. GM gezahlt. Es ist noch heute umstritten, ob Deutschland nicht doch die geforderte Summe und auch die Zinsen hätte aufbringen können, aber auf jeden Fall waren die Alliierten nicht fähig, ihr Programm durchzusetzen.

Besonderheiten der Weltwirtschaftskrise

Das Besondere an der Weltwirtschaftskrise war, dass sie keine Krise in der Produktion wie die bis dahin bekannten war. In einer Produktionskrise sind nicht genügend Güter vorhanden, um die Menschen zu versorgen (so genannte Unterkonsumtionskrise, z.B Hungerkrisen durch Mißernten), aber bei einer wie der Weltwirtschaftskrise (so genannte Überakkummulationskrise) finden bereits produzierte Güter keinen Absatz mehr. Während einerseits die Lebensmittel in den Lagern verfallen, müssen tausende Menschen Hunger leiden. Zahlreiche Menschen verloren ihre Arbeit, weil viele Fabriken aufgrund des geringen Absatzes vorübergehend stillgelegt wurden. Die Betriebe hatten -getrieben von den spekulativen Erwartungen der Börsen und nicht orientiert an der Kaufkraft des Volkes - über den Bedarf des Marktes hinaus produziert. Hätten die ökonomich Herrschenden und die politisch Verantwortlichen auf die Warnungen von Experten gehört, so hätte die Krise nicht solch einen dramatischen Verlauf genommen. Nach ihrem Ausbruch wurde sie in vielen Staaten mit Methoden behandelt, die die Situation noch verschlechterte.

Weltwirtschaftskrise 2

Beginn: Frühjahr 2000

Ende: noch offen

Erkannt und benannt als WWK 2 (Weltwirtschafstkrise 2): 2005

Ursachen:

- die Ausweitung der Geldmenge Ende des 20. Jh. und Anfang des 21. Jh.

- das Vorhanden sein von Fiat money

Folgen:

- Hyperinflation oder Deflation in den Volkswirtschaften (abhängig von der Währungspolitik der jeweiligen Staaten)

- neues Währungssystem

Begriffserklärungen

Literatur

Literatur Weltwirtschaftskrise 2




     
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