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Schweden



(Details) (Details)
Amtssprache Schwedisch
Hauptstadt Stockholm
König Carl XVI Gustaf
Premierminister Göran Persson
Fläche 450.000 km²
Einwohnerzahl 8.975.670 (Stand Februar 2004)
Bevölkerungsdichte 20 Einwohner pro km²
Gründung
Währung Schwedische Krone
Zeitzone UTC+1
Nationalhymne Du gamla, Du fria
Kfz-Kennzeichen S
Internet-TLD .se
Vorwahl +46

Das Königreich Schweden (schwedisch: Kungariket Sverige) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

Table of contents
1 Politik
2 Bevölkerung
3 Geographie
4 Wirtschaft
5 Geschichte
6 Kultur
7 Typisch schwedische Feste und Bräuche
8 Sonstiges
9 Weblinks

Politik

Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Carl XVI Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Socialdemokratiska arbetarpartiet, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd, Staatsrat) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert.

Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die regionalen Verwaltungsaufgaben werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen. Darüber hinaus gibt es einen gewählten Provinziallandtag (schwed. landsting), der vor allem für das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung sowie für weitere Bereiche zuständig ist.

Die Verwaltung von den 281 Gemeinden, die in Ausdehnung und Zusammensetzung eher deutschen Landkreisen entsprechen, wird auf lokaler Ebene wahrgenommen. Zu den Aufgaben gehören u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur.

Die Provinzen und die Gemeinden finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen.

In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, d. h. dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen.

Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman, Schiedsmann). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung.

Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen.

Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2%, Wahlausgang: 56,1% dagegen, 41,8% dafür, 2,1% Enthaltungen, 0,1% ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.

Die Adresse der Schwedischen Botschaft in Berlin:

Botschaft des Königreichs Schweden
Rauchstr. 1
10787 Berlin
Tel: 030/505060
Fax: 030/50506789

Bevölkerung

12 Prozent der Bevölkerung sind Einwanderer: bis 1973 überwiegend aus Finnland, danach hauptsächlich Flüchtlinge aus Süd-Amerika, dem Balkan und der Levante. Im Gesundheitssektor sind viele polnische Gastarbeiter beschäftigt.

Sprache

Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Schwedish ist eine germanische Sprache, stark geprägt von Plattdeutsch. Dänisch wird vereinzelt, Norwegisch wird fast überall verstanden, da diese dem Schwedischen sehr ähnlich sind. In einigen Gebieten sind Finnisch und Samisch verbreitet. In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80% der schwedischen Bevölkerung spricht Englisch als Fremdsprache, da Englisch die erste Fremdspraceh an den Schulen darstellt und im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt der Großteil der Schüler Deutsch oder Französisch zu annährend gleichen Teilen. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien.

Religion

75% der schwedischen Bevölkerung gehören der Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, läßt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250 000. Die römisch-katholische Kirche hat 150 000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchenn etwa 100 000. Etwa 10 000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.

Geographie

Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km.

Über das Land verteilt gibt es zahlreiche Nationalparks.

Regionale Einteilung

Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland, Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert:

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Jämtland
  • Lappland
  • Medelpad
  • Norrbotten
  • Närke
  • Skåne (Schonen)
  • Småland
  • Södermanland
  • |
    
    Uppland
  • Värmland
  • Västerbotten
  • Västergötland
  • Västmanland
  • Ångermanland
  • Öland
  • Östergötland
  • Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:

    
    |
    
    |
    
    Gotlands län
  • Blekinge län
  • Skåne län
  • Hallands län
  • Västra Götalands län
  • Värmlands län
  • Örebro län
  • |
    
    Västmanlands län
  • Dalarnas län
  • Gävleborgs län
  • Västernorrlands län
  • Jämtlands län
  • Västerbottens län
  • Norrbottens län
  • Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro, Norrköping, Helsingborg, Lund, Umeå, Jönköping, Karlskrona und Kristianstad.

    Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich der Städte Borlänge, Falun und Gävle etwa auf einer Linie Söderhamn-Mora. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.

    Topographie

    Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfaßt, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfaßt, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt.

    Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Nordeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u.ä.) mit 2,4 m unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren).

    Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Meter über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens größte Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Meereshöhe von 600 - 700 m, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird.

    Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v.Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich.

    Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven.

    Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.

    Klima

    Schwedens Klima ist für seine geographische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0°C bis -2°C im Süden und -12°C bis -14°C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16°C bis 18°C im Süden und 12°C bis 14°C im Norden.

    Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

    Wirtschaft

    Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90% der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu eine der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 60er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 70er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2% und der des sekundären Sektors 28%, während 70% des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.

    Land- und Forstwirtschaft

    Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 90% der Anbaufläche befindet sich in Süd- und Mittelschweden. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58%) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24% der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. 52% der Staatsfläche sind von Wald bedeckt.

    Bergbau und Industrie

    Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 70er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und via Narvik und Luleå exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silver zu 60% und Gold zu 80% den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich.

    Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 90er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10% innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind der Fahrzeugbau (1996: 13% der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u.a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13% der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12% der industriellenWertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, TetraPak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10% der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

    Dienstleistungen

    Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70% des BIP, was sich vor allem darauf zurückkführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.

    Außenhandel

    Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9% des Exportes im ersten Quartal 2004), Deutschland (10,2%), Norwegen (8,3%) und Großbritannien (7,8%). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (15,5% des Exportes im ersten Quartal 2004), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9%) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4%). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (19% des Importes im ersten Quartal 2004), Dänemark (8,8%) und Großbritannien (8%). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8% des Importes im ersten Quartal 2004) Maschinen (11,4%), und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3%).

    Vergleichsmäßig hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.

    Fremdenverkehr

    Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3% zu Schwedens BIP bei. Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23% aus Deutschland, 19% aus Dänemark, 10% aus Norwegen und je 9% aus Großbritannien und den Niederlanden.

    Geschichte

    Hauptartikel: Geschichte Schwedens

    Kultur

    Literatur

    Hauptartikel: Schwedische Literatur

    Überregionale Tageszeitungen sind die beiden in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet, sowie Göteborgs-Posten.

    Film

    Um 1910 begann man in Schweden mit der regelmäßigen Produktion von Spielfilmen. Zwei Regisseure, Victor Sjöström und Mauritz Stiller, traten hervor und erreichten Anfang der 20er Jahre Weltruhm mit der Verfilmung zweier literarischer Werke von Selma Lagerlöf: Herrn Arnes Schatz (Herr Arnes penningar) 1919 und Der Fuhrmann des Todes (Körkarlen) 1921. Die beiden Regisseure und der von Stiller entdeckte Star Greta Garbo zogen nach Hollywood. Gleichzeitig kam die Filmindustrie in finanzielle Schwierigkeiten.

    Der Tonfilm Anfang der 30er Jahre führte zu einer wirtschaftlichen Stabilisierung, aber auf Kosten der künstlerischen und internationalen Ambitionen. Provinzielle und volkstümliche Lustspiele ohne jeden künstlerischen Anspruch waren für den eigenen Markt gedacht. Erst während des Zweiten Weltkrieges, während dessen der Film eine wichtige Aufgabe in der psychologischen Verteidigung erhielt, kam es wieder zu einem künstlerischen Aufschwung, der vor allem von zwei Regisseuren getragen wurde: Alf Sjöberg und Hasse Ekman.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg war die finanzielle Lage unsicherer, was aber die künstlerische Qualität eher begünstigte. Vier Filmunternehmen konkurrierten miteinander und ließen im folgenden Jahrzehnt ihren Mitarbeitern eine relativ große künstlerische Freiheit. Arne Sucksdorff bekam eine Reihe internationaler Preise für seine Dokumentarfilme, unter anderem einen Oscar für Menschen in der Stadt (Människor i stad) 1948, Alf Sjöberg erreichte den ersten großen internationalen Erfolg für den schwedischen Spielfilm, als er 1951 in Venedig den Großen Preis für Fräulein Julie (Fröken Julie) erhielt. Im Jahr danach erregte Arne Mattson mit Sie tanzte nur einen Sommer (Hon dansade bara en sommar) in Berlin großes Aufsehen. Die glänzendste Karriere aber machte Ingmar Bergman, der 1956 in Cannes mit Das Lächeln einer Sommernacht (Sommernattens leende) großen Erfolg hatte, und in der Folge dreimal den Oscar für den besten ausländischen Film (Die Jungfrauenquelle/Jungfrukällan, Wie in einem Spiegel/Såsom i en spegel und Fanny und Alexander/Fanny och Alexander) entgegennehmen konnte. Fanny und Alexander, Bergmans letzter Film gewann übrigens weitere drei Oscars.

    Die schwedische Filmindustrie geriet Ende der 50er Jahre erneut in eine Krise, ausgelöst durch das Fernsehen. Die Zahl der Kinobesucher nahm ab, ebenso die Risikofreude der Produktionsunternehmen. Eine neues Genre, das der erotisch freizügigen Filme, für die Sie tanzte nur einen Sommer schon ein Vorbote war, entstand. Ebenfalls Kinderfilme, vor allem Olle Hellboms Verfilmungen von Astrid Lindgrens Büchern, waren ein Publikumsmagnet.

    Eine Filmreform 1963 rettete den schwedischen Qualitätsfilm. In einem Abkommen zwischen dem schwedischen Staat und der Filmbranche wurde die 25%-ige Vergnügungssteuer auf Kinokarten aufgegeben, während die Kinobesitzer 10% ihrer Einnahmen an das Schwedische Filminstitut abführen. Das Abkommen wird zur Zeit gerade revidiert. Das Schwedische Filminstitut, das auch vom Staat Zuschüsse erhält, unterstützt die Produktion schwedischer Filme auf unterschiedliche Art.

    In diesem neuen Filmklima konnten neue, junge Regisseure debütieren, wie z.B. Vilgot Sjöman, Bo Widerberg, Jan Troell und Lasse Hallberg, der später nach Hollywood ging. Aber auch Frauen wie Mai Zetterling, Marianne Ahrne, Suzanne Osten, Marie Luise Ekman u.a. hatte als Regisseure Erfolg.

    In den letzten Jahrzehnten haben auch ausländische Regisseure in Schweden sehr "schwedische" Filme gemacht, wie Colin Nutley und Billie August, dessen Pelle, der Eroberer (Pelle Erövraren) 1988 einen Oscar für den besten ausländischen Film bekam. Gleichzeitig hat sich die zweite Generation von Einwanderern als Filmemacher etabliert. Beispiel dafür sind Flügel aus Glas (Vingar av glas) von Reza Parsa und Jalla! Jalla! von Josef Fares.

    Der wichtigste Regisseur der letzten Jahre ist Lukas Moodysson, der mit seinem ersten Film Raus aus Amal (Fucking Åmål) 1998 nicht nur einen großen Publikumserfolg in Schweden erreichte, den er mit den Filmen Zusammen (Tillsammans) und Lilja forever wiederholte, sondern mit dem er auch eine Reihe von Auszeichnungen gewann.

    Schwedische Oscarpreisträger:

    • Ingrid Bergman 1944 (Hauptrolle in Gaslight), 1956 (Hauptrolle in Anastasia) und 1974 (Nebenrolle in Mord im Orient Express)
    • Arne Sucksdorf 1948 (bester kurzer Dokumentarfilm: Menschen in der Stadt/Människor i stad)
    • Greta Garbo 1954 (Special Award)
    • Ingmar Bergman 1960 (bester ausländischer Film: Die Jungfrauenquelle/Jungfrukällan), 1961 (bester ausländischer Film: Wie in einem Spiegel/Såsom i en spegel), 1970 (Irving G. Thalberg Memorial Award) und 1983 (bester ausländischer Film: Fanny und Alexander/Fanny och Alexander)
    • Sven Nykvist 1973 (beste Kamera in Schreie und Flüstern/Viskningar och rop) und 1983 (beste Kamera in Fanny und Alexander/Fanny och Alexander)
    • Anna Asp 1983 (beste Ausstattung in Fanny und Alexander/Fanny och Alexander)
    • Marik Vos 1983 (beste Kostüme in Fanny und Alexander/Fanny och Alexander)
    • Bille August 1988 (bester ausländischer Filme: Pelle, der Eroberer/Pelle Erövraren)
    • Per Hallberg 1995 (beste Geräuscheffekte in Braveheart)

    Varia

    Von der königlichen Akademie werden jedes Jahr die von
    Alfred Nobel gestifteten Nobelpreise vergeben.

    Ein einmaliges Kulturdenkmal ist die alte Sendeanlage SAQ in der Nähe von Varberg, denn sie verfügt über den einzigen funktionsfähigen Maschinensender der Erde.

    Schweden ist international für seine Popmusik bekannt. Bands wie ABBA, Roxette, Ace of Base und Army of Lovers sind weltbekannt.

    Siehe auch: Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste schwedischer Musiker

    Typisch schwedische Feste und Bräuche

    Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag.

    Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumplünderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbefördert.

    Der Valborgsmässoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um große Lagerfeuer. Es werden Reden über den Frühling gehalten und Frühlingslieder gesungen.

    Vor allem in Lund und Uppsala ist Valborg am Abend vor dem 1. Mai ein wichtiges Studentenfest. Punkt 15 Uhr setzen alle versammelten ihre weißen Studentenmützen auf und singen Studentenlieder. Die darauffolgende Nacht verbringt man mit übermäßigem Alkoholgenuß und Katerfrühstück.

    Das Midsommarfest wird an der ersten Nacht zu Sonnabend nach dem 21. Juni gefeiert. Die Intensität des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar.

    Im August kamen früher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugehörige Fest wird Kräftskiva genannt und kann zu beliebigem Zeitpunkt stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kräftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schnäpse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige Hüte.

    In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surströmmingsfest. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbröd (Dünnbrot – eine Vorstufe des Knäckebrot aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geschmacksnerven (s. Sauerströmling).

    Das Luciafest wird am 13. Dezember gefeiert. Dazu gehören Umzüge mit der weißgekleideten Lucia und ihren Ehrenjungfern, die frühmorgens stattfinden. Vielerorts und häufig findet auch das Luciasingen (Singen von Vor- und Weihnachtsliedern) statt. Von diesem Tag an und über die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gewürztes und gefärbtes, Hefegebäck.

    Sonstiges

    In der Nähe von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz für den Start von Höhenforschungsraketen betrieben.

    Siehe auch: Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste der schwedischen Könige, Schwedische Nationalenzyklopädie, Nationalparks in Schweden, Liste der Städte in Schweden, Liste schwedischer Sportler, Fußball in Schweden

    Weblinks


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