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Spartakusbund



Der Spartakusbund, eine linksrevolutionäre Vereinigung, war die unmittelbare Vorläuferorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er wurde 1917 als Oppositionsgruppe ausgeschlossener SPD-Mitglieder von Karl Liebknecht, Franz Mehring und Rosa Luxemburg gegründet. Diese Gruppe existierte schon seit 1916, damals allerdings noch nach ihrer Zeitschrift unter dem Namen „Gruppe Internationale“.
Anlass der Bildung der "Gruppe Internationale" war der Protest gegen die 
Burgfriedenspolitik der Mutterpartei im 1. Weltkrieg, dem Liebknecht und Otto Rühle als SPD-Reichstagsabgeordnete bei ihrer Verweigerung der Zustimmung für die Kriegskredite 1915 Ausdruck verliehen hatten, worauf Liebknecht und andere Burgfriedengegner aus der SPD ausgeschlossen worden waren. 

Der Name "Spartakusbund" leitete sich von den von ihm unter der Federführung Rosa Luxemburgs herausgegebenen illegalen "Spartakusbriefen" ab. Deren Name geht auf den thrakischen Anführer des Sklavenaufstandes Spartakus im antiken Römischen Reich von 73 bis 71 vor Christus zurück.

Der Spartakusbund stand für sozialistischen Internationalismus und forderte die sofortige Einstellung aller Kriegshandlungen.

Seit der Oktoberrevolution in Russland orientierte sich der Bund an den dortigen Bolschewiki unter Lenin und Trotzki. Bedeutende Spartakisten waren: Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Willi Budich, Käthe Duncker und Hermann Duncker, Franz Mehring, Hugo Eberlein, Leo Jogiches, Paul Lange, Paul Levi, Ernst Meyer, Wilhelm Pieck, und August Thalheimer. Ebenfalls zu den Gründern des Bundes gehörte Julian Balthasar Marchlewski.

Trotz politischer Differenzen schloss sich die Spartakusgruppe 1917 der "Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei" (USPD) an, die sich ebenfalls gegen den Krieg wandte. Anfangs verstanden sich die Spartakisten als eine „geschlossene Propaganda-Vereinigung“, die die USPD innerparteilich beeinflussen wollte.

Die USPD war vom ursprünglichen SPD-Politiker Karl Kautsky als eine Abspaltung von der SPD, in Folge des Konflikts um die Kriegsfrage, gegründet worden. Die speziellen Ziele dieser Partei, in der sich auch reformorientierte Sozialisten wie Eduard Bernstein befanden, entsprachen allerdings von Anfang an in vielen Punkten nicht denen der revolutionär gesinnten Spartakusgruppe.

Später, nach dem Krieg, wurde der Spartakusbund eine parteiunabhängige linksrevolutionäre Organisation, die prägenden Einfluss auf die Novemberrevolution von 1918 hatte und für die Errichtung einer Räterepublik eintrat. Die Ausrufung der freien sozialistischen Republik durch Karl Liebknecht am 9. November 1918 war jedoch nicht erfolgreich. Kurz zuvor hatte der Mehrheitssozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstages aus eine demokratische Republik ausgerufen, die sich schließlich als pluralistische Demokratie der Weimarer Republik durchsetzte. Die revolutionären Kämpfe dauerten in Deutschland noch bis 1919 an. Bis Mitte Januar 1919 wurde der so genannte Spartakusaufstand, der auch Januaraufstand genannt wird, von Freikorpseinheiten militärisch niedergeschlagen.

Am 1. Januar 1919 ging aus dem Spartakusbund im Verbund mit anderen sozialistischen und kommunistischen Gruppierungen die "Kommunistische Partei Deutschlands" (KPD) hervor, gegründet vor allem auf Initiative von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Beide wurden schon kurz nach der KPD-Gründung von rechtsnationalistischen Freikorpseinheiten am 19. Januar 1919 gefangen genommen und am selben Tag ermordet.

Nachwirkung des Spartakusbundes in der Bundesrepublik Deutschland: Mehr als 50 Jahre später, in den 1970er Jahren berief sich eine der 1968 in der Bundesrepublik Deutschland neu geründeten Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) nahe stehende Studentenorganisation in ihrem Namen auf die Tradition des Spartakusbundes. Diese linke Studentenorganisation nannte sich Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB Spartakus) und spielte in den 1970ern und 1980ern zeitweise in einigen Allgemeinen Studentenausschüssen verschiedener Universitäten eine prägende Rolle.




     
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