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Liberalismus



Der Liberalismus (von lat liberalis: die Freiheit betreffend) ist eine politische Theorie, die eine besondere Spielart des westlichen Individualismus darstellt. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Schutz des Einzelnen gegenüber dem Staat.

Table of contents
1 Begriff
2 Geschichte des Liberalismus
3 Kritik
4 Bedeutende Liberale
5 Literatur

Begriff

Der Begriff des Liberalismus selbst ist relativ schwer zu bestimmen, ohne auf den gesamten westlichen Individualismus bezug zu nehmen. Allen Liberalismen ist gemein, dass diese die Freiheit des Einzelnen gegenüber der Wahrung von Gemeininteressen postulieren, dass sie moralische Gleichheit fordern, universell gültige Werte annehmen und an Fortschritt durch Reform glauben.

Entsprechend obiger Zweiteilung gibt es auch zwei wesentliche Arten von Liberalismus: Links-liberale teilen die Forderung nach weitgehender politische und gesellschaftlicher Freiheit. Rechts-Liberale fordern zusätzlich die Ökonomischen Freiheiten.

Geschichte des Liberalismus

Obwohl der Begriff des Liberalismus erst relativ spät in Spanien entstand, ist seine Geschichte doch älter. Er entwickelte sich zeitgleich mit der Aufklärung und stellte die Freiheit des Individuums in den Mittelpunkt seiner Theorie.

Während die politische Szene in England und den USA während des 18. und 19. Jahrhunderts fast vollkommen von Liberalen beherrscht wurde, hatten sie aufgrund gewerkschaftlicher Bewegungen in den kontinentaleuropäischen Ländern weit weniger Einfluss. Liberale standen oftmals zwischen Aristokratie und der beginnenden Arbeiterbewegung.

Während sich anfangs Liberale, radikale Demokraten und die Vorläufer der Arbeiterbewegung zusammen für eine Abschaffung der Adelsprivilegien einsetzten, änderte sich dies mit der Revolution von 1848. Die Hauptträger des Liberalismus, die bürgerlichen Schichten, neigten in Verbindung mit dem Nationalismus insbesondere in Deutschland dazu, nationale Einigung und Schutz des Eigentums als Vorbedingungen für die Erfüllbarkeit ihrer Forderungen nach Freiheit zu sehen.

Liberalismus in Deutschland

Erste Höhepunkte waren das Hambacher Fest 1832 und die Revolution von 1848.

In der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/1849 stellten die bürgerlich-liberalen Fraktionen Casino und Württemberger Hof (Heinrich von Gagern) die Mehrheit. Sie traten für eine konstitutionelle Monarchie, Volkssouveränität und parlamentarische Rechte ein.

Die Spaltung des deutschen Liberalismus erfolgte anhand von Bismarcks Reichsgründung. Waren vorher im liberalen Kanon die deutsche Einheit und die Etablierung bürgerlicher Freiheiten untrennbar miteinander verbunden, stellte die konservative Reichsgründung von oben das Auseinanderfallen von Nationalen und Freiheitlichen Zielen dar. Ein Teil entschied sich, Bismarck zu unterstützen und ging später in der nationalliberalen Partei auf, eine anderer war eher widerständig orientiert und bildete den Freisinn.

Mit dem Aufkommen der Sozialdemokratie verloren Liberale ihren Einfluss als prägende politische Kraft. Als Bismarck das noch heute in seine Grundzügen bestehende Sozialversicherungssystem einführte, vor allem um der als revolutionär eingeschätzten SPD in einer Doppelstrategie aus Verbot und Entgegenkommen politisch das Wasser abzugraben, schien das Schicksal der Liberalen um Eugen Richter besiegelt. Die Bewegung selbst spaltete sich in einen eher linksliberal-Wohlfahrtsstaatlichen Flügel (vor allem in den Hansestädten und Südwestdeutschland) und eine nationalliberal-großindustrielle Richtung (vor allem an Rhein und Ruhr).

Bei der Gründung der Weimarer Republik spielten die Liberalen eine entscheidende Rolle. In der Anfangsphase gründeten sich zwei liberale Parteien, die DDP und die DVP. Damals standen Persönlichkeiten wie Friedrich Naumann, Max Weber, Albert Einstein, Walter Rathenau, Gustav Stresemann, Hugo Preuß, Reinhold Maier, Theodor Heuss u.a. für den Liberalismus.

Mit der Gründung der FDP - Die Liberalen wurde die Spaltung des Liberalismus in Deutschland endgültig erfolgreich überwunden. Seit Gründung der Bundesrepublik war die FDP u.a. mit Thomas Dehler, Erich Mende, Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel an den Bundesregierungen beteiligt. Die FDP ist die einzige Partei im Deutschen Bundestag, die für sich in Anspruch nimmt, für den ganzheitlichen Liberalismus einzutreten.

Liberales Gedankengut findet sich daneben aber auch in den anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Insbesondere durch die rechtsliberale Dominanz in der FDP sind nach der "Wende" 1982 einige Poltiker wie Ingrid Matthäus-Meier oder Günter Verheugen in die SPD gewechselt.

Kritik

Das Problem des ökonomischen Liberalismus ist, dass die scheinbaren Freiheiten durch ökonomische Zwänge erkauft werden. Wer nichts anderes zu verkaufen hat als seine Arbeitskraft gerät in ein enormes Abhängigkitsverhältnis. Freheiten bringt der ökonomische Liberalismus nur für jene mit entsprechendne finanziellen Mitteln. (vergl. Globalisierungskritik)

Bedeutende Liberale

Literatur

Siehe auch:
Klassischer Liberalismus, Neoliberalismus, Considerations on Representative Government, Ordoliberalismus, Technoliberalismus, Manchesterliberalismus




     
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