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Geschichte Rumäniens



Die Geschichte Rumäniens ist stark vom Einfluss der Römer geprägt, was sich auch im Namen Rumänien oder Romania ausdrückt; Romania war in der Spätantike eine häufige Bezeichnung für das Römische Reich. Die auf dem Gebiet des späteren Rumänien ansässigen Daker werden 106 n. Chr. durch Trajan in das Römische Reich eingegliedert und sprachlich sowie kulturell romanisiert. 271 wurden die römischen Truppen ans rechte Donauufer zurückgezogen. In den folgenden Jahrhunderten setzt sich unter byzantinischer Herrschaft das orthodoxe Christentum durch, was die Kultur und Mentalität der Rumänen bis heute prägt.

''Siehe auch: Rumänische Ethnogenese

Table of contents
1 Völkerwanderung
2 Ungarische Migration
3 Mittelalterliche Staaten
4 Osmanische Herrschaft
5 Erwachendes Nationalbewusstsein
6 Vereinigung und Monarchie
7 Die Jahre zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
8 Zweiter Weltkrieg
9 Antonescu kommt an die Macht
10 Rumänien und der Holocaust
11 Der königliche Staatsstreich
12 Aufstieg der Kommunisten
13 Parteiinterne Machtkämpfe
14 Die Ära Gheorghiu-Dej
15 Das Ceauşescu-Regime
16 Sturz
17 Kontroverse über die Ereignisse vom Dezember 1989
18 Postkommunistische Ära
19 1996 - 2000
20 2000 - 2004
21 Weblinks

Völkerwanderung

Angesichts des Einfalls von germanischen Völkern zog sich die Verwaltung des römischen Reichs aus Dakien zurück. Die letzten Stellungen nördlich der Donau wurden während der Regierungszeit von Aurelian (270-275) aufgegeben. Es folgten mehrere Wellen von Wanderungsbewegungen, darunter im 7. Jahrhundert die Slawen, von denen die meisten Siedler waren, die das Tiefland von Rumänien kolonisierten. Sie kamen in Kontakt und assimilierten sich mit der rumänischen Bevölkerung, die größtenteils im Hochland lebte. Auch viele Kriegerstämme zogen durch das rumänische Territorium, so wie die Hunnen, die Magyaren im 9. Jahrhundert und die Tataren im 13. Jahrhundert.

Es gibt keine schriftlichen oder architektonischen Nachweise für die Existenz von "Proto-Rumänen" in der Gegend nördlich der Donau für das Jahrhundert nach Roms Rückzug aus Dakien, es gibt aber auch keinen Beweis für das Gegenteil. Dieser Umstand hat jahrhundertelang die Fehde um Siebenbürgen zwischen rumänischen und umgarischen Historikern angefacht.

Einige Historiker behaupten, dass die Rumänen in Wirklichkeit nicht von den romanisierten Dakern abstammen, sondern dass sie von südlich der Donau kamen und sich im heutigen Gebiet Rumäniens niederließen. Für Details dieser Debatte siehe Rumänische Ethnogenese.

Rumänische Historiker erklären das Fehlen harter Beweismaterialen mit dem Fehlen einer organisierten lokalen Administration bis zum 12. Jahrhundert, und dadurch, dass die Mongolen beim Plündern des Gebiets im Jahr 1241 jegliche existierenden Aufzeichnungen vernichtet hätten.

Ungarische Migration

Im Jahr 896 ließen sich die Magyaren im Karpatenbecken nieder und waren damit der letzte der nomadischen Stämme, die in Europa Staaten bildeten. Ein Jahrhundert später dehnte Stephan I das ungarische Königreich auf Siebenbürgen aus. Die Ungarn bauten Festungen, gründeten ein römisch-katholisches Bistum und begannen, die einheimische siebenbürgische Bevölkerung zu missionieren. Es gibt wenig Zweifel, dass darunter auch Rumänen waren, die nach dem Ost-West-Schisma der östlichen orthodoxen Kirche treu blieben. Stephan und seine Nachfolger warben fremde Siedler an, um sich in der Region niederzulassen.

Die Siedler kamen teilweise von weit her, darunter Szekler und der aus Palästina zurückkehrende Deutsche Ritterorden, der Kronstadt (heute Braşov) gründete, dann aber nach einem Konflikt mit dem König 1225 in die Ostseeregion umsiedelte. Ungarns Könige förderten die Loyalität der Kolonisten, indem sie ihnen Land, Handelsprivilegien und ein beträchtliches Maß an Autonomie gewährten. Der Adelsstand war auf Katholiken beschränkt, und während einige rumänische Adlige zur römischen Konfession konvertierten, um ihre Privilegien zu bewahren, wurden die meisten orthodoxen Rumänen Leibeigene.

1241 fielen die Mongolen von Norden und Osten her über die Karpaten in Siebenbürgen ein. Sie schlugen die Truppen Bélas IV in die Flucht, brandschatzten Siebenbürgen und Zentralungarn und ermordeten einen Teil der Bevölkerung. Als die Mongolen sich 1242 schlagartig wieder zurückzogen, startete Béla ein energisches Wiederaufbauprogramm. Er lud weitere Fremde ein, sich in Siebenbürgen und anderen verwüsteten Regionen des Königreichs niederzulassen, gewährte lokalen Adligen Land und ordnete an, Festungen aus Stein zu errichten. Bélas Wiederaufbaubemühungen und der Sturz der Árpáden-Dynastie 1301 verschob die Machtverhältnisse in Ungarn signifikant. Der Einfluss des Königs sank, und rivalisierende Magnaten errichteten für sich kleinere Königreiche, enteigneten Bauernland und verschärften die feudalen Pflichten.

Siebenbürgen wurde praktisch selbständig. Schon 1288 beriefen die siebenbürgischen Adligen ihre eigene Ständeversammlung ein. Unter steigendem wirtschaftlichen Druck von ungehemmten Feudalherren und religiösem Druck von eifernden Katholiken emigrierten viele Rumänen aus Siebenbürgen ostwärts und südwärts über die Karpaten.

Mittelalterliche Staaten

Frühe rumänische Staaten bildeten sich im 10 und 11 Jahrhundert heraus und erscheinen in historischen Quellen unter den Namen Wlachen (siehe auch Walachen). Die meisten dieser Staatsgebilde waren kleine Königreiche, die gewöhnlich nach dem Tod ihrer Oberhäupter zerfielen.

Im 11. Jahrhundert kam das rumänisch-bulgarische Königreich auf, dessen Herrscher der rumänischen Asen-Dynastie entstammten; es umfasst das Gebiet des heutigen Südrumäniens und Bulgarien. Erst im 13. Jahrhundert entstanden die größeren Fürstentümer Moldau und Walachei. Siebenbürgen war zu dieser Zeit ein im wesentlichen autonomer Teil des ungarischen Königreichs, ein Ergebnis der Eroberung der vorher existierenden kleineren politischen Formationen im 11.-13. Jahrhundert.

Walachei und Moldau

Die Legende besagt, dass 1290 Negru-Voda, ein führender rumänischer Adliger, Fogarasch im Süden Siebenbürgens zusammen einer Gruppe Adliger verließ und im Gebiet zwischen den südlichen Karpaten und der Donau "Tara Româneasca" gründete. Der Name heißt wörtlich "Rumänisches Land", bezeichnet tatsächlich die Walachei. Das Wort Walachei ist von dem slawischen Wort Vlach, dieses wiederum vom germanischen Walh abgeleitet, dass ursprünglich "Fremder" hieß.

Eine zweite Legende erzählt, dass ein rumänischer Woiwode namens Dragos die Karpaten überquerte und sich mit anderen Rumänen in der Ebene zwischen den Bergen und dem Schwarzen Meer niederließ. Zu ihnen stieß 1349 ein siebenbürgischer Woiwode namens Bogdan, der gegen seinen Lehnsherrn rebellierte und sich am Fluss Moldova niederließ, der der Moldau ihren Namen gibt. Bogdan erklärte ein Jahrzehnt später die moldauische Unabhängigkeit von Ungarn. Die zurückgebliebenen rumänischen Adligen in Siebenbürgen nahmen schließlich die ungarische Sprache und Kultur an. Die rumänischen Leibeigenen in Siebenbürgen sprachen weiterhin Rumänisch und blieben beim orthodoxen Glauben; sie waren aber machtlos, sich der ungarischen Beherrschung zu entziehen.

Walachei und Moldau gewannen im Laufe des 14. Jahrhunderts allmählich an Macht, einer für Südosteuropa friedlichen und wohlhabenden Zeit. Fürst Basarab I der Walachei (ca. 1330-52) musste, obwohl ihm 1330 ein Sieg gegen Karl I gelang, die ungarischer Oberhoheit anerkennen. Der Patriarch der orthodoxen Kirche in Konstantinopel dagegen richtete einen kirchlichen Sitz in der Walachei ein und ernannte einen Metropoliten. Die Anerkennung durch die Kirche bestätigte den Status der Walachei als Fürstentum, und die Walachei befreite sich 1380 von der ungarischen Oberhoheit.

Die Fürsten von Walachei und Moldau hatten fast absolute Macht; nur der Fürst hatte die Macht, Landbesitz zu verteilen und Adelstitel zu verleihen. Versammlungen der Adligen, oder Bojaren, und der höhere Klerus wählten Fürsten auf Lebenszeit, und das Fehler eines Nachfolgegesetzes bereitete eine fruchtbare Atmosphäre für Intrigen. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert findet man in der Geschichte der Fürstentümer reichlich Stürze von Fürsten durch rivalisierende Parteien, die oft von Fremden unterstützt wurden. Die Bojaren waren von der Steuerzahlung ausgenommen, mit Ausnahme von Abgaben auf die Hauptquellen landwirtschaftlichen Vermögens. Obwohl die Bauern einen Teil ihrer Erträge in Naturalien an die lokalen Adligen abgeben mussten, war ihnen, abgesehen von ihrer untergeordneten Stellung, nie das Recht vorenthalten, Grund und Boden zu besitzen oder umzusiedeln.

Walachei und Moldau blieben für viele Jahre nach ihrer Gründung isoliert und rückständig. Ausbildung war beispielweise nicht-existent, und die Religionsausübung war schlecht organisiert. Abgesehen von wenigen Marktplätzen gab es wenige nennenswerte Städte und keinen Geldumlauf. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Handel zwischen den Mittelmeerländern und der Region am Schwarzen Meer. Händler aus Genua und Venedig gründeten Handelszentren entlang der Küste des Schwarzen Meers, wo Tataren, Deutsche, Griechen, Juden, Polen, Raguser und Armenier Waren tauschten. Walachen und Moldauer blieben jedoch im wesentlichen Agrarvölker.

Siebenbürgen

In Siebenbürgen erholte sich das wirtschaftliche Leben nach der mongolischen Invasion rasch. Neue Anbaumethoden kurbelten den Ernteertrag an. Handwerker bildeten Gilden, als das Handwerk erblühte; Gold-, Silber- und Salzabbau wurde ausgedehnt, und geldbasierte Geschäftsabschlüsse ersetzten den Tausch von Naturalien.

Wenngleich Stadtbewohner von feudalen Pflichten ausgenommen waren, dehnte sich der Feudalismus aus, und Adlige verschärften die Verpflichtungen. Die Leibeigenen ärgerten sich über die höheren Zahlungen; einige verließen das Land, während andere Gesetzlose wurden. 1437 erhoben sich rumänische un ungarische Bauern gegen ihre Feudalherren. Der Aufstand gewann Fahrt, wurde aber schließlich mit großem Aufwand von den vereinigten Kräften der ungarischen, deutschen und szeklerischen Adligen in Siebenbürgen niedergeschlagen. Daraufhin bildete der Adel die Union der drei Nationen, die gelobte, ihre Privilegien gegen jegliche Macht außer der des ungarischen Königs zu verteidigen.

Das Dokument erklärte die Ungarn, Deutschen und Szekler zu den einzigen anerkannten Nationalitäten in Siebenbürgen. Von da an waren alle anderen Nationalitäten dort, einschließlich der Rumänen, nur "toleriert". Der Adel bürdete seinen Leibeigenen allmählich noch härtere Bedingungen auf. 1437 beispielsweise musste jeder Leibeigene einen Tag im Jahr einen Tag im Jahr zur Erntezeit für seinen Lehnsherrn ohne Bezahlung arbeiten; 1514 mussten Leibeigene einen Tag pro Woche für ihren Herrn arbeiten, mit ihren eigenen Tieren und Werkzeugen.

Osmanische Herrschaft

Im 14. Jahrhundert dehnte sich das Osmanische Reich von Kleinasien auf die Balkanhalbinsel aus. Die Osmanen überquerten 1352 den Bosporus und besiegten 1389 die Serben bei Kosovo Polje (siehe Schlacht auf dem Amselfeld). Die Überlieferung besagt, dass der walachische Fürst Mircea cel Bătrân (1386-1418) sein Heer in den Kosovo schickte, um dort an der Seite der Serben zu kämpfen. Bald nach der Schlacht marschierte Sultan Bayezid I in die Walachei ein und inhaftierte Mircea, bis dieser versprach, Tribut zu zahlen. Nach einem gescheiterten Versuch, sich dem Zugriff des Sultans zu entziehen, floh Mircea nach Siebenbürgen und gliederte sein Heer in einen Kreuzzug ein, der vom ungarischen König Sigismund initiiert worden war. Der Feldzug endete in einer Katastrophe: die Osmanen schlugen Sigismunds Armee 1396 bei Nicopolis im heutigen Bulgarien in die Flucht. Mircea und seine Leute konnten über die Donau entkommen.

1402 bekam die Walachei einen Aufschub vom Druck durch das Osmanische Reich, da der mongolische Führer Tamerlan von Osten her in Kleinasien einmarschierte, den Sultan tötete und einen Bürgerkrieg verursachte. Als nach dem Osmanischen Interregnum wieder Ordnung im Reich einkehrte, erneuerten die Osmanen ihren Angriff auf dem Balkan. 1417 kapitulierte Mircea vor Sultan Mehmed I; er stimmte einer jährlichen Tributszahlung zu und gab Territorium ab; im Gegenzug erlaubte er Sultan der Walachei, ein Fürstentum zu bleiben.

Nach Mirceas Tod 1418 erlebten Walachei und Moldau eine Phase des Verfalls. Nachfolgekämpfe, polnische und ungarische Intrigen sowie Korruption produzierten eine Parade von elf Fürsten innerhalb von 25 Jahren. So wie die osmanische Bedrohung zunahm, wurden die Fürstentümer geschwächt. 1444 schlugen die Osmanen abermals einen europäischen Feldzug bei Warna im heutigen Bulgarien. Als Konstantinopel im Jahr 1453 erobert wurde, schnitten die Osmanen die genuesischen und venezischen Galeeren von den Schwarzmeerhäfen ab. Der Handel ging zurück und die Isolation der rumänischen Fürstentümer nahm zu, obwohl sie im Gegensatz zu den weiter südlichen liegenden Ländern des Balkan der direkten osmanischen Herrschaft zunächst entkamen.

Zu dieser Zeit wurde Johann Hunyadi, ein magyarisierter Rumäne aus Siebenbürgen, Reichsverweser von Ungarn. Hunyadi, ein Held aus den Türkenkriegen, mobilisierte Ungarn gegen die Osmanen und rüstete eine Söldnerarmee aus, die erstmals aus einer dem ungarischen Adel auferlegten Steuer finanziert wurde. Er erzielte 1456 vor Belgrad einen durchschlagenden Sieg über die Türken, starb aber bald nach der Schlacht an der Pest.

In einem seiner letzten Schritte brachte Hunyadi Vlad Tepes (1456-1462) auf den Thron der Walachei. Vlad wurde dafür bekannt, seine Opfer auf grausame Art zu foltern und hinzurichten. Er hasste die Türken und forderte den Sultan heraus, indem er seine Tributzahlungen verweigerte. 1461 versuchte Hamsa Pascha ihn in eine Falle zu locken, aber der walachische Fürst entdeckte den Verrat, ließ Hamsa und seine Männer gefangennehmen und pfählen. Sultan Mehmed II marschierte später in die Walachei ein und zwang Vlad ins Exil nach Ungarn. Vlad kehrte noch einmal kurzzeitig auf den Thron zurück, starb aber wenig später, woraufhin der Widerstand der Walachei gegen die Osmanen verschwand.

Die Moldau und ihr Fürst Ştefan cel Mare (Stefan der Große) (1457-1504) waren die letzte Hoffnung des Fürstentums, der Bedrohung durch das Osmanische Reich zu entgegnen. Stefan stellte aus der Bauernschaft der Moldau eine 55000 Mann starke Armee auf und schlug das eindringende Herr des ungarischen Königs Matthias Corvinus in einem kühnen Nachtangriff zurück. Stefans Heer marschierte 1471 in die Walachei ein und besiegte die zurückschlagende osmanische Armee 1473 und 1474. Nach diesen Siegen bat Stephan Papst Sixtus IV, eine christliche Allianz gegen die Türken zusammenzurufen. Der Papst antwortete, indem er Stefan einen Athleta Christi nannte, aber er beachtete nicht dessen Forderung nach einem vereinigten Vorgehen des Christentums. Während der letzten Jahrzehnte von Stefans Regierungszeit erhöhen die Osmanen den Druck auf die Moldau. Sie nahmen 1484 wichtige Schwarzmeerhäfen ein und setzten 1485 die Hauptstadt der Moldau, Suceava, in Brand. Stefan gelang im darauffolgenden Jahr noch einmal ein Sieg, beschränkte seine Bemühungen um die Unabhängigkeit der Moldau dann aber auf das diplomatische Terrain. Auf seinem Todesbett soll er seinem Sohn angeraten haben, sich den Türken zu unterwerfen, wenn sie eine ehrenhafte Oberhoheit anbieten sollten. Nachfolgekämpfe schwächten die Moldau nach seinem Tod.

1514 entzündeten gierige Adlige und ein schlecht geplanter Kreuzzug eine ausgedehnte Bauernrevolte in Ungarn und Siebenbürgen. Gut ausgerüstete Bauern unter György Dózsa plünderten Güter im ganzen Land. Trotz ihrer großen Zahl waren die Bauern jedoch schlecht organisiert und erlitten bei Timişoara eine entscheidende Niederlage. Dózsa und die anderen Anführer wurden gefoltert und hingerichtet. Nach dem Aufstand erließ der ungarische Adel Gesetze, die die Leibeigenen für immer an ihre Scholle fesselten und ihre Arbeitspflichten erhöhten. Da nun Leibeigene und Adel tief voneinander entfremdet waren und verschiedene Magnaten mit dem König um die Macht konkurrierten, wurde Ungarn verwundbar für einen Angriff von außen. Die Osmanen stürmten 1521 Belgrad, schlugen 1526 eine ungarische Armee bei Mohács und eroberten 1541 Buda. Sie installierten einen Pascha für die Regierung Zentralungarns; die Habsburger kontrollierten Teile des nördlichen und westlichen Ungarns. Siebenbürgen wurde ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit.

Nach dem Fall Budas erlebte Siebenbürgen, wenn auch ein Vasallenstaat der Hohen Pforte, eine Phase weitreichender Autonomie. Als Vasall zahl Siebenbürgen einen jährlichen Tribut an die Pforte und gab militärische Unterstützung; im Gegenzug versprachen die Osmanen, Siebenbürgen vor äußeren Bedrohungen zu beschützen. Einheimische Fürsten regierten Siebenbürgen von 1540 bis 1690. Siebenbürgens mächtige, größtenteils ungarische, regierenden Familien, deren Stellung ironischerweise durch Ungarns Zerfall gestärkt wurde, wählten gewöhnlich den Fürsten, die von der Pforte bestätigt werden musste; in einigen Fällen ernannten die Türken jedoch von vornherein den Fürsten. Die siebenbürgische Ständeversammlung wurde ein Parlament, und der Adel erneuerte die Union der drei Nationen, die immer noch die Rumänen von der politischen Macht ausschloss. Die Fürsten ergriffen Maßnahmen, um die siebenbürgischen Rumänen von denen in der Walachei und in der Moldau zu trennen und verboten orthodoxen Priestern, Siebenbürgen von der Walachei aus zu betreten.

Nach Ungarns Zusammenbruch verbreitete sich die protestantische Reformation rasch in Siebenbürgen, und die Region wurde eine von Europas protestantischen Hochburgen. Siebenbürgens Deutsche nahmen das Luthertum an und viele Ungarn konvertierten zum Kalvinismus. Jedoch gelang es den Protestanten, die Katechismen in rumänischer Sprache drucken und verteilen ließen, kaum, die Rumänen aus der Orthodoxie anzulocken. 1571 verabschiedene der siebenbürgische Landtag ein Gesetz, dass vier Religionen in siebenbürgischen Glaubensfreiheit und gleiche Rechte zubilligte: der Römisch-katholischen, lutherischen, kalvinistischen und unitarischen. Das Gesetz war eines der ersten seiner Art in Europa, aber die dadurch verkündete religiöse Gleichstellung war beschränkt. Orthodoxe Rumänen waren beispielsweise in ihrer Religionsausübung frei, aber politische Gleichstellung genossen sie nicht.

Nachdem die Osmanen Buda erobert hatten, verloren Walachei und Moldau bis auf den äußeren Anschein ihre Unabhängigkeit, und die Pforte forderte beträchtliche Tributzahlungen ein. Die Osmanen wählten die walachischen und moldauischen Fürsten unter den Söhne von adligen Geiseln oder Flüchtlingen in Konstantinopel. Wenige Fürsten starben eines natürlichen Todes, aber während ihrer Regierungszeit lebten sie in großem Luxus. Obwohl die Pforte Türken verbot, Land in den Fürstentümern zu besitzen oder dort Moscheen zu bauen, erlaubten die Fürsten griechischen und türkischen Händern und Wucherern, die Reichtümer der Fürstentümer auszubeuten. Indem sie ihre Privilegien eifersüchtig verteidigten, erstickten die Griechen die sich entwickelte rumänische Mittelklasse.

Der letzte rumänische Nationalheld, bevor Türken und Griechen ihren Würgegriff auf die Fürstentümer schlossen, war der Walache Mihai Viteazul (1593-1601). Mihai erschlich sich seine Karriere zum Fürsten bei der Pforte. Nachdem er inthronisiert war, nahm sein Heer mehrere osmanische Festungen ein. Mihais Ziel war letztendlich die völlige Selbständigkeit, aber 1598 gelobte er dem römisch-deutschen Kaiser Rudolf II die Treue. Ein Jahr später nahm Mihai Siebenbürgen ein, und sein Sieg reizte die siebenbürgischen Bauern zur Rebellion. Mihai war jedoch mehr daran interessiert, sich beim siebenbürgischen Adel beliebt zu machen, weniger daran, aufsässige Leibeigene zu unterstützen. Er unterdrückte den Aufstand und hielt die Union der drei Nationen aufrecht. Trotz des Versprechens des Fürsten misstrauten die Adligen ihm. 1600 schließlich eroberte Mihai die Moldau.

Das erste Mal regierte nun ein rumänischer Fürst über alle Rumänen, und das rumänische Volk fühlte erstmals das Aufkommen einer nationalen Identität. Mihais Erfolg schreckte Rudolf auf. Der Kaiser stachelte den siebenbürgischen Adel zur Revolte gegen den Fürsten auf, und gleichzeitig fiel Polen in die Moldau ein. Mihai konsolidierte seine Kräfte in der Walachei, leistete bei Rudolf Abbitte und stimmte einem Feldzug zusammen mit Rudolfs General Giorgo Basta zu, mit dem Siebenbürgen von aufmüpfigen ungarischen Adligen zurückgewonnen werden sollte. Nach ihrem Sieg ließ Basta Mihai wegen angeblichen Verrats hinrichten. Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) wurde in der Legende eindrucksvoller als er in seinem Leben war, und seine kurzzeitige Vereinigung der rumänischen Territorien inspirierte später die Rumänen, um ihre kulturelle und politische Einheit zu kämpfen.

In Siebenbürgen verfolgte Bastas Armee Protestanten und enteignete illegal ihren Besitz, bis Stephan Bocskay (1605-1607), ein früherer Unterstützer der Habsburger, eine Armee einberief, die die kaiserlichen Truppen aus dem Land trieb. 1606 unterschrieb Bocskay mit den Habsburgern und den Osmanen Friedensverträge, die ihm seine Stellung als Fürst von Siebenbürgen sicherten, religiöse Freiheit garantierten, und die Unabhängigkeit Siebenbürgens erweiterten.

Nach Bocskays Tod und der Regierungszeit des tyrannischen Gabriel Báthory (1607-1613) zwang die Pforte die Siebenbürgen, Gábor Bethlen (1613-1629) als Fürst zu akzeptieren. Siebenbürgen erlebte ein goldenes Zeitalter unter Bethlens aufgeklärten Despotismus. Er förderte Landwirtschaft, Handel und Industrie, ließ neue Bergbauminen eröffnen, schickte Studenten zu protestantischen Universitäten im Ausland und verbot Grundherren, den Kindern ihrer Leibeigenen eine Ausbildung zu versagen.

Nachdem Bethlen gestorben war, machte der siebenbürgische Landtage die meisten seiner Reformen rückgängig. Bald darauf wurde György Rákóczi I (1630-1640) Fürst. Wie Bethlen schickte Rákóczi siebenbürgische Truppen in den Dreißigjährigen Krieg, um auf Seiten der Protestanten zu kämpfen; im Westfälischen Frieden wurde Siebenbürgen als souveräner Staat erwähnt. Das goldene Zeitalter endete, nachdem György Rákóczi II (1648-1660) einen unglücklichen Angriff auf Polen gestartet hatte, ohne dies vorher mit der Pforte oder mit dem Landtag abzusprechen. Eine türkische und tatarische Armee schlug Rákóczis Heer und besetzte Siebenbüren. Für die übrige Zeit seiner Unabhängigkeit musste Siebenbürgen eine Reihe schwacher Führer erdulden, und durch das ganze 17. Jahrhundert hindurch blieben seine rumänischen Bauern in Armut und Unwissenheit.

Während der kurzen Amtszeit Mihais und den frühen Jahren osmanischer oberhoheit änderte sich die Landverteilung innerhalb der Walachei und Moldau dramatisch. Über die Jahre gewährten walachische und moldauische Fürsten örtlichen Bojaren Landbesitz im Gegenzug für militärische Dienste, so dass im 17. Jahrhundert kaum noch Land übrig war. Auf der Suche nach Wohlstand begannen Bojaren auf Bauernland überzugreifen, und ihre militärische Loyalität dem Fürsten gegenüber ließ nach. In der Konsequenz breitete sich die Leibeigenschaft aus, erfolgreiche Bojaren wurden mehr Höflinge als Krieger, und eine zwischenliegende Klasse von verarmten niedrigen Adligen entwickelte sich. Möchtegern-Fürsten waren gezwungen, sich mit enormen Bestechungsgeldern den Weg zur Macht zu bahnen, und das Bauernleben wurde durch Steuern und Eintreibungen noch erbärmlicher. Jeder Fürst, der das Leben der Bauern zu verbessern suchte, riskierte einen finanziellen Rückstand, der Rivalen ermöglichen konnte, ihn bei der Pforte auszustechen und sich seines Postens zu bemächtigen.

1632 wurde Matei Basarab (1632-1654) der letzte aus der vorherrschenden walachischen Familie auf dem Thron; zwei Jahre später wurde Vasile Lupu (1634-1653), ein Mann albanischer Herkunft, Fürst der Moldau. Die Eifersüchtigkeiten und der Ehrgeiz von Matei und Vasile untergruben die Stärke der beiden Fürstentümer zu einer Zeit, als die Macht der Pforte zu schwinden begann. Vasile zielte auf den attraktiveren walachischen Thron ab und griff Matei an, aber die Armee des letzteren schlug die Moldauer, und eine Gruppe moldauischer Bojaren verdrängte Vasile. Sowohl Matei als auch Vasile waren aufgeklärte Herrscher, die Religion und Künste großzügig unterstützen, Druckerpressen einrichteten und religiöse Bücher und Gesetzbücher veröffentlichten.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, nach dem Sieg gegen die Osmanen, wurden Ungarn und Siebenbürgen Teil des österreichisch-ungarischen Reichs. Die Österreicher erweiterten nun ihrerseits rasch ihr Rasch: 1718 wurde ein wichtiger Teil der Walachei, Oltenia, in Österreich integriert und wurde erst 1793 zurückgegeben.

Die östliche Provinz Moldau hatte in die Zeit ebenfalls eine recht komplexe Geschichte. 1775 besetzte Österreich den nordwestlichen Teil der Moldau, die Bukowina. 1812 besetzte Russland die östliche Hälfte des Fürstentums und nannte den Teil Bessarabien.

Erwachendes Nationalbewusstsein

Während der Periode österreichisch-ungarischer Herrschaft in Siebenbürgen und osmanischer Oberhoheit über den Großteil des übrigen rumäninischen Gebiets mussten sich die meisten ethnischen Rumänen mit einer Rolle als Bürger zweiter Klasse (oder sogar Nichtbürger) in ihrem eigenen Land sehen. In einigen siebenbürgischen Städten wie Kronstadt (heute Braşov) war den Rumänen nicht einmal das Wohnen innerhalb der Stadtmauern erlaubt.

In der romantischen Ära entstand mehr und mehr ein nationales Bewusstsein unter den Rumänen, so wie unter vielen anderen Völkern in Europa. Da sie sich im Kontrast zu den nahegelegenen Slawen, Deutschen und Ungarn sahen, schauten die nationalistischen Rumänen nach Vorbildern für die Nationalität in anderen romanischen Ländern, besonders Frankreich.

Wie in den meisten europäischen Ländern kam es 1848 in der Moldau, der Walachei und in Siebenbürgen zur Revolution. Ihre Ziele – völlige Selbständigkeit für die ersten beiden und nationale Emanzipation für das dritte – blieben unerfüllt, waren aber die Basis für folgende Entwicklungen. Sie halfen auch der Bevölkerung der drei Fürstentümer, die Einheit ihrer Sprache und Interessen zu erkennen.

Stark besteuert und schlecht vom Osmanischen Reich verwaltet wählten die Völker sowohl in der Moldau als auch in der Walachei die gleiche Person – Alexandru Ioan Cuza – zum Fürsten. So entstand Rumänien, wenn auch ein Rumänien ohne Siebenbürgen, wo der rumänische Nationalismus unausweichlich mit dem ungarischen Nationalismus zusammenprallte. Für einige Zeit noch sollte Österreich-Ungarn, besonders unter der Doppelmonarchie von 1867, den Ungarn die feste Kontrolle geben, selbst in den Teilen Siebenbürgens, wo die Rumänen eine örtliche Mehrheit ausmachten.

Vereinigung und Monarchie

Die Wahl von Alexandru Ioan Cuza als Fürst sowohl der Moldau als auch der Walachei unter der nominalen Oberhoheit des Osmanischen Reiches vereinigte 1859 eine identifizierbare rumänische Nation unter einem gemeinsamen Herscher. 1862 wurden die beiden Fürstentümer auch formal vereinigt und bildeten Rumänien mit Bukarest als Hauptstadt.

Am 23. Februar 1866 zwang die sogenannte "monströse Koalition" aus konservativen und radikalen Liberalen Cuza abzudanken. Der deutsche Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wurde zum Fürsten von Rumänien ernannt, mit dem Hintergedanken, dadurch die deutsche Unterstützung für die Einheit und die künftige Unabhängigkeit sicherzustellen. Seine Nachkommen sollten als Könige von Rumänien bis zum Sturz durch die Kommunisten 1947 herrschen.

Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877-78, in dem Rumänien an der Seite Russlands gegen die türkische Herrschaft kämpfte, wurde Rumänien durch den Vertrag von Berlin als unabhängig anerkannt. Als Territorium wurde ihm die Dobrudscha hinzugefügt, gleichzeitig musste es aber das südliche Bessarabien an Russland abtreten. Karl wurde als Carol I 1881 der erste König von Rumänien. Der neue Staat, zwischen dem Osmanischen, Österreich-Ungarischen und Russischen Reich eingezwängt, mit slawischen Nachbarn an drei Seiten, schaute in Richtung Westen, insbesondere nach Frankreich, nach kulturellen und administrativen Vorbildern.

1916 trat Rumänien auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Obwohl die rumänische Armee militärisch nicht sehr glücklich agierte, waren bei Ende des Kriegs das österreichische und das russische Reich verschwunden; Regierungsgremien, die in Siebenbürgen, Bessarabien und in der Bukowina gebildet wurden, entschieden sich für die Vereinigung mit Rumänien, was im Vertrag von Trianon 1920 bestätigt wurde.

Die Jahre zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg

Die meisten der Regierungen in den Zwischenkriegsjahren bewahrten die Form, aber nicht die Substanz, einer liberalen konstitutionellen Monarchie. Die Verfassung von 1923 gab dem König die Macht, das Parlament aufzulösen und nach Gutdünken Wahlen anzusetzen; als Konsequenz gab es zwischen 1930 und 1940 gab es über 25 verschiedene Regierungen. Die nationale liberale Partei, die in den Jahren unmittelbar nur dem Ersten Weltkrieg dominierte, wurde immer nationalistischer und wurde 1927 durch die nationale Bauernpartei an der Macht abgelöst.

Während dieser Zeit hatten war die Beziehung zwischen den nationalistischen Parteien und König Carol II von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Nach dem Tod seines Bruders Ferdinand 1927 wurde Carol wegen seiner bekannten jüdischen Mätresse Magda Lupescu an der Thronbesteigung gehindert. Nach drei Jahren im Exil, während derer sein Bruder Nicolae als Regent und sein junger Sohn Mihai als König diente, gab Carol öffentlich seine Mätresse auf und bestieg selber den Thron; es wurde aber rasch klar, dass sein Verzicht eine Täuschung war.

In den 1930er Jahren stieg eine Zahl von ultranationalistischen Parteien auf, insbesondere die quasi-mystische faschistische Bewegung der Eisernen Garde (auch: "Legion des Erzengels Michael"), die den Nationalismus, die Furcht vor dem Kommunismus und Ressentiments gegen die angebliche ausländische und jüdische Dominanz in der Wirtschaft ausnutzte. Am 10. Dezember 1933 ließ der liberale Premierminister Ion Duca die Eiserne Garde auflösen und tausender verhaften; 19 Tage später wurde er von Legionären der Eisernen Garde ermordet.

Am 10. Februar 1938 entließ König Carol II die Regierung und setzte eine kurzlebige königliche Diktatur ein, um damit die Bildung einer Regierung zu verhindern, der Minister aus der Eisernen Garde angehört hätten. Dies geschah in direkter Konfrontation mit Adolf Hitlers ausdrücklicher Unterstützung der Eisernen Garde.

Über die nächsten zwei Jahre entwickelte sich der bereits heftige Konflikt zwischen der Eisernen Garde und anderen politischen Gruppierungen unter mehreren kurzlebigen Regierungen nahezu zu einem Bürgerkrieg. Im April 1938 ließ Carol den Führer der Eisernen Garde Corneliu Zelea Codreanu verhaften. In der Nacht vom 29. auf den 30. November 1938, vermutlich als Revanche für eine Reihe von Attentaten durch Kommandos der Eisernen Garde, wurden Codreanu und mehrere andere Legionäre getötet, angeblich bei einem Fluchtversuch. Man nimmt allgemein an, dass solch ein Fluchtversuch nicht stattgefunden hat.

Die Diktatur durch den König war kurzlebig. Am 7. März 1939 wurde mit Armand Călinescu als Premierminister eine neue Regierung gebildet; am 21. September 1939, drei Wochen nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Călinescu als Rache für Codreanu wiederum von Legionären ermordet.

Zweiter Weltkrieg

und Hermann Göring im Schloss Belvedere in Wien]]

Am 13. April 1939 hatten Frankreich und Großbritannien versprochen, die Unabhängigkeit Rumäniens zu sichern, aber Verhandlungen um eine ähnliche Garantie durch die Sowjets wurden abgebrochen, als Rumänien ablehnte, die Rote Armee sein Territorium betreten zu lassen. Am 23. August unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion den Molotow-Ribbentrop-Pakt, der unter anderem das sowjetische Interesse an Bessarabien festschrieb. Acht Tage später marschierte Deutschland in Polen ein. Rumänien blieb offiziell neutral und gewährte Mitgliedern von Polens fliehender Regierung Zuflucht. Nach der Ermordung des Premierministers Călinescu versuchte König Carol noch mehrere Monate, die Neutralität zu bewahren, aber Frankreichs Kapitulation und Großbritanniens Rückzug aus Europa machte deren Garantien an Rumänien hinfällig.

1940 verlor Rumänien sowohl im Osten als auch im Westen Territorium. Nach einem Ultimatum im Juli besetzte die Sowjetunion Bessarabien und die Bukowina; zwei Drittel Bessarabiens wurden mit der UdSSR vereinigt, um die Moldawische Sozialistische Sowjetrepublik zu bilden. Der Rest wurde der Ukrainischen Sozialistische Sowjetrepublik zugeteilt. Kurz darauf zwangen Deutschland und Italien mit dem zweiten Wiener Schiedsspruch Rumänien dazu, eine Hälfte Siebenbürgens an Ungarn "zurückzugeben". Dieses Gebiet, das man historisch als ungarisch betrachten kann, wurde als Nordsiebenbürgen bezeichnet, im Gegensatz zu Südsiebenbürgen, das rumänisch blieb. Am 7. September musste unter dem Vertrag von Criaiova der südliche Teil der Dobrudscha (im rumänischen Cadrilater genannt) an Bulgarien abgegeben werden. Diese territorialen Verluste erschütterten die Fundamente von Carols Macht.

Ion Gigurtus am 4. Juli 1940 gebildete Regierung war die erste, der ein Minister der Eisernen Garde angehörte: Horia Sima, ein besonders bösartiger Antisemit, der nach Codreanus Tod der nominelle Führer der Bewegung geworden war, war einer der wenigen prominenten Legionäre, die das Blutbad der vergangenen Jahre überlebt hatten.

Antonescu kommt an die Macht

Im unmittelbaren Gefolge des Verlusts von Nordsiebenbürgen bildeten die Eiserne Garde (geführt von Sima) und General (später Marschall) Ion Antonescu am 4. September 1940 die Regierung eines "nationallegionären Staats", welche die Abdankung Carols II. zugunsten seines 19jährigen Sohns Mihai erzwang. Carol und Lupescu gingen ins Exil, und Rumänien näherte sich stark den Achsenmächten, trotz dem vorausgegangenen Verrat bezüglich der territorialen Abtretungen.

An der Macht, verschärfte die Eiserne Garde die bereits harten antisemitischen Gesetze und nahm Rache an ihren Feinden. Nazitruppen begannen am 8. Oktober 1940, die rumänischen Grenzen zu übertreten und waren bald 500.000 an der Zahl. Am 23. November trat Rumänien an der Seite der Achsenmächte in den Krieg ein. Mehr als 60 vormalige Würdenträger und Funktionäre wurde am 27. November im Gefängnis von Julava hingerichtet, während sie auf ihren Prozess warteten. Der Historiker und frühere Premierminister Nicolae Torga und der Ökonom Virgil Madgearu, ebenfalls Minister in einer früheren Regierung, wurden gar ohne Verhaftung ermordet.

Die Kohabitation zwischen der Eisernen Garde und Antonescu war zu keinem Zeitpunkt einfach. Am 20. Januar 1941 versuchte die Eiserne Garde einen Staatsstreich, verbunden mit einem Pogram gegen die Bukarester Juden. Innerhalb von vier Tagen hatte Antonescu den Staatsstreich niedergeschlagen. Die Eiserne Garde wurde aus der Regierung ausgeschlossen. Sima und viele andere Legionäre nahmen in Deutschland Zuflucht; andere wurden inhaftiert.

Am 22. Juni 1941 griff Nazideutschland mit rumänischer Unterstützung die Sowjetunion an. Nachdem sie Bessarabien und die Bukowina zurückbekommen hatten, kämpften sie weiter Seite an Seite mit den Deutschen bis Odessa, Sewastopol und Stalingrad. Der rumänische Truppenanteil war beträchtlich; er war kleiner als der deutsche, aber größer als der aller anderen Verbündeten zusammen.

Rumänien annektierte sowjetisches Gebiet unmittelbar östlich des Dnjestr, einschließlich Odessa. Rumäniens wichtigster General Petre Dumitrescu bekam das Kommando über die 6. deutsche Armee und stieß weit in die Sowjetunion vor, bis er in einer späteren Phase des Kriegs zurückweichen musste.

Während der Antonescu-Jahre versorgte Rumänien Nazideutschland und die Armeen der Achsenmächte mit Öl, Getreide und Industrieproduktion, zumeist ohne finanzielle Kompensation. Folglich wurde Rumänien um 1943 Ziel von alliierten Bombardements, insbesondere mit einem Angriff auf die Ölfelder von Ploieşti am 1. August 1943. Durch die unbezahlten Exporte schoß zudem die Inflation in die Höhe.

Obwohl sowohl Ungarnals auch Rumänien mit Nazideutschland verbündet waren, stand Antonescus Regime wegen der Siebenbürgenfrage Ungarn weiterhin diplomatisch feindlich gegenüber. Vor der sowjetischen Gegenoffensive von Stalingrad betrachtete die Regierung einen Krieg mit Ungarn wegen Siebenbürgen für die Zeit nach dem erwarteten Sieg über die Sowjetunion als unausweichlich.

Rumänien und der Holocaust

Selbst nach dem Sturz der Eisernen Garde führte das Antonescu-Regime, verbündet mit Nazideutschland, eine Politik von Unterdrückung und Massakern an Juden (und an zweiter Stelle Sinti und Roma) fort, wenn auch hauptsächlich in den östlichen Gebieten. Pogrome und Transporte waren in Moldau, Bukowina und Bessarabien an der Tagesordnung. Die Zahl der Opfer ist umstritten, aber die niedrigsten seriösen Schätzung belaufen sich auf 250.000 Juden und 25.000 Sinti und Roma in diesen Ostregionen, während von Siebenbürgens 150.000 Juden 120.000 unter dem Zugriff der Ungarn starben.

Nichtsdestotrotz überlebte im Gegensatz zu dem größten Teil Ost- und Zentraleuropas die Mehrheit der rumänischen Juden den Krieg. Antonescus Regierung entwarf Pläne für Massendeportationen aus Walachei, Südsiebenbürgen, und Süd- und Westmoldau, führte sie aber nie durch. Historiker sind sich nicht darüber einig, ob die wiederholten Appelle von Antonescu früherem jüdischen Klassenkameraden Wilhelm Fildermann eine größere Rolle dabei spielten; ob Antonescu in Erwägung zog, dass Westrumänien nicht ausreichend antisemitisch sei, um die Deportation praktisch durchzuführen; ob er nicht willens war, den jüdischen Beitrag zur rumänischen Wirtschaft zu opfern; oder ob er sich nur absichern wollte. Es ist erwähnenswert, dass er trotz seines offenkundigen Antisemitismus eine jüdische Stiefmutter und eine französisch-jüdische erste Frau hatte.

Der königliche Staatsstreich

Mit der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad im Februar 1943 begann sich das Blatt des Kriegs gegen die Achsenmächte zu wenden. Um 1944 lag die rumänische Wirtschaft durch die Kriegsausgaben und durch alliierte Bombardements in Scherben, und es begann sich eine Abneigung gegen die Last durch Nazideutschland selbst unter den einstigen enthusiastischen Kriegsunterstützern zu entwickeln. König Mihai, ursprünglich hauptsächlich eine Repräsentationsfigur, führte am 23. August 1944 erfolgreich einen Staatsstreich mit Unterstützung durch oppositionelle Politiker und durch die Armee. Er setzte Antonescus Diktatur ab und brachte Rumäniens arg zugerichtete Truppen auf die Seite der Alliierten. Im Kampf gegen Nazideutschland erlitt Rumänien weitere heftige Verluste in Siebenbürgen, Ungarn und der Tschechoslowakei.

Aufstieg der Kommunisten

Selbst nach dem Seitenwechsel im August 1944 konnte König Mihai die Erinnerung an die Teilnahme seines Landes an der deutschen Invasion in der Sowjetunion nicht auslöschen. Obwohl rumänische Kräfte heldenhaft unter sowjetischem Kommando kämpfen, betrachteten die Sowjets Rumänien als besetztes Territorium.

Die Jaltakonferenz hatte der Sowjetunion ein vorherrschendes Interesse an Rumänien zugebilligt. Die Pariser Friedensverträge räumten Rumänien nicht den Rang eines Mitalliierten zu, und die Rote Armee stand auf rumänischem Boden. Die Kommunisten spielten nur eine kleine Rolle in Mihais Kriegsregierung, an deren Spitze General Nicolae Rădescu; stand. Dies sollte sich 1945 ändern, als Dr. Petru Groza von der Frontul Plugarilor, eine den Kommunisten nahestehende Partei, Premierminister wurde. Obwohl diese Regierung breit angelegt war und Mitglieder der meisten größeren Vorkriegsparteien einschließlich der Eisernen Garde hatte, besetzten die Kommunisten die Schlüsselministerien.

Der König war nicht glücklich mit der Richtung dieser Regierung, und als er er Grozas Rücktritt erzwingen wollte, indem er die Unterzeichnung jeglicher Gesetzte verweigerte, entschied sich Groza, die Gesetze auch ohne Mihais Unterschrift in Kraft zu setzen. Am 8. November 1945 wurde eine antikommunistische Demonstration vor dem Königspalast in Bukarest mit Gewalt aufgelöst, mit zahlreichen Verhaftungen, Verletzten und einer unbestimmten Zahl an Toten.

Trotz der Mißbilligung durch den König führte die erste Groza-Regierung eine Landreform durch und gab Frauen das Wahlrecht. Gleichzeitig brachte sie aber auch den Begann der Sowjetvorherrschaft in Rumänien. In den Wahlen vom 9. November 1946 konnten die Kommunisten und ihre Alliierten 80% der Stimmen verbuchen, wobei Wahlmanipulation eine große Rolle gespielt hat. Mit machiavellischer Taktik gingen die Kommunisten zusammen mit der Eisernen Garde daran, den Einfluss der zentristischen Parteien zu eliminieren. Die Nationale Bauernpartei wurde 1947 der Spionage beschuldigt, nachdem klar wurde, dass sich ihre Führer geheim mit US-Funktionären getroffen hatten. Andere Parteien wurden gezwungen, sich mit den Kommunisten zu vereinigen. 1946 und 1947 wurden zehntausende Angehörige des Regimes, das auf der Seite der Achsenmächte gestanden hatte, als Kriegsverbrecher hingerichtet. Antonescu selbst wurde am 1. Juni 1946 hingerichtet.

Mihai I dankte unter Druck am 30. Dezember 1947 ab und ging ins Exil. Eine "Rumänische Volksrepublik" wurde ausgerufen und am 13. April 1948 mit einer Verfassung formalisiert.

Parteiinterne Machtkämpfe

Die frühen Jahre der kommunistischen Herrschaft in Rumänien waren durch wiederholte Kurswechsel und Massenverhaftungen geprägt, und verschiedene Gruppierungen kämpften um die Vorherrschaft. 1948 wurde die frühere Agrarreform rückgängig gemacht und durch eine Hinwendung zur Kollektivierung ersetzt. Dies führte zu zehntausenden von Festnahmen, ebenso wie die Bemühungen, die Unierte Kirche zu eliminieren. Am 11. Juni 1948 wurden alle Banken und großen Unternehmen verstaatlicht. Rumänien entwickelte ein System der Zwangsarbeit und politischen Gefängnisse ähnlich zur Sowjetunion. Beim erfolglosen Versuch, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen, starben geschätzte 100.000 politische Häftlinge.

Es gab drei wichtige Gruppierungen, alle stalinistisch, die sich mehr durch ihre jeweilige persönliche Geschichte als durch tiefere politische oder philosophische Differenzen unterschieden: Die Emigranten unter Ana Pauker und Vasile Luca hatten in Krieg im Moskauer Exil verbracht. Die Einheimischen, von denen Gheorghe Gheorghiu-Dej der wichtigste war, waren während des Kriegs in rumänischen Gefängnissen gewesen. Eine etwas weniger stalinistische Gruppierung, zu der Lucreţiu Pătrăşcanu; zählt, hatte sich durch die Antonescu-Jahre gerettet, indem sie sich in Rumänien versteckte. Sie hatte in den breiten Regierungen unmittelbar nach Mihais Staatsstreich teilgenommen.

Mit Stalins Rückendeckung, und wahrscheinlich unter dem Einfluss der antisemitischen Politik des späten Stalinismus (Pauker war Jüdin), gewannen Gehorghiu-Dej und die Einheimischen den Machtkampf. Pauker wurde bei den Säuberungen zusammen mit 192.000 anderen Parteimitgliedern aus der Partei ausgeschlossen. Pătrăşcanu wurde nach einem Schauprozess hingerichtet.

Die Ära Gheorghiu-Dej

Gheorghiu-Dej, ein überzeugter Stalinist, war nicht von den Reformen in Nikita Chruschtschows Sowjetunion nach Stalins Tod 1953 angetan. Er fürchtete auch den Plan der Comeco, aus Rumänien den "Brotkorb" des Ostblocks zu machen, da er ein Programm zur Entwicklung der Schwerindustrie verfolgte. Er schloss Rumäniens größte Arbeitslager, gab das Donau-Schwarzmeer-Kanalprojekt auf, stoppte Rationierungen und erhöhte die Arbeiterlöhne.

Dies, verbunden mit dem anhaltenden Ressentiment, dass mit der Gründung der Moldawischen Sowjetrepublik historisch rumänisches Land Teil der Sowjetunion war, führte Rumänien unter Gheorghiu-Dej unausweichlich auf einen verhältnismäßig unabhängigen und nationalistischen Kurs hin.

Gheorghiu-Dej identifizierte sich mit dem Stalinismus, und das liberalere Sowjetregime drohte seine Autorität zu unterwandern. In einer Anstrengung, seine Position zu festigen, versprach Gheorghiu-Dej Kooperation mit jedem Staat – unabhängig von seinem politisch-wirtschaftlichen System –, solange er die internationale Gleichheit anerkannte und sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischte. Diese Politik führte zu einer Festungen von Rumäniens Beziehungen zu China, das ebenso nationale Selbstbestimmung befürwortete.

1954 trat Gheorghiu-Dej als Generalsekretär der Partei zurück, blieb aber Vorsitzender; ein kollektives Sekretariat aus vier Mitgliedern, darunter Nicolae Ceauşescu;, kontrollierte die Partei für ein Jahr, nach dem Gheorghiu-Dej wieder die Zügel in die Hand nahm. Trotz seiner neuen Politik der internationalen Kooperation trat Rumänien 1955 dem Warschauer Pakt bei; das brachte die Unterordnung und Integration eines Teils seines Militärs in die sowjetische Militärmaschine mit sich. Rumänien lehnte später Manöver des Warschauer Pakts auf seinem Gebiet ab und beschränkte seine Beteiligung an Militärmanövern in anderen Ländern des Bündnisses.

1956 brandmarkte der sowjetische Premier Nikita Chruschtschow Stalin in einer geheimen Rede vor dem 20. Kongress der KPdSU. Gheorghiu-Dej und die Führung der PMR waren gestärkt, die de-Stalinisierung zu überstehen. Gheorghiu-Dej machte Pauker, Luca und Georgescu zu den Sündenböcken der Exzesse der rumänischen Kommunisten in der Vergangenheit und behauptete, dass die rumänische Partei die stalinistischen Elemente schon vor Stalins Tod gesäubert habe.

Im Oktober 1956 widersetzten sich die kommunistischen Führer in Polen den sowjetischen militärischen Drohungen, sich in die einheimischen Angelegenheiten einzumischen und ein fügsameres Politbüro einzusetzen. Wenige Wochen später löste sich die kommunistische Partei in Ungarn während einer Revolution praktisch auf. Polens Trotz und Ungarns Volksaufstand inspirierten rumänische Studen und Arbeiter, in den Universitäten und Arbeiterstädten für Freiheit, bettere Lebensbedingungen und das Ende der Sowjetvorherrschaft zu demonstrieren. Da Gheorghi-Dej fürchtete, dass ein ungarischer Aufstand die ungarischer Bevölkerung in seinem eigenen Land zur Revolte aufstacheln könnte, setzte er sich für eine rasche Intervention durch die Sowjets ein. Die Sowjetunion verstärkte ihre Militärpäsenz in Rumänien, insbesondere entlang der ungarischen Grenze. Wenngleich die Unruhen in Rumänien sich als bruchstückhaft und kontrollierbar erwiesen, diejenigen in Ungarn waren es nicht, und so startete Moskau im November einen blutigen Einmarsch in Ungarn.

Nach der Revolution von 1956 arbeitete Gheorghiu-Dej eng mit Ungarns neuem Führer János Kádár zusammen. Obwohl Rumänien zunächst den exilierten früheren ungarischen Premier Imre Nagy aufnahm, lieferte es ihn an Budapest für einen Prozess und seine Hinrichtung aus. Im Gegenzug gab Kádár die ungarischen Ansprüche auf Siebenbürgen auf und prangerte Ungarn, die dort die Revolution unterstützt hatten, als Chauvinisten, Nationalisten und Irredentisten an.

Rumäniens Regierung ergriff Maßnahmen, die Unzufriedenheit im Lande zu lindern, indem man Investititionen in die Schwerindustrie verminderte, die Produktion von Konsumgütern verstärkte, die Wirtschaftsverwaltung dezentralisierte, Löhne erhöhte und Elemente der Arbeiterselbstverwaltung einführte. Die Behörden schafften die obligatorischen Lieferungen durch Privatbauern ab, beschleunigten aber das Kollektivierungsprogramm Mitte der 1950er, wenn auch weniger brutal als zuvor. Die Regierung erklärte die Kollektivierung 1962 für vollständig; zu diesem Zeitpunkt hielten kollektive und Staatshöfe 77 % des bebaubaren Landes.

Trotz Gheorghiu-Dejs Behauptung, dass er die rumänische Partei von Stalinisten gesäubert habe, blieb er wegen seiner offenbaren Mittäterschaft in den Parteiaktivitäten zwischen 1944 und 1953 anfällig für Angriffe. Bei einer Vollversammlung der PMR im März 1956 kritisierten Miron Constantinescu und Iosif Chisinevsch, beide Politbüromitglieder und stellvertretende Premiers, Gheorghiu-Dej. Constantinescu, der sich für eine Liberalisierung im Stil Chruschtschows einsetzte, stellte eine besondere Bedrohung für Gheorghiu-Dej dar, weil er gute Beziehungen zur Moskauer Führung unterhielt. Die PMR säuber Constantinescu und Chisinevsch 1957, indem sie sie als Stalinisten denunzierte und sie der Mittäterschaft mit Pauker bezichtigte. Danach musste Gheorghiu-Dej keine ernsthafte Herausforderung seiner Führungsrolle befürchten. Ceauşescu ersetzte Constantinescu als Spitze der PMR-Kader.

Gheorgiu-Dej erreichte nie eine wirklich für beide Seiten akzeptable Einigung mit Ungarn über Siebenbürgen. Gheorghiu-Dej ging das Problem von zwei Seiten an: indem er die Führer der Ungarischen Volksunion festnehmen ließ, und indem er 1952 im Szeklerland eine autonome ungarische Region (Regiunea Autonoma Maghiara) einrichtete.

Das Ceauşescu-Regime

Gheorgiu-Dej starb 1965 unter unklaren Umständen (anscheinend als er wegen einer medizinischen Behandlung in Moskau war). Nach einem unausweichlichen Machtkampf wurde der vorher unauffällige Nicolae Ceauşescu; sein Nachfolger. Wo Gheorgiu-Dej einer stalinistischen Linie gefolgt war, während die Sowjetunion in einer reformerischen Phase war, erschien Ceauşescu nun zunächst als Reformer, und das zu einer Zeit, wo die Sowjetunion unter Leonid Breschnew in eine neostalinistische Richtung steuerte.

In seinen frühen Regierungsjahren war Ceauşescu sowohl im Inland als auch im Ausland populär. Landwirtschaftsgüter waren reichlich vorhanden, Konsumgüter tauchten wieder auf, es gab ein kulturelles Tauwetter. Im Ausland nahm man zur Kenntnis, dass er sich gegen den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 aussprach. Während sein Ansehen im Inland bald verblasste, hatte er wegen seiner unabhängigen politischen Linie weiterhin ungewöhnlich gute Beziehungen zu westlichen Regierungen und mit Institutionen wie dem Internationalen Währungsfond und der Weltbank. Unter Ceauşescu unterhielt Rumänien diplomatische Beziehungen unter anderem mit Westdeutschland, Israel, China, Albanien.

Die Phase von Freiheit und scheinbarem Wohlstand sollte allerdings nur kurz sein. In einem Versuch, die Geburtenrate zu steigern, setzte Ceauşescu ein Gesetz durch, dass Abtreibung und Verhütung beschränkte: beides war nur Frauen über 40 und solchen mit wenigstens 4 Kindern erlaubt; 1972 wurden diese Grenzen auf 45 Jahre bzw. 5 Kinder angehoben. In den 1980ern ging er noch weiter: obligatorische gynäkologische Untersuchungen sollten Frauen identifizieren, die ihre pratriotische Verantwortung zu gebähren umgingen. Die Steuersätze wurden geändert, um Singles und Kinderlose zu benachteiligen.

Während Gheorgiu-Dejs Haltung gegenüber der ungarischen Minderheit noch doppelzüngig war, ging Ceauşescu offen repressiv vor. Schulen in ungarischer Sprache, Verlagshäuser und kulturelle Institutionen wurden weitgehend geschlossen. Ethnische Ungarn wurden gedrängt, ihren Kindern traditionell rumänische Namen zu geben. Juden und Deutschen erging es verhältnismäßig besser: sie waren im Verhältnis zu den deutschen und israelischen Regierungen nützlich als Verhandlungsmasse.

Andere Verletzungen von Menschenrechten waren typisch für ein stalinistisches Regime: der massive Einsatz der Geheimpolizei (die Securitate), Zensur, massive Umsiedlungen, wenn auch nicht im selben Maßstab wie in den 1950ern.

Ceauşescus Rumänien führte Gheorgiu-Dejs Politik der Industrialisierung fort, produzierte aber immer noch wenige Güter, die qualitativ auf dem Weltmarkt konkurrieren konnten. Nach einem Besuch in Nordkorea entwickelte Ceauşescus eine megalomanische Vision zum völligen Neuaufbau des Landes; dies wurde als Systematisierung bekannt. Ganze Städte und schließlich ein Großteil der Hauptstadt Bukarest wurden abgerissen und entweder durch nichtssagende Betongebäude oder (wenn das Geld ausging) nichts ersetzt.

Trotz allem, und trotz der entsetzlichen Behandlung von HIV-infizierten Waisen, hatte das Land weiterhin ein gutes Schulsystem und im allgemeinen ein gutes Gesundheitssystem. Nicht jedes Industrialisierungsprojekt scheiterte: Ceauşescu ließ Rumänien ein recht effektives System der Energieerzeugung und -übertragung zurück, gab Bukarest eine funktionierende U-Bahn und ließ viele Städte mit einem Zuwachs an bewohnbaren (wenn auch im allgemeinen häßlichen) Häusern zurück.

In den 1980ern wurde Ceauşescu auf ähnliche Weise bessen von der Idee, westliche Schulden zurückzuzahlungen, und einen Palast des Volkes (Palatul Poporului) in beispiellosen Ausmaßen zu bauen, zusammen mit einer gleichermaßen grandiosen Umgebung, dem Centru Civic. Es gab auch ein Wiederaufleben der Bemühungen, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen. Dies führte zu einem vorher nicht dagewesenen Armutsniveau für den durchschnittlichen Rumänen. Es gab kein Fleisch zu kaufen, weil es gegen Devisen ins Ausland verkauft wurde. Es gab keinen Marmor für Grabsteine, weil er für den Bau des Palast des Volkes und des Centru Civic benötigt wurde. In der Ära von Glasnost wurde dies mehr und mehr unakzeptabel sowohl für die Sowjetunion wie für den Westen.

Sturz

Im Gegensatz zur Sowjetunion zur gleichen Zeit entwickelte Rumänien keine umfassende, privilegierte Elite. Außerhalb Ceauşescus eigenen Verwandten wurden Regierungsbeamte häufig von einem zum anderen Job rotiert und geographisch versetzt, um die Möglichkeit zur Entwicklung einer Machtbasis zu verhindern. Dies verhinderte das Aufkommen des Reformkommunismus der Gorbatschow-Ära, den es in Ungarn oder der Sowjetunion gab. Auch reagierte Ceauşescu – im Gegensatz zu Polen – auf Streiks mit einer gnadenlosen Strategie weiterer Unterdrückung. Diejenigen, die ihn vor solch einer Politik warnten, wurden als Kriminelle behandelt.

Als in der Folge die Welle der Revolution von 1989 nach Rumänien schwappte, tat sie es mit unvergleichlicher Energie. Der Sturz des rumänischen Regimes war beinahe einer der letzten in Osteuropa. Er war auch einer der brutalsten zu der Zeit. Obwohl die Ereignisse im Dezember 1989 sehr umstritten sind, ist die folgende Darstellung wenigstens ein angemessener Grundriss.

Proteste und Aufstände brachen am 17. Dezember in Timişoara; aus. Der Auslöser war die geplante Verhaftung des protestantischen Ministers Lazlo Toekes, der ein ausgesprochener Gegner Ceauşescus war. Die ersten Protestler waren ethnische Ungarn, aber innerhalb von Tagen schlossen sich ihnen ethnische Rumänen an und waren bald in der Überzahl. Soldaten eröffneten das Feuer auf die Protestierenden und töteten rund 100 Menschen. Die Empörung über die Erschießungen breitete sich nach Sibiu, Bukarest und anderswo aus. Soldaten außerhalb Timişoaras weigerten sich gewöhnlich, Befehle, die Demonstranten anzugreifen, auszuführen.

Nach einer zweitätigen Reise in den Iran wandte sich Ceauşescu am 21. Dezember an eine handverlesene Schar von 100.000 Leuten im Zentrum von Bukarest. Selbst hier begann die Menge gegen ihn zu schreien. Die Securitate eröffnete das Feuer, aber das Militär unter Verteidigungsminister Vasile Milea weigerte sich im allgemeinen, es ihnen gleichzutun. Ceauşescu ließ Milea erschießen; er und seine Frau Elena versuchten, mit einem Hubschrauber aus der Hautstadt zu entkommen. Mit Mileas Hinrichtung wurde aus der neutralen Position der Armee Feindschaft. Die Armee und die Securitate trugen in Bukarest offene Straßenkämpfe aus, und hunderte, vielleicht tausende wurden im Schußwechsel getötet. Die Ceauşescus wurden schließlich in Târgovişte; verhaftet. Ihr Leben wäre vielleicht geschont worden, wenn die Securitate willens gewesen wäre, ihre Waffen niederzulegen; so wurden sie aber einem zügigen und zweifelhaften Prozess unterzogen und am 25. Dezember erschossen. Mit ihrem Tod begann die Securitate aufzugeben und löste sich bald auf, so dass die Gewalt zu einem Ende kam.

Kontroverse über die Ereignisse vom Dezember 1989

In der Diskussion steht mehr, was hinter der Bühne vorging. Zu welchem Zeitpunkt gaben die Führer von Armee und Polizei Ceauşescu auf? Hatten sie lediglich entschieden, dass Ceauşescu eine Last geworden war, oder wollten sie wirklich tiefe Änderungen? Wie lange vor der Machtergreifung am 22. Dezember 1989 begann sich die Nationale Befreiungsfront (FSN = Frontul Salvarii Nationale), die vollständig aus Personen aus dem alten Regime bestand, zu organisieren und in welchem Ausmaß? Wer schoß auf wen, und welcher Seite glaubten sie zu dienen? (Zu einem Zeitpunkt gab es einen Kampf um den Flughafen Otopeni, in dem beide Seiten anscheinend dachten, dass die andere für Ceauşescu kämpfe).

Mehrere Monate lang nach den Ereignissen vom Dezember 1989 wurde oft behauptet, dass sich Ion Iliescu und die FSN nur das Chaos zunutze machten, um einen Staatsstreich zu veranstalten. Während sich letzlich eine Menge in Rumänien geändert hat, ist es unter Rumänen und anderen Beobachtern immer noch strittig, ob dies von Anfang an im Sinn der Beteiligten gewesen war, oder ob sie lediglich pragmatisch mit den Karten gespielt hätten, die ihnen in die Hand gespielt wurden. Klar ist, dass Ceauşescus energische und kontraproduktive wirtschaftliche und politische Entscheidungen ihn bis zum Dezember 1989 die Unterstützung vieler Regierungsbeamter gekostet hatte; selbst die loyalsten Kader der Kommunistischen Partei schlossen sich die Revolution an oder lehnten es schlicht ab, ihn zu unterstützen. Dieser Verlust an Unterstützung von den Funktionären des Regimes schaffte sie Voraussetzungen für Ceauşescus Absetzung.

Postkommunistische Ära

Am 20. Mai 1990 wurden Präsidenten- und Parlamentswahlen abgehalten. Gegen Vertreter der schon vor dem Krieg existierende Nationalen Bauernpartei und Nationalliberale Partei gewann Iliescu 85% der Stimmen. Die NSF (Front der Nationalen Rettung) bekam dreiviertel der Sitze im Parlament, machte den Universitätsprofessor Petre Roman zum Premierminister und begann vorsichtige Wirtschaftsreformen.

Die neue Regierung tat schon früh einen entscheidenden Fehltritt. Unglücklich mit dem anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Einfuss von Mitgliedern der Ceauşescu-era-Elite, trafen sich antikommunistische Demonstranten auf dem Platz vor der Bukarester Universität zu einem Dauerprotest. Zwei Monate später wurden Bergarbeiter aus dem Jiu-Tal nach Bukarest gebracht und trieben die übriggebliebenden Protestierenden brutal auseinander. Präsident Iliescu drückte öffentlich seine Dankbarkeit, was viele davon überzeigte, dass die Regierung die Aktionen der Bergarbeiter initiiert habe. Die Bergarbeiter griffen auch die Hauptquartiere und Häuser von Oppositionsführern an. Die Roman-Regierung stürzte Ende September 1991, als die Bergarbeiter nach Bukarest zurückkehrten, um höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen forderten. Ein Technokrat, Theodor Stolojan, wurde zum Kopf einer Zwischenregierung ernannt, bis neue Wahlen abgehalten wurden.

Das Parlament entwarf eine neue demokratische Verfassung, die durch ein Volksreferendum im Dezember 1991 angenommen wurde. Die FSN teilte sich im März in zwei Gruppen auf, die von Ion Ilescu (FDSN) und Petre Roman (FSN) geführt wurden. Romans Partei nahm anschließend den Namen "Demokratische Partei" (PD) an. Nationale Wahlen im September 1992 bestätigten mit einer klaren Mehrheit Präsident Iliescu und führten zu einer Mehrheit seiner Partei FDSN. Mit parlamentarischer Unterstützung durch die nationalistischen Parteien PUNR und PRM und durch die exkommunistische PSM wurde im November 1992 eine Regierung unter Premierminister Nicolae Văcăroiu;, einem Ökonomen, gebildet. Die FDSN wurde im Juli 1993 die "Partei der Sozialen Demokratie Rumäniens" (PDSR). Das Văcăroiu-Regierung-Kabinett regierte in Koalition mit drei kleineren Parteien, die alle zu den Wahlen im November 1996 die Koalition verließen.

1996 - 2000

Emil Constantinescu von der "Demokratischen Konvention Rumäniens" (CDR), einem Wahlbündnis, besiegte bei der nächsten Wahl Präsident Iliescu mit einem Abstand von 9% und folgte ihm als Staatsoberhaupt nach.

Die PDSR gewann die größte Anzahl Sitze im Parlament, aber die Parteien der CDR taten sich mit der Demokratischen Partei, der Nationalliberalen Partei und dem "Demokratischen Verband der Ungarn Rumäniens" (UDMR) zusammen, um eine Koalitionsregierung der Mitte zu bilden, die 60% der Sitze im Parlament hinter sich hatte. Victor Ciorbea wurde zum Premierminister gemacht. Ciorbea blieb bis März 1998 im Amt und wurde erst durch Radu Vasile (PNTCD) ersetzt, dann durch den Chef der Nationalbank Mugur Isarescu.

Diese Koalition aus mehreren Parteien stellte sich als schlechte Idee heraus, da Entscheidungen oftmals durch lange Verhandlungen herausgezögert wurden. Denonoch wurden mehrere entscheidende Reformen in die Wege geleitet.

2000 - 2004

In den Wahlen von 2000 verlor die regierende Koalition die Macht an die PSD und an Ion Iliescus frühere Kommunisten. Adrian Nastase wurde Premierminister der Regierung, die 2003 durch mehrere Korruptionsvorwürfe erschüttert wurde.

Im Jahr 2002 wurde Rumänien aufgefordert, 2004 der NATO beizutreten. Im gleichen Jahr bestätigte die Europäische Union ihre Unterstützung für Rumäniens Ziel, der Union 2007 beizutreten. Dazu werden noch tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft notwendig sein.

Die nächsten Präsidents- und Parlamentswahlen werden am 28. November 2004 stattfinden.

Weblinks

Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Rumäniens, Portal Südosteuropa




     
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