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Antikes Griechenland



Die Geschichte Griechenlands in der Antike umfasst im Rahmen dieses Beitrags etwa den Zeitraum von ca. 800–336 v. Chr Die davor liegende Zeit wird in Geschichte Griechenlands und in Dunkles Zeitalter behandelt. Alle Zeitangaben verstehen sich als v. Chr.

Griechenland in der archaischer Zeit (ca. 800–500)

Nach dem Dunklen Zeitalter formierte sich in Griechenland langsam ein neues Staatensystem. Die Polis wurde die beherrschende Staatsform (außer in Teilen von Nord-Griechenland und auf dem Peloponnes). Auch wurde die Königsherrschaft immer mehr zurück gedrängt. Es kam im Zeitraum von 750550 zur großen Kolonisation, von welcher der Raum des Schwarzen Meeres, Kleinasien und auch Teile des westlichen Mittelmeerraums erfasst wurden. Gründe waren neben Überbevölkerung auch innenpolitische Schwierigkeiten (Stichwort stasis, als Synonym für Kämpfe innerhalb einer Polis).

Der Horizont der griechischen Welt reichte damit über den gesamten Mittelmeerraum, auch wenn der Raum der Ägäis das Zentrum bildete.

Die ionische Philosophie entstand, während sich auf dem griechischen Festland verschiedene Poleis bekriegten. Auf dem Peloponnes war zunächst Argos lange Zeit führend; doch gelang es Sparta, nach der Eroberung Messeniens und einer Reform des Gemeinwesens, zur führenden Militärmacht Griechenlands zu werden. Längst hatte sich das Militärmodel der Hoplitentaktik durchgesetzt. Um 550 gründete Sparta den Peloponnesischen Bund. Im 6. Jh erlebte die Regierungsform der Tyrannis eine Blüte (z.B. Korinth, Sikyon, später auch in Athen). Sparta hingegen stellt sich gegen diese Regierungsform und bekämpfte sie energisch.

510 wurde die Tyrannis in Athen beseitigt. Athen war längst zur Vormacht in Attika geworden, während Theben später ähnliches in Böotien versuchen sollte. In Kleinasien kommt es kurz danach zu einem Ereignis, das Weltgeschichte schreiben wird: der Ionische Aufstand (500494).

Griechenland in klassischer Zeit (ca. 500-336)

Ionischer Aufstand und Perserkriege

Der Ionische Aufstand der kleinasiatischen und zyprischen Griechen gegen das Perserreich wurde von Athen nur halbherzig unterstützt. Dennoch rüstete der persische Großkönig Dareios I zum Vergeltungsfeldzug. Es ist der Beginn der Perserkriege. Athen siegt zwar bei Marathon 490, doch kommt es zehn Jahre später zu einem erneuten Feldzug durch Dareios Sohn Xerxes. 481 wird daher der panhellenische Bund gegründet, dem neben Sparta und Athen auch mehrere andere, aber keineswegs alle, Griechenstaaten angehören. Nach dem Hinhaltegefecht an den Thermopylen, kommt es bei Salamis zur Entscheidungsschlacht. Die Griechen vernichtetn die zahlenmäßig überlegene persische Flotte. (480). Ein Jahr später wurde das persische Landheer in der Schlacht von Plataiai geschlagen. 478 beginnt die Eroberung Ioniens. Sparta weigert sich jedoch, den Schutz fern der Heimat zu übernehmen. Athen hingegen, bisher der Juniorpartner, nahm an und gründete 477 den Attischen Seebund.

Es zeichnete sich bereits der Dualismus Sparta-Athen ab. Athen führte den Krieg gegen Persien weiter (auf Zypern und in Ägypten), doch kommt es schließlich zu einem Ausgleich mit Persien (Kalliasfrieden von 449). Gleichzeitig vorher tobte bereits der so genannte Erste Peloponnesische Krieg (457-51). Doch kann sich die pro-spartanische Politik des exilierten Atheners Kimon durchsetzten und einen Frieden vermitteln.

Athen wurde zur Schule Griechenlands. Das Geld aus der Kasse des Seebunds ermöglicht der Bau zahlreicher Bauten. Später entwicklelt es sich auch zum Zentrum der Philosophie (Sokrates,Platon, Aristoteles). Die Athenische Demokratie wurde zwar zu einem Muster für die Zukunft, doch schützt sie nicht vor so manchen Auswüchsen der Machtpolitik. Die klassische Zeit war die Blütezeit Griechenlands und der griechischen Kultur. Doch sollte das Geschichtswerk des Thukydides, welches selbst ein Meisterwerk ist, bereits vom Niedergang berichten.

In Böotien verfolgte Theben eine Politik zur Errichtung einer Hegemonie über die anderen böotischen Gemeinden. Auch Athen verfolgt unter Perikles eine ähnlich aggressive Politik. Der Seebund, inzwischen längst ein Instrument zur Verfolgung athenischer Interessen, entwickelt sich zum athenischen Reich. Die Demokratie wurde als Mittel zum Erreichen der athenischen Ziele eingesetzt, wobei es auf athenischer Seite (besonders während des Peloponnesischen Krieges) zu zahlreichen Greueltaten kam. Über den Streit Korinths mit Korkyra über Handelsinteressen, der Furcht Athens vor einem Engagement Korinths im Norden und über einen Handelsstreit mit dem mit Sparta verbündeteten Megara, kommt es zum Pelpononnesischen Krieg (431-404).

Der Peloponnesische Krieg - ein antiker Weltkrieg

432 forderte Korinth Sparta ultimativ zum Eingreifen auf. Sparta fällt 431 in Attika ein, doch hat Perikles die Bevölkerung in den Schutz der Mauern zurück gezogen. Währenddessen plünderte die athenische Flotte den Peloponnes. Perikles rechnete mit der Erschöpung des Gegners. Dieser reagiert jedoch und marschierte in Thrakien ein und bedroht so die athenische Versorgung mit Getreide. 421 kommt es zu einem Friednesvertrag (Nikiasfrieden), doch sind die Streitigkeiten damit nicht ausgeräumt. Sparta bekämpft Argos, während Athen unter dem Einfluss des Alkibiades die folgenschwere Expedition nach Sizilien unternahm (415-13). Diese endet in einem Desaster für Athen. Die Einnahme von Syrakus misslingt. Das athenische Heer wird vernichtet, während in Griechenland Alkibiades, der zu den Spartanern übergelaufen ist, diese zu einer neuen Taktik gegen Athen überredet. In Dekeleia wird ein Stützpunkt errichtet. Persien unterstützt nun Sparta, da Athen es brüskiert hat. In Athen kommt es zu einem Verfassungsumsturz (411), der aber bald rückgängig gemacht werden kann.

Spartas neue Flotte bedrohte Athens Lebensnerv. 406 siegen die Athener noch bei Notion, doch unterliegt die Flotte 405 in der Schlacht von Aigospotamoi. Athen kapituliert 404 vor Sparta, wird aber nicht zerstört. Korinth und Theben fühlen sich betrogen und verfolgen nun eigene Ziele.

Spartas und Thebens Hegemonie und der Aufstieg Makedoniens

Sparta kann den Platz Athens nicht ausfüllen. Zwischen Sparta und persien kommt es zudem zum Krieg in Bezug auf die kleinasiatischen Griechen (400-394): Sparta weigert sich, diese den Persern nach dem Vertrag von 412 auszuliefern. In Griechenland brechen die Kampfhandlungen nicht ab. Im Korinthischen Krieg (395-87) kämpfen Argos, Athen, Korinth und Theben gegen die Spartaner. 387/86 kommt es zum so genannten Königsfrieden, in Wirklichkeit ein persischer Diktatfrieden, der den Krieg zu einem Ende bringt. Sparta ist aber nun in der Defensive. Athen begründete 377 den Seebund neu (allerdings verkleinert und auf einer demokratischeren Basis). Tatsächlich waren sowohl Sparta als auch Athen über das Anwachsen der thebanischen Machtstellung besorgt. Doch während die beiden alten Feinde annähern, kommt es 371 zur Schlacht von Leuktra: das spartanische Heer wird von den Thebanern vernichtet. Dies bedeutete das Ende der spartanischen Hegemonie. 362 endet bereits die thebanische Vorherrschaft mit dem Tod ihres wichtigsten Strategen Epameinondas, doch verlor Sparta Messenien und wird zu einer Macht zweiten Ranges.

Im Norden bestieg währenddessen Philipp II den Thron von Makedonien. Er macht dies zur führenden Militärmacht in Griechenland. In den 50er Jahren kämpfte er gegen die Phoker und erwirbt 352 die Vorherrschaft in Thessalien. 343 folgte die Eroberung Thrakiens. Athen fühlte sich von der expansiven Politik Philipps ernsthaft bedroht. Vor allem Demosthenes versuchte die anderen Griechen davon zu überzeugen, dass Philipp sie unterjochen wollte. 340 kommt es zur Bildung eines Abwehrbundes, doch unterliegt das Heer 338 bei Chaironeia dem Heer Philipps. Dieser gründete 337 den Korinthischen Bund und wurde zum Hegemon ernannt. Philipp ist zum de facto Beherrscher Griechenlands geworden. Seine Pläne in Bezug auf einen Feldzug gegen Persien kann er jedoch nicht mehr erfüllen: er wird 336 ermordet. Sein Sohn Alexander, später der Große genannt, wird sie jedoch in die Tat umsetzten. Damit endete auch das klassische Zeitalter Griechenlands. Es beginnt der Hellenismus, indem die griechischen Poleis gegenüber den hellenistischen Großreichen nur eine untergeordnete Rolle spielen sollten.

Literatur




     
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