WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Ionischer Aufstand



Als Ionischer Aufstand wird die Rebellion der kleinasiatischen und zyprischen Griechen gegen das Perserreich bezeichnet. Dieser begann entweder 500 oder 499 v. Chr. (die Datierung ist in der Forschung nicht unumstrittern, meistens wird aber 500 angegeben) und dauerte bis 494 v. Chr. an.

Ursachen des Aufstands

Die Perser hatten den kleinasiatischen Raum bereits um 540 v. Chr. von den Lydern erobert. Bei ihrer Herrschaftsausübung stützte sich der persische Großkönig in der Regel auf die örtlichen Machthaber, die meistens Tyrannen waren. Die Staatsform der Tyrannis war bei den Griechen sehr unbeliebt, dennoch war der Auslöser des Aufstands ganz anderer Natur.

Der Tyrann von Milet, Aristagoras, hatte den örtlichen Satrapen Ataphernes zu einem Feldzug gegen Naxos überredet. Als dieses Unternehmen fehlschlug, überredete Aristagoras, getrieben von der durchaus berechtigten Angst, dafür zur Verantwortung gezogen zu werden, die Ionier zum Aufstand gegen die verhasste Fremdherrschaft.

In der modernen Forschung wird aber auf einen weiteren Aspekt hingewiesen. So sei der Großkönig nicht mehr bereit gewesen, den Handel in diesem Raum in den Händen der Ionier zu lassen, die damit in ihrem Lebensnerv getroffen wurden.

Verlauf des Aufstands

Der Aufstand bereitete sich wie ein Flächenbrand aus. Er griff auch auf die benachbarten Regionen über. Überall wurde zum Sturz der Fremdherrschaft und der Einfühung einer freiheitlichen Ordnung aufgerufen (Demokratie).

Die Ionier baten auch im griechischen Mutterland um Unterstützung, aber nur die Poleis Athen und Eretria entsandten 499/98 v. Chr. kleinere Flottengeschwader, die weitgehend wirkungslos blieben. 499 v. Chr. konnte zwar die bedeutende Stadt Sardes, Sitz des örtlichen Satrapen, eingenommen werden, doch auf dem Rückmarsch wurden die Rebellen bereits von den Persern erwartet und geschlagen.

Das Perserreich mobilisierte nun seine Kräfte und gewann bereits 497 v. Chr. Zypern zurück. 494 v. Chr. wurde Milet nach der Schlacht von Lade erobert und niedergebrannt. Die Ionier mussten sich dem persischen Großkönig Dareios I unterwerfen, der die Rolle Athens in diesem Konflikt nie vergaß und bald darauf einen Feldzug gegen Griechenland plante.

Folgen des Aufstands

Die Ionier standen nun unter der direkten Kontrolle der persischen Statthalter, während für Griechenland dies der Beginn der so genannten Perserkriege werden sollte, die sich noch Jahrzehnte hinzogen und im eigentlichen Sinne erst durch die Eroberung des Perserreiches durch Alexander den Großen beendet wurden.

Literatur

Siehe die entsprechenden Abschnitte in den diversen Handbüchern zum klassischen Griechenland, besonders Athen. Hauptquelle ist Herodot (Herodot V 28 ff.).

Siehe auch: Perserkriege, Athen, Perserreich




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^