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Geschichte der Luftfahrt



Die Geschichte der Luftfahrt (Luftfahrt, Fliegen, Fliegerei) handelt von der technischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der menschlichen Fortbewegung durch die Luft.

Der Traum, fliegen zu können wie ein Vogel, ist wohl so alt wie die Menschheit.

Der Legende nach hatte sich in der Antike Ikarus selbstgebaute Flügel aus Wachs und Vogelfedern angelegt, um aus einem Gefängnisturm auf Kreta zu entkommen. Als er der Sonne jedoch zu nahe kam, schmolz das Wachs und er stürzte ab. Es ist aber auch gleichzeitig der erste Bericht über einen erfolgreichen Flug: Ikarus´ Vater Daedalus (der die Flügel gebaut hatte, und überhaupt die ganze Idee mit dem Fliegen hatte) überstand diesen Flug wohlbehalten und erreichte Sizilien - immerhin.

Table of contents
1 Chronologie
2 Weblinks
3 Siehe auch

Chronologie

Die ersten historisch nachweisbaren, vom Menschen geschaffenen Fluggeräte sind Drachen aus China. (4. bzw. 6. Jahrhundert v. Chr.)

220 v. Chr. Chinesische Überlieferung der Anwendung eines Flächendrachens zur Entfernungsmessung

10. Jahrhundert Der Fesseldrachen ist vermutlich über den pazifischen Raum verbreitet und wird zu bemannten, militärischen, religiösen und zeremoniellen Zwecken eingesetzt.

1247 Die mongolischen Heere verwenden Feuerdrachen in der Schlacht bei Liegnitz.

1282 Marco Polo berichtet über bemannte und rituelle Drachenaufstiege.

1326 Darstellung eines geflügelten Luftsackdrachens in der Schrift "De nobilitatibus".

1400 Anwendung von Feuerdrachen im europäischen Kriegswesen.

1486 - 1513 Flugtechnische und mathematische Studien von Leonardo da Vinci (1452 - 1519). In seinen Aufzeichnungen finden sich unter anderem: ein Fallschirmentwurf, eine Hubschraube, Entwürfe für Schwingenflugzeuge, Strömungsuntersuchungen und Stromlinienkörper. Leonardo war offenbar der erste, der die Mechanik des Vogelflugs richtig verstand.

1496 Der italienische Mathematiker Giambattista Danti fliegt angeblich von einem Turm der Stadt Perugia. Es finden sich zahlreiche Darstellungen angeblicher Flüge und Flugversuche in vielen Ländern. Die Fähigkeit zu fliegen wird im Mittelalter Heiligen und den Hexen im Volksglauben zugeschrieben.

1500, circa. Auf seinem Triptichon "Die Versuchung des heiligen Antonius" stellt Hironymus Bosch u. a. zwei kämpfende Luftschiffe über einer brennenden Stadt dar.

1558 Giambattista della Porta veröffentlicht eine vollständige Theorie und Baubeschreibung des Flächendrachens.

1644 Dem italienischen Physiker Evangelista Toricelli gelingt der Nachweis des Luftdruckes und die Erzeugung eines luftleeren Raumes, der "Torricellische Leere".

1654 Der Physiker und Bürgermeister von Magdeburg Otto von Guericke misst das Gewicht der Luft und demonstriert seine berühmt gewordenen "Magdeburger Halbkugeln": 16 Pferde, schaffen es nicht, zwei luftleere Halbkugeln, die nur durch den äußeren Luftdruck zusammengehalten werden, auseinanderzuziehen.

1670 In seiner Schrift "Prodomo" (in eigener Sache) beschreibt der Jesuit Francesco Lana de Terzi ein Vakuum-Luftschiffprojekt, das als erster realistischer technischer Entwurf für ein Luftschiff gilt. Lana schreibt jedoch: "Gott wird es niemals zulassen, dass eine solche Maschine zustande kommt...denn wer sieht nicht, dass keine Stadt vor Überfällen sicher wäre...".

17. Jahrhundert: Der Flächendrachen wird in Europa volkstümlich.

1777 Der Sträfling Dominikus Dufort springt mit einem "Fallschirmgewand" in St. Louis von einem hohen Gebäude und wird mit einer spontanen Geldsammlung belohnt.

1783 In der Neuzeit waren die Ersten, die es schafften, sich längere Zeit fliegend oder schwebend in der Luft zu bewegen, die französischen Brüder Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier im Jahre 1783. Sie bauten Heißluftballone (Montgolfière) aus Papier als erstes Luftfahrzeug und schafften es damit, über einen beachtlichen Zeitraum die Erde zu verlassen und zu "Fliegen". Schon 1784 erreichte man Höhen von 4000 m. 1785 wurde der Ärmelkanal überquert. Fast zur gleichen Zeit 1783 stieg der erste Gasballon auf.

1783 Sébastian Lenormand vollführt Fallschirmabsprünge vom Turm des Observatoriums in Montpellier.

1797, 22. Oktober, André-Jaques Garnerin springt mit einem Fallschirm von einem Ballon ab und wird "offizieller französischer Staatsluftfahrer".

1799 Der Engländer Sir George Cayley (1773 - 1857) skizziert ein Gleitflugzeug mit einem Seiten- und Höhenleitwerk. Sein Manuskript gilt als Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fluggerät "schwerer als Luft". "Cayley war es, der die damals herrschende Verwirrung beseitigen half. ... Er wusste mehr als irgendeiner seiner Vorgänger ... und Nachfolger bis zum Ende des 19. Jahrhunderts." - Orville Wright. Trotzdem haben seine Erkenntnisse die weitere Entwicklung wenig beeinflusst.

1804 Sir George Cayley baut aufbauend auf seinem Flugzeugkonzept von 1799 ein erfolgreiches Gleitflugmodell, unbemannt.

1811 Weitere Experimente mit Fluggeräten unternahm der Schneidermeister Albrecht Ludwig Berblinger aus Ulm, der in die Geschichte einging als der "Schneider von Ulm". Er konstruierte in den Jahren 1810 bis 1811 einen Apparat, der ihm die Möglichkeit geben sollte, wie ein Vogel durch die Luft zu gleiten. Am 31. Mai 1811 versuchte Berblinger - in Anwesenheit des Königs - von der Adlerbastei aus über die Donau zu fliegen. Es mißlang, da keine Thermik vorhanden war. Leider war er seiner Zeit voraus und seine Experimente und sein selbst konstruiertes Fluggerät wurden verlacht, und er wurde geächtet, so dass er seine Forschungen zum Segelflug nicht weiter betreiben konnte. Ein 1986 nachgebauter Apparat konnte beweisen, dass der Flugapparat tatsächlich hätte fliegen können.

1821, 19. Juli. Benutzung von Leuchtgas zur Ballonfüllung (Charles Green).

1836, 7. und 8. November. Ballonfahrt über 722 km von London nach Weilburg durch Charles Green, Holland und Mason.

1838 Die Einführung der noch heute gebräuchlichen Reißbahn durch den Amerikaner John Wise entschärft das Problem, dass der Ballonkorb bei der Landung oft viele Meter über den Boden geschleift wird und durch Anker zum Halten gebracht werden muss.

1839 Charles Green und der Astronom Spencer Rush steigen im Freiballon auf 7 900 m Höhe.

1842, November. Erster vollständiger Entwurf eines Motorflugzeuges mit Dampfmaschinenantrieb durch den Englischen Ingenieur William Samuel Henson. Die Patentschrift knüpft an die Arbeiten Cayleys an. Der Gründungsantrag für eine "Aerial Transport Company" (Aktiengesellschaft) wurde im englischen Unterhaus unter lautem Gelächter abgelehnt.

1849, 12. und 25. Juli. Erfolglose Bombardierung Venedigs mit Hilfe von Heißluftballons durch Österreich.

1849, 7. Oktober. Der Franzose Francisque Arban überquert im Freiballon die Alpen (Marseille-Stubini bei Turin).

1849 Sir George Cayley baut einen manntragenden Dreidecker der durch Seilstart am Hang erprobt wird. Ein erfolgreicher Eindecker-Flug findet 1853 mit Cayleys Kutscher als Pilot statt.

1852, 24. September. Das Luftschiff mit Dampfmaschinenantrieb des englischen Ingenieurs Henry Giffard erreicht eine Geschwindigkeit von etwa 10 km/h. siehe auch Henri Giffard.

1852 Gründung der ersten Gesellschaft zur Förderung der Luftfahrt (Societe Aerostatique de France).

1857 Nach erfolgreichen Modellversuchen nehmen die Französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent auf ein ausgereiftes Motorflugzeug.

1857 Der französische Kapitän Jean Marie Le Bries unternimmt nach Vogelstudien (Albatros) Flugversuche mit Schleppstart, die erfolgreich gewesen sein sollen. Der Flugapparat ist in einer frühen Fotografie (Nadar) belegt.

1858 Der französische Luftfahrer Nadar macht die erste Luftaufnahme.

1859, 1. und 2. Juli. Ballonfahrt über 1292 km durch John Wise mit drei Begleitern (St. Louis-Henderson, USA).

1862, 5. September. Der Aeronaut Coxwell und der engl. Physiker Glaisher erreichen bei einem dramatischen Aufstieg eine Höhe von 9 000 m.

1865 Jules Verne beschreibt in seinem Roman "Die Reise zum Mond" den Raketenstart von Cap Kennedy, von wo aus viele Jahre später tatsächlich die amerikanischen Raketenstarts erfolgten.

1865, 20. September. Jacob Brodbeck, unbemannter, motorisierter Flug, schwerer als Luft. Als Antrieb wurde eine Metallspirale ähnlich wie in einer Taschenuhr verwendet. Das Deutsche Museum in München verfügt über Pläne dieser Flugobjekte.

1865 Der Franzose d'Esterno schreibt in seinem Buch "Über den Flug der Vögel": "Der Gleitflug scheint für die schweren Vögel charakteristisch zu sein; es spricht nichts dagegen, dass es der Mensch bei günstigen Windverhältnissen diesen Vögeln gleichtut."

1865 Der französische Kunstmaler und Landwirt Louise Pierre Mouillard unternimmt einen erfolgreichen Flugversuch. Nach jahrelangem Vogelstudium gab er 1881 sein Buch "L'Empire de l'Air" heraus, in dem er die Nachahmung des Gleit- und Segelflugs der Vögel, nicht aber des Schwingenflugs für möglich hält.

1867 Henry Giffard installiert auf der Pariser Weltausstellung einen Riesen-Fesselballon für 20 Personen.

1868 M. Boulton nimmt ein englisches Patent für die Anwendung von Querrudern.

1868 Erste Luftfahrtausstellung im Londoner Kristallpalast.

1870/1871 Deutsch-französischer Krieg: Im belagerten Paris werden insgesamt 66 Ballone gestartet, um den Belagerungsring zu überwinden.

1871 Der Franzose Alphonse Pénaud baut ein frei fliegendes Motorflugmodell mit Gummimotorantrieb.

1871 Die Engländer Wenham und Browning unternehmen Strömungsversuche in einem Windkanal.

1872, 2. Februar. Der französische Marineingenieur Dupuy de Lome erreicht mit einem muskelkraftgetriebenen Luftschiff eine Geschwindigkeit von 9 bis 11 km/h.

1872,13. Dezember. Erprobung des ersten Luftschiffes mit einem Gasmotor durch den deutschen Ingenieur Paul Haenlein in Brünn. Das Luftschiff erreicht 19 km/h. Die Versuche werden aus Geldmangel abgebrochen.

1874, 5. Juli. Der Belgier Vincent de Groof verunglückt bei einem Schwingenflugversuch tödlich, als die durch die Arme zu betätigenden Schwingen nach dem Start vom Ballon aus zusammenklappen.

1874 Auftriebs- und Widerstandsmessungen an Tragflügelprofilen durch Otto und Gustav Lilienthal, die erst 1889 veröffentlicht werden. Erforschung u. a. des Vorteils der gewölbten Fläche.

1875 Der Engländer Thomas Moy erprobt ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.

1875, 15. April. Die wissenschaftliche Höhenfahrt des Ballons Zenith auf 8 000 m endet mit dem Tod zweier Luftfahrer und der Ertaubung von Gaston Tissandier.

1876 Die Franzosen Penaud und Gauchot nehmen ein Patent für ein Motorflugzeug mit Einziehfahrwerk, Flügel-V-Form, Steuerknüppel.

1877 Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers (Forlanini).

1879 Der Franzose Victor Tatin baut ein Motorflugmodell mit Luftschrauben und Druckluftmotor, das erfolgreich Bodenstarts ausführt.

1881 Der Russe Alexander Fjodorowitsch Moshaiski erhält ein Patent für ein Motorflugzeug mit Dampfmaschinenantrieb.

1882 Der in Berlin gegründete "Deutsche Verein zur Förderung der Luftschifffahrt" gibt erste deutsche Fachzeitschrift zur Luftfahrt heraus.

1883 Der Deutsche Gottlieb Daimler erfindet den schnellaufenden Verbrennungsmotor, der durch sein günstigeres Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht für die Luftfahrt geeignet ist.

1883/1884 Luftschiffe mit Elektromotoren (Brüder Tissandier, Renard und Krebs). Das Luftschiff von Renard und Krebs vollführt am 9. August 1884 die erste Fahrt in geschlossener Kreisbahn.

1884 Der Engländer Horatio F. Philipps nimmt ein Patent auf gewölbte Flügelprofile.

1886 12. und 13. September. Ballonfahrt über 24 Stunden Dauer durch die Franzosen Hervé und Alluard.

1889 Otto Lilienthal veröffentlicht in seinem Buch "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst" Messungen an Tragflügeln, sogenannte Polardiagramme, die Grundlage unseres heutigen Begriffssystems werden und die Vorteile der Flügelwölbung belegen.

1890 In Frankreich feiert man Clément Ader, 9. Oktober 1890 bis 14. Oktober 1897. Am 9. Oktober 1890 soll eine Dampfmaschine auf Gleisen, das Flugzeug "Eole" für 50 Meter abgehoben haben. Der Flug war unkontrolliert.

Die ersten ernst zu nehmenden Flugversuche mit starren Segelfluggeräten unternahm dann der Deutsche Otto Lilienthal (1891) in Berlin und in Brandenburg. Ihm gelangen mit seinen Fluggeräten beachtliche Gleitflüge (mehr als 6000). Sein Verdienst um die Entwicklung der Luftfahrt besteht vor allem in seinen Studien zur Steuerbarkeit der Luftfahrzeuge.

1891 Otto Lilienthal erreicht Flugweiten bis 25 Meter. Diese gelten heute als die ersten sicheren, wiederholbaren Gleitflüge der Geschichte und seine Methode "vom Sprung zum Flug" als die einzige, die ein Erlernen des Fliegens ermöglicht.

1893 Der Australier Hargrave führt auf einem aeronautischen Kongress in Sydney den Kastendrachen vor. Er wird Vorbild für zahlreiche wissenschaftliche Drachen bis hin zum Flugzeug.

1893 Erste Experimente des Engländers Philipps mit einem 50-Decker.

1894, 4. Dezember. Der deutsche Meteorologe Berson steigt auf 9 155 m Höhe.

1894 Das Großflugzeug des Amerikaners H.S. Maxims wird bei Rollversuchen, die ausreichenden Auftrieb zeigten, beschädigt. Er stellte daraufhin seine Versuche, die schon Hunderttausende verschlungen hatten, ein.

1894 Otto Lilienthal nimmt mit dem "Normal-Segelapparat" die erste Serienfertigung eines Flugzeugs auf. Er erreicht mit verschiedenen Flugzeugkonstruktionen Flugweiten bis 250 m.

1894 Das Buch "Progress in Flying Machines" von Octave Chanute (USA) als Zusammenfassung einer Artikelserie im "American Engineer and Railroad Journal" ist eine umfassende Darstellung des weltweiten Entwicklungsstandes auf dem Weg zum Flugzeug.

1895 bis 1899 Der englische Ingenieur Percy Sinclair Pilcher arbeitet erfolgreich auf dem Gebiet des Gleit- und Motorfluges. Er verunglückt am 30. September 1899 bei einer Gleitflugvorführung tödlich.

1896, 6. Mai. Erster Flug des Motorflugmodells mit Dampfmaschinenantrieb des Amerikaners Prof. Samuel Pierpont Langley über 1 km Entfernung.

1896, 9. August. Otto Lilienthal "überzieht" bei einem Routineflug in den Stöllner Bergen und stirbt am Folgetag an der Wirbelsäulenverletzung als Folge des Absturzes.

1896, ab Juni. Der Eisenbahningenieur Octave Chanute organisiert Fliegerlager am Michigansee. Erprobt werden u. a. ein Lilienthal-Gleiter (Nachbau) und ein von Chanute gebauter Doppeldecker, der die Grundlage für die weitere Entwicklung der Flugtechnik wird.

1896 Erfindung des Drachenballons für Beobachtungszwecke bei größeren Windstärken durch die Deutschen August von Parseval und Bartsch von Sigsfeld.

1897, 12.Juni. Friedrich Hermann Wölfert und sein Mechaniker kommen bei einer Demonstration über dem Tempelhofer Feld mit ihrem benzingetriebenen Luftschiff bei dessen Brand ums Leben.

1897, 11.Juli. S. A. Andrée, N. Strindberg und K. Fraenkel starten auf Spitzbergen mit einem Freiballon zur Nordpol-Expedition. Sie werden erst 1930 tot aufgefunden. Das gefundene Filmmaterial ließ sich noch entwickeln.

1897, 3. November. Aufstieg eines Aluminium-Luftschiffes des Ungarn David Schwarz in Berlin.

1900 bis 1903 Gleitflug- Windkanal- und Steuerungsexperimente der Brüder Wright (USA), die später zum erfolgreichen Motorflug führen.

1900, 2. Juli. Erster Aufstieg des Ganzmetall-Luftschiffes v. Ferdinand Graf v. Zeppelin.

1900, 31. Juli. Die deutschen Meteorologen Berson und Süring erreichen im Freiballon 10 800 m Höhe.

1901, 14. August. Angeblicher erster stabiler Motorflug des Deutsch-Amerikaners Gustav Weißkopf über eine halbe Meile in Bridgeport/Conneticut. Der Flug ist in der Luftfahrtgeschichte umstritten und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.

1901, 19. Oktober. Der Brasilianer Alberto Santos-Dumont umfährt mit seinem Luftschiff Nr.6 von St. Cloud kommend den Eiffelturm und kehrt in 30 Minuten zum Startplatz zurück. Das waren die Bedingungen des mit 100 000 Francs dotierten Deutsch-Preises.

1901 Das Wasserflugzeug des Österreichers W. Kress wird bei einem Startversuch zerstört.

1901 Erste Flüge eines Motorflugmodells mit Benzinmotor (Prof. Langley, USA).

1901 Die Brüder Wright optimieren ihre Tragflächen durch Windkanalmessungen.

1903 Der Russe Konstantin Ziolkowski leitet in seinem Beitrag: "Erforschung des Weltraumes mittels Reaktionsapparaten" die Raketengrundgleichung her.

1903, 18. August. Karl Jatho vollführt bei Hannover mit seinem Motorflugzeug kurze Luftsprünge.

1903, 8. Oktober und 8. Dezember. Das Motorflugzeug von Prof. Samuel Pierpont Langley stürzt bei beiden Flugversuchen sofort nach dem Katapultstart von einer schwimmenden Rampe im Potomac bei Washington ab.

1904, 17. Dezember. 4 erfolgreiche Starts, die die Brüder Wright in den Dünen bei Kitty Hawk (North Carolina) abwechselnd ausführen, gelten heute als der Beginn des Motorflugs. Beim 4. und längsten Flug über 59 Sekunden wird der Doppeldecker beschädigt, so dass die Versuche erst im Folgejahr weitergeführt werden.

1904, 20. September. Wilbur Wright vollendet den ersten Kreisflug. Zur Vereinfachung des Starts entwickeln die Wrights eine Katapultvorrichtung.

1905, 14. Oktober. Gründung der bis heute aktiven Fédération Aéronautique Internationale (FAI) in Paris.

1905, 4.Oktober. Orville Wright fliegt in Dayton 33 Minuten 17 Sekunden.

1905 Daniel Maloney führt in Santa Clara (Kalifornien) vom Ballon in 1 220 m Höhe startend einen Gleit- und Segelflug von 20 Minuten aus. Bei einem folgenden Start verunglückt er.

1905 Der Schraubenflieger (Hubschrauber) des Ingenieurs Léger hebt in Monaco eine Person senkrecht in die Luft.

Wichtige Flugpioniere um 1900 waren unter anderem Karl Jatho aus Hannover, Wilhelm Kress aus Wien, Lyman Gilmore, Richard Pearse und Gustav Weißkopf (Bayern/USA). Mit Fahrrad- bzw. Maschinenbau und Tragflächen-Experimenten kamen sie zu Teilerfolgen im Motorflug und zu Weiterentwicklungen (Steuerknüppel, Drachenflug, Flugzeugwerke).

Aber der Durchbruch der Fliegerei und die Entwicklung von Fluggeräten zu ernst zu nehmenden Verkehrsmitteln gelang erst nach der Erfindung kleiner, mobiler Verbrennungsmotoren wie sie durch Gottlieb Daimler und durch Carl Benz für den Einsatz in Straßen-und Wasserfahrzeugen aus dem Ottomotor entwickelt worden waren.

Mit Hilfe eines solchen Benzinmotors gelang es den amerikanischen Brüdern Orville und Wilbur Wright im Jahre 1903, ein weiterentwickeltes, lilientalsches Fluggerät dauerhaft anzutreiben und damit über einen längeren Zeitraum in der Luft zu halten. Vor allem aber waren sie die ersten, die ein Flugzeug mithilfe der von ihnen erfundenen Flügelverwindung in allen drei Achsen steuern konnten.

Diese erste Nutzung des Motorflugs löste im 20. Jahrhundert eine rasante Entwicklung immer modernerer und größerer Flugmaschinen aus.

Bereits im Ersten Weltkrieg wurden Kampfflugzeuge zu Tausenden produziert, doch beeinflusste deren Einsatz das Kriegsgeschehen nur bedingt. Seit dem Spanischen Bürgerkrieg wurden sie zur Hauptwaffe in der Kriegsführung und entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg rasant weiter.

Auch die zivile Luftfahrt erlebte eine rasche Entwicklung. Luftschiffe, vor allem Zeppeline, beherrschten die zivile Luftfahrt und waren Pionier bei den transatlantischen Verkehrsverbindungen. Mit dem großen Unglück von LZ129 Hindenburg begann das Ende dieser Ära und Propellermaschinen erschlossen nach dem Zweiten Weltkrieg die Luftrouten. Mit der Erfindung des Düsenantriebs wurden Flugreisen schneller und in den 1970ern auch billiger und für jedermann erschwinglich.

Nach nur hundert Jahren sind die "Flieger" (Flugzeuge) zu einem Verkehrsmittel von beachtlicher Bedeutung herangereift und die Fliegerei ist ein wichtiger eigener Wirtschaftszweig geworden.

Aber nachdem der Himmel in dem 1940er und 1950er mit Flugzeugen erobert waren, wurden die Träume von Jules Vernes Wirklichkeit und auch der Flug in den Weltraum in Angriff genommen. Erfolge wie die Mondlandung wurden nach wenigen Jahrzehnten erreicht. Aber bis zur bemannten Landung auf unserem Nachbarn, dem Planeten Mars, dauert es noch.

Weblinks

Siehe auch

Luftfahrt, Flugpioniere, Liste von Flugzeugtypen, Katastrophen der Luftfahrt, Geschichte der Lufthansa




     
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