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George Washington



George Washington war ein US-amerikanischer Politiker und erster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1789 bis 1797. Er wurde am 11. Februar 1732 (julianischer Kalender) in Wakefield im Westmoreland County (Virginia) geboren und starb am 14. Dezember 1799 auf seinem Gut Mount Vernon in Virginia

Table of contents
1 Biografie
2 Der Krieg mit Frankreich und die "Indianerkriege"
3 Zwischen den Kriegen
4 Der Unabhängigkeitskrieg
5 Die Präsidentschaft
6 Privatleben
7 Literatur
8 Weblinks
9 Navigationsleisten

Biografie

Schon durch seine Herkunft war Washington Teil der ökonomischen und kulturellen Elite der Sklaven haltenden Plantagenbesitzer des Staates Virginia. Seine Eltern Augustine Washington (1693-1743) und Mary Ball (1708-1789) waren beide englischer Abstammung.

Ab 1749 war er zunächst als Geometer u.a. im Tal des Shenandoah tätig. Im Laufe der fünfziger Jahre des 18. Jahrhunderts wurde er durch Erbschaft, Heirat und Landspekulationen zu einem der reichsten Männer von Virginia.

Der Krieg mit Frankreich und die "Indianerkriege"

1754 wurde er zunächst zum Major der Virginia-Miliz ernannt, baute eine Reihe von Forts an der westlichen Grenze von Virginia und leitete die Verhandlungen mit den Franzosen, die ins Ohiotal vorgedrungen waren. Washington begleitete als Oberstleutnant die Braddock-Expedition der Britischen Armee während des Krieges gegen Frankreich und deren verbündeten Indianerstämme ("French and Indian War" - in Europa: Siebenjähriger Krieg). Während der Schlacht von Wilderness wurden drei Pferde unter ihm erschossen. Dabei zeigte er äußerste Besonnenheit, als er während des Debakels den Rückzug organisierte. Im Anschluss organisierte Washington als Oberst das erste reguläre Regiment Virginias, welches am Krieg teilnahm und bekam auch offiziell den Oberbefehl über alle Truppen des Staates. Es gelang ihm erfolgreich, die Grenze Virginias gegen die französischen Truppen zu verteidigen, wobei sich der eigentliche Krieg in den Nachbarprovinzen abspielte. 1759 verließ Washington dieses Regiment, um einen Sitz im Abgeordnetenhaus Virginias einzunehmen.

Zwischen den Kriegen

Bereits während des Krieges hatte Washington 1757 Martha Dandridge Custis, die vermögende Witwe des Daniel Parke Custis, geheiratet. Das neuvermählte Paar verlegte seinen Wohnsitz auf die Plantage in Mount Vernon, wo er das Leben eines vermögenden Plantagenbesitzers aufnahm. Neben der bereits erwähnten Deputiertentätigkeit war seit 1752 auch Friedensrichter in Fredricksburg. 1774 zog er als Delegierter Virginias in den Kontinentalkongress ein.

Der Unabhängigkeitskrieg

Am 3. Juli 1775 übernahm Washington das Kommando der Kontinental-Armee (Continental Army) im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Nachdem er erfolgreich die Briten aus Boston vertrieben hatte, verlor er die Schlacht von Long Island 1776 und zog sich nach Valley Forge, außerhalb des britischen Einflussbereiches zurück, damit sich die amerikanischen Truppen erholen konnten.

Am 25. Dezember 1776 ließ Washington die Truppen den Delaware überqueren, um die hessischen Truppen der Briten in Trenton, New Jersey, anzugreifen. Dieser erfolgreiche Angriff baute die Moral der unabhängigkeitswilligen Kolonialisten wieder auf.

Washington befehligte weiterhin eine Armee im Verlauf der Revolution, um britische Kräfte im Zentrum des Landes zu binden, während General Gates und der Milizenführer Benedict Arnold die Schlacht von Saratoga 1777 gewannen. Dieser Sieg führte indirekt zur französischen Anerkennung der Vereinigten Staaten.

1781 konnte Washington zusammen mit französischen Truppen unter dem Marquis de Lafayette den britischen Oberbefehlshaben, General Cornwallis, entscheidend in der Schlacht von Yorktown schlagen. Diese Kapitulation der Briten war das eigentliche Ende der englischen Versuche, die Revolution zu unterdrücken.

Im Vertrag von Paris (1783) erkannte das englische Königreich die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an. Kurz vor seinem Abschied als Oberbefehlshaber rief er die Bundesstaaten auf, eine starke Zentralregierung zu bilden.

Die Präsidentschaft

Nach dem Krieg (1787) nahm er das Präsidium im Verfassungskonvent ein. Er wurde der gewählte Präsident am 4. Februar 1789 und 1792 in seinem Amt bestätigt. Dabei sollte er der einzige Präsident bleiben, der einstimmig vom Wahlkollegium gewählt wurde.

Seine Wahl zum Präsidenten war zunächst eine Enttäuschung für seine Frau, Martha Washington, der ersten "First Lady", die eigentlich nach dem Krieg das ruhige Privatleben fortsetzen wollte. Doch schnell akzeptierte sie ihre Rolle als Gastgeberin, öffnete ihre "gute Stube" und organisierte wöchentliche Dinner-Partys für so viele Würdenträger, wie am Tisch des Präsidenten Platz hatten.

Washington hielt das erste Kabinettstreffen eines amerikanischen Präsidenten am 25. Februar 1793 ab.

Washington leitete ein Regierungskabinett, das sich um innenpolitischen Ausgleich bemühte, da in ihm die großen Parteien der "Federalists" und der "Democratic-Republicans" zu gleichen Teilen vertreten waren. Diese Politik begleitete er durch einen Kurs der inneren Absicherung im verwaltungs- und finanzpolitischen Bereich.

In der Außenpolitik trug der Neutralitätskurs auch zur Stärkung und Anerkennung des jungen amerikanischen Bundesstaates bei. Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution von 1789 kritisierte man jedoch Washington für seine passive Haltung während den französisch-britischen Auseinandersetzungen.

Dennoch bestätigte man Washington bei den Präsidentschaftswahlen von 1792 für eine weitere Legislaturperiode von vier Jahren in seinem Amt.

1791 führte die Bundesregierung eine Verbrauchssteuer auf Whiskey ein. Diese Steuer war sehr unpopulär im amerikanischen Grenzgebiet, so dass im Juli 1794 im Allegheny County, Pennsylvania, ein Bundesmarshall durch den Pöbel angegriffen und das Haus eines regionalen Steuerbeamten niedergebrannt wurde. Am 7. August 1794 setzte Washington Soldaten mehrerer Bundesstaaten in Bewegung, um mit ca. 13.000 Mann die Unruhen, die als "Whiskey-Rebellion" in die Geschichte eingehen sollten, zu unterdrücken.

Nach dem Ende seiner Amtszeit zog sich Washington 1797 aus der Politik zurück.

Im Folgejahr übertrug der amtierende Präsident John Adams Washington angesichts der Gefahr eines bevorstehenden Krieges mit Großbritannien nochmals als Abschreckung gegen den einst unterlegenen Gegner den Oberbefehl als Generalmajor über die Streitkräfte, den er allerdings nur nominell wahrnahm.

Privatleben

Washingtons Wohnsitz, Mount Vernon, liegt heute in einem der Vororte von Washington, D.C.

Bewunderer Washingtons zitierten gerne eine unbelegte Anekdote über dessen Ehrlichkeit als Kind. In dieser Geschichte wollte er seine neue Axt ausgerechnet an einem Kirschbaum seines Vaters ausprobieren und fällte den Obstbaum. Vom Vater zur Rede gestellt, soll er geantwortet haben: "I can not tell a lie. It was me who chopped down the cherry tree." ("Ich kann nicht lügen. Ich war es, der den Kirschbaum gefällt hat.") Diese Geschichte erschien kurz nach Washingtons Tod in einem naiven vorbildhaften Kinderbuch Parsons (Pseudonym für Mason Weems), einem Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Mount Vernons.

Legendär sind auch die Berichte über die schlechten Zähne Washingtons. Seit seinem 24. Lebensjahr verlor er jedes Jahr einen weiteren Zahn, was vermutlich eine Folge des im 18. Jahrhundert extrem hohen Zuckerkonsums bei den reichen Eliten war. In seinen späteren Jahren konsultierte Washington eine große Anzahl von Zahnärzten und besaß eine ebenso große Anzahl künstlicher Gebisse. Allerdings nicht aus Holz - wie gerne kolportiert wird. Die meisten wurden damals aus Wal- oder Walrossbein gefertigt, waren nach heutigen Begriffen extrem grobschlächtig und wurden mehr aus repräsentativen Gründen als zur Nahrungsaufnahme eingesetzt.

Literatur

Weblinks

Navigationsleisten

Vorgänger:
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Präsident der USA
1789-1797
Nachfolger:
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Vizepräsident:
John Adams (1789-1797)



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Dies ist ein Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Stand: August 2004. Der Artikel steht unter der GNU Free Documentation License.



     
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