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Feuerwehrfahrzeuge in Österreich



Feuerwehrfahrzeuge in Österreich sind Feuerwehrfahrzeuge von Feuerwehren, welche an die vielfältigen österreichischen Landschaften, geprägt durch Gebirge, Wälder und Großstädte, angepasst sind.

Um aber eine gewisse Einheitlichkeit zu bekommen, wurden Baurichtlinien von den einzelnen Landesfeuerwehrverbänden geschaffen, die eine minimale Ausrüstung für ein Fahrzeug darstellen und jeweils nach Notwendigkeit von der einzelnen Feuerwehr oder dem Feuerwehrverband ergänzt werden kann. Diese Baurichtlinien müssen aber nur eingehalten werden, wenn die Feuerwehr für das Fahrzeug auch eine Förderung vom Landesfeuerwehrverband bekommt. Wird das Fahrzeug nur von der Gemeinde oder von der Feuerwehr selbst finanziert, so müssen die Richtlinien nicht unbedingt eingehalten werden.

Ein Feuerwehrfahrzeug hat üblicherweise eine Lebensdauer von 20 - 25 Jahren. Nach dieser Zeit wird auch das Nachschaffen von Ersatzteilen schwierig. Das ist auch die übliche Zeit, nach der ein Fahrzeug aus der Mindestausrüstungsverordnung herausfällt und die Feuerwehr einen Ersatz anschaffen kann und auch eine Förderung erhält. Wird das Fahrzeug früher ausgeschieden, muss in der Regel die Förderung zurückbezahlt werden. Das ist aber auch Bundesländer spezifisch verschieden.

Da sich in den zwanzig Jahren der Lebensdauer auch die Baurichtlinien und Gegebenheiten laufend ändern, ergibt sich trotzdem auch bei den genormten Feuerwehrfahrzeugen ein recht buntes Bild von Ausführungen.

Table of contents
1 Einteilung nach Besatzung
2 Einteilung nach taktischen Einsatzwert und Charakteristik
3 Hersteller von österreichischen Feuerwehrfahrzeugen
4 Kraftfahrrechtliches
5 Weblinks

Einteilung nach Besatzung

7 Personen, Beispiel: TLF 9 Personen, Beispiel: KLF 2 - 3 Personen (finden nur bei Sonderfahrzeugen Anwendung)

Siehe auch: Feuerwehreinheiten

Einteilung nach taktischen Einsatzwert und Charakteristik

Im folgenden wird sich auf die nach den Baurichtlinien des ÖBFV gefertigten Feuerwehrfahrzeuge bezogen.

Haben die Fahrzeuge einen Allradantrieb so führen sie nach der Bezeichnung den Duchstaben A, z.B. TLF-A.

Kleinlöschfahrzeug (KLF)

Es ist für eine Löschgruppe von 1:8 ausgelegt und hat außerdem eine Tragkraftspritze (TS). Es ist das häufigste Fahrzeug bei den kleinen Ortsfeuerwehren. Das Fahrzeug hat unter 3,5 t Gesamtgewicht.

Tragkraftspritzenanhänger

Eine ältere, aber billigere Form ist die Kombination eines Mannschaftsfahrzeuges mit einem Tragkraftspritzenanhänger (kurz TSA). Hier wird der hauptsächliche Teil der Brandschutzausrüstung auf einen
PKW-Anhänger verlastet. Nur die Mannschaft und kleine Zusatzausrüstungsgegenstände werden im Fahrzeug selbst verstaut. Es ist dies eine Lösung für finanziell schwache Feuerwehren. Durch Subventionsmassnahmen wird aber größtenteils versucht, diese Fahrzeuge gegen KLF auszutauschen.

Löschfahrzeug (LF)

Es entspricht dem KLF, hat aber mehr als 3,5 t Gesamtgewicht und kann noch zuätzliche Ausrüstung mitführen.

Kleinlöschfahrzeug-Wasser (KLF-W)

Es ist ein Kleinlöschfahrzeug mit einem Wassertank mit 500 - 1000 Liter Inhalt. Es wird aber keine Einbaupumpe wie in den größeren Fahrzeugen verwendet, sondern auch eine TS, die normal angekuppelt wird, aber bei Bedarf auch herausgenommen werden kann. Es ist auch für eine Löschgruppe 1:8 vorgesehen. Diese Fahrzeug hat schon meist mehr als 3,5 t Gesamtgewicht.

Tanklöschfahrzeug (TLF)

Das Tanklöschfahrzeug ist nur mehr für eine Tanklöschgruppe 1:6 vorgesehen. In den meisten Fällen hat der Löschwassertank 2.000 l Wasser, kann aber auch 1.000, 4.000 oder 10.000 l Wasser mit sich führen. Das Fahrzeug hat eine Einbaupumpe mit einer Leistung von 1.600 - 2.400 Liter pro Minute. Der Normaldruckteil erreicht einen Druck von 12 - 15 bar. Der Hochdruckteil ungefähr 40 bar. Zum Schnellangriff ist meist eine Schnellangriffshaspel mit einem formbeständigen Schlauch montiert. Manchmal ist auch noch ein Wasserwerfer fix oder aufbaubar im Fahrzeug. Sonst führt das Fahrzeug hauptsächlich die Brandschutzausrüstung mit sich.

Universallöschfahrzeug (ULF)

Das ULF ist eine Abart vom TLF, hat aber um ungefähr 200- 300 l Wasser weniger und stattdessen einen Schaummitteltank.

Rüstfahrzeug (RF)

Das Rüstfahrzeug ist hauptsächlich für den technischen Einsatz ausgerüstet, so führt es hydraulische Bergegeräte und Notstromgenerator mit sich. Zusätzlich hat es oft noch einen Ladekran, oder eine Abschleppbrille für Kraftfahrzeuge aufgebaut.

Rüstlöschfahrzeug (RLF)

Das RLF ist heute eines weitverbreitetsten Fahrzeuge größerer Bauart, da es eine Kombination aus TLF und RF darstellt. Natürlich kann nur von beiden Ausrüstungsrichtungen weniger im Fahrzeug sein. Mit einem RLF ist aber eine Feuerwehr schon allein in der Lage bei einem Verkehrsunfall die notwendigen technischen Maßnahmen zu setzen und außerdem den notwendigen Brandschutz bei einem Verkehrsunfall zu gewährleisten.

Mannschaftstransportfahrzeug (MTF)

Es ist ein normales Fahrzeug, dass nur zum Transport von Mannschaften gedacht ist.

Kommandofahrzeug (KDO)

Im Kommandofahrzeug befinden sich die Führungsmittel (wie Karten, PC usw.)und Kommunikationsmittel, die zum Leiten größerer Einsätze notwendig sind.

Berglandlöschfahrzeug

Es handelt sich dabei um ein KLF, dass aber auf einem extrem geländetauglichen Fahrgestell aufgebaut wird. Es hat auch meist kleinere Tragkraftspritzen mit, die auch im Gebirge eingesetzt werden können.

Sonderfahrzeuge

Kranfahrzeug

Kranfahrzeuge gibt es schon von einer geringen Traglast bis 50 t für Unfälle mit schweren LKW's. Fahrzeuge, die nur einen Ladekran zusätzlich zur normalen Ausrüstung montiert haben, fallen meist in die Kategorie der RF oder RLF. Die richtigen Kranfahrzeuge sind Autokräne mit einer etwas ergänzten Ausrüstung. Die meiste der zusätzlich bei einem Kraneinsatz notwendige Ausrüstung wird in einem Kranbegleitfahrzeug mitgeführt, das auch noch zusätzliches Personal befördern kann.

Drehleiter (DL)

Hubsteiger

Schadstofffahrzeug

Die Schadstofffahrzeuge werden vor allem bei Chemieunfällen eingesetzt. Sie haben die notwendigen Werkzeuge, die widerstandsfähig gegen Säuren oder Laugen sind. Sie haben auch die Schutzanzüge der verschiedenen Schutzstufen an Bord.

Bei einem Schadstoffeinsatz sind oft auch noch Dekofahrzeuge zur Errichtung eines Deko-Platzes mit einbezogen.

Tunnelllöschfahrzeug

Diese sind wieder unterschiedlich für Ereignisse in Straßentunnel oder Eisenbahntunnel ausgestattet. Für Eisenbahntunnel können sie entweder selbst auf Schienen zusätzlich fahren oder sind leicht auf Güterwagen verlastbar.

Wechsellader

Hier können die verschiedensten Container verlastet werden:

Hersteller von österreichischen Feuerwehrfahrzeugen

Kraftfahrrechtliches

Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr haben in manchen Bereichen des KfG und der StVO eine Sonderstellung:
Sie sind von der Kfz-Steuer befreit.
Sie sind von der jeder Maut befreit.
Zum Lenken der Fahrzeuge gibt es einen eigenen Führerschein, der nur in Verbindung mit dem normalen Führerschein gilt:
mit der Gruppe C1 darf man auch Fahrzeuge über 7,5 t lenken, auch wenn man noch nicht 21 Jahre alt ist.
ein umstrittener Punkt ist auch, dass die Alkoholgrenze nicht 0,1 Promille sondern 0,5 Promille ist.
Dieser Führerschein soll eine Erleichterung darstellen, ist aber nicht unbedingt notwendig, wenn man den üblichen zivilen Führerschein der entsprechenden Klasse besitzt.


Siehe auch: Portal Feuerwehr, Feuerwehren in Österreich, Wasserführende Armatur

Weblinks




     
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