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Homöopathie



Die Homöopathie ist eine sehr kontrovers diskutierte alternative Heilmethode, die nach dem Grundsatz Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt Krankheiten mit stark verdünnten (potenzierten) Substanzen, die der Krankheit ähnliche Wirkungen hervorrufen, zu heilen versucht. Sie wurde von Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet und hat heute viele Anhänger. Sie wird in Deutschland vor allem sowohl von Ärzten als auch von Heilpraktikern angewendet. In Österreich darf Homöopathie nur von Ärzten nach einer speziellen Ausbildung angewendet werden. Weltweit hat sie insbesondere Verbreitung in den USA, Südamerika und Indien gefunden.
		

Table of contents
1 Die vier Grundsätze der Homöopathie:
2 Geschichte
3 Potenzierung
4 Schulen der Homöopathie
5 Anwendung
6 Empirische Basis
7 Erklärungsversuche
8 Kritik an der Homöopathie
9 Zitate
10 Wichtige Homöpathen
11 Siehe auch
12 Literatur
13 Weblinks

Die vier Grundsätze der Homöopathie:

  1. similia similibus curentur ("Ähnliches heile Ähnliches"). Bei der Behandlung wird versucht, das Symptombild des Stoffes ("Arzneimittel-Bild") möglichst genau mit dem Krankheitsbild jedes einzelnen Betroffenen in Beziehung zu bringen. ( = Individualisierung der Therapie.) Homöopathisch wird zum Beispiel ein Durchfall behandelt, indem man nach 1.) eine Substanz wählt, die selbst einen Durchfall mit gleichem Symptombild erzeugt und 2.) von dieser eine sehr niedrig konzentrierte Verdünnung wählt, die dem Kranken verabreicht wird. Erfolgreich ist die Behandlung, wenn das individuell richtige Mittel gefunden wird und somit möglichst viele symptomatische Übereinstimmungen.
  2. Arzneimittel-Prüfungen an gesunden Menschen, um empirisch das Symptombild einer jeden Substanz zu finden.
  3. Herstellung sehr niedrig konzentrierter Verdünnungen (oft 1:1030 bis 1:10200). Die Forderung nach Verdünnung entstand ursprünglich, weil zunächst vor allem giftige Stoffe verwendet wurden. Sie erfolgt schrittweise, es soll eine so genannte "Dynamisierung" des Stoffes erreicht werden.
  4. Die Lehre der chronischen Krankheiten nach Hahnemann. Christian Friedrich Samuel Hahnemann hat herausgefunden, dass die chronischen Krankheiten zu Beginn homöopathisch sehr gut zu behandeln sind, in der Folge aber weniger günstig und im Ausgang hoffnungslos. (Bd I. Die chronischen Krankheiten, S. Hahnemann, Haug Verlag). Daraus schloss er, dass hinter den chronischen Krankheiten ein tief liegender Mechanismus bestehen muss, den man mit den bisherigen Forschungen nicht erreicht hatte (1816/1817). So kam er durch Forschung in seinen Krankenunterlagen und durch Nachdenken darauf, dass es sich um chronisch-miasmatische Krankheiten handeln müsse. Diese chronischen und weitervererbbaren Krankheiten erkannte er in der Syphilis, der Sykosis (Feigwarzenkrankheit als Folge der Gonnorrhoe) und der Psora (welche er als Folge der Krätzekrankheit Skabies sah). Viele seiner Anhänger kritisierten diese Aussagen. Manche Homöopathen arbeiten miasmatisch, andere nicht. Die miasmatische Homöopathie (deren Grundlagen im 1. Bd. "Die chronischen Krankheiten" und im "Organon der Heilkunst" von Hahnemann beschrieben sind), ist seit 1991 in der Praxis erfolgreich erprobt. (H. Trott, Samuel Hahnemanns Vermächtnis – von der Psora zur Gesundheit, Oratio Verlag Schaffhausen, 1996)

Geschichte

Samuel Hahnemann übersetzte eine englische Abhandlung über die Heilweise von Chinarinde bei Malaria. Er empfand die in dem Artikel bemühten Erklärungen als willkürlich und verfiel deshalb auf die Idee, als gesunder Mensch Chinarinde einzunehmen. Daraufhin bekam er einige der bekannten Malaria-Symptome. Diese Zufallsentdeckung löste seinen Forscherdrang aus, und er begann, weitere giftige Substanzen selbst einzunehmen, wie z. B. viele giftige Heilpflanzen. Die darauf auftretenden Symptome notierte er. Später behandelte er Kranke mit ähnlichen Symtombildern mit diesen Stoffen. Um sie ihrer Giftigkeit zu berauben, verdünnte er die Stoffe. Erstaunt war er selbst darüber, dass die Heilwirkung nicht verschwand, sondern sich sogar zu verstärken schien. Die von Hahnemann beobachteten Symptome sind jedoch für Chinin untypisch und entstammen eher einer Allergie Hahnemanns gegen Chinin. Zudem hat Hahnemann vorher tatsächlich an Malaria gelitten, es ist daher gut möglich, dass er sich an die entsprechenden Symptome erinnerte.

Als historischen Verdienst der Lehre Hahnemanns kann auch einiges an Innovationen gesehen werden, die sie zur Zeit ihrer Konstitution als eine sinnvolle Alternative zur damaligen "Schulmedizin" darstellte. Viele damals gängige Mittel und Behandlungen gefährdeten den Patienten mehr, als sie halfen (nicht ganz umsonst nannte man diese Art der Medizin auch "heroische Medizin"). Dies erklärt die Bestimmung Hahnemanns, nur jeweils ein einziges Mittel geduldig anzuwenden und die eingehende Beschäftigung mit dem Patienten. Seine (aus chemischer Sicht) fast wirkstofflosen Mittel trugen ebenfalls zur Durchsetzung eines "sanfteren" Weges der Medizin generell bei.

Die heutige Homöopathie hat sich weit von Hahnemann entfernt. Galt zu Beginn noch die Aussage: Die Herkunft der Krankheit ist gleichgültig, Hauptsache ist die Symptome zu bekämpfen und damit dem Patienten sein Leiden zu lindern, so gilt heute eher der Grundsatz: nicht die Symptome, sondern die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen.

Potenzierung

Die homöopathischen Arzneimittel wie z.B. Tropfen, Tabletten, Globuli werden nach den Vorschriften des Deutschen Homöopathischen Arzneibuches ("HAB") durch stufenweises "Potenzieren" (Verdünnen: z.B. D1 = 1:10, D2 = 1:100) aus Urtinkturen (pflanzlichen und tierischen Ursprungs: Symbol: Ø oder mineralischen und chemischen Ursprungs: Symbol O) und aus indifferenten Verdünnungsmitteln wie Weingeist, destilliertes Wasser, Glycerin und Milchzucker hergestellt. Daneben gibt es zahlreiche fabrikmäßig hergestellte Fertigpräparate.

Unter dem Potenzieren verstehen Homöopathen dabei nicht nur eine Verdünnung. Durch mehrstufige Verreibung nach einem festen Schema oder durch Verschüttelung sollen die Arzneistoffe zusätzlich noch eine "Umwandlung" erfahren. Die Verdünnung ist höchst umstritten, und viele Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass ein echtes homöopathisches Medikament chemisch und wahrscheinlich auch physikalisch gesehen praktisch reines Wasser bzw. Milchzucker ist (s.u.).

Entgegen weit verbreiteter Auffassung ist die Verdünnung unter die physikalische Auflösungsgrenze jedoch kein zwingendes Element der Homöopathie. Viele Heilpraktiker und einige Ärzte arbeiten in Deutschland gern mit Niedrigpotenzen (D4, D6), in denen die Stoffe noch in nennenswerter Konzentration vorliegen. Eine D6 enthält den Ausgangsstoff in der Verdünnung von 1:1.000.000, also in µg/g.

Schulen der Homöopathie

Klassische Homöopathie

Die klassische Homöopathie bezieht sich direkt auf Hahnemann. Sie lehnt den Einsatz von Komplexmitteln ab. Im Vordergrund steht die eingehende Anamnese des Patienten, die dann zu einem umfassenden Bild seiner Persönlichkeit führt und daraus abgeleitet das Mittel, das dem Zustand des Patienten am ehesten entspricht. Wesentlich ist, dass nicht mehrere Mittel und Therapien gleichzeitig angewandt werden dürfen.

Homöopathie mit Komplexmitteln

Eigentlich schließen Homöopathie und Komplexmittel einander laut der Definition der Homöopathie nach Hahnemann eigentlich aus. Dennoch werden heute verschiedene Mittel vermengt und dem Patienten gleichzeitig verabreicht. Sie ist die von Ärzten und Heilpraktikern am meisten verwendete Form der Homöopathie, weil die Erfolge relativ reproduzierbar sind. Diese Komplexmittel dienen meist der gezielten Behandlung von bestimmten Symptomgruppen (z.B. Erkältung). Es handelt sich bei Komplexmitteln also nicht um homöopathische Mittel im eigentlichen Sinn, auch wenn homöopathische Substanzen eingesetzt werden.

Tier-Homöopathie

Neben Homöopathie für Menschen wird auch Homöopathie für Tiere praktiziert. Zum Beispiel wird an der Veterinärmedizinischen Universität Wien eine Vorlesung zum Thema "Homöopathie für Nutztiere" gehalten. Eine Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie ist vorgesehen. Ein Vorteil für die Landwirtschaft wäre, dass Nutztiere behandelt werden können, ohne Befürchtungen, dass sich Reste von Medikamenten etwa im Fleisch oder in der Milch finden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass milchgängige Schadstoffe, wie sie in manchen schwach verdünnten Homöopathika ("Niedrigpotenzen")enthalten sind, diese Ansätze konterkarieren können.

Anwendung

Indikationen

Die Homöopathie kann bei jeglicher Krankheit ergänzend oder als alleiniges Heilmittel angewandt werden (z.B. Bluthochdruck, Schmerzen, Blutungen, Erkältung, psychische Beschwerden, Allergien).

Dosierung

Homöopathische Mittel gibt es in Forum von alkoholischen Lösungen, Tabletten und Globulis. Bei der Einnahme von Lösungen sollte auf die Verwendung eines metallernen Löffels verzichtet werden. Statt dessen kann ein Löffel aus Holz oder Plastik verwendet werden. Homöopathische Mittel sind unter die Zunge zu träufeln bzw. unter der Zunge aufzulösen und ca. eine Minute im Mund zu belassen, um die Resorption über die Mundschleimhaut zu verbessern. Das beste Ergebnis wird erreicht, wenn das Homöopathische Arzneimittel sofort nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden.

Ohne Absprache mit dem Arzt oder Homöopathen sollten homöopathische Arzneimitteln nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Homöopathische Hochpotenzen erfordern immer die Verordnung und Beobachtung durch einen versierten Homöopathen.

Gegenanzeigen

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkung kann die Erstverschlimmerung, d.h. eine Verstärkung der Symptome auftreten. Die Erstverschlimmerung ist ein Zeichen, dass das Mittel anschlägt und das Immunsystem auf den Reiz reagiert. Ist die Erstverschlimmerung zu intensiv, kann die Dosierung gesenkt oder das Medikament ganz abgesetzt werden. Ggfs. ist eine Absprache mit dem Arzt oder Homöopathen erforderlich.

Die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels kann durch allgemein schädigende Faktoren in der Lebensweise und durch Reiz- und Genussmittel ungünstig beeinflusst werden.

Empirische Basis

Ihre empirische Basis begründet die Homöopathie mit zwei verschiedenen Erfahrungsbereichen: der Arzneimittelprüfung am Gesunden und der Dokumentation geglückter Behandlungsverläufe.

Weil die Arzneimittel-Bilder durch praktische Versuche an freiwilligen gesunden Menschen ermittelt werden, ist eine empirische Basis dafür vorhanden, welche Symptome ein homöopathische Mittel beim Gesunden erzeugt. Arzneimittelprüfungen werden auch in der Gegenwart durchgeführt. Dabei werden die Mittel in der Regel so lange eingenommen, bis Symptome auftreten. Durch blinde oder doppelt blinde Versuchsdurchführung soll erreicht werden, dass die Freiwilligen sich unvoreingenommen beobachten. Die Ergebnisse neuer Arzneimittelprüfungen werden in einer großen Zahl Bücher und Zeitschriften publizert. Doppelblinde, methodologisch gute Nachuntersuchungen von alten Arzneimittelprüfungen, wie sie von Walach vorgenommen wurden, konnten allerdings keinen Unterschied zwischen Plazebo und echtem homöopathischen Mittel (Belladonna D30) nachweisen. Kritiker wenden ein, dass Walachs Kenntnisse der Homöopathie fragmentarisch sind. Diese Unkenntniss der homöopathischen Methode fließe in die Ergebnisse von Walach hinein: da Walach also keine Homöopathie in dieser Studie anwenden konnte (mangels Kenntnisse dieser Methode), sei seine Studie auch nicht aussagekräftig für die Homöopathie.

Die Dokumentation geglückter Behandlungsverläufe ist das zweite emprirische Standbein der Homöopathie.

In einem "Repertorium" werden die beobachteten Symptome in Buchform hierarchisch aufgeführt, und zu jedem Symptom werden alle Mittel genannt, bei denen es bisher auftrat. Die Wertigkeit eines Mittels (1-wertig bis 4-wertig) gibt einen Hinweise darauf, wie bewährt das Mittel bei der Heilung dieses Symptoms ist. Eine hohe Wertigkeit im Repertorium erhält ein Mittel nur, wenn es einerseits bei der Arzneimittelprüfung am Gesunden bei einer hohen Zahl von Probanden dieses Symptom hervorrief und wenn es andererseits auch viele Fälle mit diesem Symptom geheilt hat. Eine klare statistische Definition für die "hohe Anzahl" gibt es nicht. Deshalb werden in modernen Repertorien auch Kennzeichnungen für bewährte Mittel geführt, die auf die Erfahrung einzelner Homöopathen mit hohem wissenschaftlichem Ansehen zurückgehen. Die so genannten Künzli-Punkte werden zum Beispiel von vielen Autoren zitiert.

Erklärungsversuche

Für die einzelnen Elemente der homöopathischen Behandlung sind die verschiedensten Erklärungsversuche bemüht worden. Aus physikalisch-chemischer Sicht lassen sich die bekannten Erklärungsversuche nicht schlüssig belegen. So kann beispielsweise das Modell der Wassercluster (Wirkstoffe verursachen "Abdrücke" in Wassermolekülen) nicht erklären, warum homöopathische Mittel auch in ungelöster Form auf Milchzucker wirken sollen. Die eventuellen Mechanismen einer "homöopathischen Heilung" sind unbekannt.

Kritik an der Homöopathie

Es gibt bis heute keine naturwissenschaftliche Erklärung, warum die Gabe eines krankmachenden Stoffes den Körper zu einer Heilreaktion anregen sollte. Einige Kritiker meinen, dass die Dokumentation von Fällen aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht genau genug wäre, weil sie z. B. die Reaktion von Laborwerten auf die homöopathischen Gaben nicht zeitnah belegen kann.

Homöopathie-Kritiker verweisen auf unabhängige Studien, die positive Ergebnisse aus der Homöopathie-Forschung nicht reproduzieren konnten. Einige dieser Studien sind aus homöopathischer Sicht umstritten. Heute steht die Mehrzahl der Wissenschaftler an den medizinischen Hochschulen der Homöopathie ablehnend gegenüber. Der Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass die vielen, ca. 100 wissenschaftlichen Doppelblindstudien die Wirkung von homöopathischen Medikamenten nicht über die Wirkung von Placebo-Effekten hinausgehen. Abgesehen von dem bisher ausgebliebenen empirischen Beleg eines Nutzens sind auch theoretische Bedenken anzumerken. Wenn bspw. ein Stoff durch eine Verdünnung ("Potenzierung") seine Wirkung verstärkt, stellt sich die Frage, warum nur der Stoff, der potenziert werden soll, auch tatsächlich potenziert wird, und nicht auch all die anderen Spurenelemente, Reststoffe etc. im Alkohol oder im Gefäß.

Als Argument gegen die Homöopathie wird z.B. gesagt, dass bei den oft verwendeten sehr hohen Verdünnungen rein rechnerisch kein einziges Molekül der Wirksubstanz mehr vorhanden ist (eine Potenzierung von C 200 etwa entspricht einem Molekül Substanz pro 10400 Molekülen Wasser; das bekannte Universum enthält jedoch nur 1080 Atome). Somit dürfte nach dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand auch keine Wirkung auftreten. Außerdem würde selbst das nach heutigen Möglichkeiten reinste herstellbare Wasser die Verdünnungen verschmutzen und die Wirkung beeinflussen. Hohe Verdünnungen können rein technisch nicht entsprechend den Angaben durchgeführt werden. So hat man z.B. eine Phosphor D 200 hergestellt; nach einer analytischen Untersuchung stellte sich heraus, dass es eine D 9 war, eben eine viel geringere Verdünnung. Ein biologischer Beweis für eine hohe Verdünnung besteht in folgendem Beispiel: Ein Aal reagiert schon auf so starke Verdünnungen von Rosenduft (Phenyläthylalkohol), als ob 1 ccm dieses Stoffes in einer 58 fachen Wassermenge des Bodensees (ca. 80 Mill. Kubikmeter) gelöst wäre (1,8 Moleküle in 1 ccm Wasser)- B. Rensch, Fischer Lexikon der Biologie, 1963, S. 301.

Manche Homöopathen glauben, Information über die Wirksubstanz werde von der Trägersubstanz "gespeichert", gewissermaßen eine Art Erinnerung des Wassers, ähnlich einem Abdruck in Lehm. Dass ein solcher Mechanismus existiert, und wie er funktioniert, konnte jedoch bislang nicht schlüssig dargelegt werden. Wenn die ungewöhnliche physikalische Eigenschaften von Wasser die Wirkung der Homöopathie erklären sollten, müssten dann die oft angewendete Präparate auf Basis von Traubenzucker und Alkohol wirkungslos sein.

Ein weiteres Argument im Zusammenhang mit der Potenzierung ist die erforderliche Reinheit des Verdünnungsstoffes. Das mit heutigen Mitteln und vertretbarem Aufwand reinste herstellbare Wasser (zur Kühlung von Kernkraftwerken verwendet) ist "schmutziger" als die hypothetische Verdünnung. Jede weitere Vermischung würde eine auf molekularer Ebene große Menge Fremdstoffe zuführen und machen eine Potenzierung unmöglich.

Als Argument für den Wirkmechanismus der Homöopathie wird gelegentlich angeführt, dass in Deutschland Mittel verboten sind, die nach medizinischer Sichtweise so verdünnt sind, das sie gar nicht wirken können. Warum müsse man Mittel verbieten, die gar nicht wirken könnten? Es müsse dann doch "etwas dran sein". Kritiker der Homöopathie weisen darauf hin, dass auch die deutschen Behörden sich keineswegs immer auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und besonders in Deutschland die Homöopathie viele Freunde in der Politik hat.

Kritiker weisen auch darauf hin, dass die berichteten Erfolge der Homöopathie, wie auch viele der TCM auf "unspezifische" Effekte zurückzuführen sind (mehr Zuwendung, mehr Hoffnung etc.). Dies sollte auch das Augenmerk der Schulmedzin auf diese Effekte lenken, etwa auf einer partnerschaftlichere Arzt-Patienten-Beziehung ("Compliance").

Zitate

"Schon im Jahre 1790.... machte ich mit der Chinarinde den ersten reinen Versuch an mir selbst..., und mit diesem ersten Versuch ging mir zuerst die Morgenröthe zu der bis zum hellsten Tag sich aufklärenden Heillehre auf. Ich nahm des Versuches halber etliche Tage zweimahl täglich jedesmal vier Quentchen gute China ein; die Füse, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schaudern), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe in Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfieber gewöhnlich besonders charakteristischen Symptomen, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint - alle erschienen. Dieser Paroxysm dauerte zwei bis drei Stunden jedesmahl, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und war gesund."

„Noch eindeutiger ist die Situation bei der Homöopathie. Für die gläubigen Anhänger dieser Therapieform existiert eine Art Bibel der reinen Lehre, nämlich Hahnemanns Organon. Hahnemann hat vor 200 Jahren ein in sich geschlossenes und von ihm selbst als definitiv erachtetes Lehrgebäude errichtet. Solche geschlossenen Systeme, so unsinnig sie auch sind, üben eine gewisse Faszination auf manche Menschen aus. So haben es die Vertreter dieser Lehre geschafft, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, hier sei eine ernsthafte Alternative zur Medizin zu finden, eine Auffassung die nicht selten auch von sonst kritischen und in anderen Bereichen vernünftigen Menschen geteilt wird. Weder der bekannte Ähnlichkeitssatz noch die Potenzierung durch extremes Verdünnen sind in irgendeiner Weise wissenschaftlich belegt. Erfolgsberichte über homöopathische Heilungen betreffen nie größere Patientengruppen mit bestimmten Krankheiten, sondern bestehen aus einzelnen Fallbeschreibungen. Fallbeschreibungen entziehen sich aber der Falsifikationsmöglichkeit, sie sind prinzipiell wahr.“[1]

Wichtige Homöpathen

William Boericke (1849-1929)
  • Samuel Hahnemann (1755-1843)
  • Constantine Hering (1800-1880) (Father of American Homeopathy)
  • James Tyler Kent (1849-1916)
  • Rajan Sankaran (lebender Homöopath)

  • Siehe auch

    Literatur

    Weblinks


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