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Phytotherapie



Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten medizinischen Therapien und ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturen beheimatet. Sie verwendet ausschließlich ganze Pflanzen (Kraut) und deren Teile (Blüten, Blätter, Wurzel), die auf verschiedene Weise (als Frischkraut, als Aufguss, als Dekokt = Auskochung oder Kaltwasserinfus = Auszug mit kaltem Wasser) zubereitet werden. Auch die Pulverisierung und Trockenstandardisierung ist möglich.

Table of contents
1 Nahrungsmittel und Heilpflanze
2 Pflanzen in der Medizin
3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen naturwissenschaftliche Medizin und Phytotherapie
4 Zubereitung
5 Homöopathie und Allopathie
6 Systematisierung der pflanzlichen Inhaltsstoffe
7 Pflanzenheilkunde in der Geschichte
8 Siehe auch
9 Literatur

Nahrungsmittel und Heilpflanze

Da Nahrungsmittel auch eine therapeutische Wirkung besitzen, ist der Übergang zwischen diesen und Heilpflanzen fließend. Dies wurde insbesondere in der orientalischen Heilkunst schon früh erkannt, und dementsprechend finden sich zahlreiche Hinweise in den Medizinbüchern des Orients, etwa bei Ibn Sina. Auch die chinesische Heilkunde (TCM, Traditional Chinese medicin) verwendet zum größten Teil Pflanzen und deren Bestandteile, wobei die Wirkungsmechanismen dieser teils exotischen und in Mitteleuropa nicht vorkommenden Pflanzen von der abendländischen Pharmakologie noch wenig erforscht sind.

Pflanzen in der Medizin

Das Pflanzenreich besitzt extrem starke Gifte, die in entsprechenden Verdünnungen, und teilweise als chemisch veredelte Stoffe insbesondere bei Herzbeschwerden und als Narkotika in der Schulmedizin Verwendung finden, z.B. der rote Fingerhut (Digitalis) sowie der Schlafmohn (Papaverum) bzw. dessen Opiate. Zu großen Teilen werden Pflanzen auch als unterstützende Therapeutika eingesetzt. Darunter fällt die Verwendung bestimmter Pflanzen, wie etwa der Mistel, in der alternativen Krebstherapie.

Eine ganze Reihe von wirksamen Medikamenten stammen aus Pflanzen oder wurden aus pflanzlichen Stoffen weiterentwickelt. Diese genau untersuchten und als reiner Stoff dargestellten Pflanzeninhaltsstoffe werden von der Schulmedizin benutzt, da ihre medizinische Wirksamkeit nachgewiesen ist.

Die meisten dieser schulmedizinisch anerkannten Stoffe sind in höherer Dosis starke Gifte, was zur allgemeinen Ansicht im Widerspruch steht, pflanzliche Mittel seien milde und gut verträglich. Zu den Pflanzeninhaltsstoffen, die als isolierte Einzelsubstanz eingesetzt werden gehören z.B. Colchicin, Atropin, Digitoxin, Paclitaxel und Morphin.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen naturwissenschaftliche Medizin und Phytotherapie

Die naturwissenschaftliche Medizin bemüht sich oft die reine, chemisch getrennte Darstellung des hauptsächlich wirksamen Bestandteiles einer Pflanze. Diese Nutzungsstrategie von Wirkstoffen pflanzlicher Herkunft war und ist sehr erfolgreich; sie kann Vorteile gegenüber Extrakten haben, etwa wenn auf diesem Weg Nebenwirkungen (z.B. durch Entfernen unerwünschter Stoffe) verringert werden können oder der Gehalt des Wirkstoffes in einem Medikament konstant gehalten werden kann. Eventuell können die Wirkstoffe auch chemisch modifiziert und verbessert werden.

Bei der reinen Phytotherapie werden dagegen oft Stoffgemische verwendet, sei es, weil der Wirkstoff bisher unbekannt ist oder weil bekannte Präparate gut wirksam sind.

Da zumindest ein Teil der Phytotherapie eine naturwissenschaftliche Basis besitzt, tritt ein wesentlicher Dissens zwischen Vertretern der naturwissenschaftlichen Medizin und der Phytotherapie erst dann auf, wenn bei einzelnen Wirkstoffen bzw. Präparaten Nachweise der Wirksamkeit fehlen bzw. umstritten sind oder Nebenwirkungen unbeachtet bleiben.

Zu Auseinandersetzungen wird es auch dann kommen, wenn die Ganzheitlichkeit der Präparate das Konzept des Wirkstoffes verdrängt.

Zubereitung

Bei allen Zubereitungsarten spielt die Auslösungszeit eine besondere Rolle, da sich abhängig von der Zeit bestimmte Stoffe aus den Pflanzen lösen. Bei der Zubereitung als Aufguss und Dekokt ist darüber hinaus von Bedeutung, dass die Pflanzen mit geschlossenem Deckel ziehen bzw. auskochen, da sich bei diesem Vorgang meist therapeutisch besonders wirksame ätherische Öle bilden, die besonders flüchtig sind und ansonsten verloren gehen würden.

Die Zubereitung und Dosierung entsprechender Präparate bedarf Expertenwissens, eventuell besteht die Gefahr von tödlichen Vergiftungen.

Homöopathie und Allopathie

Homöopathie und Allopathie nutzen gleichermaßen die Erkenntnisse der Phytotherapie.

Systematisierung der pflanzlichen Inhaltsstoffe

Durch pharmakologische Untersuchungen konnten viele Inhaltsstoffe in ihrer chemischen Struktur geklärt werden. Es lassen sich dabei verschiedene Gruppen zusammenfassen:

Pflanzenheilkunde in der Geschichte

Siehe auch

Literatur


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