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Srebrenica



Srebrenica ist der Name einer Stadt und einer Kommune in Bosnien und Herzegowina und liegt nordöstlich von Sarajewo nahe der Grenze zu Serbien. Srebrenica gehört heute zur Republika Srpska.

Die Einwohnerzahl der Kommune beträgt etwa 21 000. Die Bevölkerung setzt sich heute fast ausschließlich aus Serben zusammen und besteht fast zur Hälfte aus serbischen Flüchtlingen, die aus der bosnisch-kroatischen Föderation stammen.

Traurige Bekanntheit erlangte die Stadt Srebrenica im Juli 1995, als bosnische Serben unter Führung des Generals Ratko Mladić in einem "generalstabsmäßigen Einmarsch" die muslimische Enklave eroberten und alle männlichen Personen, derer sie habhaft werden konnten, erschossen.

Von einem mit Leichen übersäten Fußballplatz nahm ein amerikanischer Satellit ein Bild auf. Wenige Tage später fotografierte ein amerikanischer Pilot aus seinem Aufklärungsflugzeug dieselbe Stelle - inzwischen war der Platz umgegraben, bedeckt von frischer Erde.

Die damals in der bosnischen UNO-Schutzzone stationierten niederländischen UN-Blauhelmsoldaten beschützten die Einwohner nicht vor den serbischen Truppen. Neue Zeugenaussagen im Prozess gegen Slobodan Milošević von Herbst 2003 deuten darauf hin, dass das Massaker nicht nur von oben befohlen war, sondern auch von langer Hand vorbereitet wurde. Die gegenteilige Behauptung, es habe sich um unkontrollierte Exzesse einzelner Soldaten gehandelt, verliert damit immer mehr an Boden.

Die UN-Blauhelmsoldaten, deren Auftrag lautete, Frieden zu bringen, waren Träger eines "eingeschränkten Mandats" und durften prinzipiell nur in Notwehr und nach vorheriger Ankündigung von der Waffe Gebrauch machen. Aufgrund der Ergebnisse einer Untersuchung zum Verhalten der UN-Soldaten trat am 16. April 2000 die niederländische Regierung zurück.

Die Ereignisse vom 11. Juli 1995 wurden als das Massaker von Srebrenica bekannt und gelten als das schlimmste Massaker an Zivilisten in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Schätzungsweise 8.000 Menschen wurden hier hingerichtet. Bislang wurden die Überreste von mehr als 5 000 Opfern exhumiert; von diesen konnten 1620 durch eine Kommission für die Suche nach Vermissten identifiziert werden. Neun Jahre später wurden auf den Tag genau 338 identifizierte muslimische Opfer an der Gedenkstätte Potocari erneut beigesetzt.

Während führende Militärs von Kollateralschäden sprachen (womit eigentlich bei Kampfhandlungen getötete Zivilisten bezeichnet werden), sprach Radovan Karadžić von ethnischen Säuberungen. Dieser Begriff wurde in den Tagen nach dem 11. Juli 1995 zur Umschreibung für Folter, Vergewaltigung, Mord und Totschlag.

Im Juni 2004 haben Vertreter der Republika Srpska die Verantwortung bosnisch-serbischer Sicherheitskräfte an dem Massaker von Srebrenica offiziell eingeräumt.

Das UN-Tribunal in Den Haag hat bislang 14 Verdächtige angeklagt; nur vier wurden bisher verurteilt.

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