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Giséle Freund



Gisèle Freund (* 19. Dezember 1908 oder 1912 in Berlin-Schöneberg, – 31. März 2000 in Paris an Herzversagen), deutsche Soziologin und Fotografin.

Table of contents
1 Leben und Werk
2 Zitate
3 Siehe auch
4 Ausstellungen
5 Publikationen
6 Weblinks

Leben und Werk

Freund studierte ab 1931 zunächst in Freiburg Kunstgeschichte sowie ab 1932 am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main Soziologie; zu ihren Lehrern zählten u.a. bei Karl Mannheim, Norbert Elias und Theodor W. Adorno.

Ihre Abhandlung über die Fotografie im 19. Jahrhundert begann sie in Frankfurt bei Karl Mannheim mit einem historisch-dialektischen Ansatz; sie wurde schließlich 1936 als Doktoratsthese an der Sorbonne angenommen. Noch im selben Jahr erschien die französische Buchausgabe La Photographie en France au XIXe Siècle bei Adrienne Monnier; 1947 folgte die spanische Ausgabe La Fotografia y las Clases medias (Buenos Aires). Auch Walter Benjamin zeigt sich interessiert: "Gisèle Freunds Studie stellt den Aufstieg der Photographie im Zusammenhang mit dem Aufstieg des Bürgertums dar und exemplifiziert diesen Zusammenhang in besonders glücklicher Weise an der Geschichte des Portraits" (Pariser Brief II).

Zur Zeit des Nationalsozialismus emigrierte die Jüdin Freund nach Paris, wo sie als Fotoreporterin und Porträtistin arbeitete, zunächst für die Magazine Paris Match, Vu, Time (Titelfoto 1939 mit einem Bild von James Joyce) und Life sowie von 1947 bis 1954 für Magnum Photos. 1937 heiratete sie Pierre Blum, von dem sie sich jedoch einige Jahre später wieder trennt.

In Paris porträtierte sie beispielsweise Walter Benjamin, James Joyce, Andre Malraux, Boris Pasternak, Aldous Huxley, Vladimir Nabokov, Michel Leiris, Henri Michaux, Jean Paulhan, Louis Aragon, Andre Breton, Paul Eluard, Jean Cocteau, Andre Gide, Paul Valery, T. S. Eliot, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Virgina Woolf, Samuel Beckett und Andre Gide.

Nach Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Frankreich (1940) flieht sie ins südfranzösische Lot und lebt bis 1942 im Untergrund lebt.

1942 flieht sie auf Einladung von Victoria Ocampo nach Argentinien und arbeitet dort zunächst als Kameraassistentin bei der Louis Jouvet Theatre Company und erstellt bis 1945 diverse Fotoreportagen in Südamerika; dabei fotografierte sie beispielswesie Evita Perón (Argentinien) sowie Siqueiros, Rivera Orozco, Diego Rivera und Frida Kahlo (Mexiko).

1946 (nach anderen Quellen 1953) kehrte sie wieder nach Paris zurück, angeblich mit drei Tonnen Lebensmitteln im Gepäck für ihre Schriftstellerfreunde.

1950 veröffentlicht die Zeitschrift Life Freunds kritische Reportage über Evita Perón; "es zum politischen Eklat zwischen Argentinien und den USA und zur Ausweisung Freunds aus Argentinien. 1954 erklärt sie das FBI zur "unerwünschten Person" und verweigert ihr die Einreise in die Vereinigten Staaten" ([1], [1]).

Zwischen 1970 und 1976 fertigt Freund verschiedene weitere Reportagen an, u.a. in Japan, im Nahen Osten und in den USA.

Freund zählt zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhundert, wie auch Erich Salomon, Man Ray, Brassai oder Henri Cartier-Bresson.

Freud fotografierte ihr Leben lang mit einer Leica, die sie von ihrem Vater zum Abitur geschenkt bekam; sie zählt in Frankreich zu den ersten Fotografen, die bereits 1938 ausschließlich auf Kleinbildfilm fotografierten.

Zitate

Siehe auch

Ausstellungen

Publikationen

Audiovisuelle Materialien über Giséle Freund:

Weblinks




     
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