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Argentinien



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(Details) (Details)
Wahlspruch: En Unión y Libertad (Spanisch, "In Einigkeit und Freiheit")
Amtssprache Spanisch
Hauptstadt Buenos Aires
Staatsform Bundesrepublik
Präsident Néstor Kirchner
Fläche 2.766.890 km²
Einwohnerzahl 37.812.817
Bevölkerungsdichte 14 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit 9. Juli 1816
Währung Argentinischer Peso
Zeitzone UTC -3
Nationalhymne Oíd, Mortales
Kfz-Kennzeichen RA
Internet-TLD .ar
Vorwahl +54

Die Argentinische Republik (spanisch República Argentina) ist ein Staat in Südamerika. Argentinien grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay.

Table of contents
1 Geschichte
2 Politik
3 Provinzen
4 Wichtige Städte
5 Geographie
6 Klima
7 Flora und Fauna
8 Bevölkerung
9 Bildungswesen
10 Wirtschaft
11 Infrastruktur
12 Medien
13 Kultur
14 Feiertage
15 Reiseinformationen
16 Siehe auch
17 Weblinks
18 Literatur

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Argentiniens

Man nimmt an, dass die "Entdeckung" des heutigen Argentiniens durch den Menschen etwa 10000 v.Chr. von Nordamerika aus erfolgte.

Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ansässigen Stämme (Querandíes, Tehuelches) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und besaßen auch keine nennenswert entwickelte Technologie. Die Stämme im Nordwesten des Landes hingegen (z.B. die Quilmes) praktizierten etwa ab dem frühen Mittelalter Land- und Viehwirtschaft und waren vor allem auf dem Gebiet der Architektur weit fortgeschritten.

Im 13 und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach Süden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza.

Die Europäer erreichten die Region erstmals mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502. Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert: Von Peru aus nahmen sie die nordwestlichen Teile des Landes in Besitz, während andererseits vom Atlantik aus spanische Niederlassungen am Stromsystem des Río de la Plata gegründet wurden, darunter Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Dauer etablieren konnten, nach dem ein erster Versuch zur Gründung einer spanischen Siedlung dort im Jahre 1536 am Widerstand der indigenen Bewohner der Pampa gescheitert war. Die weiter südlich gelegenen Gebiete des heutigen Argentinien wurden zwar theoretisch auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit faktisch außerhalb der spanischen Herrschaftssphäre.

Administrativ war das heutige Argentinien zunächst Teil des Vizekönigreichs Peru, welches Südamerika mit Ausnahme der portugiesischen Einflusssphäre umfasste. Im Jahre 1776 wude von diesem das Vizekönigreich des Río de la Plata mit Hauptstadt Buenos Aires abgespalten, welches neben Argentinien noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay umfasste.

Die unter Eindruck der französischen Revolution am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erklärte Unabhängigkeit hatte nur lokale Wirkung. Die Unabhängigkeit erlangte das Land schließlich nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier am 9. Juli 1816. Wie zuvor Paraguay im Jahre 1811, spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des Río de la Plata ab.

Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (etwa unter Juan Manuel de Rosas) und Bürgerkriegen geprägt.

Die Jahre von 1880 bis 1912 waren von der Einwanderung vor allem von Italienern und Spaniern geprägt, die sich in den Städten und in so genannten "Kolonien" auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Dem Gros der Bevölkerung wurde durch ein ausgeklügeltes Wahlbetrugs-System die politischen Rechte vorenthalten, auch die Einwanderer hatten kein Stimmrecht.

Zwischen 1912 und 1946 wechselten sich demokratische Regierungen und Militärdikaturen ab. Vor allem die 1930er Jahre werden heute als década infame, als berüchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, in der die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war. Argentinien war im Zweiten Weltkrieg offiziell neutral, sympathisierte mit den Achsenmächten, und unterstützte gegen Kriegsende die Alliierten. In der Zeit gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo Perón, sich trickreich an die Macht zu manövrieren: Er belegte unter den Miltärs das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weitreichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volksheld in der Arbeiterklasse.

Ab der ersten Regierungszeit von Juan Domingo Perón (1946 - 1955) wurde das vorher von der Landwirtschaft geprägte Land industrialisiert, Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche Höhen und Tiefen im Wechsel. Zwischen 1955 und 1983 gab es eine Epoche der Instabilität, in der abwechselnd zivile und Militär-Regierungen das Land in der Hand hatten.

Die zweite Amtszeit Peróns von Oktober 1973 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringfügige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel Perón, genannt "Isabelita", von der peronistischen Partei zur Präsidentin eingesetzt. Sie, eine ehemalige Nachtclubtänzerin, war mit diesem Amt völlig überfordert und diente den hinter ihr stehenden politischen Machthabern lediglich als Marionette. Die darauf folgende Zeit war geprägt von Unruhen, wildem Streik ("huelga") und offiziell angeordnetem Stillstand des Lebens ("paro general"), die von einer Minute auf die andere die Hauptstadt überzogen. Oppositionelle sowie Kritiker, die den Machthabern unbequem erschienen, verschwanden, teilweise für immer. Kriminelle Gruppierungen machten sich das Chaos zunutze, für ihre eigenen Interessen Entführungen und andere Verbrechen zu begehen. Die Entführung des für Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Oktober 1975 (er kam später für ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Dollar wieder frei), löste eine Fluchtwelle unter den für deutsche Firmen in Argentinien tätigen Immigranten aus.

1976 kam es zum Umsturz der Regierung und es installierte sich unter der Führung von Jorge Rafael Videla eine Militärdiktatur (Junta). Von da an verschwanden noch mehr Menschen, die genaue Zahl ist nicht bekannt und wird bis zu 30.000 Opfern geschätzt. Unter den "desaparecidos" (Verschwundenen) befanden sich auch zahlreiche Studenten, deren Mütter sich zusammenschlossen, um vor dem Regierungsgebäude, der "Casa Rosada", ungeachtet ihrer Selbstgefährdung zu demonstrieren. Sie gingen als die "Mütter des Plaza de Mayo" in die Geschichte ein. In späteren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche Militärs, die nur mit Mühe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die militärischen Machthaber zahlreicher Menschen auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden betäubt und über dem Atlantik aus dem Flugzeug geworfen.

Im April 1982 trat Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit Großbritannien in den Krieg ein. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falkland-Inseln (in Argentinien als "Islas Malvinas" bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehören jedoch von Großbritannien verwaltet werden. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den Streitkräften des Vereinigten Königreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982.

1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück, der erste Präsident dieser Epoche war Raúl Alfonsín (UCR), der jedoch 1989 infolge einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zurücktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem somit bis 1999 wieder an die Macht. Seine neoliberale Wirtschaftspolitik und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso and den US-Dollar war während seiner ersten Amtszeit äußerst erfolgreich und konnte das Land stabilieren. Während seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar.

Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20 % zurückging. Dies gipfelte Ende 2001 im Rücktritt von Präsident Fernando de la Rúa, der 1999 Menem ablöste. Nach seinem Rücktritt gab es mehrere Interimspräsidenten. Unter Präsident Néstor Kirchner deutet sich seit Ende 2002 langsam wieder eine Erholung an.

Siehe auch: Liste der Präsidenten von Argentinien, Argentinien-Krise

Politik

Nach der Verfassung von 1994 ist Argentinien eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie.

Der Präsident ist das Oberhaupt des Staates und hat eine sehr starke Stellung (unter anderem die Möglichkeit per Dekret zu regieren). Er wird alle vier Jahre (früher: alle fünf Jahre) in zwei Wahlgängen direkt gewählt, wobei der siegreiche Kandidat 45 oder mehr Prozent erreichen muss, um in der ersten Runde zu gewinnen, beziehungsweise zehn Prozentpunkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten haben muss. Die selbe Person kann höchstens während zwei aufeinander folgenden Perioden Präsident sein, kann aber nach Ablauf von vier Jahren wieder für das Amt kandidieren.

Die Legislative (Abgeordnetenkammer und Senat) wird in allen Provinzen zu anderen Zeitpunkten nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Anzahl der Abgeordneten der Abgeordnetenkammer beläuft sich auf einen Abgeordneten pro 33.000 Einwohner. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, allerdings jeweils die Hälfte der Abgeordneten alle zwei Jahre. Die Anzahl der Senatoren beträgt drei je Provinz und drei für die autonome Stadt Buenos Aires. Es wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt; zwei Senatorensitze erhält die Partei mit den meisten Stimmen, einen Sitz die Partei mit den zweitmeisten Stimmen. Die Senatoren werden für einen Zeitraum von sechs Jahren gewählt, alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatoren gewählt.

Wichtigste Partei ist die aus der peronistischenistischen Bewegung hervorgegangene PJ (Partido Justicialista) (auf deutsch meist: peronistische Partei genannt), dahinter folgen mit heute weitem Abstand UCR (Unión Civica Radical) und FrePaSo (Frente del País Solidario) (Linkspartei) sowie die neueren Parteien ARI (sozialdemokratisch) und Recrear (liberal-konservativ). Die bekanntesten Linksparteien sind Izquierda Unida und der Partido Socialista. Das europäische Rechts-Links-Schema lässt sich in Argentinien nicht anwenden, da viele Parteien, besonders die dominierende peronistische Partei, häufig ihre Ausrichtung ändern.

Seit Ende der 90er Jahre finden die hauptsächlichen Debatten zwischen den Flügeln des PJ statt, die ideologisch sehr verschieden sind. Die Flügel werden meist mit dem Namen ihrer führenden Persönlichkeit bezeichnet. Der momentan herrschende Kirchnerismusismus ist sozialdemokratisch orientiert, während der in den 90er Jahren dominierende Menemismusismus neoliberal eingestellt war. Ein weiterer wichtiger Flügel ist der in der Provinz Buenos Aires regierende, bisher mit dem Kirchnerismus alliierte Duhaldismus. Allerdings nahm der Kopf dieser Bewegung, Eduardo Duhalde öffentlich Carlos Menem in Schutz, der sich einer Gerichtsvorladung entzieht und daher polizeilich gesucht wird, was zu einem offenen Streit zwischen ihm und Néstor Kirchner führte. Die beiden ehemals verbündeten Flügel sind daher zurzeit verfeindet.

Seit der Wirtschaftskrise ist die Debatte um eine '\'politische Reform'' aufgekommen, da das heutige System vor allem für die Wähler sehr undurchsichtig ist und sowohl Personenkult als auch Korruption begünstigt.

So werden beispielsweise die Wahlen zum Senat und dem Repräsentantenhaus meist gemeinsam mit Bürgermeisterwahlen ausgetragen, was aufgrund der so genannten Listas Sabanas zu Verzerrungen führt. Das liegt an der Tatsache, dass in Argentinien keine Kreuze auf Stimmzettel gemacht werden, sondern jede Partei ihren eigenen Stimmzettel (Lista Sabana) hat und man seine Stimme durch die richtige Auswahl des Stimmzettels abgibt. Man kann aber bei vielen gleichzeitigen Wahlen die Stimmen aufteilen (eine Stimme für den Präsidenten, eine für den Senator, eine Stimme für den Abgeordneten der Repräsentantenkammer, etc.). In diesem Falle muss man, wenn man Kandidaten verschiedener Parteien wählen möchte, die Stimmzettel auseinander schneiden und nur die entsprechenden Abschnitte in die Urne werfen. Dies machen aber wenige, was dann eben bei Häufung von Wahlen am gleichen Tag zu Verzerrungen führt. Listas Sabanas (deutsch etwa: Betttuch(große)-Listen) heißen die Stimmzettel, weil sie oft sehr groß sind.

Die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse in der Legislative werden zudem kaum publik gemacht, was auch daran liegt, dass die Zusammensetzung sich jedes Jahr ändert.

Mitgliedschaften in Internationalen Organisationen und Gruppierungen

Argentinien ist in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen Mitglied. Zu den wichtigsten zählen die Mitgliedschaften in den Vereinten Nationen und seinen Unter- und Sonderorganisationen, im Internationalen Währungsfonds und in der Weltbank. Auf regionaler Ebene sind die Mitgliedschaften in der Rio-Gruppe, die sich dem Erhalt der Demokratie in Lateinamerika widmet sowie im Mercosur, einer Zollunion in Südamerika, am bedeutsamsten.

Siehe auch: Mitgliedschaft Argentiniens in internationalen Organisationen

Militär und Verteidigung

Das argentinische Militär hat in der Geschichte des Landes immer wieder eine wichtige oder dominierende Rolle gespielt. Besonders in der Zeit zwischen 1955 (Putsch gegen Juan Perón) und 1973 (Rückkehr und 2. Präsidentschaft Peróns) und in der Zeit zwischen 1974 (Tod Peróns) und 1983 (Niederlage im Falklandkrieg und Redemokratisierung) war vom Militär direkt oder indirekt geprägt. (Siehe auch: Geschichte Argentiniens)

Unter den Präsidentschaften Raúl Alfonsíns (1983-1989) und Carlos Menems (1989-1999) wurden die Militärs entscheidend geschwächt und 1994 die Wehrpflicht abgeschafft. 1999 betrugen die Ausgaben für die Verteidigung nur noch 62% der Ausgaben von 1983; im gleichen Zeitraum sind die Staatsausgaben allgemein auf 152% der Ausgaben von 1983 angestiegen (2004, Quelle: [1]).

Die argentinischen Streitkräfte haben heute eine Personalstärke (Soldaten und Verwaltung) von insgesamt etwa 102.300 Personen (Heer: 50.900 Personen (41.400 Soldaten), Marine: 26.600 Personen (17.200 Soldaten), Luftwaffe: 23.600 Personen (13.200 Soldaten), Verteidigungsministerium und Generalstab: 1.200 Personen). Der Anteil der Ausgaben für die Verteidigung am Bundeshaushalt beträgt etwa 7%. (Quellen: [1] (2004), [1] (1998))

Provinzen

Hauptartikel: Liste der Provinzen Argentiniens

Die Provinzen (provincias, Einzahl: provincia) sind die Gliedstaaten des argentinischen Bundesstaates. Sie haben jeweils eine eigene Provinzverfassung, eine Provinzregierung unter Leitung eines direkt gewählten Gouverneurs (gobernador) und ein Parlament. Die Provinzen sind wiederum administrativ in Departamentos untergliedert.

Argentinien hat 23 Provinzen. Die Hauptstadt Buenos Aires bildet einen Bundesdistrikt (Distrito Federal).

Wichtige Städte

Buenos Aires ist als politische Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Argentiniens die wichtigste Stadt Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbständigen Vorstädten, die zum Teil reine Schlafstädte sind, zum Teil aber auch selbst über Produktionsstätten verfügen. Rosario gehört zwar nicht mehr zur Provinz Buenos Aires, die die Hauptstadt umgibt, gehört aber noch zum größeren Einzugsgebiet der Hauptstadt. Córdoba ist die zweitgrößte Stadt Argentiniens und verfügt über größere Produktionsstätten und eine bedeutende Universität. Mendoza ist vor allem für seinen Wein- und Obstanbau bekannt, dient aber auch als Brückenkopf für den Handel mit Santiago de Chile. San Miguel de Tucumán ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, hat aber in den letzten Jahrzehnten etwas an Bedeutung verloren. Die Universitäten in dieser Stadt haben auch überregionale Bedeutung und werden auch von Studenten aus Bolivien besucht.

Siehe auch: Liste der Städte in Argentinien

Geographie

Argentinien hat eine Fläche von circa 2,8 Millionen Quadratkilometern. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt etwa 3.700 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.400 km.

Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Anden eingenommen, der längsten Gebirgskette der Erde. Deren höchster Berg, der Aconcagua mit 6959 m Höhe, liegt an der Grenze zwischen Argentinien und Chile.

Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heißen Trockensavanne eingenommen.

Östlich davon schließt sich entlang des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien/Paraguay/Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den größten der Erde zählen.

Südlich davon, zwischen den großen Strömen Río Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch der Großteil der Einwohner Argentiniens.

Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der größte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich große Weizenfelder und Weideflächen für Rinder, deren Fleisch immer noch zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört.

Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentrale Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas.

Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr rauhes Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt.

Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.

Hohe und bedeutende Berge

In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl von sehr hohen Bergen über 6.000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit fast 7.000 m Höhe und der höchste Vulkan der Erde, der Ojos del Salado mit fast 6.900 m. Im Folgenden sind alle Sechstausender sowie einige wichtige oder bekannte Berge unter sechstausend Meter aufgelistet:
  • Aconcagua, 6958 m
  • Bonete, 6872 m
  • Ojos del Salado, 6863 m
  • Tupungato, 6800 m
  • Monte Pissis, 6779 m
  • Mercedario, 6770 m
  • Llullaillaco, 6723 m
  • El Libertador, 6720 m
  • Cachi, 6720 m
  • Incahuasi, 6620 m
  • Galan, 6600 m
  • El Muerto, 6542 m
  • Nacimiento, 6493 m
  • Laudo, 6400 m
  • Toro, 6380 m
  • Tres Cruces, 6356 m
  • Tortolas, 6323 m
  • El Condor, 6300 m
  • Famatina, 6250 m
  • Solo, 6246 m
  • Polleras, 6235 m
  • Chañi, 6200 m
  • Juncal, 6180 m
  • Negro, 6152 m
  • Quela, 6135 m
  • Palermo, 6120 m
  • San Juan, 6111 m
  • Sierra Nevada, 6103 m
  • Antofalla, 6100 m
  • Marmolejo, 6100 m
  • Poincenot, 3002 m
  • Torre, 3102 m
  • Fitz Roy, 3405 m
  • Volcán Lanin, 3747 m
   

Bedeutende Flüsse

Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río Paraná und der Río Uruguay.
  • Río de la Plata (Mündung des Paraná und Uruguay in den Atlantik)
  • Río Paraguay, 2549 km (mündet in den Paraná)
  • Río Salado, 2000 km (mündet in den Paraná)
  • Río Paraná, 1800 km (mündet in den Río de la Plata)
  • Río Uruguay, 1100 km (mündet in den Río de la Plata)
  • Río Bermejo-Teuco, 1000 km (mündet in den Paraguay)
  • Río Colorado, 860 km (mündet in den Atlantik)
  • Río Pilcomayo, 850 km (mündet in den Paraguay)
  • Río Negro, 635 km (mündet in den Atlantik)

Große Seen

Besonders bedeutend ist der See Laguna Mar Chiquita in der Provinz Córdoba sowie die Seen Lago Argentino und Lago Viedma beide im Naturpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.

Inseln

Die größte Insel ist Feuerland, die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego) und Chile teilen. Weiterhin bedeutend sind die Malwinen, die zwar von Argentinien beansprucht werden, aber unter britischer Verwaltung stehen. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage Argentiniens endete.

Klima

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(für allgemeine Erläuterungen, siehe: Klimadiagramm)
 
Argentinien hat von
tropischen Gebieten im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemäßigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint.

Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochwüste Puna, deren Westen zu den regenärmsten Gebieten der Welt zählt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fuß der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja. Eine Abweichung von dieser Regel sind die subtropischen Nebelwälder in den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy, die im Sommer extrem feucht, im Winter aber relativ trocken sind. Der Gran Chaco im zentralen Norden ist zwar etwas feuchter, seine Niederschläge konzentrieren sich jedoch ebenfalls auf den Sommer. Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr über feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones zu finden sind.

Im Süden (Patagonien) ist es umgekehrt: der Westen, die Anden, sind ständig feucht und von der Temperatur kühlgemäßigt, während der Osten, das patagonische Schichtstufenland, sehr trocken und halbwüstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen vom Südwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima in Feuerland, wo die Temperaturen in Sommer und Winter nur wenig auseinander liegen, jedoch insgesamt sehr kühl sind, und die Niederschlagsmengen relativ hoch sind.

Flora und Fauna

Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Vegetation und die Tierwelt sehr stark. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent der Landfläche bewaldet.

Flora

In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenwäldern im Norden gedeihen tropische Pflanzen, wie Rosenhölzer (Dalbergia), Guajakholzbäume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-Bäume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbsäure gewonnen wird, aber auch Palmen.

Der ebenfalls im Norden befindliche Gran Chaco verfügt über eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-Bäumen ("Heuschreckenbäume") dominiert wird, Quebracho kommt auch vor.

Die Pampa ist geprägt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten Gräsern. Von Eukalyptus (Eucalptus), Akazien (Acacia) und amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) abgesehen, finden sich hier keine Bäume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprüngliche Vegetation erhalten hat.

Patagonien liegt schon im Schatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Pampa auch die Gräser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepaßt. Daneben findet man verschiedenste krautige Gewächse und Sträucher. Wegen des steinigen Boden ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.

In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3.500 m. In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbwüsten viele Kakteen (Cactaceae) und Dornsträucher.

Fauna

Im tropischen Norden ist die Tierwelt äußerst vielfältig. Hier kann man hauptsächlich verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschbären, Nasenbären, Ameisenbären, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Alligatoren antreffen. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos und Papageien. In den Flüssen sind neben vielen anderen Fischen auch Piranhas zu finden.

In der Pampa findet man Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel wie Falken sowie Reiher.

In den kargen Gebieten der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich häufig Zugvögel wie Flamingos.

In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben artenärmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der Pudu ist ein kleiner Hirsch der südlichen Anden. Auf Feuerland nisten zudem Kormorane. Die patagonischen Küsten beherbergen Magellanpinguine und Kolonien von Südamerikanischen Seebären und Mähnenrobben.

Die Küstengewässer Argentiniens beherbergen unter anderem die zu den Grauwalen zu zählenden Südkaper, Orcas und Commerson-Delfine, daneben Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.

Bevölkerung

Argentinien hat eine Bevölkerung von etwa 36,3 Millionen Einwohnern (Zensus 2001, Quelle: [1]). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern/km2.

Etwa 87 % der Bevölkerung leben in Städten von mehr als 2.000 Einwohnern, wovon allein 11,5 Millionen auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bevölkerungsdichte von 2.989 Einwohnern/km2.

Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zuammen haben 16,6 Millionen, die Provinzen Córdoba und Santa Fe jeweils ca. 3 Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen mehr als 60% der Bevölkerung leben.

Weite Teile des übrigen Landes sind dagegen sehr dünn besiedelt, vor allem im trockenen Süden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/km2 leben.

Nachfahren der Europäer

Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern und circa 29 % von Spaniern. Nach neueren Berechnungen ist jedoch der Anteil von Mestizen höher als bisher angenommen, Schätzungen gehen von etwa 30-35 % der Gesamtbevölkerung aus. Dies kommt daher, dass die Mestizen früher unter einer starken Diskriminierung zu leiden hatten und sich daher als "Weiße" ausgaben.

Indigene Bevölkerung

Etwa fünf Prozent der Bevölkerung sind Nachkommen von insgesamt 30 Indianerstämmen, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt einerseits daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bevölkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Indianer von den Spaniern und später von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden.

Die größten Gruppen sind hierbei die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in Neuquén und Río Negro sowie die Wichi und Toba im Chaco und in Formosa. Nur eine Minderheit der Indianer lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, viele sind in die Großstädte übergesiedelt, wo sie oft unter ärmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, das selbe gilt für Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de Tucumán. Seit den 80er Jahren erstarken innerhalb dieser Stämme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa über Radiostationen und an Schulen.

Genaue Zahlen werden 2004 in einem Sonderzensus ermittelt werden, bei dem die indigene Bevölkerung (etwa 60.000 Haushalte) befragt werden soll.

Ausländer und Zuwanderung

Etwa vier Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Einwanderung gibt es heute vor allem aus den Nachbarländern Bolivien, Chile, Paraguay und Uruguay sowie aus dem südamerikanischen Staat Peru. Insgesamt kommen etwa 68 % der Einwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa zwei Prozent aller Einwanderer kommen aus Asien (hauptsächlich Koreaner).

Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr so genannte ambientelle Migranten aus Europa, die hauptsächlich wegen der unberührten Natur hierherziehen. Die Einwanderer aus Europa repräsentieren etwa 28 % der Ausländer.

Religion

Mehr als 90 % der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Im Nordwesten Argentiniens haben sich die christlichen Riten mit der Religion der Ureinwohner vermischt (Pachamama-Kult). Weitere bedeutende Minderheiten bilden Juden, Protestanten und Moslems (vor allem im Nordwesten).

Sprache

Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existieren eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprache, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quichua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch noch Mapudungun gesprochen.

Die Aussprache des argentinischen Spanisch unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch ausgesprochen, ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Des weiteren herrscht in Argentinien der voseo vor, d.h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert. Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen.

Während die Nachfahren der italienischen Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben haben, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo heute noch fast ausschließlich Deutsch gesprochen wird.

Bildungswesen

In Argentinien herrscht Schulpflicht von neun Jahren. Es gibt neben den staatlichen Schulen auch eine hohe Zahl von privaten Schulen. Das Schulsystem ist in zwei Stufen eingeteilt: Primaria (Grundschule) und Secundaria (weiterführende Schule). Es gibt darüber hinaus auch noch eine Art von Berufsschulen.

1995 wurde das Schulsystem reformiert: die ersten neun Jahre der Schulzeit werden seitdem als EGB (Educación General Básica) bezeichnet, die in mehrere Richtungen aufgeteilte weiterführende Schule stattdessen als Polimodal. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Schulabschlüssen (naturwissenschaftlich, sozialwissenschaftlich, technisch und wirtschaftlich orientiert). Zum Besuch der Hochschulen berechtigen alle im Rahmen des Polimodal erlangten Abschlüsse, auch wenn der Studiengang nicht mit der Ausrichtung des Polimodals übereinstimmt.

In der PISA-Studie schnitt Argentinien zwar verglichen mit anderen lateinamerikanischen Staaten bei weitem am besten ab, dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ein starkes Gefälle in der Qualität der Schulbildung zwischen Großstädten und ländlichen Regionen einerseits und zwischen Privatschulen und vielen staatlichen Schulen anderseits gibt. Durch kontinuierliche interne Qualitäts-Tests seit Ende der 1990er Jahre versucht die Politik, dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Argentinien hat eine Vielzahl von staatlichen und privaten Universitäten. Die älteste Universität ist die Universität von Córdoba, die 1613 gegründet wurde. Eine der bedeutendsten Universitäten ist daneben die Universität von Buenos Aires (UBA), die 1821 gegründet wurde.

Laut der Volkszählung des Jahres 2001 sind etwa 2,6 % der Bevölkerung Analphabeten (Quelle: [1]), in Deutschland liegt dieser Wert offiziell bei etwa 6 %.

Von allen Argentiniern, die über 20 Jahre alt sind, haben 88 % die Schule besucht. Etwa 14 % haben die Primaria nicht abgeschlossen, circa 29 % haben eine abgeschlossene Primaria, ungefähr 14 % haben die Secundaria nicht abgeschlossen, etwa 16 % haben eine abgeschlossene Secundaria, circa fünf Prozent einen höheren nicht-universitären Abschluss und etwa fünf Prozent einen Universitätsabschluss. Das heißt etwa 73 % der Bevölkerung haben mindestens die Primaria abgeschlossen, circa 30 % mindestens die Secundaria und nur etwa zehn Prozent haben einen weiterführenden Abschluss. (Quelle: [1])

Wirtschaft

Argentinien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2003 376,2 Milliarden Arg$, dies entsprach etwa 103 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 43% auf die Produktion von Waren und etwa 51% auf die Erbringung von Dienstleistungen. Den größten Anteil am BIP hatten dabei die produzierende Industrie mit 22%, die Landwirtschaft mit 10%, der Groß- und Einzelhandel mit 11% sowie die Vermietung von Gebäuden und Grundstücken mit ebenfalls 11%. (Quelle: [1])

Geschichte der Wirtschaftspolitik

Die argentinische Wirtschaft ist traditionell durch die Landwirtschaft geprägt. Bis in die 1950er Jahre wurden fast ausschließlich Agrargüter exportiert. Erst danach setze eine Industrialisierung nennenswerten Umfanges ein. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch von den verschiedenen Regierungen nach unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Vorgaben reglementiert. Es entstand, vor allem unter dem Einfluss des Peronismus, ein breiter staatlich kontrollierter Sektor in Industrie, Handel und Dienstleistung. Korruption war und ist ein diesen Sektor durchziehendes Übel. Dennoch hat Argentinien das Wohlstandsniveau der 50er Jahre nie wieder erreicht.

1976 leitete die Militärdiktatur eine drastische Kehrtwende hin zum Neoliberalismus ein. Dies fügte vor allem der heimischen Industrie einen starken Schaden zu, während die Spekulation ausartete und die Währung mehrmals abgewertet werden musste. Es waren vor allem die wirtschaftlichen Probleme, die die Militärregierung auf die Idee brachte, den Falklandkrieg zu starten.

Nach der Rückkehr zur Demokratie 1983 erwies sich die Hyper-Inflation als eines der größten wirtschaftlichen Probleme des Landes. Der 1989 gewählte Präsident Carlos Menem führte daraufhin die Dollarisierung des Peso ein; das heißt die 1:1-Bindung des Peso an den US-Dollar. Dies führte fast schlagartig zu einem Ende der Inflation und zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf längere Sicht hatte sie aber zur Folge, dass argentinische Produkte auf dem Weltmarkt teurer und Importware im Inland billiger wurden. Zahlreiche argentinische Produktionsbetriebe mussten schließen. Es kam zu einem schnell zunehmenden Ungleichgewicht zwischen dem (offiziellen) Wechselkurs der Währung und ihrer inneren Werthaltigkeit. Kapitalflucht setzte ein und das ohnehin hoch verschuldete Land musste immer neue Kredite im Ausland aufnehmen, um alte Verbindlichkeiten bezahlen zu können und Devisen für dringende Importe bereitstellen zu können. Gelegentlich wurden sogar Staatbedienstete nicht mehr mit Geld, sondern mit Schuldverschreibungen bezahlt und Geschäftsleute wurden gesetzlich verpflichtet, derartige Papiere an Zahlung statt anzunehmen. Anfangs wurde dies noch durch private Kapitalzuflüsse ausländischer Investoren überlagert, die sich in argentinische Unternehmen, besonders im Zuge der von Carlos Menem eingeleiteten Privatisierung von Staatsbetrieben, einkauften. Doch schließlich hatte die Verschuldung soweit zugenommen und die Wirtschaftsleistung soweit abgenommen, dass Ende 2001 nach schweren Unruhen der Präsident Fernando de la Rúa zurücktrat. Die folgende Regierung gab die Einstellung der Zahlungen auf Tilgung und Zinsen, also den Staatsbankrott, bekannt. Wegen fehlender Unterstützung der Partei trat der übergangsweise angetretene Präsident Adolfo Rodríguez Saá schon nach fünf Tagen wieder zurück, es folgte der Peronist Eduardo Duhalde.

Der IWF versorgte nach einer langen Verhandlung Mitte 2002, mit politischer Unterstützung der wichtigsten Industrienationen, Argentinien im Rahmen verschiedener Interimsabkommen mit frischem Geld. Damit konnte die argentinische Wirtschaft, vor allem weil nun Mittelabflüsse durch Kreditrückzahlungen nicht mehr stattfanden und wegen des nun deutlich billigeren Peso, bereits im Jahr 2003 ein beachtliches Wachstum verzeichnen. Allerdings wurde im März 2004 die Rückzahlung einer Rate von 3,1 Mrd. US-Dollar (etwa 2,5 Mrd. Euro) für einen im Rahmen der o.a. Interimsabkommen gewährten IWF-Kredite fällig. Erst unmittelbar vor dem letztmöglichen Termin wurde die Zahlung angewiesen. Vorausgegangen war ein mehrwöchiger Verhandlungspoker. Die argentinische Regierung wollte dabei erreichen, dass ein Bericht des IWF über die Bemühungen des Landes im Hinblick auf die Wiedergewinnung wirtschaftlicher Solidität, möglichst positiv ausfällt. Die galt als Voraussetzung für eine weitere Kreditgewährung durch den IWF. Dies hat die Regierung anscheinend geschafft, so dass nun gute Chancen bestehen, dass die nun zurückgezahlten Milliarden schon bald im Rahmen eines neuen Kreditabkommens an Argentinien zurückfließen. Über die Behandlung der Forderungen von privaten Gläubigern Argentiniens wurde bislang aber noch keine Einigung erzielt. Dies belastet weiterhin die Handelsbeziehungen des Landes.

Es ist umstritten, ob Argentinien die Voraussetzungen des IWF für die weitere Vergabe von Kredite erfüllt. Die Auflage, in "guten Glauben" mit den privaten Gläubigern zu verhandeln, ist durch die argentinische Regierung nie erfüllt worden. Statt dessen fordert Argentinien einen Kapitalschnitt, der auf 90% Barwertverlust hinausläuft. Es laufen Klagen gegen Argentinien und den IWF vor dem Bundesverfassungsgericht. Eine deutsche Gläubigerorganistation ist die Interessengemeinschaft Argentinien e.V..

Siehe auch: Argentinien-Krise, Default

Soziale Situation

Die soziale Situation des Landes ist in mehrerer Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten der Welt, während die ärmsten 40 % sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufrieden geben müssen.

Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind groß. So liegt etwa die Armutsrate in der Hauptstadt Buenos Aires mit 26 % nur etwas mehr als halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (47 %), während sie in der Provinz Formosa bei etwa 70 % liegt. Generell kann man sagen, dass die nördlichen Provinzen, besonders die Provinz Tucumán und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen sind. Verschärft wird diese Situation durch das relativ schnelle Bevölkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen gelten die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, Córdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der äußerste Süden (Santa Cruz und Tierra del Fuego).

Es sind neben den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) allerdings vor allem die reichen Zentralprovinzen, die am stärksten mit der städtischen Armut und damit mit der Slumbildung zu kämpfen haben. Die Zuwanderung aus den ärmeren Nachbarländern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren sind trotz einer Abschwächung in den 1990er Jahren immer noch ein großes Problem in den Großstädten, die die Zahl der Slumbewohner trotz ehrgeiziger sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lässt. So liegt beispielsweise in Rosario der Anteil der Slumbewohner an der Gesamtbevölkerung bei über 15 %. Zudem kam Zuwachs für die Slums auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002.

Einige Daten zur sozialen Situation: (Quelle: [1])

Bodenschätze

Wertvolle Mineralerze und Gesteine finden sich in Argentinien nur in kleineren Mengen, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Zinn, Wolfram, Glimmer und Kalkstein. Wirtschaftlich bedeutender sind die Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vor der Küste.

Außenhandel

Der Außenhandel war in den vergangenen Jahren stark von der Argentinien-Krise geprägt. Die Importe gingen seit 1999 zurück. Im Jahresvergleich 2001/2002 hatten sie einen unglaublichen Rückgang von 56% und konnte sich erst 2003 wieder erholen. Die Exporte blieben von der Argentinien-Krise nahezu unberührt.

Die Exporte sind von landwirtschaftlichen Produkten dominiert. 31% aller Exporte sind weiterverarbeitete, landwirtschaftliche Produkte, 25% sind Rohstoffe (wobei hierzu auch landwirtschaftliche Produkte zählen), 25% sind industrielle Produkte und 18% sind Mineralöle und andere Energieträger.

Wichtigste Handelspartner sind an erster Stelle die lateinamerikanischen Länder, speziell die Mercosur-Staaten, dann die Europäische Union und gefolgt von den USA.

Außenhandel im Zeitraum 1999-2003 in Millionen US$
Jahr Exporte Importe Wachstumsrate Handelsbilanz
Exporte % Importe %
1999 23.310 25.508     -2.198
2000 26.339 25.364 13% -1% 975
2001 26.541 20.478 1% -19% 6.063
2002 25.649 9.004 -3% -56% 16.645
2003 29.565 13.755 15% 52% 15.810
(Quelle: [1])

Infrastruktur

Verkehrsnetze

Schienenverkehr

Das Eisenbahnsystem in Argentinien hat am 29. August 1857 mit der ersten Fahrt eines Zuges seinen Anfang genommen und wurde relativ zügig ausgebaut. Hierfür wurden hauptsächlich englische Ingenieure und Firmen beauftragt. Das Eisenbahnsystem bestand aus mehreren unabhängigen privaten Firmen die 1948 verstaatlicht wurden. Ab 1992 wurde unter der Regierung von Carlos Menem begonnen, die Eisenbahngesellschaften wieder zu privatisieren. Das argentinische Schienennetz hat eine Länge von etwa 28.300 Kilometern in drei verschiedenen Spurbreiten. Zwei Eisenbahnstrecken verbinden Argentinien mit Chile, weitere Strecken haben Verbindung mit Bolivien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Allerdings werden immer mehr Strecken stillgelegt, verfallen und nicht wieder in Stand gesetzt oder werden nur noch für den Gütertransport verwendet. Der Personentransport per Eisenbahn spielt generell nur noch im Großraum Buenos Aires für die Pendler ein Rolle. Es gibt aber einige interessante, touristische Züge, z.B. den Tren a las Nubes in der Provinz Salta und die Tronchita-Schmalspurbahn in Patagonien.

Straßenverkehr

Die Rolle der Eisenbahn für den Personentransport wurde weitestgehend von modernen, klimatisierten Reisebussen übernommen. Es kann praktisch jeder Punkt des Landes mit dem Reisebus erreicht werden und so sind die Busbahnhöfe heute neben den Flughäfen die wichtigsten Infrastruktureinrichtungen.

Das Straßennetz hat eine Gesamtlänge von etwa 215.000 km. Die Qualität der Straßen variiert realtiv stark. Von mehrspurigen Autobahnen über gute und weniger gute Nationalstraßen kann man bis zur Schotter- oder Erdpiste alles finden. Dennoch sind etwa 81% aller Straßen asphaltiert und die großen Wirtschaftszentren sind mit sehr guten Straßen verbunden, die meist durch Mautgebühren von privaten Firmen gebaut und in Stand gehalten werden.

Flugverkehr

Die ehemals staatliche Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas wurde 1990 privatisiert und deckt nur noch wenige internationale Strecken ab. Im Inlandsverkehr hat Aerolíneas einen relativ hohen Anteil, es gibt aber noch einige weitere Inlandsfluggesellschaften. Der Flughafen Ezeiza (EZE) in Buenos Aires wird von allen großen europäischen und nordamerikanischen Fluggesellschaften angeflogen.

Schiffsverkehr

Ungefähr 3.100 km der Wasserwege sind schiffbar. Besonders wichtig ist hierbei der Río de la Plata mit seinen Oberläufen Río Paraná und Río Uruguay.

Energie

Argentinien erzeugt einen Großteil seiner Energie mithilfe von erneuerbaren Energien. Die Wasserkraft hat einen Anteil von 41% der Stromerzeugung; weitere 7% werden von Kernkraftwerken und 52% von Wärmekraftwerken geliefert. Daneben besitzt Argentinien große Vorkommen an Erdgas. Diese Energieform wird zum Kochen, Heizen aber auch vermehrt als Kraftstoff für Pkw eingesetzt.

Telekommunikation und Post

Die staatliche Telekommunikationsgesellschaft wurde 1990 privatisiert und an zwei ausländische Firmen (Telefónica (Spanien) und Telecom (Frankreich)) verkauft, die sich das Land aufteilten. Seitdem hat die Zahl der Telefonanschlüsse je Einwohner rassant zugenommen, den nach der Privatisierung betrug die Einrichtungsgebühr für einen Telefonanschluß mit 100 US$ nur noch ein Zehntel als vorher und auch die Wartezeit auf einen Anschluß hatte sich wesentlich verringert. Heute gibt es etwa 21 Festanschlüsse je 100 Einwohner oder ca. 7.5 Millionen Anschlüsse. Darüber hinaus gibt es etwa 3 Millionen Mobiltelefonanschlüsse.

Das Internet ist sehr verbreitet in Argentinien wird aber aufgrund der hohen Kosten von sehr vielen Privatleuten in so genannten Telecentros und in Internetcafes genutzt. Wohlhabendere Menschen und Firmen nutzen heute häufig Internet via DSL oder Kabel.

Auch der Postdienst wurde privatisiert. Die Bedingungen der Konzession wurde aber nicht eingehalten und so versucht man gerade den Postdienst neu zu vergeben. Neben der größten Firma Correo Argentino, die aus dem staatlichen Postdienst hervorging, gibt es noch mehrere kleinere Posdienste, wie z.B. OCA und Andreani.

Medien

Fernsehen

Argentinien hat einen staatlichen Fernsehsender, Canal 7 [1]. Daneben gibt es eine Vielzahl von lokalen und nationalen, privaten Fernsehsendern, die über Antenne und Kabel zu empfangen sind. Des Weiteren eine unglaubliche Anzahl von Sendern, die nur über Kabel und Satellit verbreitet werden. Die bekanntesten Sender sind Telefé [1], Canal 9 [1] und Canal 13 [1], die in vielen Regionen auch lokale Programme ausstrahlen.

Einige argentinische Fernsehserien (genannt Telenovelas, wörtlich also Fernsehromane) sind wegen ihrer niedrigen Produktionskosten und der hohen Qualität zu einem Exportschlager vor allem nach Osteuropa geworden.

Radio

Radio ist ein sehr beliebtes Medium in Argentinien. Es gibt eine riesige Fülle von staatlichen und privaten Radiosendern. Von den privaten Radiosendern sind viele in Cadenas, Radio-Ketten zusammengeschlossen und so kann man viele Sender aus Buenos Aires im ganzen Land empfangen.

Printmedien

Es werden in Argentinien über 200 Tageszeitung publiziert. Die bedeutendsten Hauptstadtblätter sind Clarín [1], La Nación [1] und Crónica [1]; letztere hat etwa Bildzeitungs-Niveau, wird aber sechs Mal am Tag herausgegeben. Eine linksalternative Zeitung aus Buenos Aires ist Página 12 [1] mit detailliertem Kulturteil, die von der Clarín-Gruppe herausgegeben wird. Weitere wichtige Zeitungen sind La Capital [1] (Rosario), La Voz del Interior [1] (Córdoba) und La Gaceta [1] (Tucumán).

In jüngerer Zeit haben eine Reihe von Zeitungen in den Grosstädten Bedeutung erlangt, die kostenlos, vor allem in Bussen und Bahnen verteilt werden (zum Beispiel La Razón [1], El Diario del Bolsillo).

In Argentinien gibt es zudem eine große Anzahl von Zeitschriften und Wochenblättern. Die bekanntesten Nachrichtenmagazine sind Noticias [1] und Veintitres [1]. Es gibt auch eine deutschsprachige Wochenzeitung, das Argentinische Tageblatt [1].

Siehe auch: Liste argentinischer Zeitungen

Kultur

Ein scherzhafter Ausspruch bezeichnet die Argentinier als "Italiener, die Spanisch sprechen und gerne Engländer wären." Dadurch kommt die Mischung des Volkes aus Einwanderern verschiedener europäischer Länder zum Ausdruck, der sich in der Kultur deutlich bemerkbar macht.

Musik

Argentinische Musik ist durch den Tango (und die verwandten Musikformen Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschränkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Phänomen mit den zusätzlichen Aspekten Textdichtung und tänzerischer Interpretation. Als solches begründet der Tango eine kulturelle Identität die sehr viel zum Selbstverständnis der Argentinier, genauer genommen der "Porteños" aus Buenos Aires, beiträgt.

Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Musik verwurzelte Folk-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern zählen der als Atahualpa Yupanqui weltweit bekannt gewordene Héctor Bohento Chavero und die aus der Provinz Tucumán stammende Mercedes Sosa (geboren 1935), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte.

Neuerdings sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Musik der Stadt Córdoba , sowie einige Stile der von den Spaniern übernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine völlig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen Südamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktuellster Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (Slum-Cumbia).

Siehe auch: Argentinische Folklore, Argentinische Rock- und Popmusik

Literatur

Im 19. Jahrhundert löst sich mit der Unabhängigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen - ohne dieses Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewinnt die Literatur eine deutliche nationale Komponente. Beispiele dafür sind Fausto (1866) von Estanislao del Campo, das in Gedichtform die Geschichte eines Gauchos erzählende und oft als argentinisches Nationalepos bezeichnete El gaucho Martín Fierro (1872) von José Hernández sowie das bereits 1845 entstandene Facundo von Domingo Faustino Sarmiento. In ähnlicher Traditionslinie steht auch die 1926 veröffentlichte Erzählung Don Segundo Sombra von Ricardo Güiraldes (deutsch bereits 1934: Das Buch vom Gaucho Sombra).

Bekannte moderne Autoren sind Eduardo Mallea, Ernesto Sabato, Julio Cortázar, Manuel Puig und besonders Jorge Luis Borges.

Theater

In vielen Städten gibt es eine lebhafte Theaterszene. Man könnte pro Woche leicht über 100 verschiedene Theaterstücke von professionellen und Laiengruppen ansehen. Besonders bekannt ist Rosario für seine Theatergruppen. Aktuell feiert die Akrobatik-Theatergruppe De la Guarda Erfolge in der ganzen Welt. Das bekannteste Theatergebäude Argentiniens ist das Opernhaus Teatro Colón in Buenos Aires.

Film

Argentinien war eines der Pionierländer auf dem Gebiet des Stummfilms. Schon 1896 wurde der erste Film gedreht, der die argentinische Fahne zum Thema hatte. 1933 begann der Aufstieg der argentinischen Filmindustrie mit dem Aufkommen des Tonfilms. Damit begann die beste Zeit des argentinischen Kinos, die Filme dieses Landes wurden in der ganzen Welt gezeigt. Besonders bekannt wurden die Tangofilme aus Buenos Aires, unter anderem mit dem Superstar Carlos Gardel. Ab der Mitte der 1940er Jahre griff allerdings der Staat mittels Zensur und Einmischung in die Kinoszene ein. Besonders dramatisch wurde dies in den Militärregierungen (1966-1973 und 1976-1983). In den demokratischen Zwischenzeiten wurden jedoch künstlerisch sehr hochwertige Filme produziert.

Nach der Militärdiktatur begann das Kino, die Terrorherrschaft aufzuarbeiten. Es entstanden Filme wie La Historia Oficial (Luis Puenzo), La Noche de los Lápices (Héctor Olivera) und später Garage Olimpo (Marco Bechis), die teils fiktive, teils wahre Fälle von so genannten "Verschwundenen" auf die Leinwand brachten.

1997 leitete Pizza, Birra, Faso (Adrián Caetano) die Epoche des "Nuevo Cine Argentino" ein, in dem vor allem Geschichten aus dem Milieu der einfachen Leute und Slumbewohner verfilmt wurden.

Heute ist die argentinische Filmszene vor allem in Buenos Aires und in geringerem Maße auch in Rosario und Santa Fe sehr aktiv. International am bekanntesten unter den Regisseuren dürfte derzeit der Berlinale-Gewinner Pino Solanas mit sozialkritischen Filmen wie dem Oscar-Gewinner Sur und El Viaje sein, der allerdings schon seit den 1960er Jahren Filme dreht.

Sport

Die Argentinier sind eines der fußballverrücktesten Völker dieser Erde. Bereits 1893 wurde der argentinische Fußballverband AFA gegründet und gehört somit zu den ältesten nationalen Fußballverbänden der Erde. Das erste Länderspiel der argentinischen Nationalmannschaft wurde 1902 gegen Uruguay ausgetragen. Seither hat die Nationalmannschaft 14 Mal die südamerikanische Fußballmeisterschaft, die Copa América, und zwei Mal die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. Die beiden bekanntesten Fußballclubs sind River Plate und Boca Juniors, bei letzteren hat früher der bekannteste argentinische Fußballspieler, Diego Armando Maradona gespielt. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften werden Superclásicos genannt und das öffentliche Leben steht praktisch still, wenn diese beiden Mannschaften aufeinander treffen.

Zweitbeliebtester Sport in Argentinien ist Rugby. Die argentinische Rugby-Nationalmannschaft, die Pumas, spielt auf obersten, internationalen Niveau. Kann aber nicht an die großen Mannschaften, wie die Neuseeländer heranreichen.

Neben Fußball und Rugby genießt Polo ein großes Interesse in Argentinien. Die argentinische Polomannschaft, deren Mitglieder alle der Familie Heguy angehören, ist die besten der Welt. Seit 1949 ist Argentinien ohne Unterbrechung Weltmeister.

Im Gegensatz zu Polo, das eher von Mitgliedern der argentinischen Oberschicht gespielt wird, ist Pato ein Spiel der normalen Landbevölkerung.

Siehe auch: Argentinische Fußball-Nationalmannschaft, Copa América

Feiertage

Sollte ein Feiertag (außer Neujahr, Ostern und Weihnachten sowie des 25. Mais und des 9. Julis) auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist der darauffolgenden Montag meist arbeitsfrei.

Reiseinformationen

Deutsche, österreichische und schweizer Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Argentinien lediglich einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und können sich dann 90 Tage visafrei in Argentinien aufhalten. Für die Verlängerung dieser 90-Tage-Frist genügt es, für einen Tag das Land zu verlassen (beispielsweise von Buenos Aires kurz mal mit der Fähre nach Uruguay zu fahren). Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man auch relativ einfach, wenn man einen Arbeitsvertrag hat. Weitere Informationen zum Thema Einreise- und Visamodalitäten findet man unter http://www.mininterior.gov.ar/migraciones/ .

Siehe auch

Weblinks

Literatur

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