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Geschichte Tunesiens



Im Altertum war Tunesien von libyschen Stämmen bewohnt.

Die Phönizier/Phöniker gründeten Karthago.

die tunesische Stadt Karthago einer der mächtigsten Opponenten Roms. Nach der Zerstörung Karthagos (146 v. Chr.) und der Eroberung von Numidien (46 v. Chr.) wurde Tunesien Teil des römischen Reichs. Im 5. Jahrhundert wurde Tunesien von den germanischen Wandalen erobert.

Im 7. Jahrhundert wurde Tunesien von den Arabern gegen den heftigen Widerstand der Berber erobert und wurde so Teil des Kalifats der Umayyaden. Frühes Zentrum der Muslime wurde die Stadt Kairuan. Nachdem die Kontrolle Nordafrikas schon den Umayyaden immer mehr entglitt, errangen die Aglabiden (800-909), die Fatimiden (909-972), die Ziriden (972-1160) und die Hafsiden (1229-1574) die Herrschaft über Tunesien.

1574 wurde Tunesien Bestandteil des Osmanischen Reiches.

Im 16. Jahrhundert errangen die Korsaren die Macht in Tunesien. Durch die Anerkennung der Oberhoheit der Osmanen und die Zahlung von Tributen erhielten die Korsaren militärische Unterstützung im Kampf gegen Spanien, das aus Tunis vertrieben werden konnte. Allerdings verlor das Korsarentum im 17. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung, nachdem die europäischen Seemächte England, die Niederlande und Frankreich ihren Handel besser schützen konnten. Nach der Vertreibung der Morisken aus Spanien siedelten sich viele in Tunis an.

Unter den Husainiden bildete sich 1705 eine Dynastie in Tunis, die wieder die Landwirtschaft und den Handel mit Europa verstärkt förderte. Im 19. Jahrhundert kam es durch mehrere Pest- und Choleraepidemien zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang, der eine wirtschaftliche Erholung des Landes erheblich beeinträchtigte. Dennoch wurde unter Muhammad Bey (1855 - 1859) mit Verwaltungs- und Wirtschaftsreformen begonnen, um das Land zu modernisieren. So wurden 1859 im „Fundamentalen Akt“ alle Privilegien aufgehoben, und alle Tunesier erhielten die bürgerlichen Rechte. Auch wenn dies 1861 in der ersten arabischen Verfassung bestätigt wurde, traten diese Bestimmungen doch nie in Kraft. Wegen starker Staatsverschuldung kam Tunesien 1869 unter die Finanzkontrolle von Frankreich, Britannien und Italien, bevor Frankreich das Land 1881 besetzte und ein Protektorat begründete.

Während der Kolonialzeit kam es wie in Algerien zu umfangreichen Landenteignungen der Bevölkerung, doch erfolgte keine so starke Einwanderung französischer Siedler wie in Algerien. 1920 bildete sich die Verfassungspartei Destour, von der sich 1934 die Neo-Destour-Partei unter Habib Bourguiba trennte. Letztere vertrat vor allem die neue Mittelklasse mit ihren Forderungen nach Unabhängigkeit von Frankreich.

Im Zweiten Weltkrieg unterstützten die französischen Colons in Tunesien, nach der Niederlage Frankreichs gegen Deutschland, die französische Vichy-Regierung, die Tunesier selber wurden nicht gefragt. 1942 bis 1943 kam es in Tunesien zu Kämpfen zwischen den Alliierten und deutsch-italienischen Truppen, die mit der Kapitulation letzterer im Mai 1943 endete. Trotz einiger liberaler Reformen musste Frankreich Tunesien am 20. März 1956 in die Unabhängigkeit entlassen.

Bourguiba zwang 1957 den König zur Abdankung und regierte bis 1987 autoritär als Präsident. Seine Politik zeichnete sich durch eine westliche Ausrichtung und eine Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus aus. Die Beziehungen zu Frankreich blieben u.a. wegen der tunesischen Unterstützung für die algerische FLN gespannt. Nach militärischen Auseinandersetzungen musste Frankreich 1961 seinen Stützpunkt Bizerta räumen und alle Truppen aus dem Land abziehen.

Am 2. Oktober 1987 setzte Zine el-Abidine Ben Ali Bourguiba als Präsident ab. Ein ärztliches Attest reichte, um den greisen Bourgiba wegen Altersschwäche des Amts zu entheben. Dieser Staatsstreich ist als Jasminrevolte bekannt geworden. Ben Ali schaffte die von Bourguiba eingeführte lebenslängliche Amtszeit des Präsidenten ab und begrenzte sie auf maximal 5 Jahre.

1989 fanden erste freie Wahlen in Tunesien statt, bei denen Ben Alis Partei als Sieger hervorging. Ben Ali wurde bislang zweimal wiedergewählt (1994 und 1999).




     
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