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Hephthaliten



Die Hephthaliten (chin. Yeh-tai, pers. Hayatheliten, arab. Haital; Eigenbezeichnung: Huna), auch als Weiße Hunnen oder Turan-Hunnen bekannt, sind ein hunnisches Volk mit unklarem Ursprung in Mittelasien um ca. 425-563. Möglicherweise kennzeichnet der Name aber eher eine Dynastie, deren Volk sich aus lokalen mittelasiatischen Stammesgruppen (Chioniten, Varhunni u.a.) rekrutierte.

Es gibt zumindest einen Hinweis eines chinesischen Chronisten (Sung-Yün, das Liang-shu), dass die Hephthaliten als zeitweilige Vasallen der Shou-shan ursprünglich aus der heutigen Dsungarei stammten. Sie werden von den chin. Chroniken (im Zuge des häufigen Gesandtschaftwechsels mit den Nördlichen Wei) darüberhinaus zu den Ta-Yüe-tschi gestellt.

Die Hephthaliten übernahmen bis 450 die Herrschaft über eine ältere Ost-Hunnen-Gruppe, die Chioniten. Sie führten ihre Kriege im Persien des König Péroz I., im frühen 6. Jhrd. auch in Indien. Unter Toramana (ca. 490-510) erreichte ihr Staat seinen Machthöhepunkt.

Laut dem Chronisten Prokop unterschieden sich die Hephthaliten in Lebensweise, Aussehen und Sitten auch von den europäischen Hunnen, trotzdem sind sie nach gängiger Betrachtung "Hunnen".

In persischen Quellen werden sie verschiedendlich als "Turan-Hunnen" bezeichnet und es ist anzunehmen, das sich ein großer Volksteil als solcher verstand. (Es wurden in Turkestan verschiedene Inschriften aufgefunden, die von den Turan Hun bzw. vom Yabgu Turan Hun sprechen.)

Ihr Staat wurde 557 - 563 von den Göktürken (im Bündnis mit Chosrau I) vernichtet. Reste der Hephthaliten halten sich bis ins 10. Jahrhundert und gehen allmählich im ostiranischen Volkstum auf.




     
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