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Awaren



Die Awaren waren ein turko-mongolischeses Reitervolk Innerasiens, dessen ethnische und sprachliche Herkunft nicht völlig geklärt ist. Es beherrschte im Frühmittelalter über 200 Jahre lang Mitteleuropas Geschichte.

Table of contents
1 Namensherkunft
2 Herkunft der Awaren
3 Geschichte
4 Literatur
5 Weblinks

Namensherkunft

Die Volksbezeichung "Aware" stammt jedenfalls aus dem turksprachigen Raum. Er ist wahrscheinlich mit "Nomade" zu übersetzen, da auch im heutigen Türkeitürkischen das Wort avare noch die Bedeutung "Vagabund", "Nomade" oder auch "Faulenzer" hat.

Herkunft der Awaren

Es ist anzunehmen, daß die Awaren turkvölkischer Herkunft waren. Sie lebten in Zentralasien einst unter der Herrschaft der Turuken bzw. später unter deren Nachfolger, den Hunnen. Die uns überlieferten Namen ihrer Khagane sind ebenfalls überwiegend turksprachigen Ursprungs. Es wird aber auch ein finno-ugrischer Ursprung der Awaren in Betracht gezogen.

Geschichte

Die Awaren wurden in der Folgezeit von den Rouran, einem Volk proto-mongolischerer Herkunft, unterworfen.

Nach chinesischenen Chroniken sollen die "War" ursprünglich ein aus dem Tarimbecken nach Afghanistan ausgewanderter Zweig der Yüe-tschi gewesen sein. Um 463 tauchten sie als neue Gruppe am Schwarzen Meer auf, die sich selbst "War und Hunni" nannte.

Die Awaren waren auch ein führender Zweig der "Turan-Hunnen", die ihren Wohnsitz am Aralsee hatten. Bei den Awaren handelt es sich also um ein Mischvolk, das seine ethnischen Vorfahren sowohl in den Steppen Zentralasiens als auch in Europa hatte. 

Nach 555 zogen die Awaren unter dem Druck der Göktürken nach Westen, sie wurden 558 Föderaten des Byzantinischen Reichs.

Um 560 besiegten sie die Hunno-Bulgaren am Schwarzen Meer, zogen aber wegen der sie verfolgenden Göktürken weiter. Bereits 566 erscheinen sie als Nachbarn der Langobarden und gemeinsam mit diesen zerstörten sie bereits 567 das Reich der Gepiden, daß sich im späteren Siebenbürgen befand.

Mitte des 6. Jahrhunderts hatten sie die Herrschaft über Pannonien und ließen sich vor allem im Karpatenbecken nieder. Schon früh fand eine gemeinsame Besiedlung zusammen mit den Slawen statt, wie u.a. Grabfunde aus Hennersdorf/Wien zeigen. Sie vermischten sich aber auch mit den in der Ungarischen Tiefebene verbliebenen Schwarzen Hunnen, die in ihrer Sprache, Kultur und Lebensweise noch am ähnlichsten waren.
Damit wurden sie Teil der als "Westtürken" bezeichneten Völkerschaften.

Ende des 6. Jahrhunderts reichte ihr Einflussgebiet von der Ostsee bis zur Wolga. Unter ihrem Herrscher Bajan stellten sie eine Großmacht dar, die es sich leisten konnte, vom Byzantinischen Reich Tribut zu fordern.

Bis zum Ende des 8. Jahrhunderts beherrschten sie ganz Pannonien (heutiges Ungarn und große Teile der Slowakei), das östliche Österreich einschließlich Kärntens, sowie Slowenien und Kroatien, sahen sich aber zunehmenden Angriffen von Bulgaren und Slawen ausgesetzt. Die Awaren gaben Anlass zur Gründung Österreichs, weil sie Karl den Großen um 800 veranlassten, zum Schutz der Reichsgrenzen eine Awarenmark einzurichten (die Ostmark).

In den Feldzügen zwischen 791 und 803 schlug der fränkische Kaiser Karl der Große die Awaren vernichtend. Die Awaren verloren nun den Kontakt mit den übrigen Steppenvölkern und wurden langsam sesshaft.

Das Volk Awaren ging überweigend in den heutigen Ungarn und zum kleineren Teil in einigen südslawischen Völkern auf. Hierfür gibt es möglicherweise genetische Belege. So zeigten molekulargenetische Untersuchungen an Y-Chromosomen in der kroatischen Bevölkerung (1.) für Menschen der kroatischen Insel Hvar Merkmale, die auf eine zentralasiatische Abstammung hinweisen.

Im Namen Banat verbirgt sich der awarische Fürstentitel "BAN" (nach Bajan Khagan, dem berühmten Heerführer), der später als Banus an die Kroaten überging.

Vermutlich nicht mit den in diesem Absatz abgehandelten Awaren verwandt ist das gleichnamige Mehrheitsvolk in der russischen Teilrepublik Dagestan, die auch als Dagestaner bezeichnet werden.

Literatur

Weblinks




     
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