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Chosrau I.



Chosrau I. (auch Chosroes), genannt Anushirwan (mit der unsterblichen Seele), war von 531-579 n. Chr. persischer Großkönig (siehe Sassaniden). Ein Geburtsdatum ist nicht bekannt.

Außenpolitik

Chosrau trat 531 die Nachfolge seines Vaters Kawadh I. an, dessen jüngster Sohn er war. Er sollte sich zum großen Gegenspieler des byzantinischen Kaisers Justinian I entwickeln. Bereits früh kam es zu Kampfhandlungen an der persisch-syrischen Grenze in Mesopotamien, wo sich der byzantinische General Belisar jedoch behaupten konnte. 532 wurde mit Justinian I der so genannte ewige Frieden geschlossen, der mit hohen byzantinischen Tributzahlungen an den Großkönig verbunden war. 540 kam es jedoch zu einem erneuten Ausbruch der Kämpfe, da Chosroes ein altes Ziel verfolgte: die Erreichung des Mittelmeers und Wiederherstellung der Grenzen des alten Perserreiches. Tatsächlich war die Grenze von Truppen entblößt, da die meisten schlagkräftigen Verbände in Italien eingesetzt waren, um dort den Widerstand der Ostgoten zu brechen. Inwiefern die Ostgoten die Sassaniden zu einer Neuaufnahme der Kämpfe ermuntert haben ist umstritten. Die Kämpfe begannen in Syrien, wo es Chosrau gelang Antiochia zu erobern. Sie weiteten sich jedoch bald auch auf den Kaukasus aus, wo beide Mächte Interessen verfolgten. 562 kam es zu einem erneuten Friedensschluss auf 50 Jahre, der jedoch schon 572 gebrochen wurde. Ca. 563 gelang es ihm an der Nordgrenze das Turkvolk der Hephtaliten zurückzudrängen. Auch in Arabien konnte er den Einfluss der Sassaniden bis in den heutigen Jemen hinein erweitern.

Innenpolitik

Im Inneren gelang es Chosrau den Staat stärker zu zentralisieren. Er machte aus dem Feudaladel einen Beamtenadel, der von dem Wohlwollen des Königs abhängig war. Auch drängte er die so genannte mazdakistische Bewegung zurück (eine soziale Bewegung, die von den unteren Schichten der Bevölkerung getragen worden war). Durch die Schaffung eines Beamtentums, sowie steuerliche und landwirtschaftlichen Reformen stärkte er das Reich von Grund auf. Allerdings war die Aufnahme der 529 von Justinian I aus Athen verbannten heidnischen Philosophen kein Erfolg. Sie kehrten einige Jahre später wieder zurück. Interessant ist, dass er stark auf die Deportation von Gefangenene setzte und mit ihnen neue Kolonien anlegte.

Fazit und Nachleben

Chosrau I. hatte das ssasanidische Perserreich zu einem neuen Höhepunkt geführt, allerdings um den Preis eines von den langen Kriegen erschöpften Landes. Der Großkönig hatte mit dem Engagement im Westen, Süden und Norden die Ressourcen Persiens überdehnt. Er hinterlies das Reich seinem Sohn Hormizd IV. In der Sagenwelt des Orients lebte Chosrau als Anushirwan weiter.

Literatur

Vorgänger
Kavadh I (496 - 498)
Liste der Sassanidenherrscher Nachfolger
Hormizd IV (579 - 590)




     
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