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Musik des 17. Jahrhunderts



Die europäische Musik des 17. Jahrhunderts gehört stilistisch zum Frühbarock und zum Hochbarock (vgl. Barockmusik). Entscheidende Impulse gehen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts von Italien aus, die zweite Hälfte ist von einem kulturellen Wettstreit zwischen Frankreich und Italien gekennzeichnet, begleitet von überall in Europa sich nach und nach entwickelnden regional eigentümlichen Stilen.

Table of contents
1 Die italienischen Innovationen
2 Frankreich und Italien
3 Regionale Stile

Die italienischen Innovationen

Bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in Italien verschiedene musikalische Zentren, die in Form von teilweise lange bestehenden Künstlerkreisen oder "Schulen" wirkten, wie die eher wenig innovative Römische Schule um Giovanni Pierluigi da Palestrina, die mit Klangfarben und Raumwirkungen experimentierende Venezianische Schule und die Florentiner Camerata. In letzterer wurde die Monodie entwickelt; die Folge war ein europaweites Umschwenken in Richtung einer Musik, die erstmals menschliche Affekte, in musikalische Figuren gekleidet, als zentralen Inhalt hatte. Seit 1600 entstanden die ersten Opern, Oratorien und viele weitere Formen von vorwiegend solistischer Gesangsmusik.

Die vielleicht zentrale Figur, die alle neuen Entwicklungen erstmals in einem Gesamtwerk zusammenfasste, war Claudio Monteverdi.

Wesentliche neue Elemente der Musik dieser Zeit waren:

Die italienischen Erfindungen fanden wie bereits im 16. Jahrhundert rasche Verbreitung in ganz Europa. Besonders die Mehrchörigkeit und ihre spezifische Tonsprache wurde bald von Komponisten des gesamten Kontinents angewandt.

Frankreich und Italien

In der Mitte des 17. Jahrhunderts begann sich mit Frankreich – gestützt durch dessen politisches Erstarken – ein zweites musikalisches Zentrum zu etablieren. Der französische Stil ging von völlig anderen Voraussetzungen aus und war dem italienischen entsprechend entgegengesetzt. Da er besonders im höfischen Zeremoniell Bedeutung hatte, war in ihm kein Raum für Improvisation und Affekt; stattdessen herrschte eine reiche, aber strenge Ornamentationslehre und ein großes Gewicht des formal Geschlossenen.

Als typisch französische musikalische Form sei die Suite genannt, große Bedeutung hatte auch das Ballett.

Zwischen französischen und italienischen Musikern war die Verständigung nahezu unmöglich, so dass es wie eine Ironie der Geschichte anmutet, dass der französischste aller Komponisten, Jean-Baptiste Lully, gebürtiger Italiener war.

Regionale Stile

Gegen Ende des Jahrhunderts begannen sich in verschiedenen Regionen Europas eigene Formen und Stile herauszukristallisieren. Ein Beispiel ist die mitteldeutsche, sich aus dem Geistlichen Konzert entwickelnde Kantate. In England führt das Schaffen von Henry Purcell zu einem spezifisch englischen Barockstil.

< Musik des 16. Jahrhunderts und Alte Musik | Musik des 18. Jahrhunderts >

Siehe auch: Portal Musik, Geschichte der Musik




     
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