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Deutsch-Dänischer Krieg



Als Deutsch-Dänischer Krieg wird die militärische Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund und dem Königreich Dänemark vom 16. Januar bis 30. Oktober 1864 bezeichnet.

Bereits 1848 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, nachdem Dänemark unter dem Druck der Eiderdänen den Anschluss Schleswigss an sein Staatsgebiet beabsichtigte. Bis dahin bestand eine Union Schleswigs mit Holstein, welches Teil des Deutschen Bundes war. Die Deutschen stellten zwar die Mehrheit in Schleswig und Holstein, jedoch waren ihre Länder bereits seit 1460 mit der dänischen Krone verbunden. Der dänische König war somit als Landesfürst gleichzeitig Mitglied des Deutschen Bundes.

Da mit dem Anschluss die Untrennbarkeit Schleswigs und Holsteins ("dat se bliven ewich tosamende ungedelt", Vertrag von Ripen von 1460) verletzt wird, wird die Bundesexekution gegen Dänemark beschlossen. Preußische Truppen unter Feldmarschall Friedrich Graf von Wrangel dringen, unterstützt durch schleswig-holsteinische Verbände, im Mai 1848 in Dänemark ein. Durch den Einfluss Englands, Frankreichs und Russlands wird jedoch ein Waffenstillstand erzwungen Waffenstillstand von Malmö. Die schleswig-holsteinischen Verbände führen den Krieg gegen die Dänen zunächst weiter, müssen aber im Januar 1851 die Waffen strecken.

Dänemark behielt nach den Londoner Protokollen die Hoheit über Schleswig und Holstein, verpflichtete sich aber, die Herzogtümer als selbständige, getrennte Einheiten aufrechtzuerhalten.

Die neue dänische Verfassung von 1863 bezieht Schleswig allerdings vertragswidrig mit in den dänischen Gesamtstaat ein. Daraufhin wird die Bundesexekution gegen Dänemark verhängt. Dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck gelingt es auf dem beschlussfassenden Bundestag, die Einbeziehung Österreich-Ungarns zu erwirken.

Österreichische und preußische Truppen, wiederum unter Wrangel, überschreiten am 1. Februar 1864 die Eider. Nach schnellem Vormarsch kam es am 18. April zur entscheidenden Schlacht bei den Düppeler Schanzen, einer Festungsanlage zwischen Flensburg und Sonderborg an der Flensburger Förde gelegen. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte spielten Krupp-Geschütze eine entscheidende Rolle.

Der preußische Soldat Klinke rannte mit Sprengstoff beladen gegen das dänische Bollwerk und sprengte es (und sich selbst) in die Luft. Es wird überliefert, er habe dabei gerufen: "Ich heiße Klinke, ich öffne das Tor!" Zu ehren Karl Klinkes wurde 1908 in der Garnisionsstadt Spandau ein Denkmal errichtet.

Im Oktober endete der Krieg mit dem Frieden zu Wien. Zunächst übernehmen die beiden Siegermächte die Besetzung und Verwaltung gemeinsam (sog. Kondominium). Schließlich erhält Preußen Lauenburg und Schleswig, Österreich das dazwischen liegende Holstein. Die daraus entstehende Reibung ist eine der Hauptursachen für den Deutsch-Deutschen Krieg 1866.

Der Deutsch-Dänische Krieg zeigte erstmals einige neue Elemente moderner Kriege, so z.B. der Stellungskrieg an der Eider mit Schützengräben (großer Unterschied zum bisherigen Krieg auf offenem Feld) sowie der Eisenbahntransport preußischer Truppen (z.B. aus Dresden, was als Fußmarsch Wochen oder gar Monate gedauert hätte). Er war außerdem maßgeblich für die Entstehung des deutschen Nationalstaats (1871).

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Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten




     
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