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Prinz-Edward-Inseln



Dieser Artikel behandelt eine subantarktische Inselgruppegruppe. Eine kanadische Provinz heißt ebenfalls Prinz-Eduard-Insel.


Die Prinz-Edward-Inseln (engl. Prince Edward Islands) (47°S, 37° 45' O) sind eine unbewohnte Inselgruppe im südlichen, sub-antarktischen Indischen Ozean auf dem Atlantisch-Indischen-Rücken, etwa auf halber Strecke zwischen Südafrika und der Antarktis, rund 1770 km südwestlich von Port Elizabeth.

Die Inselgruppe besteht aus zwei etwa 18 km voneinander entfernten Inseln, der Prinz-Edward-Insel (45 km²) und der Marion-Insel (290 km²). Beide Inseln sind vulkanischen Ursprungs und immer noch aktiv, der letzte Ausbruch fand 1980 statt. Die höchste Erhebung der Inseln ist der 1230 Meter hohe State President Swart Peak auf Marion. Aufgrund der extrem südlichen Lage ist ein kleiner Teil der Insel vergletschert.

Marion-Insel

Marion Island ist mit rund 290 km² die größere der beiden Inseln. Sie liegt bei 46°52'S 37°51'W.

Sie besteht aus zwei jungen Schildvulkanen und zahlreichen Nebenkratern, die der Insel einen hügeligen Charakter geben. Die höchste Erhebung ist mit 1230m der State President Peak. Der letzte Vulkanausbruch ereignete sich 1980. Sie wurde per Zufall 1663 von holländischen Seefahren entdeckt. Benannt ist die Insel nach dem Franzosen Marion de Fresne, der sie 1772 sichtete. 1776 sichtete James Cook die Insel, doch erst einige Jahre später wurde sie von Robben- und Walfängern erstmals betreten. Bis etwa 1930 wurden auf der Insel in großem Ausmaß Robben gejagt. 1908 errichteten 70 schiffbrüchige Jäger ein Dorf an der Nordküste. Heute unterhält Südafrika dort eine permanente Forschungs- und Wetterstation.

Prinz-Edward-Insel

Prince Edward Island ist rund 36 km² groß und liegt in Sichtweite von Marion Island. An der Südküste fallen schroffe Klippen bis zu 500 m tief zum Meer ab.

Geschichte

Zum ersten Mal wurden die Inseln am 4. März 1663 vom holländischen Seefahrer Barent Barentszoon Ham gesichtet, da dieser jedoch die falschen Koordinaten angab, konnten sie nicht wiedergefunden werden. Erst über ein Jahrhundert später, am 13. Januar 1772 wurden sie vom Franzosen Marc Mace Marion du Fresne wiederentdeckt, nach welchem heute die größte der beiden Inseln benannt wurde. Er verbrachte fünf Tage mit dem Versuch, dort zu landen. Er war der Annahme, die bis dorthin nur vermutete Antarktika gefunden zu haben. 1776 traf seine Expedition, die nach dem Tod von du Fresne nun von seinem Stellvertreter , Jules Crozet, geleitet wurde, James Cook in Kapstadt. Cook nahm anschließend auch Kurs auf die Inseln, sichtete sie am 12. Dezember 1776, konnte aber wegen der schlechten Wetterbedingungen ebenfalls nicht landen. Er gab ihnen den heutigen Namen Prinz-Edward-Inseln.

Die erste nachgewiesene Landung fand 1803 statt und wurde durch eine Gruppe von Robbenjägern durchgeführt, die allerdings Spuren früherer Bewohner, wahrscheinlich ebenfalls Robbenjägern, fanden.

James Clark Ross besuchte die Inseln ebenfalls 1840, konnte aber ebenfalls nicht landen. Die Inseln wurden schließlich durch einen Kapitän Nares 1873 vermessen.

Die britische Regierung verlieh 1908 einem William Newton die Rechte, Guanovorkommen die nächsten 21 Jahre lang abzubauen und 1926 eine 10-Jahres-Konzession zur Robbenjagd an eine Robbenfang-Gesellschaft.

Am 17. Dezember 1947 wurde das Gebiet von Südafrika annektiert und gehört seitdem zur Eastern Cape Provinz (Provinz Ostkap). Drei Monate später, im Februar 1948, wurde auf Marion eine permanente Station eingerichtet, die v.a. eine bedeutende Stellung in der subantarktischen meteorologischen Forschung inne hat, aber auch astronomischer und atmosphärischer Forschung dient. Heute ist die wissenschaftliche Forschung durch Menschen vor Ort sehr stark beschränkt worden, seitdem vom Menschen eingeschleppte Ratten und Katzen von den 50er Jahren bis in die 70er Jahre hinein großen Schaden an der Vogel-Population verursacht hatten.

Naturschutzgebiet

Die wichtigste Funktion der Inseln ist aber ihre Funktion als Paarungsgebiet für verschiedenen Seehundarten, sowie v.a. als Brutgebiet für etwa 30.000 Albatrosse, mehrere hunderttausend Sturmvögel und mehr als eine Million Pinguine.

1995 wurden die Inseln zum Naturschutzgebiet erklärt. Es gibt wieder große Kolonien von Seeelefanten, anderen Robbenarten, Pinguinen und anderen Seevögeln. Es gibt zudem zahlreiche endemische Arten von Pflanzen und wirbellosen Tieren. 1949 wurden fünf HausKatzen auf die Marion Insel gebracht, um Mäuseplageplage in der Station zu bekämpfen. Allerdings vermehrten sich die Katzen schnell, und 1977 lebten ca. 3400 Katzen auf der Insel, die sich statt von den Mäusen von Sturmvögeln ernährten und somit die Vögel auf der Insel von der Ausrottung bedrohten. Einige Arten von Sturmvögeln starben auf der Marion Insel in der Tat schon aus, und so wurde ein "Katzen-Ausrottungs-Programm" ins Leben gerufen: einige Katzen wurden mit einer hoch spezifischen, feline panleucopenia genannten Krankheit infiziert, was die Zahl der Katzen auf ca. 600 im Jahr 1982 reduzierte. Die restlichen Katzen wurden durch nächtliche Jagd umgebracht, und 1991 konnten nur noch acht Katzen innerhalb von zwölf Monaten gefangen werden. Es wird angenommen, daß es heutzutage keine Katzen mehr auf der Marion Insel gibt.

Siehe auch

Weblinks




     
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