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Plasmodien



Plasmodien

Plasmodium malariae
Systematik
Reich: Protisten (Protista)
Unterreich: Alveolaten (Alveolata)
Stamm: Apicomplexa
Klasse: Aconoidasida
Ordnung: Haemosporida
Familie: Plasmodiidae (Plasmodien)
Unterfamilien

Plasmodien (Plasmodiidae) sind einzellige Parasiten, die vor allem Säugetiere (Mammalia) und Zweiflügler (Diptera) befallen. Eingeteilt werden sie in den Stamm der Apicomplexa. In der Familie der Plasmodien finden sich vier Unterfamilien mit bis zu 170 Arten.

Table of contents
1 Merkmale
2 Verbreitung
3 Lebenszyklus
4 Schadwirkung
5 Literatur
6 Weblinks

Merkmale

Plasomodien sind tierische Einzeller, die keine Zellwand, aber als Eukaryoten (Eucaryota) im Gegensatz zu Bakterien einen Zellkern besitzen. Sie sind kommaförmig und recht schlank, aufgrund ihrer Lebensweise nehmen sie je nach Wirt und Entwicklungsstadium unterschiedliche Gestalt an. Die kleinste Form, der Trophozoit, misst drei Mikrometer, die größte Form, der Leberschizont bis zu 70 Mikrometer.

Verbreitung

Plasmodiidae -->

Plasmodien finden sich heute vorallem im tropischen und subtropischen Raum; da die Entwicklung stark mit der Temperatur zusammenhängt, kommen Plasmodien selbst dort nur bis in eine Höhe von unter 1500 Metern vor. Bis zum 19. Jahrhundert waren sie auch in Nordeuropa verbreitet, wurden jedoch durch Flussbegradigungen und Sumpftrockenlegungen ausgerottet. Es finden sich noch Restbestände im Zentralasiatischen Raum (Armenien, Algerien, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan).

Lebenszyklus

Plasmodiidae -->

Als Endwirt dienen Mücken, besonders der Gattung Anopheles; in ihnen findet die Vermehrung der Plasmodien statt, der Mensch dient als Zwischenwirt. Es gibt vier Arten der Plasmodien, die beim Menschen die Malaria auslösen; sie gehören zur Gattung Plasmodium. Nachdem der Mensch von einer infizierten Anopheles-Mücke gestochen wurde, sondert sie mit ihrem Speichel, welcher Gerinnungshemmer enthält, Sporozoiten ab. Diese werden mit dem Blutstrom zur Leber getragen, wo sie in die Zellen des Lebergewebes eindringen und darin zum Leberschizont heranreifen. Dort findet eine Vermehrung (Teilung) statt, die exoerythrozytäre Schizogonie genannt wird; dadurch entstehen bis zu 30.000 Merozoiten. Plasmodium vivax und Plasmodium ovale legen zwischen diesen Stadien Ruhephasen ein; dabei verbleiben Hypnozoiten ungeteilt im Lebergewebe und sorgen dadurch nach Monaten für eine Neuinfektion, selbst wenn die Erstinfektion überwunden wurde. Die Merozoiten gehen in den Blutkreislauf über und befallen sodann rote Blutkörperchen. Sie dringen in diese ein und beginnen sich zu teilen. Aus dieser Teilung gehen acht bis sechszehn neue Merozoiten hervor. Bei den vier den Menschen befallenden Plasmodien, sieht die Teilungsdauer folgendermaßen aus:

Plasmodium Malariaform Teilungsdauer / Fieberanfälle
P. ovale Malaria tertiana 48 Stunden
P. vivax Malaria tertiana 48 Stunden
P. malariae Malaria quartana 72 Stunden
P. falciparum Tropica unregelmäßig

Nach dem Ende der Teilung werden Reststoffe des vom Merozoiten aufgenommenen Hämoglobins frei, das Hämozoin, dieses löst die Fieberanfälle der typischen Malaria aus. Nach der einige Tage bis Wochen dauernden Produktion von Merozoiten beginnen einige zu geschlechtsreifen Zellen (Gametozyten) zu reifen. Diese finden sich nun gemeinsam mit den Merozoiten im Blut. Beim erneuten Stich einer Mücke werden diese Gametozyten in die Mücke aufgenommen, wo sie sich Paaren und zu Gameten vereinigen. Daraus geht dann der Ookinet hervor, der sich zwischen den Gewebeschichten des Mückenmagens anlagert und dort zur Oocyste wird; in ihr entstehen bis zu 1.000 neue Sporozoiten. Von dort aus wandern sie in die Speicheldrüsen der Mücke und sind bereit zur Neuinfektion eines Zwischenwirtes, beispielsweise des Menschen.

Schadwirkung

Plasmodien sind wie bereits erwähnt die Auslöser der menschlichen Malaria. Einerseits kommt es durch das Abbauprodukt Hämozoin zu Fieberanfällen und zu heftigen Immunreaktionen. Weiters kann bei P. malariae eine erhöhte Adhäsion der infizierten roten Blutkörperchen zu Ödemen führen, dadurch treten oft Koma und Tod ein.

Literatur

Weblinks




     
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