WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Papageien



Papageien
Hellroter Ara (Ara macao)
Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familien:

Die Papageien entsprechen in der Systematik der Vögel der Ordnung der Psittaciformes (Papageienvögel).

Die Bezeichnung Psittaciformes leitet sich vom antiken Psittacus/Sittacus ab, das wiederum eine Übername aus dem Altindischen ist. Die Bezeichnung erreichte zusammen mit den ersten Importen von Papageienvögeln unter Alexander dem Großen Europa. Weitere Bezeichnungen wie Kakadu oder Ara stellen ebenso Übernahmen aus Sprachen der jeweiligen Herkunftsgebiete dar, oder besitzen geografische Bezüge (Amazonen). Die Herkunft des Wortes Papagei ist dagegen nicht ganz klar.

Wie die Papageienvögel unterhalb der Ordnung eingeteilt werden, ist wie bei vielen anderen Vogelgruppen umstritten, bzw. es existieren mehrere gleichwertige Vorschläge. Die Ordnung umfaßt rund 350 Arten mit rund 850 Unterarten.

Gemeinsame Merkmale aller Papageienvögel sind: ein Kletterfuß bei dem zwei Zehen nach vorn und zwei Zehen nach hinten gestellt sind und der Papageienschnabel. Die beiden kurzen Zehen I und II sind zur Körpermitte des Papageis orientiert, beiden langen Zehen III und IV nach außen.

Mit diesem Fuß führen viele Papageienarten Nahrung zum Schnabel, was in keiner anderen Vogelgruppe vorkommt. Das zweite wichtige Merkmal ist der Papageienschnabel, der eine Vielzahl von Aufgaben (Knabbern, Knacken, Halten, Aufschneiden, Aufnehmen von Nektar ...) besitzt und sehr variabel eingesätzt wird. Nektarfressende Papageien wie Lories besitzen oft eine Pinselzunge, die zur Aufnahme von Flüssigkeit gut geeignet ist.

Viele Papageienarten leben vor allem außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen. Diese Schwärme können, besonders dort wo die natürlichen Habitate der Vögel stark verändert wurden als Ernteschädlinge besonders an Obst, Getreide oder Hirse auftreten. Da Papageienvögel in der Regel sehr soziale Tiere sind, sollten sie in Gefangenschaft mindestens im Paar, wenn nicht im kleinen Schwarm gehalten werden.

Papageien leben in der geologischen Gegenwart auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Europa, Arktis und Antarktis. Fossilien von Papageien aus dem Miozän, bzw. von papageienähnlichen Vögeln aus dem Eozän, belegen, das Papageien ursprünglich auch in Europa vorkamen.

Papageienvögel kommen in einer Vielzahl von Habitattypen vor. Die Nahrung ist vor allem pflanzlich: Samen und Früchte, Blüten und Nektar, Knospen aber auch Wurzeln. Die meisten Arten brüten in Baumhöhlen, wenige Arten in Ermanglung geeingneter Bäume auch in Erdhöhlen (Felsensittich, Kakapo) oder in Termitenbauten. Als einzige Art baut der Mönchssittich Gemeinschaftsnester.

Seit der Antike sind wenige Papageienarten (Graupapagei, Halsbandsittich) in Europa in Gefangenschaft bekannt, im Mittelalter wurden Papageien als Luxustiere bei Hofe gehalten, mit dem Zeitalter der Entdeckungen gelangten immer mehr Tiere als Haustiere nach Europa, wo sich die Papageienhaltung als Statussymbol und Hobby entwickelte. Die sich zunächst langsam seit dem Ende des 19. Jh. sich herausbildende Professionalisierung der Papageienhaltung und die Ausweitung des Hobbys in größeren Teilen der Bevölkerung führte zur kommerziellen Massenzucht, zur Massenproduktion von Futtermitteln, Käfigen und sonstigen Zubehör sowie einem großen Angebot an Büchern, Zeitschriften aber auch speziellen tiermedizinischen Angeboten. Heute leben rund 50 Millionen Papageienvögel in Gefangenschaft, z.T. unter Haltungsbedingungen die kaum artgerecht sind. Die Zahl der Freilandpapageien aller Arten wird ebenfalls auf rund 50 Millionen geschätzt.

Einige Arten Papageienvögel wurden aufgrund von Habitatverlusten und Abfang für den Handel bereits ausgerottet, bei weiteren Arten steht die Ausrottung kurz bevor. Die Haltung und der Handel von Papageien unterliegen daher Artenschutzvorschriften.

Auch der gegenläufigen Trend, nämlich die Ausbreitung von aus Gefangenschaft entkommenen bzw. freigesetzten Tieren gibt es. Wenige Arten sind in der Lage als Neozoen in einer für sie zunächst fremden neuen Umwelt, meist Innerstädisch, stabile Populationen aufzubauen. Die beiden wichtigsten Arten Papageienneozoen sind: Halsbandsittiche und Mönchssittiche.

Papageien sind in Europa vor allem als sprachgelehrige Haustiere bekannt, viele Papageienexperten halten das 'Sprechen' der Papageien allerdings für eine Verhaltensstörung.

Neuere Forschungen (Irene Pepperberg) zeigen, dass Papageien nicht nur 'nachplappern', sondern auch bedeutungsbezogen sprechen können. Am begabtesten sind dabei die Amazonen, die Aras aus Südamerika, australische Kakadus und der Graupapagei.

Ihre Intelligenz wird mit der von Affen oder Menschen verglichen, was aber nach wie vor zweifelhaft bleibt. Frau Pepperberg trainierte ihren Graupapagei Alex zunächst, indem sie beispielsweise die Worte für bestimmte Farben, Formen und Materialien von Gegenständen vorsagte, bis er sie beherrschte. Nach bestimmter Zeit brachte der Papagei die Wörter mit den jeweiligen Gegenständen in Verbindung. Die Anzahl der Dinge konnte er bis zu einer Zahl von sechs ohne Schwierigkeit wiedergeben. Wenn Alex gefragt wurde, welche Merkmale von verschiedenen vorhandenen Gegenständen gemeinsam hatten, antwortete er richtig, indem er Farben und Materialeigenschaften korrekt bezeichnete. Auch die Gedächtnisleistungen dieses Papageien waren erstaunlich, auch sie entsprachen ungefähr der von Schimpansen.

Zu Papageienvögeln existieren umfangreiche kostenfreie Webangebote, die seit Jahren ausgebaut werden. Informationen zum sprechenden Papagei Alex finden sich auf den Seiten von Irene Pepperberg bzw. der Alexfoundation. Grundlegene Informationen zu Papageienvögeln, ihrer Geschichte in Gefangenschaft sowie zahlreichen Informationen zu Haltung und Zucht und spezielen Arten sowie einen umfangreichen Literaturindex bieten die Seiten der Arbeitsgemeinschaft Papageiennetzwerk. Über Papageienneozoen in Europa exitiert ebenfalls ein umfangreiches Webangebot. Der Arndt-Verlag bietet eine englischsprachige Version seines LEXICON OF PARROTS zu Papageienarten und Unterarten an. Auch die wichtigsten Papageienschutzorganisationen wie der Fonds für bedrohte Papageien der ZGAP die Loroparque Fundacion bzw. der deutschsprachige Ableger des englischen World Parrot Trust sind im Netz vertreten.




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^