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Camille Flammarion



Nicolas Camille Flammarion (* 26. Februar 1842 in Montigny-le-Roi (Department Haute Marne, Frankreich) ; † 3. Juni 1925 Juvisy-sur-Orge (Essonne, Frankreich)) war ein französischer Astronom und Autor populärwissenschaftlicher Schriften.

Flammarion, der zunächst Theologie studierte, war bereits in jungen Jahren an der Astronomie interessiert. Bereits im Alter von 16 Jahren schrieb er ein 500 Seiten umfassendes Manuskript mit dem Titel Cosmologie Universelle und wurde Assistent des Astronomen Leverrier am Pariser Observatorium.
1861 veröffentlichte er „Die Mehrheit der bewohnten Welten“. Er setzt sich darin mit der Möglichkeit von Leben auf anderen Himmelskörpern auseinander. Er vertritt darin die Auffassung, dass die Erde keine Sonderstellung einnimmt, sondern Leben auch auf den anderen Planeten des Sonnensystems existieren kann.
In dem Werk beschäftigt er sich außerdem mit der Sinnfrage des Universums. Flammarion kommt zu folgendem Schluss: Wenn das Universum zufällig entstanden ist – also sinnlos ist – so ist es groß genug, um an anderer Stelle Leben hervorzubringen. Haben das Universum und das Leben auf der Erde einen Sinn, so wäre es abwegig zu glauben, dass dieses wundersame und vielfältige Universum ohne weitere Lebewesen geschaffen wurde, die dies wahrnehmen und erforschen sollten.

Flammarion verlor darauf hin seine Stellung am Observatorium und arbeitete von 1862 bis 1867 für das Institut de Longitudes, kehrte dann zum Observatorium zurück, wo er an einem Projekt zur systematischen Beobachtung von Doppelsternen teilnahm. Das Resultat des Projekts war ein Katalog von 10.000 Doppelsternen, der 1878 veröffentlicht wurde.
Darüber hinaus beobachtete Flammarion den Mond und den Mars. 1873 stellte er die These auf, dass die Rotfärbung des Mars auf Vegetation zurück zu führen sei.

1877 stieß er in einem alten Buchladen auf eine Ausgabe des Messierkatalogss, die handschriftliche Aufzeichnungen und Anmerkungen von Charles Messier enthielt. Er überarbeitete darauf hin den Katalog und stellte fest, dass das Messierobjekt M102 mit der Galaxie NGC 5866 übereinstimmte. 1921 fügte er M104, bekannt als Sombreronebel, dem Messierkatalog hinzu.

Sehr bekannt wurde ein Holzschnitt Flammarions, der in dem 1888 erschienenen Band L'atmosphère météorologie populaire veröffentlicht wurde. Der Schnitt, im Stil des 15. Jahrhunderts, zeigt einen auf der Erdscheibe knieenden Beobachter, der aus der Himmelssphäre heraus schaut und staunend das dahinter liegende Universum betrachtet. Bis zum Jahre 1974 wurde die Abbildung fälschlicherweise als mittelalterlicher Holzschnitt und Beweis des rückständigen Weltbildes dieser Zeit angesehen. Tatsächlich hatte Flammarion nur die Sehnsucht des Menschen nach der Erforschung unbekannter Welten darstellen wollen.

Flammarion veröffentlichte etwa 50 populärwissenschaftliche Werke, darunter 1879 die L'astronomie Populaire von der 100.000 Ausgaben verkauft wurden und La Planète Mars (Band 1 1892, Band 2 1909) in dem er die Existenz der Marskanäle unterstützte, die von einer hochentwickelten Kultur erbaut worden seien, und ermutigte Amateurastronomen zu eigenen Beobachtungen.
Daneben schrieb er einige phantastische Erzählungen, darunter Uranie (1889; dt. Urania) und Stella (1897).

Flammarion setzte sich darüber hinaus mit der Parapsychologie auseinander und vertrat die Auffassung, dass die Seele eine unabhängige Existenz vom Körper besitze und Fähigkeiten aufweist, die der Wissenschaft bislang unbekannt seien. So könne die Seele ihre Wirkung auch über größere Entfernungen entfalten.

1877 gründete Flammarion die Französische Gesellschaft für Astronomie.

1922 wurde er wegen seines Lebenswerkes in die Ehrenlegion aufgenommen.

Ihm zu Ehren wurden der 74 km große Mondkrater Flammarion sowie der Asteroid (1024) Flammario benannt.

Flammarions Bücher wurden teilweise ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht, darunter




     
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