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Sojus (Raumkapsel)



Die Sojus [sa′juz; russisch: Союз Vereinigung] ist eine russische Raumkapsel mit einer Drei-Mann-Besatzung.

Die Trägerrakete Sojus ist eine der zuverlässigsten weltweit und hat bereits über 1000 Starts absolviert. In der russischen Tradition, Raketen nach ihrer ersten Nutzlast zu benennen, erhielt die Sojus-Rakete ihren Namen. Heute führt sie auch unbemannte Flüge mit Satelliten durch.

Table of contents
1 Übersicht
2 Historie
3 Technische Daten
4 Weblinks

Übersicht

Die Sojus-Kapsel wurde in den Jahren 1963 - 1967 als Nachfolgemodell der Wostok Raumschiffe vom Vater der sowjetischen Raumfahrt Sergej Koroljow entwickelt und besteht aus folgenden Hauptbaugruppen: dem Versorgungsteil mit Triebwerksanlage, Lebenserhaltungssystem, Geräteausrüstung und Energieversorgungskomplex, der zwei- bzw. dreisitzigen, rückführbaren Besatzungskapsel und der Orbitalsektion, die als Arbeits- und Aufenthaltsraum dient und den Kopplungsmechanismus enthält. Der Hauptunterschied zu den Vorgängermodellen bestand darin, dass sie Bahnmanöver ausführen konnte.

Tragischer Erstflug

Der Erststart erfolgte am 23. April 1967 mit Wladimir Komarow an Bord von Sojus 1. Nach geglücktem Start und Mission endete der Flug in einem tragischem Unglück, da sich das Fallschirmsystem nicht öffnete und das Raumschiff so aus sieben Kilometern Höhe ungebremst zur Erde stürzte. Sojus 2 wurde am 25. Oktober 1968 unbemannt ins All geschickt. Bereits einen Tag später wurde Sojus 3 mit Georgi Beregowoi an Bord gestartet, der mehrere Annäherungsversuche zu Sojus 2 unternahm. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Sojus-Typ zum Standardraumschiff der Sowjetunion und flog bis heute eine Vielzahl von Missionen.

Weitere Höhepunkte waren eine Langzeitmission von Sojus 9 (18 Tage) und der erste Flug zu einer Orbitalstation (Salut 1) von Sojus 10. Nicht unerwähnt bleiben soll jedoch auch das tragische Unglück von Sojus 11, bei dem es während der Rückkehr zu einem plötzliche Druckabfall in der Kabine kam, bei dem alle drei Kosmonauten (es wurden noch keine Raumanzüge getragen) ums Leben kamen. Mit Sojus 31 startete am 26. August 1978 zum ersten mal ein Deutscher (Sigmund Jähn) ins All. Die letzte Änderung der Sojus betraf internationale Forderungen. So wurde es möglich, Kosmonauten einzusetzen, die größer als 160 Zentimeter sind. Zusätzlich wurde die Bremsbeschleunigung beim Aufprall herabgesetzt, da es gelegentlich zu Verletzungen gekommen war. Die Sojus diente auch als Crewtransport-Vehikel zur Raumstation Mir.

Neue Aufgaben: ISS

Derzeit ist die Sojus das Rettungsschiff der ISS. Es bleibt immer eine Sojuskapsel für ein halbes Jahr an der ISS angedockt, um die Stammbesatzung im Notfall evakuieren zu können. Nach einen halben Jahr werden die Schiffe ausgetauscht.

Im Laufe der Jahre entstanden mehrere Versionen (Sojus, Sojus T, Sojus TM und Sojus TMA, Progress, Progress M), die sich in der Art der Ausrüstung unterscheiden, wobei die beiden letztgenannten unbemannte Transport- und Versorgungsschiffe sind.

Am 19. November 1999 wurde von China ein Raumschiff mit Namen Shenzhou ("Gottesschiff") gestartet, das auf dem Sojus-Raumschiff basiert, aber größere Abmessungen und höhere Leistungsfähigkeit besitzt.

Historie

Sojus (1) (14.12.1966) : Erster (unbemannter) Start eines Sojus-Raumschiffes mißlingt. In Auswertung des Fehlstarts wird das Konzept für Sojus überarbeitet.

Sojus 1 (23.04.1967) .. Sojus 34

Progress 1 (20.01.1978) : Frachtvariante von Sojus zur Belieferung von Raumstationen

Sojus T1 (16.12.1979) : Verbesserungen bei der Innenausrüstung und Einbau eines Bordrechners

Sojus TM1 (21.05.1986) : Allgemeine Modernisierung der Systeme, Einbau redundanter Komponenten für wichtige Systeme, Einbau des automatischen Annäherungs und Kopplungssystems "KURS", höhere Nutzlast

Progress M1 (23.08.1989) : Verbesserte Frachtvariante von Sojus

Sojus TMA1 (30.10.2002) : Geringfügige Verbesserungen am Innenraum und am Landesystem, um "nicht dem russischen Standard" entsprechende Kosmonauten mitnehmen zu können.

Technische Daten

Sojus (A) Sojus (TM)
Gesamtsystem
Gesamtmasse (kg) 5880 7250
Länge (m) 7,40 7,48
Durchmesser (m) 2,30 2,72
Spannweite (m) --- 10,06
Orbitalsektion
Gesamtmasse (kg) 1300 1300
Länge in (m) 3,00 2,98
Durchmesser (m) 2,20 2,26
Rückkehrmodul    
Gesamtmasse (kg) 2480 3000
Länge (m) 2,30 1,90
Durchmesser (m) 2,20 2,17
Gerätesektion
Gesamtmasse (kg) 2400 2950
Treibstoffmasse (kg) 830 900
Länge (m) 2,10 2,60
Durchmesser (m) 2,10 2,17
Basisdurchmesser (m) 2,30 2,72

Siehe Raumfahrt, Russische Raumfahrtbehörde

Weblinks




     
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