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Francesco Petrarca



Francesco Petrarca (* 20. Juli 1304 in Arezzo, Italien; † 18. Juli 1374 in Arqua) war ein italienischer Dichter.

Sein Vater, ein Notar, wird als Papstanhänger aus Florenz verbannt. Mit sieben Jahren folgt Petrarca ihm nach Avignon. Petrarca studiert Jura in Montpellier und Bologna, er kehrt nach Avignon zurück, als der Vater stirbt, gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1337 trifft er eine verheiratete Frau, die er Laura nennt und die er sein Leben lang verehren wird.

Petrarca zieht sich nach Reisen durch Frankreich, Belgien und Deutschland in ein Dorf bei Avignon zurück, wo er von 1337-1349 lebt. 1341 wird Petrarca auf dem Kapitol in Rom zum Dichter gekrönt. Zwischendurch geht er an den Hof des Kardinals von Avignon, für acht Jahre ist er Gesandter in Mailand. Das letzte Jahrzehnt lebt er abwechselnd in Venedig und Arquà.

Am 26. April 1336 bestieg er zusammen mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Provence. Da dies als die erste freiwillige Bergbesteigung dokumentiert ist, gilt Petrarca als Vater der Bergsteiger und der neuzeitlichen Sicht der Natur.

Petrarca gilt als (Mit-)Begründer des Humanismus und als einer der größten Dichter Italiens. Sein Canzoniere, ein Zyklus von 367 Gedichten, darunter 317 Sonetten, in denen er seine reine, unversiegte Liebe zu Laura besingt, prägte inhaltlich und formell die europäische Lyrik der Renaissance (Petrarkismus). Als sog. "Schlüssel zum Canzoniere" wird oft sein Secretum angesehen. Dieser ganz im Stil seines großen Vorbildes Cicero abgefasste lateinische Dialog bietet einige interessante Anhaltspunkte zu Petrarcas Persönlichkeit und macht die Interpretation einiger Gedichte im Canzoniere eindeutiger.

Von großer Bedeutung auch für die Musik waren seine Madrigale als Textvorlagen sowohl für das Trecento-Madrigal wie auch das Madrigal des 16. und 17. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert vertonte der Komponist Franz Liszt mehrere Petrarca-Sonette für Klavier.

Petrarca hat seine Grabstätte in Arqua-Petrarca nahe Padua gefunden. Eine böse Überraschung erlebten Forscher im Jahr 2004 bei einer Graböffnung. Der Schädel in dem Marmorsarg gehörte zu Lebzeiten offensichtlich zu einer Frau. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich ansonsten um die sterblichen Überreste des Dichters. Die Wissenschaftler wollten Klarheit gewinnen, ob die Petrarca nachgesagte Körpergröße von 1,84 Meter stimme. Er wäre damit im Vergleich zu seinen Zeitgenossen ein Riese gewesen.

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