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Wie ein Film entsteht



Table of contents
1 Idee
2 Treatment
3 Drehbuch
4 Organisation
5 Motivsuche
6 Erstellung des Drehplanes
7 Kalkulation (Budget)
8 Realisierung
9 Nach dem Drehen

Idee

Der Ideenbringer verfasst ein Exposé (eine kurze Inhaltsangabe auf wenigen Seiten erklärt die Grundidee des Films). Falls der Ideenbringer nicht selbst Drehbuchautor ist, übergibt er die Idee einem filmerfahrenen Schreiber.

Treatment

Das Treatment ist eine ausführlichere Stufe des Exposés. Die Geschichte (Fabel) wird mit Details angereichert, was bis zum "Bilder-Treatment" gehen kann. Es ist eine Vorstufe zum Drehbuch, in der noch keine Dialoge enthalten sind.

Drehbuch

Diese Stufe umfasst Dialoge und Hinweise für die bildnerische Umsetzung, sowie Regieanweisungen. Die Zweiteilung (linke Hälfte: Handlung, rechte Hälfte: Dialog) der Seiten ist zugunsten des amerikanischen Drehbuchfomats nicht mehr vorhanden. Dialoge werden eingerückt, Szenen ausgewiesen.

Das Drehbuch ist die Grundlage jeder Produktion und der Grundstein für Erfolg oder Misserfolg. Das Drehbuch sollte unterhaltend und spannend sein, gute, interessante Figuren (Charaktere) und Dialoge beinhalten, dramaturgisch gut aufgebaut sein, professionell geschrieben sein.

Im Unterschied zum Roman kann der Drehbuchautor seinen Protagonisten keine Gedanken zuordnen, die die Handlung erklären beziehungsweise vorantreiben. Der Zuschauer kann nicht „Gedankenlesen“. Die Gedanken müssen vom Darsteller „erspielt“ werden, die Handlung muss durch Dialoge und das Handeln der Darsteller vorangetrieben werden, der Zuschauer muss sich in die Handlung hineinziehen lassen, er muss sich mit der Hauptfigur identifizieren, die Handlung miterleben und mitfühlen.

Die Ausstattung: Szenenbild, Requisite, Maske und Kostüm bestimmen das Ambiente der Figuren und der Handlung.

Andere Darsteller, ein anderer Regisseur, bei gleichem Drehbuch wird es ein anderer Film, da jede Person ihre eigene subjektive Interpretation der Geschichte einbringt. Beim professionellen Lesen eines Drehbuches werden dem Leser sofort die Punkte auffallen, die sich in den Kosten niederschlagen:

- Genre: Komödie, Melodram etc. - Gegenwartsfilm oder historischer Film - viele Darsteller, viele Hauptrollen - Massenszenen, viele Komparsen - Kinder, Tiere - viele unterschiedliche Motive - spezielle, einmalige Motive - Dreh an Originalmotiven oder Atelierbau - Actionszenen, SFX, Stunts - Tricks, Computeranimation - unterschiedliche Jahreszeiten - Dreh in verschiedenen Städten, Auslandsdreh - das Drehbuch beziehungsweise die Szenen verlangen langsames Tempo oder viele Schnitte - viele Nachtdrehs - sehr gehobene Ausstattung und Kostüme, teures Ambiente - etc.

Organisation

Wie entsteht eine Produktion ? Am Anfang steht das Drehbuch beziehungsweise erst einmal die Idee zur Geschichte.

- Diese Idee kann der Autor oder der Produzent haben. Hat der Autor die Idee, so sucht er einen Produzenten, den er für die Idee begeistern kann, der ihm die Idee abkauft. Hat der Produzent die Idee, so sucht er einen Autor, der von dieser Idee begeistert ist und der glaubt, daraus eine gute Geschichte entwickeln und schreiben zu können.

- Besonderheit: Romanverfilmungen. Hier liegt die Geschichte als Roman bereits vor, die von einem Drehbuch-Autor für den Film adaptiert werden muss. Die Romanrechte müssen vom Verlag gesondert erworben werden.

- Der Autor schreibt als erstes ein Exposé (ca. fünf bis sieben Seiten). Im Exposé wird die Grundstruktur und der Inhalt der Geschichte (der „Plot“) mit den Hauptfiguren entwickelt. Hier kann es dann im Gespräch mit dem Produzenten schon zu Änderungen kommen.

Fernsehproduktion (TV-Movie): - Ist das Exposé nach Meinung des Autors und Produzenten in Ordnung, so versucht der Produzent nun einen Auftraggeber, das heißt eine Sendeanstalt zu finden, die diesen Stoff finanzieren und senden will. Dieses „Verkaufen“ des Stoffes kann ein langwieriger Weg werden, bis man in eine der vielen Sendeanstalten einen Redakteur gefunden hat, dem diese Geschichte (= der Stoff) gefällt. Nachdem ein Sender Interesse bekundet hat, der Redakteur seine inhaltlichen Anmerkungen gemacht hat, schreibt der Autor ein Treatment (ca. 20 – 25 Seiten). In diesem Treatment wird die gesamte Handlung mit allen Nebensträngen und allen Personen sehr genau und ausführlich beschrieben, eventuell werden schon Einzelszenen skizziert und kurze Dialogproben geliefert. Dieses Treatment wird vom Produzenten und vom Redakteur begutachtet, Änderungsvorschläge werden gemacht und vom Autor eingearbeitet. Ist der Redakteur mit dem Ergebnis zufrieden, so wird die erste Drehbuchfassung in Auftrag gegeben. Spätestens in diesem Stadium versucht der Produzent vom Sender eine feste Zusage für das Projekt zu erhalten und zumindest einen Drehbuchentwicklungsvertrag zu bekommen, denn bis dahin hat der Produzent die Autorenkosten (für Exposé und Treatment) aus der eigenen Tasche vorgestreckt. Würde das Projekt in der Treatmentphase abgebrochen, so säße der Produzent auf diesen Kosten fest. - In der ersten Drehbuchfassung wird die gesamte Geschichte durch dialogisiert, die Handlung präzisiert, das Ambiente und die Drehorte beschrieben. Danach erfolgt wiederum Kritik durch den Produzenten, Redakteur, eventuell Regisseur (falls man schon einen Regisseur für den Stoff interessieren konnte). Meistens werden mehrere Drehbuchfassungen geschrieben bis alle zufrieden sind.

- Die Fernsehproduktion wird meist von der Sendeanstalt voll finanziert. Das Budget eines TV-Movies liegt zwischen 1,2 - 2 Millionen Euro, abhängig von der Geschichte (Genre, beispielsweise Melodram, Action etc.) , der Ausstattung, den Drehorten, der Besetzung und vielem mehr. Der Produzent hat im allgemeinen kein Finanzierungsproblem, allenfalls ein Budget- problem, wenn die Ansprüche der Redaktion und der Regie das Budget zu sprengen drohen. Bei der reinen Fernsehproduktion liegen alle Rechte beim Sender. Die Kino-Koproduktion ist eine Mischform. Bei der Drehbucherstellung übt der Redakteur des Senders wie bei der reinen Fernsehproduktion immer noch erheblichen Einfluss aus.

- Eine deutsche Kinoproduktion hat meist ein erheblich höheres Budget als eine Fernsehproduktion : ca. zwei bis sechs Millionen Euro. Das liegt daran, dass die Geschichte aufwändiger erzählt, das heißt gedreht wird, mehr Drehtage benötigt werden (ca. 35 – 45), beträchtlich höhere Gagen (Autor, Regisseur, Kameramann, Darsteller) bezahlt werden usw. - Die Finanzierung eines Kinofilms ist aufgrund des höheren Volumens für den Produzenten viel aufwändiger, mühsamer und langwieriger. Die Sendeanstalt, die sich an dem Projekt beteiligt, liefert mit ihrer Beteiligungssumme, für die sie nur die deutschen TV-Rechte erhält, einen Grundstock zur Gesamtfinanzierung, darüber hinaus muss mit Fördergeldern, Eigenmitteln des Produzenten, mit ausländischen Ko-Partnern, mit Beteiligungen von Banken, Film-Fonds und Film-Verleihern versucht werden, die Restfinanzierung „auf die Beine zu stellen“. Die verbleibenden Rechte (außer TV-Rechte für Deutschland) sind sozusagen das Faustpfand des Produzenten zur weiteren Finanzierung des Films.

- Bei der reinen Kino-Produktion trifft der Produzent die alleinige Entscheidung über das Drehbuch, er trägt das alleinige Risiko, auch das gesamte Finanzierungsrisiko, das sich nochmals vergrößert hat, da der Anteil eines sich beteiligenden Senders entfällt. Der Produzent ist Inhaber aller Rechte (natürlich vorausgesetzt, dass er sie von allen an dem Film beteiligten Rechteinhabern erworben hat) und wird verstärkt versuchen, die Finanzierung des Projektes mit Hilfe eines Film-Verleihers abzudecken. Wenn die Finanzierung gesichert ist, kann der Produzent mit der konkreten Vorbereitung der Produktion beginnen: Team und Darsteller engagieren, Motive suchen und anmieten, Material (Kamera, Ton, Licht, Bühne) anmieten, etcetera. - Schon vorher wird der Produzent möglichst unverbindliche Absprachen gemacht haben, da bestimmte Verabredungen einen erheblichen zeitlichen Ablauf erfordern.

Motivsuche

Der Kameramann legt bereits mögliche Blickwinkel, Standpunkte und Kamerafahrten fest. Der Filmarchitekt kümmert sich um Requisiten und Umbauten, und erstellt eine Requisitenliste. Der Aufnahmeleiter ist für die Aushandlung von Drehgenehmigungen zuständig.

Erstellung des Drehplanes

Drehplan (Production- / Shooting- Schedule)

Der Drehplan wird vom Produktionsleiter in Zusammenarbeit mit dem Aufnahmeleiter und unter Rücksprache mit dem Regisseur und den einzelnen Produktionsabteilungen erstellt. Es ist ein sich über einen gewissen Zeitraum entwickelnder Prozess. Der Drehplan verfeinert sich, je mehr Informationen sich heraus kristallisieren. Der Drehplan versucht alle produktionsrelevanten Drehbuchvorgaben logistisch und kostengünstig zu kordinieren beziehungsweise zu kombinieren: - die Einsatztage, an denen die wichtigen Darsteller zur Verfügung stehen, beziehungsweise die Kombinationsmöglichkeiten der Einsatztage diverser Darsteller mit den entsprechenden Drehorten - die Lage der Drehorte, nah beieinander oder weit voneinander entfernt, das bedeutet Fahrzeiten zwischen den wechselnden Motiven - tägliche Motivwechsel, mehr als drei kaum möglich, da wegen der Fahrtzeiten, Aufbau und Abbau zuviel Zeit verloren geht - die Zeitvorgaben an den Drehorten, beispielsweise Motiv Supermarkt nur am Wochenende oder nur nachts - die Zeitvorgaben für bestimmte Requisiten, SFX (Explosionen) oder Stunts - die Vorgaben seitens der Regie: Bildauflösung (zum Beispiel viele Schnitte) - Arbeitsweise des Regisseurs (bekannt schnell, langsam, aufwändig, unentschlossen etc.)

- Entscheidend für den Produzenten / Herstellungsleiter bei der Planung des Produktionsablaufes sind: - die Drehorte: man wird versuchen, ein Motiv komplett abzudrehen, um das Motiv nicht mehrfach einzurichten (Requiste, Beleuchtung, Bühne). - man wird versuchen, am Motiv alle Tagaufnahmen und alle Nachtaufnahmen zusammen zu legen, da ein Hinundherleuchten von Tag auf Nacht und wieder auf Tag einen erheblichen Zeitaufwand bedeutet. - man wird versuchen, die Außenmotive jahreszeitlich zu planen, beispielsweise im September noch Sommer, im Oktober bereits Herbst. - man wird versuchen, alle Außenaufnahmen frühzeitig zu planen, um eventuellen Wetterschwierigkeiten zu entgehen beziehungsweise bei erforderlichen Umdispositionen (Tausch gegen Innenmotive) genug Spielraum nach hinten zu haben. - man wird versuchen, Wochend- oder Feiertagsdreh wegen der hohen Zeit- beziehungsweise Lohnzuschläge zu vermeiden. - man muss besondere Umstände einplanen: Kinderdreh (nur vier Stunden am Tag möglich), Tiere, SFX, Stunts (größerer Zeitaufwand). - man wird versuchen, die einzelnen Darsteller komprimiert abzudrehen, um viele Anreisen und lange Aufenthaltszeiten (Hotel und Spesen) zu vermeiden.

Diese Auflistung ist nicht abschließend, gibt aber einen kleinen Einblick in die Schwierigkeit, einen optimalen Drehplan zu erarbeiten. Man muss immer abwägen, was möglich, realistisch machbar und dabei am kostengünstigsten ist. So muss man beispielsweise abwägen, ob es kostengünstiger ist, einen teuren Darsteller in möglichst wenigen Drehtagen abzudrehen, aber dafür in Kauf zu nehmen, mehrfach in ein Motiv einzuziehen, das heißt der Darsteller hat Präferenz vor der Maßgabe, ein Motiv immer komplett abzudrehen. Ein Drehplan wird immer ein Mix und Kompromiss aus allen oben genannten Vorgaben sein. Ein Drehplan, der von verschiedenen Produzenten erstellt wird, wird jedesmal ein etwas anderes Gesicht haben.

Soweit es möglich ist, wird der Drehplan vom Bondgeber (Completion Bond) auf Plausibiltät geprüft. Das Pensum der einzelnen Drehtage wird anhand des Drehbuches überprüft. Ansatzpunkte zur Kritik: - zuviel Pensum an einzelnen Drehtagen, das heißt zu wenige Drehtage (Überziehung = Mehrkosten); - zu viele Motivwechsel an einem Drehtag; - Tag- und Nachtdreh (eine Kombination davon an einem Tag bedeutet zeitaufwändiges Umleuchten); - Dreh mit Kindern, Tieren, SFX und Stunts erfordern einen angemessenen Zeitaufwand; - bekannt langsame Arbeitsweise des Regisseurs (wurde dem Rechnung getragen an Drehtagen und Überstunden?); - Übereinstimmung der Anzahl der Drehtage mit den kalkulierten Ansätzen in der Kalkulation (Darsteller, Team, Anmietungen etc.)

Drehzeit: Durchschnittliche Anzahl von Drehtagen für ein FS-Spiel: 20 – 25,

- für ein TV-Movie (mit so genannter Kinoqualität auf 35mm gedreht): 25 – 30

- für einen Kinofilm: 30 – 45 (deutsche Maßstäbe)

Die Anzahl der Drehtage ist von diversen Faktoren abhängig: - vom Budget!!, - vom Drehbuch (Anzahl der Motive, Lage der Motive (in verschiedenen Städten, dann kommen Reisezeiten dazu, das bedeutet wiederum Mehrkosten für Reisen, Hotels, Spesen und Teamgagen für Reisetage), - Anzahl der Darsteller und Komparsen (Kammerspiel oder Massenszenen) - Dreh mit Kindern (nur 4 Stunden am Drehort), Tieren - viele Actionszenen (SFX und Stunts) - von der Arbeitsweise des Regisseurs und Kameramannes

Es gibt auch Spielfilme (low-budget), die in 20 Tagen gedreht wurden oder TV-Movies, die in 35 Drehtagen gedreht wurden, letztendlich ist das Budget entscheidend. Bei einem schmalen Budget ist die Arbeitsweise des Regisseurs und die Erfahrung des Produzenten besonders ausschlaggebend, der Regisseur muss sich einschränken, mit Kompromissen leben, besonders kreativ sein, sich auch während des Drehs an die Vorgaben halten (sehr selten!!!).

Der Drehplan ist eine Grundlage zur Kalkulation. Ohne Drehplan fehlen alle Zeitvorgaben für alle Positionen in der Kalkulation, zum Beispiel alle Verträge, Anmietungen etcetera. Der Drehplan kann sich nach Drehbeginn jederzeit ändern. Ein Regentag am ersten Drehtag (geplant: außen/Schönwetter) kann den ganzen Drehplan durcheinanderwirbeln. Der Idealplan, auf dem sich alles aufbaut (auch die Kalkulation) muss verlassen werden, unter Umständen neue Drehpensen zusammengestellt werden ( meist mit Mehrkosten verbunden). Oder der Regisseur schafft das vorgegebene Tagespensum nicht: der geplante Motivwechsel am nächsten Tag ist deshalb nicht möglich, alles gerät ins Rutschen.

Kalkulation (Budget)

Basis der Kalkulation ist das Drehbuch, die Umsetzungsvorstellungen des Regisseurs (Besetzung, Ausstattung etc.) und das im Drehplan erstellte Zeitgerüst. Anhand eines realistischen Zeitgerüstes / Drehplan können sich viele Kalkulationspositionen relativ einfach errechnen lassen: - Teamgagen: Drehwochen x ausgehandelte Gage + Überstunden, Wochenendzuschläge, Lohnnebenkosten und Urlaubsgeld. - Darstellergagen: Anzahl der Drehtage x Tagesgage + Sozialversicherung. - Kosten für Reisen, Hotels, Spesen der Darsteller und des Teams. - Anmietungen: Büros, Motive, Kamera, Ton, Beleuchtung, Bühne: Anzahl der Drehtage/Drehwochen x Anmietungspreis pro Tag oder Woche. In den meisten Fällen werden Pauschalen ausgehandelt. Weitere mehr oder weniger gut nachvollziehbare Kostenansätze: - Filmmaterial / Drehverhältnis - Kopierwerkskosten - Endfertigungskosten

Schwierig wird es immer dann, wenn Positionen kalkuliert werden müssen, die auslegbar und im Vorwege schwer abschätzbar sind: das sind unter anderen die kostenintensiven Bereiche Ausstattung (Szenenbild), Requisite, Maske und Kostüm. Beispiele: - findet man ein bestimmtes Originalmotiv (beispielsweise Anmietung € 7.500. -- für drei Tage) oder muss es im Atelier gebaut werden (Bau € 40.000.-- - findet ein Fest statt mit oder ohne teurem Buffet mit einer großen oder kleinen Anzahl von Komparsen - braucht die Hauptdarstellerin eine teure Perücke oder wegen ihrer Hautprobleme eine spezielle teure Schminke - so häufig, wie die Hauptdarstellerin in den Swimmingpool fällt, muss, bis die entsprechende Szene gedreht ist, das teure Abendkleid vorhanden sein

Eine gute Kalkulation zeichnet sich dadurch aus, dass alle Kalkulationsansätze in den einzelnen Kalkulationsbereichen durch detaillierte Anlagen ergänzt werden. Dann lassen sich alle Kosten besser nachvollziehen.

So ist es unabdingbar, insbesondere von den Abteilungsleitern der Abteilungen Szenenbild, Requisite, Maske und Kostüm, eine detaillierte Bereichskalkulation abzufordern.

Die Problematik der Kalkulation liegt darin, dass sie relativ früh angefertigt werden muss, um den Finanzierungsrahmen festlegen zu können, dass sie jedoch zu diesem frühen Zeitpunkt auf Grund vieler noch nicht feststehender oder vorhandener Informationen noch sehr vage ist (Besetzung, Motive etc.). Je später die Kalkulation gemacht wird, je mehr Informationen einfließen können, je näher der Drehbeginn rückt, desto genauer kann sie sein. Nur was nutzt es, wenn die Kalkulation relativ genau ist, die Finanzierung jedoch nicht mehr erstellbar ist. So wird die Kalkulation immer ein Kompromiss sein, so früh wie nötig, so spät wie möglich. In den meisten Fällen wird recht frühzeitig auf Grund einer überschlägigen Kalkulation das zu finanzierende Budget festgelegt. Die Finanzierung einer Produktion ist meist das zeitaufwändigste und schwierigste Kapitel, viele Projekte „sterben“ bevor sie das Licht erblickt haben. Da eine „satte“ oder auch nur ausreichende Finanzierung mit so vielen Schwierigkeiten verbunden ist, ist die Höhe des Budgets meist an der unteren, machbaren Grenze angesiedelt. Das führt dann häufig dazu, dass sich im Laufe der Produktionsvorbereitungen herausstellt, dass bestimmte Drehbuchvoraussetzungen und Umsetzungsvorstellungen des Regisseurs aus Kostengründen nicht machbar sind, beispielsweise - die Hauptrollen nicht so hoch = teuer besetzt werden können, - der Auslandsdreh (das Happyend in Rom) nicht stattfinden kann, - auf die gewünschte Computeranimation verzichtet werden muss etcetera. So muss man bei Erstellung eines Filmes in allen Bereichen meist mit Kompromissen leben, zumindest im deutschen Film mit den doch sehr begrenzten Budgets.

Für den Bondgeber besteht die Schwierigkeit darin, zu beurteilen, ob das Drehbuch bei dem vorgegebenen Budget mit dem Produzenten und Regisseur unter Wahrung der vom Auftraggeber verlangten Qualität umsetzbar und machbar ist.

Realisierung

Jede Szene wird optisch in verschiedenen Einstellungenen umgesetzt. Die Sichtweise dient der Dramaturgie. Der Ton wird parallel auf Magnetband aufgezeichnet. Die Klappe am Beginn jeder Szene gewährleistet die Synchronisation zwischen Bild und Ton. Belichtetes Material wird ins Kopierwerk gebracht, das Negativ als Positiv gespeichert. Anschließend wird das Material ausgemustert.

Nach dem Drehen

Das Bandmaterial wird (heute) digital gespeichert. Der Cutter bringt die Szenen in die richtige Reihenfolge und Länge. Das Negativ wird geschnitten und Musik und Ton werden hinzugefügt. Das fertige Negativ wird von Bildtechnikern farb- und lichtkorrigiert. Das Ganze wird auf ein Magnetband überspielt => Endprodukt (=Sendekopie).

siehe auch: * FilmerForum




     
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