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Opernreform



Christoph Willibald Gluck wurde 1714 in der Oberpfalz geboren. Nach einem (unter anderen) Musikstudium fängt er [1735] seine musikalische Karriere als Cellist und Sänger im Wiener Palais Lobkowicz an. Schnell kommt er dann seiner wahren Berufung näher, in dem er eine Stelle in einem Mailänder Orchester bekommt, und dort Betrieb und Wesen der Oper kennenlernt. Er wird von Giovanni Battista Sammartini zum Komponisten ausgebildet, und feiert mit der italienischen Oper bald Erfolge auf italienischen Bühnen in London, Hamburg, Kopenhagen, Prag, Wien und anderen Hauptstädten. Doch bekommt Gluck bald grundätzliche Bedenken über Inhalt und Form der Oper. Beide führende Opernformen, die Opera seria und die Opera buffa scheinen ihm schon zu fremd von dem zu sein, was die Oper wirklich sein sollte. Beide scheinen ihm schon zu unnatürlich, die Gesänge in der opera seria zu sehr auf Virtuosität und Wirkung gerichtet und ihr Inhalt uninteressant und “versteinert“. Der Opera buffa war seit geraumer Zeit “die Luft ausgegangen“, sie hatte ihre Scherze schon lange verbraucht, man bekam immer wieder die gleichen Personen, Karikaturen zu sehen.. In beiden Opern herrschte die Unnatürlichkeit und musikalische Fiorituren, Verziehrungen hatten die Oberhand genommen. Gluck wollte die Oper wieder zu ihrem Ursprung bringen, eine Oper in der menschliche Dramen, Leidenschaft, Schicksalsschläge und urmenschlichen Gefühle im Vordergrund stehen, und wo die Musik und das Wort gleichwärtig sind wenn nicht sogar die Musik mehr die dramatische Situation stützen oder untermahlen soll : prima le parole, poi la musica. Doch um solches zu schaffen, brauchte Gluck einen Librettisten mit genau der gleichen Auffassung. 1750 ließ er sich in Wien nieder. Seine Karriere als das, womit man Gluck verbindet beginnt wahrlich am 5. Oktober 1762. Gluck hat den richtigen Librettisten gefunden, einen Italiener namens Raniero di Calzabigi, und an diesem Datum findet die Uraufführung ihrer ersten gemeinsamen Oper «Orfeo ed Euridice» im Wiener Operntheater statt. Mit “Alceste“ schreiten Gluck und Calzabigi ihren Weg der Reformoper weiter, in diesem Sinne, dass «die Musik die gleiche Aufgabe besitzt, wie etwa die Farben oder der gut verteilte Kontrast von Licht und Schatten bei einem fehlerfreien und richtig angelegtem Bild, der Belebung der Gestalten zu dienen, ohne die Umrisse zu verzerren.». Einen dritten Versuch startet Gluck mit “Paride ed Elena“, in der er die “Tonsprache“ noch mehr zurücknimmt. Gluck wird Lehrer der “kleinen “ Marie-Antoinette, ohne zu ahnen, dass diese zur Gemahlin des nächsten französischen Königs Louis XIV “geheiratet wird“. Diese holt ihn 1773 nach Paris-dort begann die wichtigste Etappe seines Lebens. Marie-Antoinette setzt die Aufführung um Glucks Werk “Iphigénie en Aulide“ durch. Mit der Erstaufführung entflammt ungeahnt ein Streit, fast ein Krieg, wie ihn Paris das letzte mal zwischen buffonisten und “Antibuffonisten“ gekannt hatte. Glucks Feinde holten den italienischen Opernmaestro Niccolò Piccini nach Paris, um die Überlegenheit der neapolitanischen Oper zu beweisen, und “ganz Paris“ engagiert sich im Streit zwischen den Gluckanhängern und den Piccinianhängern. Auf jeden Fall gelingt Gluck damit der Durchbruch, daraufhin bearbeitet er seine Wiener “Reformopern“ um sie ins Französische zu übertragen, wobei er die Hauptstimme –ursprünglich für Altstimme komponiert- für eine Tenorstimme umschriebt, was auch das Transponieren anderer Stimmen mit sich bringt. August 1774 wird seine französische Version “Orphée et Euridice“ uraufgeführt –diese wird vom Pariser Publikum schon besser angenommen. Im gleichen Jahr kehrt er nach Wien zurück, wo er zum kaiserlich-königlichen Hofkomponisten ernannt wird. In den folgenden Jahren reist der nun in ganz Europa berühmte Komponist zwischen Wien und Paris hin und her, 1776 und [1777]] werden in Paris die ins Französisch übertragene “Alceste“ und die“neue“ Oper “Armida“ aufgeführt. Die französische Oper versucht zweimal, Gluck und Piccini mit der Vertonung des gleichen Librettos zu beauftragen, ohne das beide Komponisten vom gleichen Auftrag des anderen wissen, doch beide Male erfahren sie es – bei der ersten Oper «Roland» zog sich Gluck zurück, bei der zweiten, «Iphigénie en Tauride» war es dann Piccini, und Gluck brachte die Vertonung 1779 zu eniem glänzendem Erfolg und setzte damit einen Schlußpunkt für seine Zeit in Paris. Er kehrte nach Wien zurück wo er neun Jahre später stirbt. Glucks Reform der Oper trug seine Früchte in der deutschen Oper (obwohl er kein dramatisches Werk auf deutsch geschrieben hatte), besonders bei Weber, Marscher und Wagner.



     
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