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Geschichte der Astrophysik in der Antarktis



Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird die Antarktis auch für astronomische und astrophysikalische Untersuchungen genutzt, da in vielen Bereichen einzigartige Beobachtungsmöglichkeiten vorliegen, wie sie sonst nirgends auf der Erde anzutreffen sind. Die historische Entwicklung läßt sich hierbei in drei Phasen unterteilen: die astrogeologische Ära ab 1912, die Hochenergieära ab 1955 und die photonische Ära seit den 1970ern. Die einzelnen Phasen sind jedoch nur durch ihren Anfang definiert, in keinem dieser Bereiche wurden die Forschungsaktivitäten bisher eingestellt.

Astrogeologische Ära

1912 wurde durch die Mawson-Expedition der Adelie-Land-Meteorit entdeckt. Durch Funde mehrerer Meteoriten unterschiedlicher Morphologie in der Lazarev-Region 1961 entwickelte sich in der Folge die Theorie der Ablagerungsgebiete, die 1969 zum ersten systematischen Meteoritensuchprogramm führte. Seither wurden tausende von Meteoriten in der Antarktis gefunden.

Hochenergieära

Das erste astrophysikalische Programm in der Antarktis begann 1955 mit einem Detektor für kosmische Strahlung in der McMurdo-Station, weitere Detektoren folgten in den nächsten Jahrzehnten bei vielen Stationen, u.a. 1964 am Südpol. Hochenergetische kosmische Strahlung über 50 TeV wird heute mit dem SPASE 2-Experiment aufgezeichnet, das über dem AMANDA-Neutrinoteleskop installiert ist. Durch den Ausbau von AMANDA in den 1 km3 großen IceCube-Neutrinodetektor bis 2006 wird erstmals der PeV-Bereich der kosmischen Strahlung untersucht werden können.

Photonische Ära

Nachdem ab 1964 am Südpol erste Studien zur Untersuchung der astronomischen Untersuchungsmöglichkeiten stattgefunden hatten, erhielt man 1979 die ersten Ergebnisse: Durch 120 Stunden ununterbrochene Beobachtungszeit eines Sonnenobservatoriums konnten hunderte von solaren Eigenmoden gefunden werden.

Eine Messung der kosmischen Hintergrundstrahlung 1988 in der Terra-Nova-Bucht lieferte eine Himmelskarte mit 1,3° Winkelauflösung, die ab 1992 mit dem Python, später mit Viper, DASI und den BOOMERANG-Ballonen weiter verbessert wurden. Die Ergebnisse dieser Experimente wurden erst durch die weitaus kostspieligere WMAP-Satellitenmission übertroffen.

Seit Mitte der 1990er sind auch mehrere Infrarotteleskope in der Antarktis im Einsatz, u.a. AST/RO und SPIREX.




     
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