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Druide



Die Druiden waren eine hochgestellte Klasse in der keltischen Gesellschaft. Woher sich das Wort "druid" ableitet, ist bis heute heftig umstritten. Dr. O'Hogain meint, dass Wort leite sich von einem keltischen Wort für "sehr kenntnisreich" ab, andere wiederum leiten es von "drus", dem keltischen Wort für Eiche ab.

Vereinfacht werden Druiden gerne als Priester der keltischen Religion dargestellt; Ihre Rolle war aber viel umfassender. Die Druiden stellen eine Kaste dar. Sie bilden die intellektuelle Schicht der Gesellschaft. Sie hatten zwar religiöse Funktionen, waren aber nicht nur "sacerdotes" - Priester. Sie waren Barden, Ärzte, Astronomen, Philosophen, Magier usw... Man kann den Druiden allerdings grob 3 verschiedene Funktionen zuteilen, wobei die Funktionen auch übergreifend wirkten:

  1. die "Druids", welcher die Kriegskunst lehrte und die Magie beherrschte
  2. die "Bairds" oder Barden, welche für die Wahrung der mündlichen Überlieferungen verantwortlich waren, und
  3. die "Filidhs" oder Seher, die in die Zukunft blicken konnten.

Man muss insbesondere zwischen den Druiden der antiken Kelten (etwa bis zum Ende unabhängiger keltischer Kulturen, am Anfang des Mittelalters) und den Druiden der Neuzeit unterscheiden. Erstere gingen unter, ohne Aufzeichnungen oder Nachfolger zu hinterlassen, letztere entstanden in Wales und Irland nach Ideen der Neuzeit, die alte Überlieferungen mit neuzeitlichen Vorstellungen, Nationalismus und Romantik verknüpften.

Table of contents
1 Historische Druiden
2 Neuzeitliche Druiden
3 Druiden in Literatur
4 Quellen
5 Weblinks

Historische Druiden

Die Druiden, wie die Kelten generell haben nicht viele Aufzeichnungen hinterlassen. Das soll aber nicht heißen, dass diese Analphabeten gewesen wären. Es war vielmehr so, dass für die Druiden das "Wort" heilig war und nicht entweiht werden durfte. Es gibt allerdings 367 Aufzeichnungen von Druiden, die nach wie vor existieren, zumeist aus Schottland, Wales und Irland aber auch von der Isle of Man. Einer der beudeutensten noch erhaltenen Texte sind die Gedichte des Druiden Amairgen. Die bekannteste davon ist die "Anrufung Irlands".

Von Plinius dem Älteren stammt die Tradition des weißgekleideten Druiden, der mit der goldenen Sichel Mistelzweige in Eichen schneidet; daneben berichtet Plinius vom Stieropfer, dem der Druide vorstand. Das Ritual des Stieropfers ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da es zu dieser Zeit in Ägypten ein ganz ähnliches Ritual gab. Die Mistel war allerdings sehr wohl ein Bestandteil von Ritualen. Sie wurde verehrt, hauptsächlich wegen ihres Heilstoffes Lecitin, dass das Immunsystem stärkt. Das die Druiden dieses erkannten beweist auch wieder, dass sie sich in der Medizin gut ausgekannt haben.

Vorher hat Julius Cäsar im "gallischen Krieg" Druiden erwähnt; dieser Bezug weist Parallelen zu einer Darstellung des Poseidonius (135-51 v. Chr) auf, der ein hellenistisch idealisiertes Bild der Druiden als Philosophen malt. Bei Julius Cäsar und auch den meisten anderen älteren Autoren muss man allerdings sehr vorsichtig sein und darf nicht alles für bare Münze nehmen, da es sich einfach um Autoren handelte, denen die keltische Kultur fremd war.

Mit der Eroberung keltischer Länder (Iberien, Gallien, Britannien) durch das römische Reich schwand der Einfluss der Druiden; eine letzte Hochburg auf der nördlich von Wales gelegenen Insel Anglesey (Ynys Môn) wurde im Jahre 60 n. Chr von den Römern zerstört.

Letzte historische Berichte aus dem Irland des frühen Mittelalters sind christlich gefärbt; sie dämonisieren die Druiden als Gegner der Kirche.

Auch wird vielfach von weiblichen Druiden gesprochen. Man denke hier nur an Mebd von Connacht oder Ceridwen. Ceridwen wird z.B. als Druidin bezeichnet, die in einem Prototyp des heiligen Grals einen Trank herstellte, der unbegrenzte Weisheit über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft verlieh. Ihr Gehilfe trank von diesem Getränk allerdings drei Tropfen. Eigentlich wäre das Getränk für ihren Sohn Affagdu (= völlige Dunkelheit) gewesen, um seine Hässlichkeit wett zu machen. Ihr Gehilfe musste nun vor ihr fliehen. Durch ihren rasenden Zorn verfolgte sie ihn aber. Dieser verwandelte sich zum Schutz vor Ceridwen in viele verschiedene Geschöpfe und Dinge, letzteres in ein Getreidekorn, welches Ceridwen allerdings verschluckte. Daraus wurde Ceridwen schwanger und gebar einen weiteren Sohn, der heute als Sinnbild aller Druiden angesehen wird - Taliesin. Dies mag mehr Legende sein als historischer Fakt, allerdings geht daraus hervor, dass es eben sehr wohl weibliche Druiden gegeben hat, und nicht nur dass es sie auch gegeben hatten, sie standen im Rang auch keineswegs hinter einem Druiden.

Aus diesen Angaben entsteht das Bild des Druiden in angesehener gesellschaftlicher und politischer Stellung. Er war verantwortlich für religiöse Opfer, und galt als Mittler zwischen Menschen und Göttern. Gleichzeitig sprach er Rechtsangelegenheiten, hatte Aufgaben in der Lehre, und war in der Geschichte und Kultur der Kelten bewandt.

Der keltische Barde hatte zwar auch vortragende Aufgaben, muss aber von der des Druiden abgegrenzt werden. Vorstellungen, dass Barden und Druiden verschiedene Ränge einer speziellen Organisation seine, lassen sich nicht belegen.

Neuzeitliche Druiden

Als Vater der neuzeitlichen Druiden gilt William Stukeley (1687-1765). Er stellte als erster einen Zusammenhang zwischen Steinkreisen (z.B. Stonehenge) und der keltischen Religion her. (Ein solcher Zusammenhang ist weder historisch noch archäologisch belegt, und findet sich auch nicht in älteren Sagen oder Mythen.) 1792 wurde in Wales eine Zeremonie zur Sonnenwende entworfen, in der junge Druiden von einem Erzdruiden berufen (geweiht) wurden.

Diese Bewegung ging einher mit einer Rückbesinnung in Irland und Wales auf eine eigenständige, von England unabhängige, Geschichte mit keltischen Wurzeln, und gewann im Zuge nationaler Bewegungen Zulauf. Gleichzeitig waren die neuen Druiden aufgrund ihrer Geheimhaltung (in einer Blütezeit von Geheimbünden) attraktiv.

Das Druidentum, eine allgemein unter Neopaganismus oder Heidentum eingeordnete Religion, entstand aus neuzeitlichen Druiden, sieht sich aber in direkter Nachfolge der historischen Druiden.

Druiden in Literatur

Die bekannteste literarische Figur eines Druiden ist Miraculix aus den Asterix-Comics von René Goscinny. Seine weiße Kleidung, die Goldsichel und das Schneiden von Misteln in Eichen beruhen offensichtlich auf den (oben genannten) historischen Quellen. Auch seine gesellschaftlich hohe Rolle, als Kenner der Geschichte und Berater des Häuptlings, folgen historischen Vorstellungen. Allerdings wird ihm keine religiöse Rolle zugewiesen.

Quellen

Historische Quellen

Moderne Literatur

Zweifelhafte Angaben / Vermischung historischer und modernen Traditionen

Druiden gehörten zur Oberschicht. Sie bildeten einen nicht hierarchisch strukturierten eingeweihten Orden, ihr Amt war nicht erblich. An der Spitze stand der vornehmste Druide mit höchstem Einfluss. Nach dessen Tod trat der höchste Angesehene dessen Nachfolge an. Es gab sowohl Wahlen als auch Zweikämpfe um diese Position.

Viele junge Männer ließen sich von den Druiden in ihre Lehren einweihen. Dazu gehörte intensives Auswendiglernen religiöser Texte. Dies geschah einerseits aus Gründen der Arkandisziplin, andererseits um das Gedächtnis zu schulen. Ausbildungszeiten von bis zu 20 Jahren waren keine Seltenheit.

Den Druiden oblagen die Angelegenheiten des Kultus, die Interpretation religiöser Vorschriften und öffentliche und private Opferausrichtungen. Sie entschieden über Streitfälle aller Art, verhängten Urteile, Belohnungen und Strafen. Als schwerste aller Strafen galt die Untersagung der Teilnahme am Opferzeremoniell. Die so Bestraften galten als Frevler und Verbrecher. Man ging ihnen aus dem Weg und mied den Umgang mit ihnen. Sie waren rechtlos.

Die Druiden versammelten sich regelmäßig an einem geweihten Ort im Zentrum Galliens.

Weblinks




     
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