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Ottomar Anschütz



Ottomar Anschütz (* 16. Mai 1846 in Lissa, Provinz Posen, heute Leszno, Polen, † 30. Mai 1907 in Berlin-Friedenau, Blinddarmentzündung), Fotograf, Pionier der Fototechnik, Chronofotografie und der Kinematographie.

Table of contents
1 Leben
2 Siehe auch
3 Literatur

Leben

Anschütz wurde zwischen 1864 und 1868 ausgebildet durch die Fotografen Ferdinand Beyrich (Berlin), Franz Hanfstaengl (München) und Ludwig Angerer (Wien); danach arbeitete er als Dekorationsmaler und Porträtfotograf.

Ab etwa 1882 nimmt die Bekanntheit seiner Portraitaufnahmen zu, er fotografiert beim Kaisermanöver bei Breslau und er experimentierte ab 1884 mit der Momentfotografie; 1886 fertigt er Bewegungsstudien an der Königlichen Militärreitakademie in Hannover mit 24 elektrisch miteinander verbundene Kameras an.

Anschütz zeigt auch eine mechanische Begabung, als er eine Handkamera mit einem neuartigen Rolltuch-Schlitzverschluß (so genannte Rouleau-Verschluß) konstruiert, mit der Belichtungszeiten von 1/1000 Sekunde möglich werden. Weitere Aufnahmen aus dieser Zeit zeigen Tauben, Schafe sowie Störche im Flug.

An 1886 entwickelt er ein Gerät zur Projektion seiner Reihenbilder, das aus einer Scheibe mit einem Durchmesser von 1,5 Metern und 24 Glasplatten im Format 9x13 cm besteht. Die von hinten mit einer Geisslerschen Röhre beleuchteten Fotoplatten werden durch einen Kurbelantrieb mit einer Geschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde rotiert.

Er präsentiert seinen elektrischen Schnellsehers 1887 im Kultusministerium in Berlin; Siemens & Halske; nimmt die kommerzielle Fertigung des Geräts in Berlin auf, das weite Verbreitung ab etwa 1891 findet; bis 1893 werden rund 140 Stück produziert. Das Gerät wird auch ins Ausland verkauft, wo es unter der Bezeichnung Electrical Wonder Automat bekannt wird.

Eine Verbesserung des Prinzips setzt Anschütz im dreischlitzigen Zoetrop von 1887 um. 1888 erhält er ein Patent für seinen Brennebenen-Verschluß, der von der Berliner Firma C. P. Goerz & Co. genutzt wird.

1894 gelingt Anschütz erstmals die Projektion von sich bewegenden Bildern mit dem Elektrotachyscop auf eine 6x8 Meter große Leinwand im Postgebäude in der Berliner Artilleriestraße.

Siehe auch

Literatur

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