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Evolutionismus



Als Evolutionismus bezeichnete man in der Ethnologie eine wissenschaftliche Betrachtungsweise, der gemäß sich die untersuchten Phänomene vom Einfachen zum Komplexeren hin entwickeln. Der Evolutionismus war von ca. 1860 bis ca. 1900 das vorherrschende Paradigma der Ethnologie.

Der Evolutionismus nahm in einem Missverständnis der Evolutionstheorie Charles Darwins seinen Ausgangspunkt und wurde für die Sozialwissenschaften zu einem wichtigen Erklärungsmodell. Der "Alltagsevolutionismus" wird kritisiert, wenn er die Ansicht vertritt, die westliche Welt sei die Spitze der geistigen Entwicklung, die anderen Gesellschaften dagegen einfach, primitiv und unterentwickelt.

Die Vertreter des Evolutionismus vertreten die Ansicht, dass sich die Menschheit unilinear entwickelt. Man geht sehr wohl von der Gleichheit aller Menschen aus, jedoch befänden sich die unterschiedlichen Kulturen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen.Die höchste Entwicklungsstufe hätten die Industrieländer erreicht (vgl. soziologische Modernisierungstheorien, die in diesem Nimbus geschrieben sind). Die Entwicklung, so wird vertreten, sei unumkehrbar.

Methodik: Die vergleichende Methode beruht auf der Klassifikation ähnlicher ethnographischer Merkmale. Einzelne kulturelle und soziale Phänomene werden isoliert und aufgrund ihrer Ähnlichkeiten klassifiziert (Kritik). Das Klassifikationsschema wird als Stufenmodell einer Entwicklung aufgefasst.

Darüber hinaus kreierte der Evolutionismus den Begriff des "Überlebsels" ('survivals'), der überdauerte Kulturreste bezeichnet und von dem man aus glaubte Rückschlüsse auf vergangene Zeiten ziehen zu können.

Kritik: Dem Evolutionismus wurde/wird Ethnozentrik vorgeworfen und das Aufzwingen des eigenen europäischen Weltbildes aus der Überzeugung man müßte den "Wilden" helfen sich von ihrer untersten Entwicklungsstufe fortzuentwickeln.

Verdienste: Ansammlung immensen ethnografischen Materials und die Entwicklung noch heute relevanter Fragestellungen.

Die wichtigsten Vertreter des Evolutionismus in der Ethnologie waren: Lewis Henry Morgan, Edward Tylor, Johann Jakob Bachofen, Henry S. Maine, James Frazer und John Ferguson Mc Lennan.




     
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