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Radsatz



Ein Radsatz (engl. Wheelset) bei Schienenfahrzeugen besteht aus der Radsatzwelle, den beiden Radscheiben und den beiden Radsatzlagern.

Der Radsatz hat die folgenden Funktionen:

Die beiden Radscheiben sind mit der Radsatzwelle in der Regel starr verbunden und können sich gegenüber dieser nicht drehen. Dies ist eine wesentliche Eigenheit des Eisenbahnsystems und beeinflusst entscheidend das Verhalten der Fahrzeuge auf den Schienen.

In Ausnahmefällen sind die Radscheiben nicht fest mit der Radsatzwelle verbunden:

Die Radsatzlager befinden sich meistens ausserhalb der Radscheiben (Außenlagerung), manchmal aber auch innerhalb der Radscheiben (Innenlagerung z.B. bei Personenwagen in Amerika, Strassenbahnen, Metrotriebzügen).

Radsätze für Lokomotiven haben zusätzliche konstruktive Merkmale zur Übertragung der Antriebskräfte, wie z.B. - Zapfen an den Radscheiben zur Kraftübertragung - zusätzlicher Wellensitze für das Zahnrad des Antriebs - gekröpfte Achswelle (Dampfloks)

Bei Radsätze wo die Bremsklötze nicht direkt auf die Radlaufflächen einwirken sind zusätzliche Bremsscheiben notwendig. Diese sind entweder an den Radscheiben oder auf eigenen Sitzen auf der Radsatzwelle angebracht.

Bei Zahnradfahrzeugen ist das Trieb-/Bremszahnrad ebenfalls auf der Radsatzwelle befestigt.

Der Radsatz unterliegt hohen Beanspruchungen im Betrieb:

Die Radsatzwelle wird durch das auf die Lager einwirkende Gewicht auf Biegung beansprucht. Weil sich der Radsatz beim Rollen des Fahrzeuges dreht, ist dies eine Wechselbeanspruchung.

Die Radscheiben müssen Kräfte von Spurführung und Antrieb bzw. Bremse übernehmen. Bei Klotzbremsen kommt eine zusätzliche Belastung durch die Erwärmung der Laufflächen hinzu.

Radsatzwelle und Radscheibe müssen regelmäßig auf Risse abgesucht werden. Dies erfolgte heute mit einer Ultraschallprüfung. Früher konnten nur visuelle Prüfungen durchgeführt werden. Dies war auch der Grund weshalb die Dampfloks rote Räder hatten. In der Farbe waren Risse leichter zu erkennen.

Bei Güterwagen werden die Radscheiben zur Prüfung mit einem Hammer angeschlagen. Aus dem Abprall des Hammers und dem Klang der Radscheibe kann auf das Vorhandensein von Rissen geschlossen werden.

Die Radsätze unterliegen einem Verschleiß. Die zwischen Rad und Schiene bzw. Bremsklotz entstehende Reibung trägt Material ab. Die Laufflächen verändert ihre Form durch die Abnutzung. Deshalb ist es notwendig, die Laufflächen regelmässig zu bearbeiten oder Radreifen/Radscheibe auszuwechseln.




     
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