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Whisky



Whisky (in Irland und den USA Whiskey) ist ein aus Getreide gebranntes alkoholisches Getränk.

Das Wort Whisky ist abgeleitet vom gälischen uisge beatha (gesprochen uschge ba), irisch Usquebaugh, was so viel wie Wasser des Lebens bedeutet.

Whisky ist als verschnittener Blended Whisky oder als unverschnittener Single Whisky bzw. Straight Whisky im Handel (z.B. Single Malt, Straight Bourbon). Als unverschnitten gilt dabei ein Whisky, der aus einer einzigen Getreideart hergestellt wurde. Verschnittener Whisky kann aus mehreren Getreidearten hergestellt werden und enthält häufig Zusätze aus kostengünstigen neutralen Bränden. Eine Mischform ist der Vatted Malt, der aus einer Mischung von Single Malts besteht, jedoch keine Zusätze anderer Whiskyarten enthält.

Sl'ainthe Mhat!
Zum Wohl! – Schottischer Trinkspruch

Table of contents
1 Entstehungsgeschichte
2 Herkunftsbezeichnungen
3 Herstellungsverfahren
4 Whisky als Genussmittel
5 Qualitätskriterien
6 Alkoholgehalt
7 Literatur
8 Weblinks

Entstehungsgeschichte

Irland und Schottland

Im 5. Jahrhundert begannen christliche Mönche, allen voran der irische Nationalheilige St. Patrick, das Land der Kelten zu missionieren und brachten technische Geräte sowie das Wissen um die Herstellung von Arzneien und Parfum nach Irland und Schottland. Der Legende nach waren sie die ersten, die eine wasserklare Flüssigkeit destillierten, das aqua vitae oder uisge beatha. Das Wissen verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten durch das Aufkommen der Klöster, die damals das Zentrum vieler Ansiedlungen waren und eigene Gasthäuser betrieben.

1494 wird aquavite zum ersten Mal urkundlich in Steuerunterlagen erwähnt, als der Mönch John Cor in der damaligen schottischen Hauptstadt Dunfermline 8 Bollen (512 kg) Malz einkauft. (Et per liberacionem factam fratri Johanni Cor per preceptum compotorum, ut asserit, demandato domini Regis ad faciendum aquavite infra hoc computum, viij bolle brasii.)

Ab dem 17. Jahrhundert wird das Brennen von Whisky steuerpflichtig. Old Bushmills in Irland wird 1608 die erste lizenzierte Brennerei. In den 60er-Jahren des 17. Jh. kommt es wegen der Steuern zu blutigen Schlachten zwischen Steuereintreibern und Schmugglern. Im 18. Jh. gibt es in Irland mehr als 2.000 lizenzierte Destillerien; 1821 werden von der Steuerbehörde über 14.000 illegale Brennereien ausgehoben. In Schottland werden nach dem Act of Union von 1707, der Vereinigung mit England, die Steuern ständig stärker erhöht und die Brenner in den Untergrund getrieben.

1822 wird in Schottland der Illicit Destillation Act verabschiedet, der das Steuerrecht vereinfacht, aber die Rechte der Großgrundbesitzer stärkt. Wieder kommt es zu Unruhen. 1823 wird ein neuer Act of Excise beschlossen, der das Brennen von Whisky gegen eine Gebühr von 10 Pfund plus einem festen Steuerbetrag pro Gallone Whisky gestattet. Gleichzeitig wird eine Mindestgröße von 40 Gallonen für die Brennblase festlegt. George Smith ist der Erste, der nach der neuen Gesetzgebung eine Brennerei baut, die Destillerie Glenlivet. Durch das neue Recht wird die legale Produktion von Whisky endlich lohnend, innerhalb von zehn Jahren verschwinden illegale Brennereien fast vollständig.

1826 meldet Robert Scott ein neues Verfahren zur kontinuierlichen Destillierung zum Patent an (patent still). 1832 verbessert Aeneas Coffey dieses Verfahren, das seitdem seinen Namen trägt (coffey still). Die Iren mögen den Whiskey aus den neuen Geräten nicht, Coffey geht nach Schottland und begründet so den späteren Siegeszug schottischen Whiskys. Johnny Walker, George Ballantine und die Gebrüder Chivas gründen in dieser Zeit ihre Firmen.

1856 stellt der Schotte Andrew Usher den ersten Blended Whisky her. Er ist milder als die eigenwilligen schottischen Single Malts und verkauft sich gut. Durch eine Reblausplage, die 1858–1863 in den französischen Weinbergen wütet, werden Wein und Cognac knapp, und so genießt nun Whisky auch in betuchten Kreisen höheres Ansehen.

Amerika

In Amerika wurde in den ersten Jahrhunderten nach der Entdeckung hauptsächlich Rum aus Zuckerrohr, der in der Karibik gut gedieh, hergestellt. In Nordamerika begannen zunächst die Bauern, die gut wachsenden Getreidesorten Roggen und Weizen zu vergären, die ältesten Brennereien entstanden in Maryland, Pennsylvania und Virginia. Gerste wuchs nur schlecht, und Torf war nicht zu finden, so dass die traditionellen Rezepte zur Whiskyherstellung nicht angewandt werden konnten. Da der so gewonnene Brannt wenig Geschmack aufwies, versuchten die Bauern, durch die Verwendung von Roggen und Auskohlen der Fässer mehr von dem gewohnten Raucharoma in das Destillat zu bringen.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts entstanden reine Whiskeybrennereien; 1850 gab es in Pennsylvania 3000 registrierte Brennblasen.

1794 erließ George Washington, der selbst eine Brennerei betrieb, eine Steuer auf Whiskey, da der Finanzbedarf des jungen Staates nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges sehr hoch war. Doch die Siedler nahmen diese Steuer nicht einfach hin, und es kam in Pennsylvania zur Whiskey-Rebellion, die von einer 13.000 Mann starken Armee unter Henry Lee niedergekämpft wurde. Die Whiskeybrenner zogen danach weiter nach Westen in die Staaten Kentucky und Tennessee.

Herkunftsbezeichnungen

Schottischer Whisky (Scotch)

Schottischer Whisky (Scotch) ist als Single-Malt-Whisky, Pure-Malt-Whisky oder Blended Scotch erhältlich.

Die schottische Whisky-Industrie stellt in folgende Regionen her: Highlands, Northern Highlands, Western Highlands, Speyside, Lowlands, Islay, Orkney, Campbeltown.

Liste der schottischen Brennereien

Neben den Brennereien gibt es auch unabhängige Abfüller, die bei den Brennereien meist außergewöhnliche Whiskys fassweise kaufen und unter eigenem Label auf den Markt bringen. Bekannt sind die Händlerabfüllungen von Gordon & MacPhail (Connoisseurs Choice), die Flora & Fauna Serie sowie Signatory und die Rare Malt Series.

Destillate aus Malz, also gemälzter Gerste sind dabei die Grundlage jedes schottischen Whiskys, wobei das Malz häufig noch getorft wird, also über einem Torffeuer geräuchert.

Während die Bezeichnung Single Malt einen Whisky aus Malzdestillat einer einzigen Destillerie beschreibt, handelt es sich bei Pure Malt um einen Blend, einen Verschnitt von Malzdestillaten mehrerer Destillerien. Beim Blended Scotch hingegen kommen zu den Malzdestillaten Destillate aus Rohgetreide (unvermälzte Gerste oder Weizen (engl. Grain, Grain Whisky)), um den vom Master Distiller gewünschten Geschmack zu erzielen. Dabei werden bis zu 100 Destilliate aus verschiedenen Destillierprozessen und Reifearten kombiniert.

Scotch Whisky muss von einer schottischen Destillerie stammen und mindestens drei Jahre in Holzfässern in Schottland reifen; üblich sind 8—12 Jahre Lagerung und mehr für gute Whiskysorten. Die Brenner sagen, dass ein Whisky nach zehn Jahren Lagerung den besten Geschmack hat, danach wird er nur noch milder. Dies kann im Vergleich von zehn Jahre alten Whiskies zu zwanzig Jahre alten Whiskies der gleichen Brennerei jeder selbst herausfinden.

ür die Lagerung werden, im Gegensatz zu den USA, niemals frische Eichenfässer verwendet, sondern Fässer, in denen vorher Bourbon-Whiskey oder Sherry gelagert wurde. Gerne benutzt werden Limousin-Eichenfässer aus den USA, in denen zuvor bereits amerikanischer Whiskey 3 Jahre gelagert wurde. Ursprünglich geschah dies aus Kostengründen, heute jedoch ist es ein wichtiger Teil der Whisky-Tradition geworden, denn dies gibt jedem Whisky einen Großteil seines charakteristischen Geschmacks. Sherry-Fässer aus Spanien eignen sich bestens für die süßen, komplexen, Whiskies der Speyside, während für die Insel-Whyskies wegen des rauchigen Geschmacks Bourbon-Fässer aus amerikanischer Eiche zum Einsatz kommen. Gelegentlich finden sich auch Fässer aus Kastanie oder Mahagoni, diese sind jedoch meist „versehentlich“ in der Destillerie gelandet. Die Böttcherei Speyside Cooperage in Craigellachie setzt ca. 100.000 Eichenfässer jährlich neu zusammen und repariert Fässer für die umliegenden Brennereien.

Blended Scotch enthält einen oder mehrere Single Malts (bis zu 70 verschiedene) als geschmacksgebende Bestandteile mit Zusätzen von Grain Whisky, der ähnlich wie der deutsche Korn hauptsächlich aus ungemalztem Getreide hergestellt wird und sehr kostengünstig ist. Bekannte Sorten sind Chivas Regal, Ballantines, Johnnie Walker. Letzterer wird als reine Handelsmarke in der Talisker-Brennerei auf Skye geblendet und gelagert. Die Blends entstanden vor allem deshalb, weil sich die Single Malts mit ihrem intensiven, z.T. rauhen und rauchigen Aroma nicht an ein größeres Klientel außerhalb Schottlands verkaufen ließen. Händler begannen daher Single Malt und Grain Whiskies zu leichter zugänglichen Spirituosen zu verschneiden.

Scotch hat im Handel mindestens 40 Vol.-% Alkohol. Der Fasswhisky, der meist um die 70 Vol.-% Alkohol hat, wird dazu mit Wasser verdünnt.

Die Bezeichnung Scotch ist, im Gegensatz zur Bezeichnung Single Malt, gesetzlich geschützt.

Es gibt in Schottland über 200 Destillerien, die meisten in den schottischen Highlands. In der Region Speyside, entlang des Flusses Spey in den Grafschaften Morayshire und Banffshire, ist das Kernland des Whiskys, über 50 Destillerien sind hier auf engstem Raum vereint. Auch in den weiteren Regionen, den Lowlands, Campbeltown und der Insel Islay werden jeweils charakteristische Whiskys produziert, und auch auf den Inneren Hebriden – auf der Isle of Skye – und draußen auf den Orkney-Inseln gibt es Brennereien.

Während die Whiskys aus der Speyside eher mild sind, gelten die Whiskys von der Insel Islay (gesprochen Eilah) als die kräftigsten und rauchigsten. Der Geschmack von Laphroaig z. B. wird als „medizinisch, an Desinfektionsmittel erinnernd“ beschrieben und ist nichts für Einsteiger! Talisker, die einzige Brennerei auf Skye, produziert einen rauchigen, herben Single Malt, der nach Gras und Salz schmeckt, ein rauher Geselle mit pfeffrig scharfem Abgang, der nicht jedermanns Sache ist.

Schottland exportiert jährlich über 700 Mio. Flaschen, hauptsächlich in die USA, nach Frankreich, Spanien und Japan.

Jim Dunbar von der Edradour-Brennerei in Pitlochry sagt: „Am besten hat man drei Whisky-Sorten im Hause: einen preiswerten Blend für Leute, die man nicht mag, einen guten Vat für die Freunde, und einen Single Malt für sich selbst.“

Irischer Whiskey

Für irischen Whiskey wird kein Torffeuer verwendet, er ist daher milder als die meisten schottischen Whiskys. Auch wird der irische Whiskey traditionell dreifach destilliert.

Die meisten irischen Whiskeys sind blends, jedoch werden in letzter Zeit auch verstärkt Single Malts angeboten. Als weitere Qualitätsbezeichnungen findet man Pure Pot Still, was die alleinige Verwendung der sog. Pot Still Destillationsanlage beschreibt.

Das Blending irischer Whiskey unterscheidet sich vom Blending schottischer Whiskies dadurch, dass vor allem durch die Kombination verschiedener Reifeprozesse in verschiedenartigen Fasstypen (Sherry-, Bourbon-, Portweinfässer) der Geschmack beeinflusst wird. Daher spricht man in Irland auch vom Vatting (von engl. Vat = Fass).

Bekannte Blends sind:

Bekannte Single Malts sind:

Amerikanischer Whiskey (Bourbon, Rye, Tennessee Whiskey)

Amerikanischer Whisky wird aus Roggen, Mais, Gerste oder (seltener) Weizen hergestellt; die Zusammensetzung der Getreidesorten unterscheidet sich regional.

Ein Bourbon ist ein Whisky, der aus mindestens 51% Mais hergestellt wird. Die meisten Hersteller bevorzugen einen Maisanteil in der Maische von etwa 65-75%. Darüberhinaus gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Lagerzeit von 2 Jahren, die in neuen, innen angekohlten Weißeichenfässern absolviert werden muss. Die Verwendung von frischen Eichenfässern, die dem Bourbon einen guten Teil seines Geschmacks verleit, wurde nicht etwa des Geschmackes wegen eingeführt. Vielmehr wollte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts strukturschwache Regionen mit üppigen Wäldern (z.B. Arkansas) wirtschaftlich unterstützen. Die Bezeichnung stammt vom Landkreis Bourbon in Kentucky, wo die ersten Whiskeys in Amerika gebrannt wurden.

Rye Whiskey oder einfach nur Rye ist der von vielen Kennern als intensiver und würziger beschriebene Bruder des Bourbon, dessen Maische zumindest 51% Roggen enthalten muss. Er war der ursprüngliche Whisky in ganz Nordamerika. Erst zum Ende der Prohibition wurde er von Bourbon bzw. Tennessee Whisky an Popularität überholt und ist heute beinahe eine Seltenheit.

Tennessee Whiskey aus Tennessee stammt zu mindestens 51% aus Mais und zu mindestens 20% aus Roggen, Weizen oder Gerste. Er wird vor der Fasslagerung -- ähnlich wie Wodka -- über Aktivkohle gefiltert, was ihn sehr mild macht.

Bekannte Marken sind:

Maker's Mark wird seit 1953 in der Nähe von Loretto, Kentucky, von der Brennerfamilie Samuels in vergleichsweise kleinen Mengen (20 bis 40 Barrels pro Tag) hergestellt. Er gilt unter Liebhabern als der eleganteste aller Bourbon.

Gelegentlich als Whiskey bezeichnet, zählt der Southern Comfort zu den Whiskeylikören. Er ist eine Mischung aus Bourbon und Pfirsichlikör mit Zusätzen aus Pfirsichen, Zitrusfrüchten und Gewürzen. 1874 erfand der Barkeeper Martin Wilkes Heron in New Orleans einen Cocktail mit dem Namen Cuffs and Buttons als Gegenstück zu dem damals beliebten Hats and Tails und vermarktete ab 1889 eine Weiterentwicklung dieses Cocktails als Southern Comfort.

Kanadischer Whisky (Canadian)

Als Grundlage für kanadischen Whisky wird hauptsächlich Roggen verwendet, jedoch kann er aus sehr vielen unterschiedlichen Bestandteilen bestehen, auch Zusätze von Sherry, Obstwein oder Fruchtsäfte sind in geringem Maße (bis zu 2 %) erlaubt. Im Gegensatz zu seinen Verwandten aus den USA ist er zu allermeist ein Blended Whisky, d.h. ein Verschnitt aus Bränden verschiedener Distillerien. In den meisten Whisky-haltigen Cocktails gilt Canadian als beste Wahl, da er besser mit anderen Zutaten harmoniert. Bekannteste Marken sind

Japanischer Whisky

Seit Mitte der 80er-Jahre wird auch in Japan – vor allem im kühleren Norden des Landes, wo kein Reisanbau möglich ist – Single Malt produziert. Als Vorbild dient dabei der schottische Maltwhisky. Japanischer Whisky ist auf Grund seiner guten Qualität in Japan selbst recht beliebt, aber auch im Ausland werden diese Whiskys in letzter Zeit verstärkt angeboten. Marken:

Das Interesse der Japaner am schottischen Nationalgetränk ging so weit, dass sie sich in einige schottische Brennereien einkauften.

Deutscher Whisky

Es gibt nur zaghafte Versuche, in Deutschland eigene Whiskysorten herzustellen, die bekanntesten deutschen Whiskys sind Blends ausländischer Whiskys mit Bränden aus anderen Getreidesorten, z. B.

Auf der schwäbischen Alb jedoch gibt es eine Destillerie, in der ein Grain Whisky aus Weizen und Gerstenmalz gebrannt wird In Witten an der Ruhr wird von der Destillerie Sonnenschein ein 10 Jahre alter Single Malt Whisky gebrannt. Auch ein

Schweizer Whisky

Bis 1999 war es in der Schweiz strengstens verboten, aus Getreide oder Kartoffeln Hochprozentiges herzustellen. Das entsprechende Gesetz wurde am 1. Juli 1999 aufgehoben, und noch am selben Tag wurde in Lauwil der erste Whisky destilliert. Der Bauernhof Die Holle ist wohl die kleinste Whiskybrennerei der Welt und der einzige Betrieb, der Bio-Whisky aus biologisch angebauter Gerste herstellt. Der Whisky reift in alten Rot- und Weißweinfässern.

In Baar wird ein Single Malt hergestellt, der seit 2002 unter dem Namen

Österreichischer Whisky

In Österreich gibt es ebenfalls Experimente, einen Single Malt Whisky herzustellen. Seit November 2002 wird der

Andere Länder

Auch in Frankreich, Indien, Neuseeland und Australien wird Whisky hergestellt. In Thailand wird ein Whisky aus Reis angeboten. Bekannte Whiskymarken dieser Länder sind:

Herstellungsverfahren

Das Getreide für den Whisky wird zunächst teilweise gemalzt. Dafür lässt man es in Wasser ankeimen und trocknet es dann über Hitze, um die Keimung zu stoppen. In Schottland wird dazu häufig ein Torffeuer benutzt, wodurch der Rauchgeschmack mancher Whiskys entsteht.

Anschließend wird das Malz geschrotet und mit warmem Wasser vermischt. Dieser Vorgang wird maischen genannt. Die Maische wird anschließend in einem Gärbehälter mit Hefe versetzt und vergoren.

Die vergorene sog. Würze wird in einer Brennblase oder einem säulenförmigen Brennapparat erhitzt. Dabei verdunstet der enthaltene Alkohol, der aufgefangen und schließlich in Fässern gelagert wird.

Single Malt wird dabei in kupfernen Brennblasen (pot still) destilliert, deren Form an einen Kessel mit Schwanenhals erinnert. Andere Whiskyarten werden meist in säulenförmigen Brennapparaten (patent still, coffey still) destilliert, die gründlicher brennen, aber einen weniger geschmacksintensiven Alkohol produzieren. Brennblasen erzeugen ein Destillat mit 60—75 Vol.-% Alkohol, in den patent stills werden bis zu 95 Vol.-% erreicht.

Das Brennen eines guten Whiskys gilt als Kunst. Die Form der still, das Material, die Temperatur – alles hat Einfluss auf den Geschmack des Whiskys. Malt-Whisky wird meist zweimal in verbundenen pot stills destilliert, in Irland und in einigen Brennereien der Lowlands Schottlands wird dreimal destilliert.

Der entstandene Brannt wird auf Fässer abgefüllt und gelagert. Bei der Lagerung verdunstet pro Jahr bis zu 2,5 % des enthaltenen Alkohols, der sog. angels' share (Anteil der Engel).

Whisky als Genussmittel

Whisky on the rocks, Whisky auf Eis, ist für einen guten Whisky eine Greueltat: Durch die Kälte werden die aromagebenden "Fuselöle" niedergeschlagen, der Whisky wird sichtbar trübe, und das Aroma ist ruiniert. Durch das Servieren auf Eis können allenfalls ganz minderwertige Whisk(e)ys etwas erträglicher gemacht werden. Guter Whisky soll wie guter Cognac wohltemperiert serviert werden, damit sich die Geruchs- und Geschmacksstoffe voll entfalten können.

Die Meinungen darüber, ob dem Whisky zum Trinken Wasser zugesetzt werden soll oder nicht, gehen auseinander. Bei den meisten erhältlichen Whiskys ist die Frage ohnehin akademischer Natur, da die im Handel erhältlichen Sorten mit 40 Vol.-% bzw. 43 Vol.-% Alkohol schon mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt wurden.

Whiskys, die in Fassstärke (um 60 Vol.-% Alkohol) abgefüllt wurden, sind dagegen ohne Zugabe von Wasser häufig zu stark, um sie wirklich genießen zu können. Durch Zugabe von Wasser werden die Schärfe des Alkohols gemindert und die Aromen des Whiskys freigesetzt.

Man sollte zum Verdünnen ein qualitativ hochwertiges, weiches, kohlensäurefreies Wasser verwenden. Das Verwenden von echtem schottischem Quellwasser gilt den Einen als stilecht, den Anderen als snobistisch. Gegen normales, gutes Leitungswasser oder Tafelwasser ist eigentlich nichts einzuwenden. Man sollte die Variante bevorzugen, die einem persönlich am besten schmeckt, und das kann sogar je nach Whisky unterschiedlich sein.

Schotten und Iren trinken ihren Whisk(e)y selbst häufig im Verhältnis von etwa 1:1 mit Wasser verdünnt.

In Cocktails sollte man zwar guten Whisky verwenden, aber Single Malts sollten tabu sein. Sie sind durch ihren häufig rauchigen Charakter sowieso recht ungeeignet. Leichtere Sorten wie Canadian Whisky eignen sich gut. Bourbon Whiskey wird auch in Sours verwendet, da der Geschmack anderer Whisk(e)ys mit sauren Zusätzen nicht gut harmoniert.

Qualitätskriterien

Die Frage nach einem "guten" Whisky ist nicht endgültig zu entscheiden. Vorrang hat der persönliche Geschmack. Trotzdem lassen sich einige Qualitätskriterien aufstellen, die die Suche nach einem "guten" Whisky lenken können. Im Folgenden sind die wichtigsten Merkmale erläutert.

Single Malt Whisky

Single Malt Whisky ist unverschnittener, d.h. ausschließlich aus gemälzter, d.h. gekeimter und gedarrter Gerste. Er stammt aus einer einzigen Destillery. Wesen und Charakter des Whiskys werden von den regionalen Besonderheiten des Herstellungsortes bestimmt.

Lieferant für die Gerste

Aus ökonomischen Gründen kann heute nicht mehr jede Destillery ihre eigene Gerste anbauen. Insofern die Gerste bzw. das Malz von einem zentralen Lieferanten gestellt wird, wird der Aspekt der örtlichen Besonderheit des Whiskys fraglich.

Altersangabe

Die Mindestdauer für die Fassreifung beträgt drei Jahre. Erst nach diesem Zeitraum darf das Produkt Whisky genannt werden. Oft werden Whiskys mit einer Altersangabe wie "10yo (10 years old)" verkauft. Diese Angabe bezieht sich nur auf die Lagerung im Fass, selbst wenn ein zehnjähriger Whisky noch weitere zehn Jahre abgefüllt in der Flasche gelagert wird, bleibt die Altersangabe bestehen. Weiterhin bedeutet diese Angabe auch nicht, dass alle verwendeten Whiskys genau zehn Jahre alt sein müssen, es gilt immer der jüngste verwendete Whisky als Alter.

Art des Fasses für die Lagerung

Die Art des Fasses, d.h. Holztyp (z.B. Eiche), Herkunftsland des Holzes, Alter und welche Nutzung das Fass vor der Abfüllung hatte (z.B. wurde bisher Sherry darin gelagert) sind wesentliche Merkmale, die auf den Geschmack des Endproduktes (Whisky) Einfluss haben.

Fassstärkeabfüllung (Cask Strength)

Wird ein Whisky als Cask Strength verkauft, heißt das, dass dem Whisky nach der Lagerung kein Wasser zugesetzt wurde, um ihn auf einen bestimmten Alkoholgehalt zu bringen. Je nach Lagerung und Alter besitzt ein Whisky eine Cask Strength von 55–70%. Meist werden Cask Strength von unabhängigen Abfüllern angeboten, es finden sich aber auch immer mehr Brennereiabfüllungen in Cask Strength auf dem Markt.

Single Cask

Da jedes Fass dem Whisky einen anderen Geschmack gibt, ist es auch bei Single-Malt-Whiskys üblich, dass Whiskys aus mehreren Fässern gemischt werden, um einen bestimmten einheitlichen Geschmack innerhalb einer Abfüllung zu erreichen. Manchmal ist jedoch bereits der Whisky eines einzelnen Fasses so gut, dass er ohne Mischen mit einem anderen Fass verkauft werden kann. In diesem Fall spricht man von Single Cask Whisky.

Anzahl Destillationen

Die meisten Whiskys werden 2-fach destilliert. Es gibt aber auch 3-fach Destillationen (z.B. Auchentoshen).

Farbstoffzusatz

Der Zusatz von Farbstoffen dient der einheitlichen Farbgebung. Zusätze müssen gemäß EU-Richtlinie auf den Flaschen kenntlich gemacht werden und nicht zwingend auf der Verpackung. Die Wahl des Farbstoffs sollte das Aroma des Whiskys nicht beeinflussen.

Kaltfilterung

Da Nicht-Kaltgefilteter Whisky ("Un-Chillfiltration") durch Kühlung (z.B. im Kühlschrank) ausflockt und zu einer Trübung führt, erfolgt in einigen Destillerien zusätzlich zur notwendigen Filterung eine sogenannte Kaltfilterunge. Die Kaltfilterung ("Chillfiltration") entzieht dem Whisky unnötigerweise Aromastoffe.

Vatted Malt Whisky

Vatted Malts sind Whiskys verschiedener Destillerien (nicht unbedingt verschiedener Eigentümer), die als Single Malts gemischt werden. Diese werden in der Regel zunächst in Fässern vermischt und eine weitere Zeit gelagert, um die Whiskys miteinander zu "verheiraten".

Blended Whisky

Blended Whiskys stellen einen Verschnitt aus Single Malts (aus gemälzter Gerste) und sogenannten Grain Whiskys dar. Grain Whiskys bestehen aus ungemälztem Getreide, z.B. Weizen, Mais oder auch Gerste. Das Blending selber wird als künstlerischer Akt des Blendmeisters verstanden und kann zu qualitativ hochwertigen Produkten führen.

Fazit

Es ist keine leichte Aufgabe, einen Whisky zu bekommen, der Aber selbst wenn es einem gelingen sollte, so stellen alle Qualitätskriterien zusammengenommen keinesfalls sicher, dass einem dieser Whisky persönlich auch schmeckt.

Alkoholgehalt

Proof ist eine veraltete Einheit für den Alkoholgehalt. In den USA entspricht 1 Proof einem Alkoholgehalt von 0,5% vol., beim Britischen Proof entspricht 1 Proof 0,57% vol. Scotch Whisky wird oft mit 70 Brit. Proof = 40% vol. oder 100 Brit. Proof = 57,15% vol. angeboten.

Literatur

Weblinks

siehe auch: Single-Malt-Whisky, Whiskey-Rebellion, Liste der schottischen Brennereien




     
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