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Western



Der Western ist ein Kino-Genre. Eines seiner wesentlichen Merkmale ist sein Handlungsort und die Zeit: Der westliche Teil des nordamerikanischen Kontinents während seiner Besiedlung durch die von Osten kommenden europäischen Siedler. An das Ende des klassischen Westerns schloss sich nahtlos Ende der Sechziger und Anfang der Siebzigern der Spät-Western und Italo-Western an, die wesentlich schonungsloser, zynischer und auch zuweilen realistischer mit ihrem Sujet umgehen. Seit dem folgte mit den Filmen Der mit dem Wolf tanzt, Erbarmungslos, Dead Man und The Mission in regelmässigen Abständen ein Revival des immer wieder todgesagten Genres.

Table of contents
1 Frontier Land
2 Fiktion und Wirklichkeit
3 Wichtige Regisseure
4 Bekannte Darsteller
5 Bekannte Filmkomponistenen
6 Varianten

Frontier Land

Im Zentrum des Western steht die Besiedlung des so genannte "frontier land". Mit dieser "frontier" ist allerdings nicht nur die sich stetig nach Westen verschiebende Grenze der Fallensteller, Trapper, Goldsucher, Siedler und Viezüchter gemeint, tatsächlich geht es um die Konfrontation mit dem eigenen Ich – um eine Grenzerfahrung in zweifachem Sinn also, eine, die sich auf einer tatsächlichen,geographischen und eine die sich auf einer metaphysischen, individuellen Ebene abspielt. Der Cowboy, Trapper oder Pfadfinder, dessen Urtypus David Crocket und Daniel Boone darstellen und der stets im Mittelpunkt der Handlung steht, ist eine in seinen moralischen Werten vom mittelalterlichen Ritter abgeleitete, zutiefst romantische Figur. Wie sich der Ritter von Reiter ableitet und der Chevalier von Chevall ist der Westmann ohne sein Pferd undenkbar. Damit und mit seinem fransengeschmückten Lederanzug ist er der Natur näher als der bürgerlichen Gesellschaft, die sich in der Zeit der Industrialisierung/Besiedlung des Westens krakenartig ausbreitet. Auch wenn er für sie auskunschaftet und ihr vorauseilt, ihre Planwagen-Tecks anführt, sie damit unweigerlich hinter sich herzieht, so lehnt er sie doch im Herzen ab und befindet sich im gleichen Maße auf der Flucht vor ihr. Die Gesetze, denen er folgt, bezieht er nicht aus den Gesetzbüchern der Städte, er leitet sie scheinbar direkt von Gott und aus der Natur ab. Der Begriff Outlaw, jemand also der sich außerhalb der Gesetze stellt, hat nicht nur auf Grund der tief im amerikanischen Bewusstsein verankerten Vorliebe für Gesetzesbrecher und Gangster eine positive Färbung, auch der positive Held des Western ist auf seine Art stets ein "Outlaw" – und damit muss er unweigerlich in Konflikt mit der Gesellschaft geraten.
In High Noon, Höhepunkt des klassischen Western und vielfach als erster Spätwestern ausgewiesen, ist es Gary Cooper als Will Kane, der den ganzen Film über versucht sich in die Gesellschaft einzugliedern. Gerade hat er statt der wilden Helen Ramirez die von Grace Kelly gespielte Quäckerin Amy geheiratet, als ihn die Vergangenheit in Form des Banditen Frank Miller einholt. Er wird von den Bewohnern der Stadt im Stich gelassen, muss einsehen, dass sein Plan zum Scheitern verurteilt ist. Auf sich allein gestellt besiegt er seinen Alter Ego, seine unterdrückte, dunkele Seite, die aber gleichfalls triumphiert, ihm vorführt, dass er mit seinem ewigen innern Kampf für die zivilisierte Gesellschaft nicht geschaffen ist.

Diese Freiheit in der Konfrontation mit dem eigenen ich jenseits der alles regelnden Zivilisation zu triumphieren ist der eigentliche Kern der zum Gründungsmythos der Vereinigten Staaten im Western verklärten Besiedlung des Westens. Im Spätwestern wird dieser Verlust dieser Freiheit immer wieder thematisiert, das letzte Stück Land ist besiedelt, das letzte Wildpferd gefangen, Automobile und Maschinengewehre halten Einzug. Bald wird man die Handlung an den letzten unzivilisierten Ort verlegen müssen, den es noch gibt, den Weltraum. So ist es weder die Bezeichnung "Space Cowboy" ein Zufall, noch dass der Science-Fiction-Film den Western im Kino ablöst.
In Sam Peckinpahs The Wild Bunch, der nicht zufällig in Mexiko spielt, geht es um eine von Pike (William Holdon) angeführte Bande scheinbar gewissenloser Outlaws, die von seinem alten Freund Thornton (Robert Ryan), einem ehemaligen Mitglied der "Wild Bunch", gejagt werden. In jeder Szene jedoch merkt man Thornton an, dass er lieber an Pikes Seite reiten würde, statt eine Horde, zwar auf der Seite des Gesetzes stehender, aber zutiefs unmoralischer Kopfgeldjäger anzuführen. Thornton, Pike und seine "Wild Bunch" sind gealterte Dinosaurier, in einer Szene fällt Pike sogar vom Pferd, die von der modernen Zeit überlebt wurden. Sie sind hässlich, schmutzig, skrupellos und unsympatisch, aber an einer Stelle ihres Herzens besitzen sie etwas, dass in entscheidenden Situationen ihr Handeln bestimmt. Im zentralen Moment, dem Dreh- und Angelpunkt des Films, wählen sie in in einem Augenblick persönlicher Freiheit mit einem kurzen "lets go" den sicheren Tod, statt Geld und Überleben. Statt davonzureiten kehren sie, die in keinem Falle mehr eine Zukunft haben, in die Festung des mexikanischen Generals Mapache zurück, um ihren Freund "Angel" zu befreien und dabei den sicheren Tod zu finden.

Fiktion und Wirklichkeit

Cowboy und Westernheld sind Kunstschöpfungen der Populärkultur, die nicht nachträglich, sondern im selben Moment erfunden wurden, als ihre Vorbilder im Westen das Land erkundeten. Der Stenograf des Revolverhelden Duke of Death in Erbarmungslos ist historische Realität. Der berühmte Kid Carson wurde von einem solchen Begleiter für die Groschenhefte der Ostküste zur Romanfigur aufgebaut. Eine reale Figur namens Deadwood Dick hat es nicht gegeben, aber als zunehmend Leser der Deadwood-Dick-Geschichten nach Deadwood zu pilgern begannen, nahm man dort die Produktion von Postkarten mit dem vermeintlichen Konterfei des Westerners auf. Eine geradezu einmalige Rolle in der Geschichte der Entwicklung der amerikanischen Populärkultur nimmt Buffalo Bill mit seinem Zirkus ein. Vor Publikum spielt er dort exakt die Abenteuer nach, die er kurz darauf, nachdem er hutschwenkend aus der Manege in die weite Prärie hinausgaloppiert ist, tatsächlich in der Realität erlebt – und umgekehrt – eine nie wiederkehrende Deckungsgleichheit von Fiktion und Realität. Bei seinem legendären "Rough Rider Congress" ist diese Verquickung ebenfalls nicht mehr zu entwirren, übten die Cowboys ihre Revolver-, Lasso- und Pferdetricks nur, um in Buffalo Bills Show aufzutreten, oder war dies tatsächlich Bestandteil ihres täglichen Lebens im Wilden Westen? Buffalo Bills Wild West Show gastierte mit ihrem Programm auch in Europa und sorgte damit lange vor dem Film für eine weite Verbreitung des Wild-West-Mythos, kann damit, zusammen mit den Dime and Nickel Novels der Ostküste aus dem Hause Beadle & Adams; als Vorläufer des Western-Films angesehen werden.

Wichtige Regisseure

Bekannte Darsteller

Bekannte Filmkomponistenen

Varianten




     
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