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Very Large Telescope



Allgemeines

Das Very Large Telescope (VLT) ist ein aus vier Einzelteleskopen bestehendes astronomisches Großteleskop, die zusammengeschaltet werden können. Es wird vom European Southern Observatory in Chile auf dem Cerro Paranal betrieben. Das VLT ist für Beobachtungen im sichtbaren Licht sowie im nahen Infrarot ausgerichtet. Als Erstausstattung sind zehn wissenschaftliche Instrumente vorgesehen, von denen Mitte 2004 sieben fertiggestellt sind. Dabei handelt es sich um Kameras und Spektrographen für die verschiedenen Spektralbereiche. Es ist geplant, die vier Teleskope mit Hilfe des VLTI (VLT-Interferometer) zu nutzen. Das wird etwa ab 2006 möglich sein, wenn auch die vier 1,8-m-Hilfsteleskope fertiggestellt sein werden. Dabei wird soviel Licht gesammelt wie in einem einzelnen 16-m-Teleskop und die Auflösung eines 200-m-Teleskops erreicht. Daneben können die Teleskope auch einzeln genutzt werden. Im Endausbau wird das Teleskop bei interferometrischer Nutzung eine Auflösung von einer halben Millibogensekunde erreichen und damit das mit Abstand leistungsfähige Teleskop überhaupt sein.

Es ist dem Very Large Telescope in den vergangenen Jahren bereits gelungen, die bisher unerreichten Auflösungen des Hubble Teleskopss zu übertreffen. Dessen Vorteil lag seit Anfang der 1990er Jahre darin, dass die Aufnahmen nicht durch eine störende Atmosphäre verschlechtert werden. Mit Hilfe von adaptiver und aktiver Optik konnte diese Beeinträchtigung aber mittlerweile nahezu ausgeglichen werden, so dass heutige VLT-Aufnahmen Hubble-Bildern zum Teil in nichts nachstehen.

Die Teleskope

Die vier einzelnen Teleskope werden als "Unit Telescopes" (UT) bezeichnet. Sie sind im wesentlichen baugleiche Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskope und haben einen Hauptspiegeldurchmesser von jeweils 8,2 Metern. Damit sind es die größten aus einem Stück gefertigten astronomischen Spiegel der Welt. Größere Teleskope haben durchweg segmentierte Spiegel. Die Teleskope sind azimutal montiert. Die Spiegel sind mit nur 18 Zentimetern Dicke zu dünn, um ohne hydraulische Unterstützung durch eine aktive Optik in Form zu bleiben, wenn sich das Teleskop bewegt. Die einzelnen UTs wurden in der Sprache der Mapuche-Indianer Antu (Sonne), Kueyen (Mond), Melipal (Kreuz des Südens) und Yepun (Venus) getauft

Jedes UT hat vier Fokalpunkte, an denen Instrumente montiert werden können: einen Cassegrainfokus, zwei Nasmythfokii und einen Coudefokus. Die Coudefokii aller Teleskope liegen in einem gemeinsamen Raum und können entweder inkohärent oder kohärent kombiniert werden. Ersteres ergibt eine größere Lichtsammelkapazität, letzteres ermöglicht ein weit besseres Auflösungsvermögen als mit nur einem Teleskop durch Interferometrie, äquivalent zu einem radioastronomischen Interferometer.

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