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Vaginalverkehr



Unter Vaginalverkehr (oder auch Verkehr, von lateinisch vagina Scheide) versteht man das Einführen des erigierten männlichen Penis in die Scheide der Frau.

Voraussetzung für den Vaginalverkehr ist die Erektion des Mannes und die Feuchtigkeit der Vagina (im Volksmund feucht sein), die entweder durch natürliche Sekretion bei sexueller Erregung entsteht, oder durch so genannte Gleitcremes o.Ä. herbeigeführt werden kann. Der Vaginalverkehr mit Samenerguss des Mannes ist die Voraussetzung für eine natürliche Zeugung von Nachkommen.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Vaginalverkehr wird von vielen als die "normale" Form des Geschlechtsverkehrs zwischen heterosexuellen Partnern betrachtet, ist jedoch in der westlichen Kultur längst nicht die einzige gesellschaftlich akzeptierte. Je nach moralischen Vorstellungen kann die Ehe Voraussetzung für den Verkehr sein. Hygienische oder kulturelle Gründe bedingen oft einen Verzicht auf Verkehr während der Menstruation der Frau, wobei natürlich andere Handlungen, wie z.B. einfaches Streicheln, weiterhin praktiziert werden können.

Häufigkeit und Wunsch nach Verkehr

Die Häufigkeit des Verkehrs eines Menschen hängt, neben dem Wunsch des Partners, von der Stärke des eigenen Sexualtriebs ab. Der Sexualtrieb selbst ist einerseits individuell verschieden, daneben aber auch durch die Sexualhormone (Testosteron) gesteuert. Im Alter nimmt mit sinkendem Sexualtrieb auch die Häufigkeit des Verkehrs ab. Zwischen Männern und Frauen lässt sich ein Unterschied des Wunsches nach Verkehr mit dem Alter feststellen: Der männliche Sexualtrieb ist im Jahrzehnt nach der Pubertät am höchsten, der weibliche oft später im Übergang von 2. ins 3. Lebensjahrzehnt. Sexuelle Störungen, die den Verkehr erschweren, werden bei Frauen als Libidominderung, Hyporgasmie oder Vaginismus bezeichent. Bei Männern wird von Libidoabnahme, Erektionsschwäche und Ejakulationsstörungen gesprochen, Ärzte bezeichnen dies zusammenfassend als Hypogonadismus.

Infektionsgefahren

Beim Vaginalverkehr kann es zu einer HIV-Infektion oder einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung kommen, wenn der andere Geschlechtspartner infiziert ist. Allerdings ist dabei die Übertragung vom Mann auf die Frau durch deren Verletzbarkeit wahrscheinlicher als umgekehrt. Vaginalverkehr während der Regelblutung erhöht das Risiko für beide Partner. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch, wenn krankhafte Veränderungen oder Wunden in der Scheide oder am Penis vorliegen. Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, sollte man sich beim Vaginalverkehr mit unbekannten Personen auf jeden Fall durch die Verwendung von Kondomen schützen.

Sexuelle Lust

Mehrere Studien in der Sexualforschung, die u.A. in Großbritannien und den USA durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass fast die Hälfte aller Frauen andere Formen der Sexualität dem Vaginalverkehr vorziehen würden. Dafür können psychologische oder medizinische Gründe die Ursache sein (Frigidität resp. Vaginismus) bzw. kann die Stimulation der Klitoris einfach als befriedigender empfunden werden. Um die Stimulation beider Sexualpartner zu maximieren, auch wenn Kondome verwendet werden, ist es ratsam die Vaginalmuskulatur, speziell den Pubococcygeus zu Trainieren. Besonders bei Prostituierten ist dieses Wissen eine erweiterte Garantie ihre Klienten zu stetigen Kunden zu machen. Die muskulare Verengung trägt mit der dadurch erhöhten Sensitivität auch zum leichteren Erreichen des Orgasmus der Frau bei.

Vaginalverkehr aus Sicht radikaler Feministinnen

Einige Feministinnen lehnen Vaginalverkehr prinzipiell ab, da diese Form der Sexualität ihrer Ansicht nach in jedem Fall mit einer Vergewaltigung gleichzusetzen sei. Andere (u.A. Alice Schwarzer in "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen") argumentieren, dass der Vaginalverkehr eine Form der Machtausübung des Mannes über die Frau sei.

Literatur

siehe auch: Sex, Enthaltsamkeit, Coitus interruptus




     
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