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Titan (Rakete)



Die Titan-Rakete ist eine Rakete, die ursprünglich als militärische Interkontinentalrakete gebaut wurde, jedoch später ihre Hauptanwendung als Trägerrakete in der Raumfahrt fand. Sie war von den USA eigentlich als Ersatz für die Atlas-Rakete konzipiert. Durch vielfältige Modifikationen entstand eine ganze Familie von Raketen.

Die Entwicklung begann 1955. Aufgrund der mangelnden Zuverlässigkeit und der langen Verzögerung beim Start wurde sie vom Militär nicht gerade geschätzt. Schon während der Erprobung der Titan I wurde deshalb mit der Entwicklung der Titan II begonnen, die über einen anderen Treibstoff verfügt.

Neben dem Militär interessierte sich schon frühzeitig die NASA für die Rakete. Sie wählte im November 1963 die Titan II als Träger der zweisitzigen Gemini Raumschiffe, da kein anderer Träger zu diesem Zeitpunkt eine solche Nutzlast (3,6 t) tragen konnten. Sie diente in abgewandelter Form auch als Träger für verschiendene unbemannte militärische Satelliten.

Als Weiterentwicklung der Titan II wurde ab 1962 eine Variante für die US Air Force entwickelt, die über eine zusätzliche Drittstufe verfügen sollte. Je nach eingesetzter Oberstufe hießen diese Varianten Titan IIIA (mit Transtage) oder Titan IIIB (mit Agena-D). Mitte der 1970er Jahre wurde auch die Erststufe der Titan III weiter verbessert (Titan 34B).

Der nächste Entwicklungssprung bestand in der Titan IIIC, die durch zwei seitlich angebrachte große Feststoffbooster und modifizierte Erststufen über eine wesentlich höhere Nutzlast (> 12 t) verfügte. Sie wurde ab 1965 eingesetzt und konnte Satelliten in geostationäre Umlaufbahnen bringen. Es folgten Titan IIID (IIIC ohne Oberstufe ab 1971) und die Variante Titan IIIE (mit neuer Oberstufe und anderem Treibstoff für Erst- und Zweitstufe ab 1974) für die NASA. Sie konnte 15 t in eine niedrige Umlaufbahn und 3,4 t in einen geostationären Orbit bringen.

Danach sollte die Titan eigentlich vom Space Shuttle abgelöst werden. Da sich das Shuttle-Programm jedoch verzögerte und dennoch schwere Lasten in den Orbit transportiert werden sollten, wurde die Titan 34D entwickelt. Sie hatte ihren Erststart am 30. Oktober 1982 und konnte 14,5 t in eine niedrige Umlaufbahn bringen.

Aber auch nach dem erfolgreichen Start des Shuttle-Programms waren die Tage der Titan noch nicht gezählt. Durch Startverzögerungen und erst recht seit der Challengerkatastrophe wurde die Titan IV in Planung genommen. Am 14. Juni 1989 hob die neue Rakete zum Jungfernflug ab. Sie konnte durch eine verbesserte Oberstufe (Centaur) fast 18 t in einen niedrigen Orbit und bis zu 4,5 t in einen geostationären Orbit bringen.

Die aktuell letzte Stufe des Programms ist Titan IVB. Sie wurde als Träger für besonders schwere Lasten konzipiert und unterscheidet sich von der Titan IV durch vergrößerte Feststoffbooster. Dadurch ist sie in der Lage 21 t in eine niedrige und 5,5 t in eine geostationäre Umlaufbahn zu bringen. Sie startete erstmalig am 23. Februar 1993.

Der letzte Start einer Titan Rakete ist für Anfang 2005 geplant.

Titan Daten
Titan II Titan III (Titan IIIA) Titan IVA (Titan IVA 34D7) Titan IVB
Erstflug 08.04.1964 01.09.1964 08.06.1990 22.05.1999
Gesamtmasse (Treibstoff) 151 t (137 t) 173 t (158 t) 860 t (733 t) 924 t (811 t)
Nutzlast NEO 3,8 t 3,5 t 17,7 t 21,7 t (5,7 t GEO)
Höhe 32 m 39 m 50 m 51 m
max. Durchmesser 3,05 m 3,05 m 5,1 m 4,3 m
Startschub 1.912 kN 1.941 kN 11.230 kN 13.531 kN
Treibstoff

Aerozine 50/N2O4

Aerozine 50/N2O4

Aerozine 50/N2O4, Feststoff (HTPB)

Aerozine 50/N2O4, Feststoff (HTPB)

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