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Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe



Thüringisch-Obersächsisch ist eine Dialektgruppe des Mitteldeutschen, deren Dialekte ursprünglich nur Thüringisch genannt wurden und heute umgangssprachlich, aber sprachwissenschaftlich falsch, als Sächsisch bekannt sind. Thüringisch-Obersächsisch wird überwiegend in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gesprochen.

Table of contents
1 Besonderheiten
2 Dialekte bzw. Mundarten
3 Weblinks
4 Siehe auch:

Besonderheiten

Es gibt in dem Sprachraum weite regionale Unterschiede, die auf die Ausgleichssprache (Kolonialdialekt) der im Mittelalter eigewanderten Franken, Thüringer und Sachsen (Nieder-Sachsen) zurückgehen, deren Ostkolonisation etwa um 1100 begann. Sprachformen des Obersächsischen, das so genannte "Meißner Kanzleideutsch", und reichlich mittelhochdeutsches Wortgut war die Schriftsprache von Martin Luther, die als wesentliche Grundlage der hochdeutschen Sprache gilt.

Gekennzeichnet ist das Thüringisch-Obersächsische durch eine Entrundung der Vokale, Palatisierung der Konsonanten "p", "t" und "k", eine stark differenzierte Aussprache des G-Lautes (vor allem in den sachsen-anhaltinischen und nordthüringischen Gebieten) und eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte melodische Betonung im Satz. Die zweite deutsche Lautverschiebung kam in diesem Raum in sehr von einander abweichenden Positionen im Hinblick auf einzelne Elemente zum Stehen. Basilekte werden kaum noch gesprochen. Die fließend erscheinenden Übergangsstufen zwischen Dialekt und Hochdeutschem, also Formen des Mesolektes, können sich auf bis zu fünf oder sieben belaufen.

Dialekte bzw. Mundarten

Das "Linguasphere Register" (Ausgabe 1999/2000, Seite 431-432) führt unter Thüringisch-Obersächsisch zwölf unterschiedliche Dialekte auf:

Das sich im östlichen Kursachsen und in der Lausitz vermischende Meißenische und Ostmitteldeutsche nahmen auch die im Land verbliebenden Slawen an; lediglich in der Lausitz wird noch eine westslawische Sprache, das Sorbische, bis in unsere Zeit gesprochen. Andererseits wanderte slawisches Wortgut ins Deutsche (z.B. Grenze), so dass auch das Sorbische seinen Anteil an der Ausbildung des Thüringisch-Obersächsischen hat.

Meißenisch, fälschlicherweise Sächsisch genannt, (da sächsisch/niedersächsisch die Sprache des Stammes der Sachsen ist) findet gelegentlich Anwendung im Kabarett sowie bei Comedians. Es wird eingesetzt, um Personen aus der ehemaligen DDR darzustellen oder um die nicht wenigen kulturell-mentalen, meist politisch-historisch bedingten Differenzen zwischen dem ehemaligen Preußen (Berlin und Brandenburg) und Kursachsen (mit den kulturellen Zentren Dresden, Leipzig und Chemnitz) sketchhaft zu skizzieren. Nicht selten sind die Sprecher jedoch keine gebürtigen Kursachsen und imitieren das Meißenische oder Osterländische in unterschiedlicher Qualität, somit wird dadurch ein falsches Bild dieses Sprachgebietes auf der Bühne und in den Medien gezeigt. Dabei galt das Thüringisch-Obersächsische - insbesondere das Anhaltische, Nordthüringische und Eichsfeldische - in vergangenen Jahrhunderten lange Zeit als vorbildlich für die hochdeutsche Aussprache.

Weblinks

Siehe auch:

Geschichte Sachsens, Geschichte Sachsen-Anhalts, Geschichte Thüringens, Geschichte Preußens, Deutsche Sprache




     
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