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Technisches Hilfswerk



Die deutsche Bundesanstalt Technisches Hilfswerk wurde am 22. August 1950 als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundeses gegründet. Sie untersteht dem Bundesministerium des Innern.

Heute gehören 62.000 Helfer zur Organisation, die deutschland- und weltweit technische Hilfe leistet.

In erster Linie gilt es, Menschen und Tiere aus Gefahrensituationen zu retten oder Sachwerte zu bergen, z.B. bei Unfall, Unwetter, Erdrutsch oder Hochwasser.

Es ist möglich, beim THW seinen Wehrersatzdienst abzuleisten.

Table of contents
1 Geschichte
2 Organisation
3 Ausbildung
4 Einsätze
5 THW-Jugend
6 Weblinks:

Geschichte

Das THW ist der Nachfolger der Technischen Nothilfe, die es bereits seit 1919 in Deutschland gab.

Organisation

Es gibt 810 "Technische Züge" (TZ) mit je ca. 60 Helfern in 665 Ortsverbänden. Jeder technische Zug besteht aus dem Zugtrupp, der 1. und der 2. Bergungsgruppe. Die Bergungsgruppen haben ein breit gefächertes Einsatzgebiet und werden durch eine der folgenden Fachgruppen (FGr) ergänzt.

Durch diese Organisation ist eine schnelle und flächendeckende Einsatzfähigkeit für die vielfältigen Bedürfnisse gegeben.

Infrastruktur

Die Fachgruppe Infrastruktur (FGr I) unterstützt alle Einsatzeinheiten bei Gefahren durch schadhafte Ver- und Entsorgungssysteme. Sie führt zur Beseitigung von Gefahren und Notlagen notwendige Sicherungs- oder Absperrmaßnahmen an Elektro-, Wasser-, Gas- und Abwasserleitungen im Bereich der Haus- und Gebäudetechnik durch. Sie setzt wichtige Verteiler- und Verbraucheranlagen behelfsmäßig wieder instand, richtet Elektro-, Wasser- und Abwassersysteme in Notunterkünften, Bereitstellungsräumen und Einrichtungen öffentlichen Interesses ein. Sie stellt die Stromversorgung von Einsatzgeräten in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten an der Schadensstelle sicher. Sie arbeitet technisch und personell mit Ver- und Entsorgungsunternehmen zusammen. Bei Bedarf wirkt sie beim Betrieb von Notbrunnen und Schutzräumen mit.

Räumen

Die Fachgruppe Räumen (FGr. R) beseitigt Hindernisse und Trümmer oder ebnet diese ein, schafft Zu- und Abfahrtswege für die eigene Einheit und für andere Fachdienste mit schwerem bzw. leichtem Bergungsräumgerät. Sie unterstützt das Vordringen zu Eingeschlossenen oder Verschütteten (durch Anheben, Zerkleinern oder Beseitigen großer Trümmer, Aushubarbeiten etc.) und führt unaufschiebbare Sicherungsarbeiten (Niederlegen, Einebnen) an einsturzgefährdeten Gebäude- oder Bauwerksteilen durch. Sie führt Stemm- und Bohrarbeiten im Rahmen der Fachaufgabe und für andere Fachgruppen (z.B. Sprengen) durch. Sie leistet technische Hilfe bei Transport und Umschlag von Gütern und Ausstattung.

Wassergefahren

Die Fachgruppe Wassergefahren (FGr W) rettet Menschen, Tiere und birgt Sachwerte bei Wassergefahren. Sie wirkt zusammen mit anderen Einsatzkräften bei der Versorgung der Bevölkerung mit. Sie transportiert Lasten verschiedener Art für den Einsatzbedarf bzw. bei Evakuierungen. Sie betreibt Mehrzweck-Wasserfahrzeuge auf dem Wasser, baut schwimmende Arbeitsplattformen und Anleger für verschiedene Arbeiten an und auf dem Wasser. Ferner wirkt sie bei der Damm- und Deichsicherung mit.

Ortung

Die Fachgruppe Ortung (FGr O) erkundet Schadengebiete und ortet verschüttete, eingeschlossene, vermisste und abgängige Personen mittels technischer Ortungsgeräte und ggf. durch den Einsatz ausgebildeter und geprüfter Rettungshunde. Sie unterstützt insbesondere Bergungseinheiten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.

Elektroversorgung

Die Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E) betreibt temporäre Stromversorgung mittels Netzersatzanlagen für Schaden- bzw. Einsatzstellen, Notunterkünfte, kommunalen Energieversorgungsanlagen, Einrichtungen und Betriebe öffentlichen Interesses sowie für andere Bedarfsträger. Sie führt zur Behebung von Gefahren und Notständen unaufschiebbare Reparaturarbeiten an elektrischen Versorgungsanlagen durch.

Wasserschaden/Pumpen

Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr WP) führt zur Behebung und Eindämmung von Gefahren bei Überflutungen und Überschwemmungen größeren Ausmaßes Pump- und Lenzarbeiten durch, beseitigt Schmutz-/Abwasser aus Schadengebieten und bekämpft schädigend eindringendes Wasser (z.B. in Kellern, Kanalisation, Schutzräumen, Brunnen, Verkehrs- und anderen Anlagen öffentlichen Interesses usw.). Sie unterstützt Einsatzeinheiten bzw. die Betreiber bei der Bekämpfung von Gefahren durch schadhafte Wasserver- und Entsorgungssysteme und führt notwendige Sicherungs- und Absperrmaßnahmen an Wasser- und Abwasserleitungen durch. Ferner arbeitet sie bei der Deich- und Dammsicherung mit und unterstützt andere Hilfskräfte.

Trinkwasserversorgung

Die Fachgruppe Trinkwasserversorgung (FGr TW) betreibt bei allen Schadenlagen die Trinkwasseraufbereitung und -versorgung. Sie betreibt hierzu mobile Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen. Sie fördert, lagert, transportiert und verteilt Trinkwasser unter laufender Qualitätskontrolle für: Zur Behebung von Gefahren und Notständen führt sie unaufschiebbare Instandsetzungsarbeiten an Wasserversorgungsanlagen durch, baut bzw. rehabilitiert Wasserförderstrecken, Brunnen und wirkt beim Betrieb von Notbrunnen mit. Sie arbeitet technisch und personell eng mit Wasserversorgungsunternehmen (WVU) und nach deren Weisung zusammen. Sie führt diese Aufgaben insbesondere auch im Rahmen der humanitären Hilfe im Ausland durch.

Brückenbau

Die Fachgruppe Brückenbau (FGr BrB) errichtet temporäre Übergänge, Brücken und repariert bzw. sichert zerstörte Brückenteile zur Aufrechterhaltung der logistischen Infrastruktur und von Verkehrsverbindungen für die Einheiten des THW, für andere Hilfskräfte und für die Bevölkerung. Ferner führt sie verschiedene Transporte und Umschlagarbeiten zur Unterstützung der Einsatzkräfte und zur Versorgung der Bevölkerung durch und unterstützt andere Hilfskräfte. Die Brücken werden überwiegend aus vorgefertigten Teilen zusammengebaut. Dabei kommen so genannte Bailey-Brücken und D-Brücken zum Einsatz. Insgesamt gibt es 16 Fachgruppen Brückenbau im Technischen Hilfswerk.

Ölschaden

Im THW werden drei Fachgruppentypen Ölschadensbekämpfung aufgestellt: Typ A und C (mit Separation) und Typ B (ohne Separation).

Führung / Kommunikation

Die Fachgruppe Führung/Kommunikation (FGr FK) unterstützt bei der Führung von mehreren THW-Einheiten. Hierzu richtet sie eine THW-Führungsstelle in unterschiedlichen Einsatzoptionen ein und betreibt diese. Sie erstellt, betreibt und unterhält Telekommunikationsverbindungen zur vorgesetzten und zu/r benachbarten Führungsstelle/n sowie zu den der Führungsstelle unterstellten Kräften. Bei Bedarf unterstützt sie andere Bedarfsträger telekommunikationstechnisch bzw. führungsunterstützend. Im Auslandseinsatz des THW übernimmt sie Aufgaben der Führungsunterstützung und die Telekommunikation zwischen dem Einsatzland und Deutschland sowie innerhalb des Einsatzbereiches vor Ort. ( kein Regeleinsatz )

Logistik

Die Fachgruppe Logistik (FGr Log) versorgt die Einheiten und Einrichtungen des THW und anderer Bedarfsträger mit Material und Dienstleistungen, insbesondere im Bereich Verpflegung, Verbrauchsgüter und Materialerhaltung. Sie führt während und auch außerhalb von Einsätzen in den Einheiten und Einrichtungen des THW Wartungs-, Reparaturarbeiten und Sachkundigenprüfung durch. Im Einsatz übernimmt sie ferner allgemeine Transportaufgaben, Aufgaben der Materialverwaltung und Logistik-Aufträge für andere Bedarfsträger.

Beleuchtung

Die Fachgruppe Beleuchtung (FGr Bel) leuchtet Einsatz- und Arbeitsstellen des THW und anderer Bedarfsträger großflächig aus.

Sprengen

Die Fachgruppe Sprengen (FGr Sp) übernimmt unter Einsatz der Sprengtechnik Aufgaben zur Rettung von Menschen und Tieren, zur Erhaltung bedeutender Sachwerte sowie zur Beseitigung von Gefahrenquellen.

Schnell-Einsatz-Einheiten

Außerdem gibt es noch einige Schnell-Einsatz-Einheiten für Bergungseinsätze im Ausland (SEEBA), sowie die Schnell-Einsatz-Einheit-Wasserversorgung-Ausland (SEEWA).

Ausbildung

Die Helfer im THW durchlaufen eine Grundausbildung in der allgemeine Grundlagen zum Umgang mit THW Geräten, Sicherheitsmaßnahmen und Wissen über die Struktur und den Aufbau des THW vermittelt werden. Den Abschluss der Grundausbildung stellt die Grundscheinprüfung dar. Die Grundscheinprüfung setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Prüfungsteil zusammen.

Nach der Grundausbildung wird der Helfer seiner Einheit zugeteilt. Dort durchläuft er dann die Fachausbildung. In der Fachausbildung wird umfangreicheres Wissen für den speziellen Bedarf der jeweiligen Einheit (Bergung oder Fachgruppe) vermittelt.

Zusätzlich können die Helfer des THW an Lehrgängen in einer der Bundesschulen in Hoya oder Neuhausen teilnehmen.

Die Ausbildung ist im Bezihung mit dem französische Verein Corps mondial des secours (CMS) [1].

Einsätze

Der größte Einsatz in der Geschichte des THWs war im Sommer 2002 während des Hochwassers an der Elbe und ihren Nebenflüssen. 24.000 Helfer haben mit 1.750.000 Stunden und dem technischen Gerät einen großen Beitrag geleistet.

THW-Jugend

Die THW-Jugend ist die Jugendorganisation des Technischen Hilfswerks. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Jungen und Mädchen ab 10 Jahren spielerisch an die Arbeit des THWs heranzuführen. Die THW-Jugend ist die einzige Jugendgruppe einer Behörde in Deutschland.

Weblinks:

http://www.thw.de (offizielle Seite der Bundesanstalt THW)
http://www.thw.org (Seite der ehrenamtlichen Helfer und Ortsverbände)
http://www.thw-jugend.de (THW-Jugend e.V.)




     
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