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Tanzfilm



Der Tanzfilm im eigentlichen Sinne ist erst nach der Stummfilm-Zeit mit der Entwicklung des Tonfilms in den 1920er-Jahren entstanden.

Frühphase des Tonfilms

Zwar existieren bereits aus den ersten Jahrzehnten des Films Aufnahmen tanzender Paare, aber selbst für versierte Begleitpianisten der ersten Kinos war es schwer, dabei völlige Synchronität des Taktss zu erreichen.

Im ersten Tonfilm, The Jazzsinger, tauchten schließlich auch tanzende Chorusmädchen auf, sodass es unvermeidbar war, bis Hollywood auch die Broadway-Produktionen als Filmstoff entdeckte. Unzählige Broadway-Melody of 192#-Versionen wurden von allen Studios heruntergedreht, die mehr den Charakter von Revuefilmen hatten, in denen die Hits eines Jahres aneinandergereiht wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Tanzfilm noch nicht einmal den Hauch einer Story, was man auch bei späteren Produktionen stets bezweifeln darf.

Die goldene Ära des Tanzfilms

Erst mit der Entdeckung des österreichischstämmigen Fred Astaire wurde der Tanzfilm geadelt, da sein unvergleichbarer Tanzstil und die Choreographien eines Hermes Pan dem Tanzfilm erst die Eleganz und den Stil gaben. Außerdem erhielten nun die Filme, wie Invitation to dance, ein deutlich höheres Budget, perfektes Marketing und von den Drehbuchautoren zumindest eine kleine Grundgeschichte verschrieben.

In den 1930er-Jahren und den beiden folgenden Jahrzehnten kamen mit seiner Hauptpartnerin Ginger Rogers, seinem Freund, Kollegen und fast ebenso einzigartigen Tänzer Gene Kelly sowie der Königin des Steptanzes Eleanor Powell weitere Giganten des Tanzfilms hervor.

Charakter des Tanzfilms

Ein Tanzfilm kennzeichnet sich durch den deutlichen Akzent auf die Tanzszenen aus, bei denen die oder der Tänzer am besten in ganzer Aktion, d. h. in Ganzkörperansicht gefilmt werden sollte. Letzteres ist angeblich auf Astaire zurückzuführen, der auf dieser Perspektive bestand. Sequenzen, in denen nur teilweise Bewegungen gezeigt werden, sind allenfalls beim Steptanz oder im Stillstand, der Pose, zu bevorzugen. Mitreißende Choreographien mit 30 oder mehr Tanzpaaren sind dabei eine wesentliches Element, wobei diese nicht mit den Massenszenen der Broadway-Melody-Reihe zu verwechseln sind, bei denen bis 200 aparte junge Mädchen in knapper Bekleidung mehr oder weniger elegante Arm und Beinbewegungen stehend auf einer gigantischen Torte oder Treppe im Takt der Musik vollführen. Letzteres hat es zwar immer auch in reinen Tanzfilmen gegeben, war aber eher Ausdruck der Gigantomanie der Filmproduzenten, die jederzeit auf ein großes Reservoir ansehlicher Möchtegernschauspielerinnen aus der Provinz zurückgreifen konnten. Bezeichnenderweise verfielen die wesentlichen Versuche der deutschen UFA während des Zweiten Weltkrieges mit ihrem Star Marika Rökk, die sich bewußt an amerikanischen Vorbildern orientieren wollte, in dem gigantischen Farbfilm Frau meiner Träume gerade diesem Irrtum: noch mehr Pirouetten des Stars und noch mehr geschwenkte Beine und Arme deutscher Tanzmaiden. Ähnliche Szenen mit dutzenden befrackten Herren mit Stock und Zylinder hat es natürlich damals gegeben und reicht bis in die Verfilmung von Chorus Line.

Die Wandlung zum Musicalfilm

Spätestens seit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Publikum anspruchsvoller, sodass die Produzenten, um der Story mehr Inhalt zu geben, auf die zahlreichen Musicalstoffe des Broadway zurückgriffen. Nunmehr stand nicht allein mehr der Tanz im Vordergrund - gleichwohl entstanden mit Kiss me Kate oder Seven brides for seven brothers epochale Tanzfilme, die wie die spätere Verfilmung von West Side Story in der Tanzchoreografie Einfluss selbst auf die des Musikvideos hatten.

Niedergang des Tanzfilms

Ausgerechnet verwandte Produktionen der 1950er-Jahre, wie die Wasserrevuen einer Esther Williams verwässerten buchstäblich den eigentlichen Tanzfilm. Zwar spielten hier auch noch beste Tanz und Swingorchester wie Harry James oder Xavier Cougat mit, aber der eigentliche Tanz wurde noch stärker in den Hintergrund gedrängt. Außerdem traten die einstigen Stars mit zunehmendem Alter seit den 1960er-Jahren stärker in den Hintergrund

Renaissance des Tanzfilms

Erst mit dem überraschendem Erfolg des Musicalfilms Grease mit John Travolta und Olivia Newton John 1978 war der Tanzfilm wieder da: ein notwendiges Minimum an Story, eingängige Songs, mitreißende Tanzszenen. Flashdance, Fame, Footloose, Chorus Line und Dirty Dancing waren bis 1989 die größten Erfolge. Danach folgte wieder ein Jahrzehnt des Niedergangs, wobei man sich fragen muß, ob Chicago (Film) oder Moulin Rouge dem Genre neues Leben einhauchen können.

Filmbeispiele

Siehe auch: Musical



     
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