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Soziale Gruppe



Der Begriff soziale Gruppe bezeichnet eine Sammlung von mindestens drei Personen, die in einer unmittelbaren Beziehung zueinander stehen. Der Begriff soziale Gruppe grenzt sich ab von der Zweierbeziehung, die noch einmal gesondert betrachtet werden kann, sowie von einer Organisation, einer Sozialform, die eine sehr große Ausdehnung in Bezug auf Mitgliederzahl, sowie in Hinsicht auf eine komplexe Sozialstruktur haben kann. Die unten genannten Merkmale der Gruppe gelten hier nicht, da es oft eine anonyme Struktur gibt, formalisierte, anonyme Begegnungen u.a.

Table of contents
1 Definition
2 Struktur
3 Verhalten
4 Verwandte Begriffe

Definition

Eine soziologische Definition von Neidhart lautet: "Gruppe ist ein soziales Systen, dessen Sinnzusammenhang unmittelbar durch diffuse Mitgliederbeziehungen sowie durch relative Dauerhaftigkeit bestimmt ist". Gruppe ist häufig eine wiederkehrende Interaktion zwischen Menschen, jedoch nicht zwangsläufig. Jemand gehört einer Gruppe an, wenn:

Damit die erste Bedingung erfüllt sein kann, muss also so etwas wie eine Gruppenidentität (Wir-Gefühl) in jeder Gruppe vorhanden sein.

Das Wir-Gefühl ist ein wesentlicher, konstituierender Ausgangsfaktor für den Erhalt und Bestand von Gruppen, denn dieses "Gruppengefühl" gründet in den Gefühlen von Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit. Unmittelbare Interaktion eines Mitgliedes mit jedem anderen, Vertrautheit und Intimität, gehören ebenso zu den Qualitäten der Gruppe.

Eine gängige sozialpsychologische Definition ist die von Tajfel und Turner (1986, The social identity theory of intergroup behavior): Sie definieren eine (soziale) Gruppe als eine Ansammlung von Individuen, die sich selber als Mitglieder derselben sozialen Kategorie wahrnehmen, die ein gewisses Maß an emotionaler Bindung an diese Kategorie aufweisen und die einen gewissen sozialen Konsens über die Beurteilung und ihre Mitgliedschaft in dieser Gruppe aufweisen.

Struktur

Das soziale Zusammenleben innerhalb der Gruppe ist geprägt durch dauerhafte soziale Beziehungen und Kontakte, durch Eigen- und Zusammenhandeln, durch Einheit sozial Handelnder mit gemeinsamen Werten und Interessen, durch Unmittelbarkeit von Beziehungen, durch wechselseitige Wahrnehmung der Beteiligten, durch Anwesenheit und direkte Interaktion, sowie durch aufeinander abgestimmte soziale Rollen. Hiermit sind einige grundlegende, gruppensoziologische Merkmalbestimmungen genannt, die die Basis für die sozialen Prozesse innerhalb einer Gruppe ergeben und die im speziellen Sinne dann Gruppenprozesse genannt werden können. In der Interaktion der Individuen ergeben sie die Gruppendynamik.

Aufschlussreich sind bei der Untersuchung der Stuktur zunächst die verschiedenen sozialen Rollen und Positionen (Status) in Hinblick auf die Verteilung von Macht, Kompetenz, Autorität oder anderer signifikanter Sozialressourcen. Wie auch der Blick auf Unterwerfung oder Anpassung als spezifische Verhaltensweisen, aus denen sich möglicherweise eine Hierarchie oder eine andere spezifische Struktur ergibt.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist das Innen-Außen-Verhältnis der Gruppe. Wie definiert sie sich nach innen als Gemeinschaft, z.B. über Inhalte, Gefühle, Rituale, Werte. Daraus folgt die Frage, wie grenzt sich Gruppe ab vom Umfeld, von anderen Gruppen oder der Gesellschaft überhaupt. Die mehr oder weniger klar definierte Art und Weise dieser Grenze stellt einen determinierenden Analysefaktor dar.

Verhalten

Menschen verhalten sich in einer Gruppe anders als allein (Beispiel: Gruppenpolarisierung).

Gruppen, Verhaltensweisen zwischen Gruppen (Intergruppenverhalten) und Verhaltensweisen von Individuen innerhalb von Gruppen (Intragruppenverhalten) sind der primäre Forschungsgegenstand der Sozialpsychologie und spielen auch in der Soziologie eine Rolle.

Verwandte Begriffe

Siehe auch: Soziale Gruppenarbeit, Eigengruppe, Fremdgruppe, Gruppenverband, Bezugsgruppe, Soziale Klasse, Primärgruppe, Gleichaltrigengruppe




     
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