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Six Sigma



Six Sigma (6σ) ist eine Methode des Qualitätsmanagement um einen möglichst fehlerfreien Prozess zu erreichen. Häufige Ziele sind dabei Kostensenkung, Qualitätssteigerung entsprechend den Kundenanforderungen oder eine Verringerung von Bearbeitungs- oder Durchlaufzeiten.

Six Sigma setzt insbesondere auf eine vorurteilsfreie Analyse des Ist-Prozesses, um die für den Prozess wichtigen Parameter und Fehlermöglichkeiten zu erkennen und einer statistischen Analyse zugängig zu machen. Dazu bedient sich Six Sigma einer ganzen Reihe von Instrumenten, die auch in herkömmlichen Projekten zum Einsatz kommen (Teamarbeit, Brainstorming, grafische Prozessdarstellungen etc.). Eine besondere Bedeutung kommt jedoch der statistischen Analyse von Prozesskennzahlen zu, da man sich eine Objektivierung und Nachvollziehbarkeit bei der Analyse, der Entscheidungsfindung und beim Nachweis des Projekterfolges verspricht.

Die Bezeichnungen der Rollen in Six Sigma-Projekten sind meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachgebrauch übernommen: "Black Belt" (Projektmanager), "Champion" (Auftraggeber) oder "Master Black Belt" (Projekt Portfolio Manager).

Einige Unternehmen erwarten von ihren Lieferanten Nachweise über Six Sigma-Qualität in den Produktionsprozessen, mit denen bewiesen werden soll, dass der Zulieferer seine Waren qualitativ hochwertig und kostengünstig produziert. In anderen Unternehmen wird Six Sigma über den ursprünglichen Ansatz als Qualitätsmanagement-Instrument hinaus mittlerweile als Management-Philosophie betrachtet, deren Kenntnis für die Karriere von Führungskräften notwendig ist.

Statistische Interpretation

Sigma entspricht der Standardabweichung der Gaußschen Normalverteilung. Aus der Anzahl der Fehler in einem Prozess kann mit Hilfe von Tabellen oder Statistik-Programmen das Sigma-Niveau ermittelt werden. Folgende Liste stellt den Sigma-Niveaus die Anzahl der Fehler je eine Million Fehlermöglichkeiten gegenüber:

1σ = 691.462, 2σ = 308.538, 3σ = 66.807, 4σ = 6.210, 5σ = 233, 6σ = 3,40

Six Sigma im statistischen Sinne drückt also aus, dass unter einer Million Fehlermöglichkeiten (nicht Teile) weniger als 3,4 Fehler zu finden sind.

Nach Schätzungen liegen die meisten Prozesse in der Industrie gegenwärtig ohne die Six Sigma-Methoden bei ca. 3σ bis 4σ. Eine signifikante Verbesserung in Richtung 5σ oder darüber hinaus wird mit herkömmlichen Prozessverbesserungsmethoden nur für schwer möglich gehalten. Für einige kritische Bereiche ist selbst 6σ noch zu fehleranfällig, z.B. bei Fluggesellschaften oder Elektrizitätsunternehmen.

Methoden

Unterschieden werden zwei Hauptmethoden, von denen es je nach Implementierung im einzelnen Unternehmen mehr oder weniger grosse Abweichungen gibt:

DMAIC steht für define, measure, analyze, improve und control, also definieren, messen, analysieren, verbessern und kontrollieren. Diese Methode wird für bereits bestehende Prozesse verwendet.

DMADV steht für define, measure, analyze, design und verify, also definieren, messen, analysieren, konzipieren und verifizieren. Diese Methode wird für neue Prozesse verwendet.

Geschichte

Entwickelt wurde Six Sigma Mitte der 80er Jahre in den USA bei Motorola, wobei es aber mittlerweile weltweit von zahlreichen Unternehmen implementiert wird. Nachdem diese Methode anfangs nur in der Produktion eine Anwendung fand, hat sie in den letzten Jahren immer stärkeren Einzug in den Service- und Dienstleistungbereich gefunden. Zudem wird derzeit versucht, Six Sigma auf weitere Bereiche wie z.B. die Distribution anzupassen.

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