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See-Elefanten



See-Elefanten
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Hundsrobben (Phocidae)
Gattung: See-Elefanten (Mirounga)

Die See-Elefanten (Mirounga) sind die größten Robben der Welt. Es gibt zwei einander sehr ähnliche Arten: den Nördlichen See-Elefanten (Mirounga angustirostris) an der Westküste Nordamerikas und den Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) in der Subantarktis.

Table of contents
1 Merkmale
2 Lebensweise
3 Nördlicher See-Elefant
4 Südlicher See-Elefant

Merkmale

Kennzeichnend für See-Elefanten ist die rüsselartig vergrößerte Nase der Männchen. Dieses Merkmal fehlt den Weibchen und jüngeren Männchen. Nach ständigem Wachstum erreicht der Rüssel etwa im achten Lebensjahr die volle Größe und hängt dann über dem Maul, mit den Nasenlöchern nach unten. Zur Paarungszeit kann dieser Rüssel durch erhöhte Blut- und Luftzufuhr noch einmal erheblich vergrößert werden.

Die Größenunterschiede zwischen Männchen und Weibchen sind beträchtlich. Ein Bulle kann sechseinhalb Meter lang werden, eine Kuh nur dreieinhalb Meter. Das Gewicht eines Männchens liegt bei dreieinhalb Tonnen, das eines Weibchens bei maximal 900 kg.

Lebensweise

Zur Paarungszeit sammeln sich die ansonsten eher einzelgängerischen See-Elefanten zu großen Kolonien. Ein Bulle kommt dabei auf zehn bis zwanzig Kühe. Um den Besitz eines Harems tragen die Bullen heftige Kämpfe aus. Dabei werden jüngere und schwächere Bullen an den Rand der Kolonie verdrängt, wo sie ungünstigere Bedingungen vorfinden. Doch sind sie ständig in Wartestellung und versuchen immer wieder, eine Paarung einzugehen, was über Wochen immer wieder zu erneuten Kämpfen führt. Unter dem Schutz eines dominanten Bullen werfen die Kühe ihren Nachwuchs, der im Vorjahr gezeugt worden ist. Sie sorgen einige Wochen für die Jungen, ehe sie sich mit den Bullen erneut paaren.

Will ein Bulle sich mit einer Kuh paaren, legt er seine Vorderflosse über sie und beißt ihr in den Nacken. Hiernach beginnt die Kopulation. Wenn die Kuh sich wehrt, wälzt sich der Bulle auf sie und macht sie mit seinem Gewicht bewegungsunfähig.

Die ständigen Kämpfe führen ebenso wie die brachialen Kopulationen dazu, dass Jungtiere durch alte Männchen erdrückt werden. Dadurch stirbt alljährlich in einer See-Elefantenkolonie eine große Zahl von Kälbern.

Die Nahrung der See-Elefanten sind Fische und Tintenfische. See-Elefanten können bis zu 900 m tief tauchen. Das wird ihnen dadurch ermöglicht, dass sie aufgrund ihrer Körperfülle (ähnlich wie die Wale) ein enormes Blutvolumen haben, das viel Sauerstoff aufnehmen und speichern kann. Außerdem wird die Tätigkeit von Organen (z.B. der Leber und der Niere) wiederum wie bei Walen während der Tauchgänge heruntergefahren, um den Sauerstoff-Verbrauch einzuschränken.

Die natürlichen Feinde der See-Elefanten sind der Weiße Hai sowie der Orca, die ihm vor allem in der Nähe der Wasseroberfläche gefährlich werden können.

Nördlicher See-Elefant

Die nördliche Art war einst lückenlos entlang der Westküste Nordamerikas von Alaska bis Baja California verbreitet. Im19. Jahrhundert setzte die massenhafte Abschlachtung der Tiere ein, da man ihren Tran kommerziell nutzen wollte. Jedes Jahr fielen Tausende See-Elefanten den Jägern zum Opfer, so dass man die nördliche Art letztlich für ausgestorben hielt. Eine einzelne winzige Herde von weniger als hundert Tieren aber hatte auf der mexikanischen Insel Guadalupe überlebt. Als diese entdeckt wurde, wurde die Art unter Schutz gestellt. In den 1930er Jahren gingen erstmals See-Elefanten zur Paarung auf den kalifornischen Channel Islands an Land. Inzwischen gibt es die Art wieder nordwärts bis Vancouver Island. Die Bestände nehmen jährlich um etwa 15 % zu, so dass man den Nördlichen See-Elefanten nicht mehr für ernsthaft gefährdet hält. Allerdings hat die zwischenzeitliche Beinahe-Ausrottung zu einer extremen genetischen Einheitlichkeit aller Individuen geführt (siehe genetischer Flaschenhals), die bei veränderten Bedingungen für die Art von Nachteil sein könnte.

Südlicher See-Elefant

Die großen Kolonien der südlichen Art befinden sich auf folgenden Inseln, die in einem Ring um die Antarktis liegen: Südgeorgien, Kerguelen, Heardinsel, Macquarie. Außerhalb der Paarungszeit findet man umherwandernde Individuen auch an den Küsten Südafrikas, Australiens, Neuseelands, Patagoniens und der Antarktis. Die Art war im 19. Jahrhundert ebenfalls starker Verfolgung ausgesetzt, war aber nie so stark bedroht wie der Nördliche See-Elefant. Insgesamt gibt es heute etwa 750.000 Individuen, von denen mehr als die Hälfte auf Südgeorgien lebt.




     
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